In Schlüttsiel, acht Kilometer südlich von Dagebüll, scheiden sich die Freigeister. Die eine Gruppe schnürt innerhalb von Sekunden vorbei, mag sogar sein, ohne Schlüttsiel überhaupt zu bemerken. Die andere Gruppe spürt deutlich, dass ein Stopp angesagt ist. Wie immer in Nordfriesland sind Radfahrende dabei klar im Vorteil. Ist man erst einmal mit dem Auto an Schlüttsiel vorbeigedüst, findet sich auf Kilometer keine Parkmöglichkeit oder Gelegenheit zu wenden. Die Gefahr ist groß, dass man den Halt dann auf »nächstes Mal« verschiebt. Wobei man ja nie weiß, ob es ein nächstes Mal überhaupt gibt. Schlüttsiel funtioniert wie eine landschaftgewordene „WAS ist WAS“-Ausgabe für Nordfriesland. Obwohl man auf den ersten Blick denkt, dass da gar nichts ist, findet man auf den zweiten Vieles, was die Westküste so besonders macht. Zum Beispiel eben das namensgebende Siel von Schlüttsiel. Und das Land dahinter, den Hauke-Haien-Koog, benannt nach Storms Hauptfigur aus dem Schimmelreiter. Nicht zuletzt die Halligen, von denen man hier eine Handvoll am Horizont ausmachen kann. (84) Stippvisite vorm Deich: Hafen Schlüttsiel Schlüttsiel ist ein kleiner, eher...