Wer einmal rund um Schleswig-Holstein reist, könnte die City von Lübeck geographisch gesehen locker links liegen lassen. Die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern verläuft zunächst östlich der Stadt und im weiteren Verlauf am Ostufer der Trave.
Seit dem 12. Jahrhundert schon arbeitete Lübeck daran, sich die Trave zu sichern. Flusskilometer für Flusskilometer vom Fischerreirecht bis zum Hoheitsrecht über die Travemündung. Dort stand das Tor zur Ostsee nämlich offen und Lübecks Aufstieg zur Königin der Hanse nichts mehr im Weg.
Drei Dinge waren danach klar.

1) Lübeck gehört bei einer Reise rund um Schleswig-Holstein unbedingt auf den Reiseplan. Selbst wenn die Zeit knapp ist. Oder Lübeck längst bekannt. Oder die Sehnsucht nach dem Meer so unermesslich, dass man eigentlich bloß Lübecks Außenposten Travemünde erreichen möchte. Es gibt keinen Grund, nicht durch das Holstentor zu schreiten, bevor es an die Ostsee geht.
Lübeck: Stippvisite, Ausflugtag, Kurzurlaub
2) Welthandel, Weltliteratur, Welterbe – Lübeck macht nichts unter Superlativ. Die Schönste unter den (ohnehin nicht gerade hässlichen) Hanseatinnen ist so reich an Kultur und Kunst und Geheimnissen und Geschichte, dass sie einen eigenen Blog braucht. In diesem Sinne: Ahoi Maike. (Bei der gebürtigen Lübeckerin & Stadtführerin kann sich jede:r den Stadtbesuch nach persönlichen Vorlieben und Zeitbudget zusammenstellen).

3) Die Trave ist Lübecks Lebensader und die Stadt gibt sie nie wieder her. Selbst als die östlichen Ufer in der DDR lagen, gehörten sämtliche Wasserflächen weiterhin der Stadt Lübeck. Im Mündungsgebiet, wo sich die Trave zu Strandseen und Lagunen weitet, führte das zu seltsamen Grenzziehungen und den üblichen Perversitäten der DDR-Staatsführung; etwa eine 3 m hohe Betonmauer im Nirgendwo, um der eigenen Bevölkerung den Blick auf eine Meeresbucht zu nehmen.
Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub: Von Lübeck ans Meer
Auf der Habenseite konnten sich am Ostufer jahrzehntelang Flora und Fauna ausbreiten, ganz ohne Landwirtschaft, Industrie, Tourismus oder Straßenbau. Im Westen sieht das leider anders aus. Doch auch dort existieren grüne Nischen und insgesamt gesehen, ist die Trave heute viel weniger frequentiert als zur Zeiten der Hanse. Der Fluss ist damit mindestens genauso interessant wie Lübeck; die Reise von der City zum Strand ein Vergnügen an sich.
(155) Stippvisite: Von der Altstadtinsel zum Strandbahnhof
Nur auf der Durchreise? Dann gleich rein ins Lübecker Herz. Zwei Kilometer lang und einen Kilometer breit ist die von Wakenitz & Trave umarmte Altstadtinsel schnell zu erobern. Vom Holstentor sinds wenige Schritte zum Bahnhof. Der Zug rattert zum Skandinavienkai bzw. Strandbahnhof in Travemünde etwa zwanzig Minuten.
(156) Tagesausflug: Auf Travefahrt nach Travemünde
Backsteingotik, Hafenromantik, Fischerdörfer, Yachthäfen, Industrieanlagen, verschwenderische Flussnatur, Kreuzfahrtriesen – auf einer Panoramafahrt von der Lübecker Altstadt bis zum Strand von Travemünde zeigt sich die Trave in allen Facetten. Ausgewählte Reedereien transportieren auch Räder.
(157) Kurzurlaub: Radwandern an der Traveförde
Auf kürzester Strecke sind es von Lübeck nach Travemünde 16 km. Das Ästuar der Trave ist aber jeden Umweg wert. Wer Natur mag, ist z.B. richtig auf der Radroute 5 bis zum NSG Schellbruch, um bei Gothmund auf die Route 1 zu wechseln. Malerischer als auf einem Abstecher ins NSG Dummersdorfer Ufer kann man sich der Ostsee nicht nähern.
Dies ist ein Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«, die dicht an der Waterkant um das nördlichste Bundesland führt.

