Alle Artikel in: Schleswig-Holstein

moelln

XXXIII. Mölln: still ruhn die Seen

Auf der Fahrt von Lauenburg nach Lübeck stoppt der RE83 etwa zur Halbzeit in Mölln. Bei Badewetter – wenn sich die Blechlawinen Richtung Lübecker Bucht ins Unendliche ziehen – ist der Bummelzug die schnellste Möglichkeit, um von der Elbe an die Ostsee zu gelangen. Er ist aber auch eine fantastische Gelegenheit, möglichst langsam zu reisen. Immer wieder auszusteigen zwischendurch. Zum ersten Mal in Mölln. Mölln ist die erste Süßwasserseeperle, die der RE83  auf seinem Weg durch das Herzogtum Lauenburg und die Holsteinische Schweiz miteinander verbindet. Sie waren alle mal schwerer in Mode als heute. Und haben sich alle eine geradezu nostalgische Seelenruhe bewahrt, die man an den Küsten längst nicht mehr findet. In Mölln spürt man sie nicht sofort. Man muss ein bisschen danach suchen; vorzugsweise an einem warmen, trägen Sommertag. Mölln: Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub   Dabei muss man sich auch gar nicht groß stressen. Mölln ist die Waldfee unter den Seeköniginnen. Es reicht, wenn man ihr kühlendes Schattenreich am späteren Vormittag betritt. Wer also morgens in Lauenburg startet, mag ruhig noch durch Schleswig-Holsteins größten …

Glückstadt

XXX. Glückstadt und die Holsteinschen Elbmarschen

In Glückstadt erarbeiten sich Schleswig-Holstein-rund-Reisende einen Wissensvorsprung gegenüber den Leserinnen und Lesern der Zeit. Unter Letzteren finden sich nämlich ausgesprochen wenige, die beim Quizz »Wie schlecht kennen Sie Deutschland?« den Kreis Steinburg verorten können.

Friedrichskoog

XXVIII Friedrichskoog: vom Winde verweht

Ziemlich sicher war Gerald O` Hara, Vater von Scarlett, nie in Friedrichskoog. Denn sonst hätte er wohl kaum die berühmten Worte gesprochen: „Das Land ist das einzige, wofür es sich zu arbeiten lohnt, zu kämpfen und zu sterben. Denn nur das Land ist ewig, sonst nichts!“ Als ob.

Meldorfer Bucht

XXVII Meldorfer Bucht: Zweiklangsdimension

Die Meldorfer Bucht schwingt sich von Büsum im Norden bis nach Friedrichskoog Spitze, einer auf dem Reissbrett entstandenen Urlaubssiedlung im Süden. Dazwischen liegen bummelig 25 Küstenkilometer auf denen es wenig anderes zu sehen gibt als die Nordsee, den Deich und die sehr breite Asphaltpiste dazwischen. Ideal zum Radfahren.

helgoland

XXVI. Helgoland: 61 Meter über dem Meer

Fünfunddreißig Seemeilen vor Büsum ragt die Felseninsel Helgoland aus dem Meer. Die Überfahrt ist lang und kostspielig. Bei Sturm kann einen die Seekrankheit packen. Hin- und Rückreise zusammengenommen, verbringen Tagesgäste genauso lange auf See wie auf der Insel, fünf Stunden nämlich. Und die reichen weder vorne noch hinten.

Buesum

XXV. Büsum: love it or leave it

Wer Remmidemmi liebt, braucht keine Tipps für Büsum. Denn Remmidemmi findet man in Büsum immer und überall. Im Hafen, wo die bekannte Krabbenflotte vor Anker liegt. Im sehenswerten alten Dorfkern. Am Deich mit den schnurgerade ausgerichteten Strandkörben. In der Perlebucht, einer künstlichen Badelagune. Und überall dazwischen. Von morgens bis abends. Im Sommer wie im Winter. In Büsum sind daher richtig: 1. Alle, die es mögen, wenn ordentlich was los ist. 2. »Schleswig-Holstein-rund«-Reisende, denn da liegt es nun einmal auf dem Weg. 3. Wissbegierige, die sich ein eigenes Bild von Büsum machen möchten. Sie erreichen das bekannte Seebad bequem mit dem Zug (ein sehr seltener Glücksfall an den weitgehend von der Bahn abgehängten Küsten Schleswig-Holsteins). Stippvisite, Tagesausflug, Kurzurlaub in Büsum   Vom Bahnsteig bis zum Brunnenplatz sind es gerade einmal 500 Meter. Weitere 500 Meter zieht sich die mit Geschäften und Gastronomie gesäumte Alleestraße an den Hauptstrand. Falls irgendeiner vor Ort nun merkt, dass er nicht für das Spektakel gemacht ist, macht das gar nichts. Einen Ort mit besseren Fluchtwegen findet man in Dithmarschen nicht, vielleicht …

Buesum

Was ich an Büsum mag

Wenige Tage nachdem ich die waldreichste und touristisch am wenigsten erschlossene Gegend Schleswig-Holsteins besucht hatte, machte ich mich in das Gegenteil auf: nach Büsum. Ich nahm den zweiten Zug, der an diesem Morgen nach Norden fuhr. Das bisher heißeste Wochenende des Jahres stand ins Haus. Und der Himmel hätte gar nicht blauer sein können. Jedenfalls in Hamburg. Vor den Toren der Stadt war die Welt noch in Nebelschwaden gehüllt.

Eidermuendung

XXIII. – XXIV. an der Eidermündung: ab durch die Mitte

An der Eidermündung trifft die nordfriesische Etappe des Nordseeküstenradwegs auf die Dithmarscher Strecke.  Exakt am Eidersperrwerk, dem größten und sicher auch hässlichsten Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Es liegt etwa mittig zwischen St. Peter-Ording (in Nordfriesland) und Büsum (in Dithmarschen). Viele legen hier einen kurzen Stopp ein. Es lohnt sich aber, großzügiger zu planen und dem längsten Fluss Schleswig-Holsteins ein paar Kilometer ins Landesinnere zu folgen.   1.000 Jahre lang markierte die Eider die Südgrenze zu Dänemark. Damals weitete sich die Eidermündung noch auf fünf Kilometer. Wer aus Nordfriesland anreist, kann es ganz gut erkennen. Die flache Wiesen- und Waldlandschaft hinterm Deich sieht irgendwie anders aus als der Rest von Eiderstedt – sie existiert auch erst seit den 1970er Jahren.   Tschüss Nordfriesland: das nördliche Ufer der Eidermündung     (113) Stippvisite: das Eidersperrwerk Das größte Küstenschutzwerk Deutschlands dient gleichermaßen als Fußgängerbrücke. Die besten Plätze liegen auf Dithmarscher Seite. Von Mai bis Juli brüten und kreischen Seevögel in riesiger Zahl auf dem Deckwerk. Hinter dem Aussichtspavillon am Parkplatz sitzt man gut geschützt vor dem ewigen Westwind. (114) Tagesausflug: …