XXXX. Haffkrug: kurz halten
Bei Haffkrug kann man sich kurzhalten.
Bei Haffkrug kann man sich kurzhalten.
Fragt man die KI, ist Niendorf ein idyllisches Seebad in der Lübecker Bucht, bekannt für seinen ruhigen Sandstrand. Vielleicht hat sie das auf offiziellen Tourismusseiten aufgeschnappt, denn die sprechen sogar von »der Ruhe selbst«. Und Wikipedia nennt Niendorf beschaulich. Klingt gut?! Bloß, dass es eben nicht stimmt.
Läge Travemünde in Mecklenburg-Vorpommern, ginge es als stinknormales Seebad durch. In Schleswig-Holstein aber ist Travemünde einzigartig. Nur hier – am südlichsten Ostseestrand – findet sich der Mix aus Klassiszismus, Historismus und Jugendstil, der als Bäderarchitektur bezeichnet wird.
Wer einmal rund um Schleswig-Holstein reist, könnte die City von Lübeck geographisch gesehen locker links liegen lassen. Die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern verläuft zunächst östlich der Stadt und im weiteren Verlauf am Ostufer der Trave.
Auf der Fahrt von Lauenburg nach Lübeck stoppt der RE83 etwa zur Halbzeit in Mölln. Bei Badewetter – wenn sich die Blechlawinen Richtung Lübecker Bucht ins Unendliche ziehen – ist der Bummelzug die schnellste Möglichkeit, um von der Elbe an die Ostsee zu gelangen. Er ist aber auch eine fantastische Gelegenheit, möglichst langsam zu reisen. Immer wieder auszusteigen zwischendurch. Zum ersten Mal in Mölln. Mölln ist die erste Süßwasserseeperle, die der RE83 auf seinem Weg durch das Herzogtum Lauenburg und die Holsteinische Schweiz miteinander verbindet. Sie waren alle mal schwerer in Mode als heute. Und haben sich alle eine geradezu nostalgische Seelenruhe bewahrt, die man an den Küsten längst nicht mehr findet. In Mölln spürt man sie nicht sofort. Man muss ein bisschen danach suchen; vorzugsweise an einem warmen, trägen Sommertag. Mölln: Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub Dabei muss man sich auch gar nicht groß stressen. Mölln ist die Waldfee unter den Seeköniginnen. Es reicht, wenn man ihr kühlendes Schattenreich am späteren Vormittag betritt. Wer also morgens in Lauenburg startet, mag ruhig noch durch Schleswig-Holsteins größten …
Dreißig Kilometer südlich des südlichsten Punkts von Hamburg winkelt sich Lauenburg an die Elbe. Nichts in der südlichsten Stadt Schleswig-Holsteins und dem gleichnamigen Herzogtum erinnert an das Meer.
Auf den bummelig 25 Kilometern zwischen Friedrichskoog und Brunsbüttel merken Auskenner:innen an zwei Dingen, dass sie die Nordküste hinter sich lassen. Erstens: die Salzwiesen vorm Deich dehnen sich ins Uendliche. Abschnittsweise ist nicht mal mehr Wasser zu sehen. Zweitens: Der Schiffsverkehr nimmt mit jeden Kilometer zu.
Die Meldorfer Bucht schwingt sich von Büsum im Norden bis nach Friedrichskoog Spitze, einer auf dem Reissbrett entstandenen Urlaubssiedlung im Süden. Dazwischen liegen bummelig 25 Küstenkilometer auf denen es wenig anderes zu sehen gibt als die Nordsee, den Deich und die sehr breite Asphaltpiste dazwischen. Ideal zum Radfahren.
An der Eidermündung trifft die nordfriesische Etappe des Nordseeküstenradwegs auf die Dithmarscher Strecke. Exakt am Eidersperrwerk, dem größten und sicher auch hässlichsten Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Es liegt etwa mittig zwischen St. Peter-Ording (in Nordfriesland) und Büsum (in Dithmarschen). Viele legen hier einen kurzen Stopp ein. Es lohnt sich aber, großzügiger zu planen und dem längsten Fluss Schleswig-Holsteins ein paar Kilometer ins Landesinnere zu folgen. 1.000 Jahre lang markierte die Eider die Südgrenze zu Dänemark. Damals weitete sich die Eidermündung noch auf fünf Kilometer. Wer aus Nordfriesland anreist, kann es ganz gut erkennen. Die flache Wiesen- und Waldlandschaft hinterm Deich sieht irgendwie anders aus als der Rest von Eiderstedt – sie existiert auch erst seit den 1970er Jahren. Tschüss Nordfriesland: das nördliche Ufer der Eidermündung (113) Stippvisite: das Eidersperrwerk Das größte Küstenschutzwerk Deutschlands dient gleichermaßen als Fußgängerbrücke. Die besten Plätze liegen auf Dithmarscher Seite. Von Mai bis Juli brüten und kreischen Seevögel in riesiger Zahl auf dem Deckwerk. Hinter dem Aussichtspavillon am Parkplatz sitzt man gut geschützt vor dem ewigen Westwind. (114) Tagesausflug: …
Neun Jahre bevor die ersten zahlenden Übernachtungsgäste kamen, schlossen sich die ehemaligen Dörfer Urden und Ulstrup zur Gemeinde St. Peter-Ording zusammen. Das ist jetzt gute 150 Jahre her. Seitdem ist eine Menge Sand über die Südwestspitze Eiderstedts geweht. Hat sich mal zu Dünen aufgetürmt, ist mal näher an die Küste herangerückt, mal weiter ins Wattenmeer gewachsen. Während manche »die größte Sandkiste Deutschlands« heute kurz SPO nennen, sprechen Einheimische noch immer von zwei Orten; Ording und St. Peter. Sie sind beide dem Massentourismus unterworfen, beide aber auch dann das richtige Ziel, wenn man mit Massentourismus nicht viel am Hut hat. Ording – Eventstrand und Wassersportzentrum Ording liegt im Norden und wird am häufigsten von Tagesgästen gestürmt, denn hier kann man am Strand parken. Wer das seltsam bis absurd findet, steht wahrscheinlich auch nicht besonders auf Großveranstaltungen, die hier regelmäßig stattfinden und nicht selten ganz schön laut sind. Aber das ist eben das Ding: St. Peter-Ording ist so weitläufig, dass man immer Ausweichmöglichkeiten findet. (107) Stippvisite: Nordstrand Ording Der nördlichste Strandzugang beim Parkplatz am Norddeich …