XL. Haffkrug: kurz halten
Bei Haffkrug kann man sich kurzhalten.
Bei Haffkrug kann man sich kurzhalten.
Wird ein Ort in Schleswig-Holstein dermaßen überrannt wie Scharbeutz, liegt der Ursprung immer am Strand. So feinsandig wie in Scharbeutz kommt er nur selten daher. So sanft und flach läuft die Ostsee beinahe nirgends auf ihn zu.
Über alle Strände Schleswig-Holsteins fallen am Wochenende Hamburger ein, aber nirgends in so erstaunlicher Zahl wie in Timmendorfer Strand. Das war schon so, als noch gar keine Rede von einem Seebad sein konnte.
Nach Erkundung der deutsch-dänischen Grenze bei Wassersleben, bietet sich unbedingt ein Vergleich mit Rudbøl/ Rosenkranz an. Die Strecke dazwischen ist eine Ausnahme in Schleswig-Holstein. Sie funktioniert mit dem Auto mindestens so gut wie zu Fuß oder mit dem Rad. Je schneller man sie zurücklegt, desto eindrücklicher der tiefgreifende Kontrast von verspielter Ostseeküste zu endloser Westküstenweite. (Wobei das maximale Reisetempo im Grenzland bei etwa 50 Kilometer pro Stunde liegt). Die deutsch-dänische Grenze: ca. 67 km lang, gut 100 Jahre alt, das frühere Herzogtum Schleswig in zwei etwa gleich große Hälfte geteilt Wer nicht aus Wassersleben anreist, sondern direkt in Nordfriesland startet, weiß vielleicht gar nicht, dass die deutsch-dänische Grenze erst bummelig 100 Jahre alt ist. Beidseitig findet man dänische wie deutsche Spuren in Kultur, Sprache und Architektur. Manches ist nur in den historischen Grenzen des Herzogtums Schleswig bekannt, nicht aber im Rest von Deutschland oder Dänemark. Von einigen Einschnitten der Grenzziehung, der Trennung von Familien und Freunden, Geschäftsbeziehungen und Infrarstruktur hat sich das Grenzland an der Westküste nie ganz erholt. Beidseitig ist das Land dünn besiedelt. …
Wassersleben. Letzter Strand vor der Grenze. Drehkreuz für alle, die sich aus eigener Kraft fortbewegen. Rund um die Bilderbuchbucht ziehen sich Spazierwege, Prädikatswege, Radwege, historische Wege und Fernwanderwege, auf denen man bis Italien laufen könnte, ganz wie die klassische Grand Tour (französisch für: große Reise) es vorsah, damals im 15. Jahrhundert, als Reisen noch dem Adel vorbehalten war. Später mischte sich das gehobene Bürgertum unter die Reisenden. Noch später folgten die Stände. Insbesondere in England war das angesagt, weshalb »Le Grand Tour« im 18. Jahrhundert zu »The Grand Tour« wurde, während in Deutschland die Cavalierstour in Mode kam. Ab 1900 schlossen sich immer breitere Schichten an und Erholungsreisen liefen der Grand Tour zunehmend den Rang ab. Daraus entwickelte sich im 20. Jahrhundert der Massentourismus. Im 21. steigerte er sich zum Übertourismus. Ein Zustand, mit dem auch Schleswig-Holstein heute zu kämpfen hat. Es ist nicht immer exakt vorauszusagen, wann, wo und warum es des Guten zuviel wird. In Wassersleben scheiden sich die Freigeister Mit Glück präsentiert sich Wassersleben gerade richtig belebt. Bei Pech hilft nur sanfter …
Die beste Art nach Flensburg zu reisen, ist zu Fuß auf dem Fördesteig aus Glücksburg kommend. Man erreicht die ehemalige Rummetropole über den Volkspark in Hanglage. Unter seinen Aussichtpunkten liegt die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins den Reisenden dann zu Füßen wie ein Amphietheater – mit der Förde als Arena. Um sie dreht sich in Flensburg alles. Beim Abstieg weicht der zunächst großbürgerliche Eindruck einem Gefühl, das in anderen Seehandelstädten spätestens in den 1990ern verloren ging. Das Gefühl, es gäbe noch etwas zu entdecken. In Flensburg darf Schräges und Windschiefes noch genauso selbstbewusst in der ersten Reihe stehen wie prächtige Renaissance-Fassaden. In Flensburg schlängelt man sich durch die Gänge und treibt sich in Hinterhöfen rum. Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub in Flensburg In Flensburg gibt es noch schrabbelige Ecken im Hafen und am allerbesten Spot ein Piratennest. In Flensburg spricht man selbstverständlich dänisch. In Flensburg können sich selbst Studierende noch ein WG-Zimmer leisten. In Flensburg hält der ICE nicht in der City sondern im Carlisle Park. Und wer Hamburg längst zu gentrifiziert findet, Kiel zu kantig und Lübeck zu …
Wer »Schleswig-Holstein rund« reist, idealerweise zu Fuß an einem Morgen in Kappeln auf dem Schleisteig startend, könnte mittags ein Fischbrötchen im Hafen von Maasholm verspeisen, um am Nachmittag – auf gute Art etwas erschöpft – in einen Strandkorb an der Ostsee zu sinken. Doch das ist fast zu rasant für die Gegend.
Es ist Sommer in Norddeutschland. Fast unbemerkt hat er sich unter Regenschleiern angeschlichen. Und wenn man nicht aufpasst, ist er vorbei, bevor man ihn richtig bemerkt hat. Also, ab nach draußen! Es gibt da 10 Dinge, die man nicht aufschieben darf.
Der Sommer hat einen weiten Bogen um Hamburg geschlagen – ganz anders als im letzten Jahr, als ich den Bahnhof von Büchen gleich mehrmals ansteuerte.
Vandalusian liegt hinterm Deich, etwa dort, wo die Elbe in die Nordsee übergeht. Und wenn man mal das Gefühl hat, die Welt dreht sich zu schnell, ist der kleine Campingplatz extra für Bullis und Vans die Antwort auf fast alles.