Früher war es ein typisches Vorhaben für die Zeit „zwischen den Jahren“: Fotos sortieren. Umgesetzt habe ich das allerdings selten. Ich besitze Schachteln über Schachteln mit Bildern und Negativen und Disketten und CDs sowie jede Menge Dateien auf drei Laptops. Wie praktisch ein Blog dagegen ist. Ein Klick und ich sehe: 2016 sind wir auf 14 Kurztrips in der Naehe geblieben. 3 mal weiter weg gewesen. Und haben jede Menge Tagesausflüge unternommen.
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Januar auf Sylt
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Abends auf Sylt
Das ist erstaunlich, schon rein quantitativ, weil wir früher gar nicht besonders häufig ins Blaue gefahren sind. Ganze Sommer vergingen, ohne dass wir es auch nur einmal an die Ostsee schafften. Inzwischen scheint mir das undenkbar. Der Blog hat doch tatsächlich unser Leben verändert – genau wie wir unsere Einstellung zum Bloggen. Es ist uns selbstverständlich geworden. Ich habe nicht mehr das Gefühl, es erklären oder rechtfertigen zu müssen. Will sagen, ich fürchte nicht mehr, man könne glauben ich hätte keinen Friseur, dem ich das alles erzählen kann. Ich blogge einfach. Ganz selbstverständlich.
Wir bloggen. Selbstverständlich.
2016 war unser drittes Bloggerjahr. Nie hätte ich gedacht, dass Norddeutschland dafür groß genug ist. Doch tatsächlich ist Norddeutschland sogar viel, viel größer. Noch immer ist die Liste der Orte, die wir gern sehen würden, länger als die Liste der Orte, die wir bereits besucht haben.
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Boltenhagen
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Februar
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Meck-Pomm
Dabei ist unser Radius im vergangenen Jahr sogar noch kleiner geworden als in den zwei Jahren zuvor. Wir haben es 2016 nur 1 X in den Osten (Mecklenburg-Vorpommern) geschafft und 1 X in den Süden (Niedersachsen). Wir waren gar nicht in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg; obwohl uns in den beiden Bundesländern einiges interessiert und wir sie bei der Entstehung des Blogs durchaus im Blick hatten. Und doch sind wir fast nur in Schleswig-Holstein unterwegs.
Uns zieht es es nach Norden
Ehrlich gesagt, ist Mecklenburg-Vorpommern landschaftlich großartiger als Schleswig-Holstein und die Menschen sind in Niedersachsen viel freundlicher. Trotzdem zieht es uns immer wieder ins nördlichste Bundesland. Das muss wohl irgendwie Liebe sein.
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Hohwacht
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Flensburg im Maerz
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Groemitz im Maerz
Denn Schleswig-Holstein kann beinahe abweisend wirken. Ganze Landstriche drängen sich nicht auf. Die rufen nicht: Sieh. Mich. An. Manche Regionen sind so krass irgendwo zwischen den 50ern und 70ern hängengeblieben, dass man es nicht für möglich hält. Aber gerade das finden wir ungeheuer inspirierend.
Aber Werber werden wir nie
Unsere Vorliebe für Verschrobenheiten kann schwierig sein, wenn Kooperationspartner ins Spiel kommen. Das haben wir 2016 gemerkt. Wenn man zu bloggen beginnt, wagt man ja kaum zu glauben, dass man selbst irgendwann eingeladen wird (wie „richtige“ Blogger). Aber irgendwann passiert es. Bis dahin weiß man längst, dass die Destinationen wie in einem Landlust-Magazin präsentiert werden möchten. Manchmal passt das auch. Aber meistens ist das nur die Schokoladenseite. Und die interessiert uns gar nicht so. Also haben wir dieses Jahr manche Kooperation nicht angenommen. Wäre nicht fair gewesen. Und so werden wir das weiterhin halten.
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An einem Morgen
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im April
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in der Bokel-Muehle
Vielleicht haben wir deshalb auch kein Media-Kit auf dem Blog. Wir hatten uns immer vorgenommen, den Button einzurichten, wenn wir 10.000 Klicks im Monat überschreiten. Das geschah im Sommer. Steigerte aber auch nicht unsere Lust, den Blog zu professionalisieren (wie der Blogger es nennt, wenn er sich nach Social-Media-Gesetzen ausrichtet).
Erfolgreich gebloggt?
Im Grunde ist der Erfolg eines Blogs berechenbar. Man muss nur bei anderen gucken, wie´s geht. Ich staune, wie sich die Blogs entwickeln, denen ich folge. Manche sind über die Maßen beliebt in Sozialen Netzwerken. Andere finde enorm viele Fans in der Bloggerszene. Und es gibt auch welche, die steigern sich inhaltlich von Monat zu Monat bis die Beiträge funkeln wie Diamanten. Einige Maßnahmen (like for like, Werbung bei facebook oder die totale Suchmaschinenoptimierung) wurden dieses Jahr unter Bloggern sehr kritisch diskutiert; gelten als ein bisschen unfein (im Sinne von schleimerisch oder gefallsüchtig). Doch ich sehe das anders.
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Der Norden im Westen
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Mai in England
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Peak District
Egal für welche Form des Wachstums man sich als Blogger entscheidet – man muss es immer auch noch machen; also jede Menge Zeit investieren. Und zwar kontinuierlich. Das empfinde ich als eine Leistung. Insofern denke ich, a) dass jeder Blog seinen individuellen Erfolg verdient hat. Und b) die wichtigste Frage für einen Blogger lautet: Was bringt mir eigentlich Spaß? Nur wenn man richtig Lust hat, einen Kanal zu bespielen, lohnt sich die Chose.
Kleiner Blog und große Medien
Mir zum Beispiel bringt facebook gar keinen und pinterest nur wenig Spaß. Ich komme einfach nicht dahinter, was der Witz an der Sache sein soll. Mein Engagement ist im Laufe des Jahres aufs Minimalste geschrumpft. Volko hat vor einigen Wochen immerhin entdeckt, dass instgram ihn entspannt. Könnte gut sein, dass wir 2017 dort endlich stattfinden werden. Ist aber absolut kein Muss. Denn auch wenn unsere Reichweite nicht gerade der Hammer ist, haben uns die guten alten Printmedien gefunden. Ich fasse es nicht, fasse es nicht, fasse es nicht – aber es sieht so aus, als würden im kommenden Jahr gleich zwei Projekte anstehen, von denen ich nicht mal zu träumen gewagt hätte. (Mehr dazu hier, wenn mehr dazu erzählt werden darf.)
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Juni Nordstrand
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Juni Steinhuder Meer
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Juni Pellworm
Die größte blogthematische Überraschung war für mich dieses Jahr die Insel Pellworm. Herrlicher als ein Sonnentag auf Pellworm scheint mir wenig auf der Welt. Zumindest Hamburger, Schleswig-Holsteiner und Nordfriesland-Urlauber können das relativ spontan im Rahmen eines Tagesausflugs testen. Mein erster Tipp für 2017 wäre, auf einen klaren Tag im Mai oder Juni zu warten.
Das Beste am Norden sind Inseln
Überhaupt Inseln. Mir schwebte eine Weile vor, 2017 zu einem reinen Inseljahr zu machen, um dahinter zu kommen, warum sie mich so maximal beglücken. Das klappt nun nicht aus unterschiedlichen Gründen und ich muss mich darauf beschränken, was Goethe sagte: „Hat man sich nicht ringsum vom Meere umgeben gesehen, so hat man keinen Begriff von Welt und von seinem Verhältnis zur Welt.“ Immerhin und mindestens zwei Mal werde ich im kommenden Jahr darüber nachdenken können. Gleich im Januar gehts los; meine zweite ostfriesische Insel steht auf dem Plan.
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Juli SPO
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Juli Malente
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Juli Lettland
Mit unseren Auslandreisen haben wir uns 2016 mal wieder als perfekte Durchschnittsreisende gezeigt. Die 12,6 Tage, die der Deutsche durchschnittlich verreist, haben wir schön auf die Himmelsrichtungen verteilt. Wir verbrachten drei Frühlingstage in England, eine gute Sommerwoche in Lettland, ein paar Stunden in Dänemark und unternahmen einen winterlichen Kurztrip nach Schweden. So waren wir also im Norden im Westen, im Norden im Osten und noch nördlicher. Perfekt!
Das Beste am Norden sind die Nachbarn
Als Freiberufler wissen wir selten im Voraus, wann und ob Urlaubsreisen in unsere Auftragslage passen. Aber träumen geht ja immer. Stand heute würde ich mich 2017 für 4 Tage Wales im Frühsommer, 6 Tage Norwegen im Spätsommer und 2,6 Tage Polen im Herbst entscheiden. Mal sehen, was wird.
Was 2016 garantiert nicht das Beste im Norden war, war das Wetter. Im August gab ich es auf, auf den Sommer zu warten. Woraufhin er im September eben doch noch kam. Für drei lange Wochen. In denen wir lästigerweise ziemlich viel arbeiten mussten.
Der Sommer 2016
Weil nicht viel Zeit war, sind wir im Sommer noch näher an Hamburg geblieben als üblich. Dabei entdeckten wir unsere zweite große Überraschung des Jahres: Grünstrände.
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Meldorfer Bucht
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im September
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Dithmarschen
Aus 1.000 Gründen finden die Leute Grünstrände nicht so gut. Soll uns mehr als Recht sein. Denn so haben wir mehr Platz für uns. Garantiert werden wir 2017 wieder direkt vom Deich in die Nordsee hüpfen. (Mein zweiter Tipp für unsere Leser wäre: probiert es mal (wieder)).
Das Beste am Bloggen sind die Leser
2016 ist mir sehr klar geworden, was ich mit dem Blog eigentlich will. Neben der Freude am Entdecken gehts mir um die Leser – also um Dich. Ich will Dir gar nicht erzählen, was wir machen. Ich möchte zeigen, was Du machen kannst. Manchmal vielleicht auch etwas wieder in Dein Gedächtnis rufen. Deswegen ist es uns auch so wichtig, immer hübsch bei der Wahrheit zu bleiben; selbst wenn sie trist ist.
Mir ist schon klar, dass wir damit nicht jeden ansprechen. Menschen ticken eben unterschiedlich. Aber es gibt da so eine kleine, feine Zielgruppe, die gewisse Schnittmengen mit uns hat. Immer wieder spannend finde ich, wie die zu uns finden. Meistens läuft das bei uns über Google. Ich hab schon mal erzählt, dass ich das über den Blog rausfinden kann.
Unsere Lieblingssuchanfragen 2016
Manche sagen ihrer Suchmaschine total genau, was sie wissen wollen. Zum Beispiel tippte neulich jemand: „Ich möchte gerne wissen, ob es in Holstein einen Immenhof gibt“. (Die Antwortet lautet: ja, Gut Rothensande in Malente). Andere geben sich kryptisch. Etwa: „Moin… still ruht die Nordsee.“ Oder „Mit Frau Frie wohl auch ausgehen.“
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Wiederholungstat
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im November
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Sylt
Wieder andere landen vermutlich durch Schreibfehler bei uns. Jedenfalls glaube ich, dass der Mensch, der „gruselige Weisenhäuser“ suchte, Kinderheime meinte und nicht Weissenhäuser Strand, den wir als gruselstigen aller Strände beschrieben haben.
Was wir gern über Norddeutschland wüssten
Und dann sind da noch die Fragen, die ich selbst gern beantwortet hätte. Etwa:
Warum gibt es auf Sylt keine Katzen?
Fährt ein Zug von Wedel nach nirgendwo?
Sauerfleisch Westerhever?
Wir sind gespannt, ob einer hier mitliest, der die Antworten weiß. (Das mit dem Sauerfleisch interessiert mich ganz besonders.)
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Dezember
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Goeteborg
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Schweden
Und das ist jetzt die beste Gelegenheit, um uns für die zahlreichen und spannenden und ergänzenden Kommentare zu bedanken, die den Blog überhaupt erst zum Blog machen. Wir haben uns mal wieder über jede einzelne Wortmeldung riesig gefreut.
Auch bei den „stillen Lesern“ möchten wir uns bedanken. So viele Infos brettern fortwährend auf uns alle ein – da ist es echt eine Ehre, wenn jemand ausgerechnet bei uns Zeit verbringt.
Über-über-morgen trinken wir einen auf Euer Wohl.
Kommt gut raus und gut rein – wir lesen uns nächstes Jahr.