Alle Artikel in: Ausgehen

StrandHaus

Das StrandHaus in Dänisch-Nienhof: Platz für Sommerkinder

Man müsste im August geboren sein, dachte ich neulich bei einem Geburtstagsessen im StrandHaus Schwedeneck in Dänisch-Nienhof. An meinem eigenen Geburtstag hätte über die Einladung wohl niemand „Hurra“ gerufen. Nicht mal ich selbst. Dabei wollte ich schon ewig in den winzigen, winzigen Ort zwischen Eckernförde und Kiel. Aber wer wäre schon scharf drauf, im winterlichen Feierabendverkehr über die Autobahn zu zockeln, nur um am Ende irgendwo im Dunklen zu speisen? Eben.   Man müsste im Sommer Geburtstag haben   Dann würde kein Gast wegen Grippe absagen oder aufgrund von vereisten Straßen. Ganz im Gegenteil. Alle würden sich ein Bein ausreißen, um über-rechtzeitig einzutreffen (so dass sie vorm Essen schnell noch in die Ostsee hüpfen könnten). Und überhaupt – ein Dinner am Sommermeer – das gehört doch zu den allerbesten Dingen im Leben. Gerade auch im StrandHaus Schwedeneck.     Dänisch-Nienhof scheint auf den ersten Blick wenig spektakulär. Eine Ansammlung von Häusern bloß, die durch nichts Spezielles im Gedächtnis bleiben. Und das ist aus dramaturgischen Gründen auch gut so. Es dämpft für einen Moment die Erwartungshaltung. Um …

Baum

Dat Ole Hus: der Waffelhimmel im Grünen Herzen Schleswig-Holsteins

Wenn Schleswig-Holsteiner bitten, man möge ihnen um Gottes Willen keine weiteren frischen Waffeln mit Kirschen und Sahne servieren, dann befindet man sich wahrscheinlich im Kaffeegarten von Dat Ole Hus. Die Tischwäsche aus den späten 1970er Jahren stellt hier noch das Modernste dar. Alles andere in und um die reetgedeckten Fackwerkkaten des kleinen Heimatmuseums von Aukrug stammt aus dem 18. Jahrhundert. So auch die historischen Holzöfen und Waffeleisen, mit denen das einzige kulinarische Angebot von Dat Ole Hus über Jahrzehnte perfektioniert wurde.     Wer an einem Sonnabend, Sonntag oder Feiertag im Schatten knorriger Bäume Platz nimmt, hat seine Bestellung schon aufgegeben. Der Garten von Dat Ole Hus ist kein normales Café. Nur auf ein Tässchen kann man hier nicht einkehren. Hier kommt der Filterkaffee in der Thermoskanne und das Sprudelwasser in Bierkrügen, die nicht zwingend zusammenpassen. Ganz wunderbar hingegen harmoniert rote Grütze aus Kirschen mit süßer Sahne und frischen Waffeln. Sie ruhen auf Kuchen, der selbst lecker schmeckt, aber eigentlich nur dazu dient, die Waffeln schön knusprig zu halten.     Ab einem bestimmten Zeitpunkt, …

Elbphilharmonie nachts

Gastbeitrag aus dem Innern der Elphie: Wir haben fertig

Neulich fand in Hamburgs bekanntestem Ex-Bauvorhaben eine kleine Feier statt, die der Bürgermeister anlässlich der Übergabe der Elbphilharmonie an die Stadt am Tag vorher für die Menschen ausrichtete, die an der Erstellung dieses Hauses maßgeblich mitgearbeitet haben. In seiner Rede erwähnte Herr Scholz auch, dass ihm die Architekten gleich zu Beginn seiner Amtszeit gebeichtet hatten, dass dieses Bauwerk an der Grenze des technisch Machbaren läge. Dass solche Grenzen auch mal überschritten werden können, war Herrn Scholz durchaus bewusst, umso größer ist auch bei ihm die Freude, dass die Elbphilharmonie nun fertig ist. Nicht weiter erwähnt wurde, dass vor ein paar Wochen noch einmal etwas passierte, das die Schwierigkeiten bei der Erstellung dieses Bauwerks, die extremen technischen und qualitativen Anforderungen und die Bedeutung des Begriffs „fertig“ für die am Bau Beteiligten noch einmal wie im Brennglas verdichtet repräsentierte.     Es ging um den „Kleinen Saal“, der mit seiner Holzvertäfelung ein Kleinkunstwerk an sich ist. Das herausragende architektonische und funktionale Element dieses Saals sind die Wandverkleidungen mit jeweils mehrere hundert Kilo schweren Eichenholzplatten. Aus Gründen der …

Zollenspieker

Gastbeitrag: das Zollenspieker Pegelhäuschen

Das Alte Zollenspieker Pegelhäuschen liegt in den Vier- und Marschlanden, konkret am Elbstromkilometer 598,5 und somit am südlichsten Punkt Hamburgs. Unsere Gastautorin Verena, die als Stewardess um die Welt jettet und zum Ausgleich ein privates Restaurant in Ihrem Wintergarten führt, liebt es außergewöhnlich. Daher hat sie einfach mal das komplette Pegelhäuschen gemietet; für ein intimes Abendessen mit ihrem Mann.   Eat- Drink – Man – Woman oder das kleinste Restaurant der Welt   Aus einer Kleinstadt in Niedersachsen kommend bin ich nicht besonders verwöhnt durch eine herausragende Restaurantszene in meinem Umfeld. Nichtsdestotrotz (was für ein Wort!) liebe ich Essen und ich liebe Hamburg. Für Hamburger mag es einfach sein, beides zu kombinieren, denn sie müssen sich ja nur für eine Location entscheiden, wenn sie gut essen gehen möchten. Für mich gestaltet sich diese Wahl schwieriger, weil ich mich nicht besonders gut auskenne. Da kam ein Zeitschriftenartikel über das Zollenspieker Pegelhäuschen – nach eigenen Aussagen das kleinste Restaurant der Welt – gerade richtig. Super, dachte ich. Da will ich hin. Und mein Gemahl Timo sollte mit, …

St. Peter-Ording

St. Peter-Ording für Newbies (alle Wetter, Strände, Pfahlbauten)

Als ich letzte Woche für drei Tage mit drei Frauen in St. Peter-Ording war, habe ich mich natürlich weniger auf mögliche Bloginhalte konzentriert als auf die Frauen. Ich glaubte auch nicht, viel Neues mitbringen zu können; denn über SPO haben wir schon mehrmals berichtet. Als Hamburger bildet man sich ja gern ein, die Nordsee läge ums Eck, so dass man regelmäßig hinfährt. Allerdings machen wir das nur bei stabiler Wetterlage. Und das war letzte Woche anders. Weil der Sommer derzeit etwas ruckelt, hatte ich zuvor das Netz nach Tipps für Regenwetter in SPO befragt. Und war erstaunt, als ich auf Sandras Blog Wortkonfetti einen entsprechenden Beitrag fand.     Nicht, dass es grundsätzlich seltsam wäre, bei Sandra zu landen, wenn man was über die Nordsee wissen möchte. Im Gegenteil; wäre die Bremerin nicht schon mit Mann und Maus versorgt, würde sie die Nordsee vermutlich entweder heiraten oder adoptieren. Aber was mich ein paar Gedankengänge lang verblüffte: Sandras erster Besuch in St. Peter-Ording ist noch gar nicht so lange her. Nach ein, zwei Minuten fiel mir …

Vanilla Manchester

Immer der Musik nach: Manchester

Der Rochdale Canal Tow Path ist ein Spazierweg im Souterrain von Manchester. Er führt unter Straßen, Gebäuden und uralten Brücken hindurch, windet sich um schummrige Ecken, passiert frisch gentrifizierte Luxusappartements und Bars, Bars, Bars, Bars, Clubs, Clubs und Bars. Nachts ist hier die Hölle los. Morgens braucht man keine Menschenseele zu erwarten. Höchstens vielleicht Jack the Ripper.     Ein gutes Jahrzehnt schlug am Rochdale Canal das musikalische Herz dieser ohnehin hochmusikalischen Stadt; der legendäre (inzwischen abgerissene) Club The Hacienda. Finanziert wurde er von einer Band, die bereits in den 1970er Jahren unter dem Namen Joy Divison den Ruf Manchesters als Musikmetropole maßgeblich beeinflusste. Nach dem Tod des Frontmannes Ian Curtis benannten sich die verbliebenen Bandmitglieder aus Respekt vor ihm in New Order um. 1982 eröffnet, entwickelte sich die Hacienda schnell zum Epi-Zentrum der Rave-Bewegung, die als Madchester die britische Musiklandschaft beherrschte.     Anfang der 1990er Jahre hatte der Madchester-Sound seinen kreativen Zenit überschritten. Etwa zur selben Zeit feuerte die Rockband Rain ihren Sänger und ersetzte ihn mit einem bisher eher erfolglosen Schulabbrecher und …

Scheinwerfer

Elbphilharmonie: Neubauten können einstürzen

Vor etwa einem Jahr begeisterte uns Tom für die Elbphilharmonie. Mittlerweile kommt kaum einer mehr rein, der dort nichts Wichtiges zu erledigen hat. Umso mehr freuen wir uns, dass Tom ein paar Eindrücke mit rausgebracht hat.   Und hier sind sie: die aktuellsten News von der Baustelle. Heute bei uns auf dem Blog. Licht aus. Womm. Spot an. Yeah. Toms Gastbeitrag aus der Elphie.   Neues von der Baustelle   Am 1. Juli, das heißt in 6 Wochen soll auf Hamburgs bekanntester – dann nicht mehr – Baustelle der Probebetrieb beginnen. Zeit, noch einmal nachzuschauen, wie weit das Kunstwerk gediehen ist.     Nun, es geht voran, seit einiger Zeit auch in Nachtschichten und vieles – besser: fast alles – wird auf den letzten Drücker fertig. Aber es wird fertig.     Die Plaza ist ja schon länger so weit, dort laufen die letzten Mängelbeseitigungsarbeiten. Der „Kleine Saal“ ist fertig und wurde heute abschließend begangen, das dazugehörige, ganz in Holz verkleidete Foyer inklusive Bar sieht auch so aus, als ob man demnächst dort die ersten …

Das Einkehren ist der Köchin Lust: Sylt kulinarisch

Heute wird´s lecker. Gastautorin & Home Cooking Queen Barbara ist kreuz und quer über die Insel Sylt gestiefelt und hat die besten Spots zur Einkehr mitgebracht. Ihrer Meinung könnt Ihr trauen. Barbara ist ein echtes Hamburger Gastrogewächs und kennt die Szene aus jeder Perspektive. Ganz Vollprofi interessiert sie sich weniger für Titel, Sterne oder den „kulinarisch letzten Schrei“ – sondern wünscht sich schlicht: gute Speisen, gute Weine, guten Service. Also dann, Barbara, lass mal lesen, wo es das auf Sylt gibt …   „Wanderer kann man nicht werden, man wird als Wanderer geboren.“ (Henry David Thoreau, 1817 – 1862)   An diesem Zitat von Thoreau ist viel Wahres dran, denn ich kann von mir sagen, dass auch eine noch so liebreizende oder erhabene Landschaft mich nicht dazu verleitet, länger als ein Stündchen per pedes unterwegs zu sein. Mein Liebster ist da noch extremer, er geht neu-amerikanisch spazieren, er nimmt das Automobil. Dennoch habe ich das Angebot in einem alten, großen Reetdachhaus in der Braderuper Heide auf Sylt Urlaub zu machen nicht ausgeschlagen. Wie könnte man …

5 Dinge, die Hanseaten so tun

Manche sagen, Hanseat könne man nur qua Geburt werden. Andere meinen, es käme viel mehr auf die innere Haltung an. Man denke nur mal an Helmut Schmidt. Sich als Hanseat fühlen, kann aber jeder. Am leichtesten gelingt es in Hamburgs Mini-Mitte; also der Innenstadt. Man muss sich lediglich die Spitalerstraße et al. wegdenken und auf die Dinge konzentrieren, die typisch hanseatisch sind. Was wir Sonnabend getan haben.   Die Big Five, die Hanseaten so tun   1. Hanseaten sind ihrem Theater treu   Hamburg tut sich schwer mit Kunst. Da braucht man gar nicht neidisch nach Berlin gucken. Schon der Blick auf viel kleinere Städte (Frankfurt, Köln etc.) ist beschämend. Einzige Ausnahme: die darstellende Kunst. Die Staatstheater der Stadt (Thalia, Schauspielshaus, Staatsoper) sind dem Hanseaten heilig. Ihm gelingt es spielend,  Abos für alle drei in seinen Terminkalender zu integrieren. Und schafft es daneben auch, die bemerkenswerten Off- und Privatbühnen zu besuchen (allen voran Kampnagel). Wir, als Hanseaten-Azubis, müssen es uns immer wieder hinter die Ohren schreiben: Hamburgs Bühnen machen glücklich. Sonnabend haben wir unsere Karten …

Und zwischen den Meeren liegt eine Mühle am See

Wir sind aufs Land gefahren. Nicht an die Ostsee oder Nordsee – wie man das ja meistens tut, wenn man zwei Meere in Reichweite hat. Sondern aufs Land. Wir sind nicht aufs Land gefahren, um zu wandern. Oder eine Radtour zu unternehmen. Oder etwas anderes Zielgerichtetes zu tun. Wir sind einfach nur aufs Land gefahren. Um auf´s Land zu fahren. Und das war herrlich. 45 km nordwestlich von St. Pauli liegt Bokel. Ein Dorf, in dem man schon nach einer Viertelstunde jeden Storch kennt. Ich meine das wörtlich. Denn die drei Störche (auf den drei nebeneinanderliegenden Wiesen) stolzierten am ersten Tag genauso durch das Gras wie auch am zweiten und am dritten.     An der einzigen Kreuzung von Bokel zeigt ein Wegweiser zum „Naherholungsgebiet“. Ich fand das irgendwie witzig. Denn man kann in einem Radius von mindestens 10 km überhaupt nichts anderes machen kann, als sich zu erholen. Allerdings ist es so, dass man sich im Naherholungsgebiet Bokel besonders gut erholen kann. Denn dort gibt es etwas, von dem ich dachte, dass es soetwas …