Alle Artikel mit dem Schlagwort: Nordseeküste

Cuhaven

Radtour in Cuxhaven: unterwegs im nördlichsten Niedersachsen

1733 wurden in der Hafeneinfahrt von Cuxhaven drei ausgemusterte Schiffe versenkt, um ein Seezeichen zu sichern. Das vorderste Schiff soll den Namen Olivia getragen haben. Im Volksmund bald nur noch Oliv genannt. Genuschelt klingt das in etwa wie ein plattdeusches „old Leev“ – Alte Liebe. Und so heißt die Anlage bis heute.

Wesselburenerkoog

Wesselburenerkoog: Windräder & Wattknistern

Die Ferienhäuser am Ende der Dammstraße im Wesselburenerkoog wirken wie eine Musterhaussiedlung in der Mohave-Wüste. Wiesen, Felder, Deiche – alles, was normalerweise grün leuchtet, ist verbrannt. Längst zählt man hier oben die regenfreien Tage nicht mehr in Wochen, sondern in Monaten…

Hvide Sande

Holmsland Klit, Hvide Sande und das Gegenteil von Hygge

Als vor einigen Jahren Hygge schwer in Mode kam, war ich schwer erstaunt, dies dänischste aller Gefühle zum übergroßen Teil auf instagramtaugliche Konsumgüter reduziert zu sehen. Denn mein Bild von Dänemark hat sich aus unzähligen Glücksmomenten an der Westküste Jütlands zusammengesetzt. Und da gab´s zwar immer Hygge – aber bis heute kann ich da nicht besonders viele Dinge entdecken, die der Hygge-Karrikatur mancher Magazine entsprechen.     Natürlich haben die Dänen Stil. Sind vermutlich sogar Stil-Weltmeister. Ihre Häuser sind durchaus schön eingerichtet. Der Charme liegt jedoch in der Reduktion. Dachte ich. Und dass die Dänen nicht jede Saison neue Stehrümchen, Decken, Kissen und Tassen kaufen. Meinem Eindruck nach haben sie nämlich ganz und gar nichts gegen Gebrauchsspuren. Stehen auf Klassiker. Das ist auch bei Menschen so. Dänische Frauen sind im Alter mindestens genauso schön wie in der Jugend; ich weiß nicht genau, wie sie´s machen. Aber es hat nichts mit Hyaloron oder jugendlichen Accessoires zu tun. Sie wirken einfach, als sei der Nordwind ihr Hairstylist und die Sonne die Make-up-Artistin, die ihnen Lachfalten um die …

Henne Strand

Dänemark, die Queen und ich: Henne Strand im Winter

Und nur einmal angenommen, ich hätte alles Geld der Welt, ich könnte in Palästen leben und die ganze Welt läge mir zu Füßen… dann wäre es noch immer mein königlichstes Vergnügen morgens zum Brötchenholen von Houstrup nach Henne Strand zu laufen. Denn es macht mich eben wenig so glücklich wie ein Sonnenaufgang am Meer und Füchse, Rehe und Pferde, die durch Dünen ziehen.     Einen halben Punkt Abzug gibt es in der B-Note, weil ich mit dem Auto zum Strand gekommen bin. Besser wäre natürlich, an so einem Morgen weder Lärm noch Gestank zu verbreiten. Von unserem Ferienhäuschen führen auch wunderbare Pfade durch ein Naturschutzgebiet hierher. Doch die sind logischerweise nicht beleuchtet. Hätte ich auf ausreichendes Tageslicht gewartet, hätte ich es nicht bis zu diesem ganz besonderen Moment an den Strand geschafft…     … diese unfassbar schönen Minuten, in denen sich die ersten Sonnenstrahlen über die Dünen schieben. Von Houstrup (wo in der Vorweihnachtszeit kein Bäcker geöffnet hat, auch kein anderes Geschäft und höchstens 10% der Ferienhäuser bewohnt sind) bis nach Henne Strand …

Nordnordfriesland: Unsere Landschaft gewordene Bucket-List

Letztens hatten wir erstmals den Eindruck, in einer Gegend ohne jeglichen Charme gelandet zu sein. Das war in Nordnordfriesland (also Südtondern). Ich hatte mich schon häufiger gefragt, wie es sich wohl dort lebt, wo alle immer nur wegwollen. Denn Nordnordfriesland ist das Drehkreuz zu den nordfriesischen Inseln und Halligen und wird daher von vielen Touristen lediglich im Vorbeifahren wahrgenommen. Wir starteten in Klanxbüll. Dort, wo man sich als Syltreisender immer so freut, weil es gleich auf den Hindenburgdamm geht. Dieses Mal aber waren wir gekommen, um die Küste in südlicher Richtung abzufahren.     And equal it goes loose: Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog Koog nennt man Land, das der See abgerungen wurde. Vereinfacht gesagt, errichtet man einen Deich im Meer und entwässert das Land dahinter so lange bis es trägt. Es gibt zauberhafte Kooge. Das sind diejenigen, die für den Küsten- oder Naturschutz errichtet wurden. Und es gibt Kooge, die exzessiv wirtschaftlich genutzt werden. So einer ist der Friedrich-Wilhelm-Lübke Koog. Sein Namensgeber war der ältere Bruder vom tüdeligsten aller Bundespräsidenten und selbst Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. In den …

Sonnabendabend in Tönning

Töning ist eine Kleinstadt an der Eider. Wer aus Hamburg nach St. Peter Ording fährt, kann sie nicht verfehlen. Denn es führen ja nicht gerade viele Wege auf die Halbinsel Eiderstedt. Von Süden kommend, überquert man zwangsläufig den zweitgrößten Fluss Schleswig-Holsteins in Sichtweite des Hafens von Tönning.     Menschen wie wir (die es direkt an den Strand zieht), lassen Tönning für gewöhnlich links liegen. Nachdem uns Ulrike aber neulich neugierig gemacht hat, sind wir endlich mal eingebogen. Das war auf dem Rückweg von Westerhever. Wir hatten Hunger, jedoch keine Lust auf das Gewusel von St. Peter Ording. Im Moment teilt sich Norddeutschland nämlich auf. In ausgewählten Hochburgen tobt die Saison noch wie im Juli. In anderen Gegenden sind bereits die Bürgersteige hochgeklappt. Tönning ist etwas dazwischen.     Womit ich meine: Tönnig ist genau richtig, wenn man einen Tag am Meer in Ruhe ausklingen lassen möchte. Da waren ausreichend Menschen und gastronomische Angebote um sich wohlzufühlen. Aber nicht so viele, dass es unangenehm gewesen wäre. Und schon gar kein Touristen-Nepp. Das nahmen wir jedenfalls …