Dagebüll, die nördlichsten Gemeinde der deutschen Nordseeküste (die man hier Westküste nennt), gibt Antworten auf alle wichtigen Fragen zur Urlaubsplanung in Nordfriesland.
»Gott schuf das Meer«, sagt man in Dagebüll, »der Friese die Küste«. Und weil er praktisch veranlagt ist, der Friese, schuf er neben der Küste auch noch den Deich. Wer die Westküste Schleswig-Holsteins mit dem Auto abklappert, sieht die Nordsee daher fast nie. Wer wandert oder Rad fährt, sieht sie hingegen fast immer. Denn der Friese schuf zwischen Deich und Wattenmeer auch noch den Deichverteidigungsweg.
Er zieht sich als zumeist schnurgerade Teerpiste allein in Deutschland 930 km von der deutsch-dänischen Grenze bis zur deutsch-niederländischen. Manche Gemeinden nutzen ihn als »Strand« oder Promenade. Schafe legen sich gern mitten drauf. Und für Reisende ist er einfach wunderbar für kurze Spaziergänge oder lange Touren mit dem Rad. Es darf auch gern ein e-Bike sein, denn der Wind weht einem norddeutschen Gesetz nach immer von vorn. Und gerne tüchtig.
Was man in Dagebüll erleben kann: nächstes Mal Meer
Menschen, die es immer weiter zieht, schaffen die bummelig 150 nordfriesischen Küstenkilometer gut in zwei bis drei Tagen. Andere Menschen können sich in der Weite auch ein, zwei, drei Wochen verlieren. Und dann sind da noch die Inseln und Halligen am Horizont. Wer sie alle erobern möchte, braucht etwa eine Jahreszeit. Wahlweise auch ein ganzes Leben. Denn eine gar nicht so kleine Gruppe verschenkt unterwegs das Herz an einen bestimmten Strand oder ein bestimmtes Eiland, zu dem sie wie die Zugvögel immer wieder zurückkehren. Da hilft nur die gute, alte Bucket-List im Gepäck und ein Live-Test in Dagebüll.
(68) Stippvisite: Dagebüll Mole
In Dagebüll hält der Zug direkt am Kai. Der Ort selbst versteckt sich hinterm Deich. Zu sehen sind nur Strandhotel, einige Dächer, die Leuchtturmspitze und die bunten Badebuden. Bei Ebbe geht man hier ins Watt. Bei Flut vielleicht mal schwimmen. Wer´s einsam liebt, radelt zehn km nach Norden zur Badestelle Südwesthörn.
(69) Ausflugstag: Föhr
Die Insel Föhr ist von Dagebüll gut zu sehen. Dementsprechend kurz ist die Überfahrt; fahrplanmässig knapp 50 min. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei sticht im Sommer von Sonnenauf- bis -untergang ungefähr stündlich in See. In der Nebensaison etwas seltener. Was man mit einem Tag auf Föhr anstellen kann, beschreibt der nächste Beitrag.
(70) Kurzurlaub: Amrum
Amrum liegt weiter draußen in der See – die Überfahrt dauert mindestens 90 min, meistens sogar zwei Stunden. Und das ist nicht der einzige Grund, warum sich die kleinste nordfriesische Insel schlechter für einen Tagesausflug eignet als Föhr. Was man auf Amrum auf gar keinen Fall verpassen darf, erzählt der übernächste Beitrag.
PS.: Vor Dagebüll liegen die Halligen Oland und Langeness wie »schwimmende Träume« im Meer. So beschrieb es Theodor Storm. Aber gar nicht so selten, bei Ebbe nämlich, liegen manche Halligen auch trocken. Nach Oland z.B. kann man dann von Dagebüll direkt rüber(watt)wandern.
Auf einer Reise »Schleswig-Holstein-rund« (oder Nordfriesland längs), lassen sich andere Halligen aber besser einbauen – davon dann mehr im überübernächsten Beitrag über Schlüttsiel. Dort gehts auch für die Nordfriesland-Reisenden weiter, die ausschließlich an Land bleiben.
Dies war der XIII. Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«, die dicht an der Waterkant um das nördlichste Bundesland führt (eine Reise, die gut zwei Jahre dauert, wenn man alles Sehenswerte sehen will).
Wer sich abschnittsweise auf den Weg machen möchte, findet hier das Inhaltsverzeichnis.


Alles wunderbar und gut geschrieben!
Na, dann – man tau!
[…] Wetter oder den Fährfahrplan checken. Fast stündlich und tideunabhängig startet die Fähre in Dagebüll. Und wenn man dann 50 min später ankommt, ist man schon auf Inseltempo […]
[…] Region, die sich bestens für eine ausgiebige Radtour eignet. Wer dabei an Land bleibt, kann gleich weiter zum XIII. Beitrag hüpfen; nach Dagebüll. Möchte man die Inseln und Halligen einbauen, gehts im XII. Beitrag ermal ab auf die Insel. […]