Alle Artikel in: Dänemark

Unperfekt

Unperfekt

In unserem Ferienhaus in Dänemark stieß ich auf ein faszinierendes Kochbuch. Zu den Rezepten kann ich mangels Sprach- und Küchenkenntnissen nichts sagen. Doch der schwarze Wälzer mit dem neongrünen Schriftzug Unperfekt ging mir auch zuhause nicht mehr aus dem Kopf.

Fanoe im Winter

Was man in Sønderho im Winter nicht machen kann. Und warum das nichts macht.

Sønderho im Winter kennenlernen, heißt, Sønderho auf seine Sommerliste setzen. Nichts, was die Südspitze der dänischen Insel Fanø so beliebt macht, ist im Winter möglich. Für Minimalisten und Freunde von Einfachkeit ist die allerkälteste Zeit des Jahres jedoch perfekt, um mit Sønderho warm zu werden. Heiße Liebe nicht ausgeschlossen.

Fanoe

Glück ist eine Insel: Fanø

Der Wetterbericht für Fanø verspricht lebendigen Wind aus südlicher Richtung. Mag sein, damit sind wir gemeint. Denn da kommen wir angebraust – mit 80 kmh pro Stunde, ganz wie es das dänische Tempolimit für Schnellstraßen vorsieht. 

Hejlsminde

Die Essenz der Dinge in Hejlsminde & Christiansfeld

Die Stille in Hejlsminde wird mir so richtig erst bewusst, als zwei Enten auf dem Wasser landen. Wie laut ihr charakteristisches „Räb Räb Räb“ über dem Noor klingt. Wenn gar nichts sonst zu hören ist. Nicht einmal Wind. Mein Denken verlangsamt. Oder konzentriert sich vielmehr. Auf das, was gerade ist. Und den ganzen anderen Rest – was war/was wird – verhüllen Nebelschleier.

Hvide Sande

Holmsland Klit, Hvide Sande und das Gegenteil von Hygge

Als vor einigen Jahren Hygge schwer in Mode kam, war ich schwer erstaunt, dies dänischste aller Gefühle zum übergroßen Teil auf instagramtaugliche Konsumgüter reduziert zu sehen. Denn mein Bild von Dänemark hat sich aus unzähligen Glücksmomenten an der Westküste Jütlands zusammengesetzt. Und da gab´s zwar immer Hygge – aber bis heute kann ich da nicht besonders viele Dinge entdecken, die der Hygge-Karrikatur mancher Magazine entsprechen.     Natürlich haben die Dänen Stil. Sind vermutlich sogar Stil-Weltmeister. Ihre Häuser sind durchaus schön eingerichtet. Der Charme liegt jedoch in der Reduktion. Dachte ich. Und dass die Dänen nicht jede Saison neue Stehrümchen, Decken, Kissen und Tassen kaufen. Meinem Eindruck nach haben sie nämlich ganz und gar nichts gegen Gebrauchsspuren. Stehen auf Klassiker. Das ist auch bei Menschen so. Dänische Frauen sind im Alter mindestens genauso schön wie in der Jugend; ich weiß nicht genau, wie sie´s machen. Aber es hat nichts mit Hyaloron oder jugendlichen Accessoires zu tun. Sie wirken einfach, als sei der Nordwind ihr Hairstylist und die Sonne die Make-up-Artistin, die ihnen Lachfalten um die …

Henne Strand

Dänemark, die Queen und ich: Henne Strand im Winter

Und nur einmal angenommen, ich hätte alles Geld der Welt, ich könnte in Palästen leben und die ganze Welt läge mir zu Füßen… dann wäre es noch immer mein königlichstes Vergnügen morgens zum Brötchenholen von Houstrup nach Henne Strand zu laufen. Denn es macht mich eben wenig so glücklich wie ein Sonnenaufgang am Meer und Füchse, Rehe und Pferde, die durch Dünen ziehen.     Einen halben Punkt Abzug gibt es in der B-Note, weil ich mit dem Auto zum Strand gekommen bin. Besser wäre natürlich, an so einem Morgen weder Lärm noch Gestank zu verbreiten. Von unserem Ferienhäuschen führen auch wunderbare Pfade durch ein Naturschutzgebiet hierher. Doch die sind logischerweise nicht beleuchtet. Hätte ich auf ausreichendes Tageslicht gewartet, hätte ich es nicht bis zu diesem ganz besonderen Moment an den Strand geschafft…     … diese unfassbar schönen Minuten, in denen sich die ersten Sonnenstrahlen über die Dünen schieben. Von Houstrup (wo in der Vorweihnachtszeit kein Bäcker geöffnet hat, auch kein anderes Geschäft und höchstens 10% der Ferienhäuser bewohnt sind) bis nach Henne Strand …

Lolland

Mit´m Rad rüber nach Rödby: Mikroabenteuer auf Lolland

Zu einem Fehmarntrip gehört unbedingt ein Besuch bei den dänischen Nachbarn drüben auf Lolland. Ein Tagesausflug auf die viertgrößte dänische Ostseeinsel kann exakt der Definition eines Mikroabenteuers des Ober-Mikroabenteurers Alistair Humphrey entsprechen. So war es jedenfalls vorgestern bei uns; nämlich: easy, günstig, ein bisschen aufregend – und es hat uns ziemlich glücklich gemacht.   Ein günstiges Vergnügen: 12 Euro für Lolland   Günstig ist ja immer Ansichtssache. Deshalb vorab eine Kalkulation. Pro Person fallen an a) Leihrad: 6 Euro; erhältlich beim 2Rad-Freund, direkt in Puttgarden, nicht einmal 2 km entfernt vom Fährbahnhof. b) Tagesticket der Scandlines: 6 Euro (manche Sachen kosten eben doch weniger, als man glaubt.) Beim Ticketkauf wird es ein bisschen abenteuerlich, weil Scandlines nicht recht auf Radfahrer eingestellt scheint. Rein intuitiv steuerten wir zunächst den Fußgänger-Terminal an; wurden aber zurück zu den Kraftfahrzeugen geschickt, die sich in X Spuren vor den Kassenhäuschen einreihen. Es fühlt sich in etwa an, als würde man auf einer sehr breiten Autobahn im Stau stehen (mit dem Rad). Was aber noch nicht das Aufregendste war.     …

Niehuser See

7 Sachen von der deutsch-dänischen Grenze bei Flensburg

Auf Reisen denkt man so viel nach und so viel Neues. Gerade weil wir immer in der Nähe unterwegs sind, sind wir oft der Meinung: Das sollten wir eigentlich alles wissen. Aber wir erfahren jedes Mal etwas. Oder sehen Bekanntes aus einer anderen Perspektive, so dass das Denken seine Richtung ändert. Neulich an der deutsch-dänische Grenze bei Flensburg war es besonders extrem. Die ganze Gegend ist eine Zwischenwelt, in der die Phantasie Flickflack schlägt. Wäre sie ein Zeitpunkt, dann ein Osterfest im März. Nicht ganz so lieblich wie gewohnt. Doch voller Überraschungen. Es ist angenehm verwirrend, aber auch unmöglich zusammen zu fassen. Deshalb streue ich mal unsere stärksten Eindrücke wie Ostereier über die grüne Wiese. Die Verwirrung fängt schon damit an, dass man nie ganz sicher ist, in welchem Land man sich gerade befindet. Das Klischee sagt zwar, Dänemark sei niedlich und hyggelig. Deutschland hingegen ein krasses Industrieland. Aber im Grenzgebiet ist alles anders.   1. Typisch deutsch? Total dänisch? Gibt’s das überhaupt?   Die letzte Siedlung Deutschlands – Kupfermühle – liegt abgeschieden in einem …

Gut gehen und sich´s gutgehen lassen in Harrislee

Morgens um 10.00 in Harrislee. Unter einer kleinen Brücke sitzt ein Mann im Sand und kuschelt mit einem Schwan. Streichelt den langen Hals, steckt die Nase ins Gefieder. Der Schwan kuschelt zurück, indem er sanft nach dem Arm des Mannes schnappt. Ganz kleine Bisse, so wie verliebte Katzen es tun. Und wäre ich nicht ohnehin schon hochvergnügt, würde ich jetzt damit beginnen.     Aber ich fing ja bereits vor 5 km an, mich zu freuen. In Padborg, wo einer der schönsten Fernwanderwege Dänemarks seinen Anfang nimmt: der Gendarmstien. Inzwischen befinden wir uns wohl wieder in Deutschland. Vermutlich in der Siedlung Wassersleben, die zur Gemeinde Harrislee gehört, trotzdem aber irgendwie als Vorort von Flensburg gilt. So richtig steige ich durch die Stadt- und Landesgrenzen der Gegend noch nicht durch.   Auf dem Gendarmstien   Fest aber steht: Die kleine Schusterkate im Rücken von Mann und Schwan ist das erste Haus auf dänischer Seite. Der Mini-Grenzübergang in Form einer Fußgängerbrücke über die Krusau wurde nach der Volksabstimmung von 1920 errichtet. Ab hier verläuft der Gendarmstien (deutsch: …

Zur Paartherapie nach Tondern

Tondern (dän. Tønder) sieht so aus, als würde Pipi Langstrumpf jeden Moment um die Ecke hüpfen, ist aber das Las Vegas Dänemarks. Nicht im Hinblick auf Glücksspiele. Sondern weil die süddänische Kleinstadt als Heiratsparadies gilt. (Wobei Heiraten natürlich auch eine Art Glücksspiel ist).     Während man anderswo in Papierkram versinkt, geht in Tondern alles ganz unbürokratisch. Man mailt die Unterlagen ans Standesamt, zahlt 70 Euro und die Sache ist geritzt. Termine gibts zeitnah; bei Bedarf inkl. Trauzeugen.     Heiraten ist ein Wirtschaftsfaktor im strukturschwachen Süddänemark. Friseure, Brautausstatter, Gastronomen, Blumenläden Fotografen usw usf. Die Stadt scheint voll auf die 2.000 Paare eingestellt, die sich jährlich in Tondern vermählen. Bis vor kurzem mussten Heiratswillige mindestens 3 Tage in Tondern verbringen. Seit die EU die Bestimmung kippte,  ist Sand ins Getriebe geraten. Das spüren auch Maria und Jens Peter Jensen von Marias Feriestedt.     Die Übernachtungszahlen gehen zwar zurück. Doch dafür können die Jensen seit einiger Zeit die ersten Silberhochzeitspaare begrüßen. Das sind die, von denen Maria Jensen noch Hochzeitsfotos besitzt. Erst nach ein paar …