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7 x Abschalten

Bucket List fuer Hamburg

Wie wichtig es ist, hin und wieder komplett abzuschalten, wurde mir neulich an der Nordsee klar. Etwa zeitgleich erschien unser Buch – die ultimative Bucket List für Hamburg. Und an Elbe und Alster kann man natürlich auch einiges machen, um das Gedankenkarussell für eine Weile anzuhalten.

Statt Inhaltsverzeichnis findet sich auf den ersten Buchseiten eine Liste. Zum Abhaken der Dinge, die man als Hamburger:in einmal im Leben gemacht, gesehen, gegessen, genossen, gehört, gefeiert oder gefühlt haben muss. Die Tipps sind in sieben Kapitel gegliedert.

 

1. Kapitel: Basics

Es gibt über Dir keinen Herren und unter Dir keinen Knecht. Dieser fabelhafte Satz steht seit 1270 in unserem Stadtrecht und erklärt den berühmt-berüchtigen Hanseatenstolz. Man ist eben wer, wenn man hier leben darf. Allerdings ginge es noch besser.

Die Stadtgeschichte wurde nämlich über viele Jahrhunderte aus rein männlicher Sicht erzählt. Also nur zur Hälfte. Der Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof  schließt diese bedauernswerte Lücke. Denn selbstverständlich haben sich etliche Hamburgerinnnen um die Stadt verdient gemacht, für das Allgemeinwohl engagiert, pädagogisch betätigt, Widerstand gegen das NS-Regime geleistet, die Kunst- und Kulturlandschaft bereichert.

 

 

Ihre Lebensgeschichten kann man zwischen historischen Grab- und Erinnerungssteinen in Ringbüchern aus Aluminium nachlesen. Publikationen mit ausführlicheren Versionen liegen an der Märchenbank oder im kleinen Gewächshaus aus. Leseratten besuchen den Garten der Frauen am besten allein. Denn sie können hier durchaus die Zeit verlieren.

Das europaweit einmalige Projekt ist in die Deutschlandkarte der „Orte der Demokratiegeschichte“ aufgenommen worden. Die Initiative der Bundesregierung setzt damit ein Zeichen für Menschenrechte und gegen Rechtspopulismus.

 

2. Kapitel: Must-Dos

Als Hamburger:in muss man nicht nur mol en Hamborger Veermaster sehn. Sondern auch singen. To my hoo-day, das wissen alle Jungs und Deerns. Singen macht nämlich glücklich und entspannt. Sogar verkrampfte Schreibtischschultern. Wem keine glockenhelle Stimme in die Wiege gelegt wurde, kann sich einem der größten Flashmops der Stadt anschließen, dem Chor für alle, Hamburg singt.

 

Hamburg singt

 

Zur Zeit singt Hamburg aufgrund der hohen Inzidenzen allerdings nur online. Aber es lohnt sich, den News Button von Hamburg singt im Auge zu behalten. Dann erfährt man schnell genug von der nächsten »echten« Chorprobe, um eines der begehrten Tickets zu ergattern.

 

Hamburg singt

 

Chorleiter Nils Schröder steht  mit großartiger Live-Band auf der Bühne und leitet die Meute noch durch die kompliziertesten Melodien. Die Texte werden auf Leinwände projiziert; die Songauswahl reicht von aktuellen Charts über Gassenhauer zu Hits aus den 80ern und 90ern. Und wenn man sich mit Hunderten erst zu »Freude schöner Götterfunken« hochgesungen hat, spürt man die Freude tatsächlich im ganzen Körper.

 

3. Kapitel: Must-Sees & 4. Kapitel Must-Eats

Die gute, alte Muss-ich-auch-irgendwann-mal-machen-Liste ist bei Vielen durch die Pandemie länger und länger geworden. Aber das birgt in Hamburg immer ein Risiko. Weiß man in der freien und Abrißstadt doch nie, welches Haus morgen noch steht. Wer zum Beispiel schon immer mal auf die Veddel wollte, sollte sich ranhalten.

 

 

Denn erstens kommt man auf der merkwürdigen Elbinsel garantiert auf andere Gedanken.  Zweitens steht die älteste Fischbratküche Hamburgs auf der Verschwinde-Liste. Also schnell den Besuch in der Veddeler Fischgaststätte planen und dabei gleich die Petition zum Erhalt unterschreiben. Damit wir auch morgen noch lecker-schmecker Backfisch in traditioneller Zweigabeltechnik genießen können.

 

Veddeler Fischgaststätte

 

Wer es noch immer nicht geschafft hat, endlich mal mit der U4 bis zur Endstation zu fahren, kann das dabei auch gleich erledigen. Der kurze Spaziergang über die Elbbrücken auf die Veddel ist nämlich noch besser als mit dem ICE nachhause zu kommen (eine Sache, die bei Hamburger:innen selbst beim tausendsten Mal die größten Emotionen weckt). Nach dem Essen bietet sich dann eine kleine Runde in dem Stadtteil an, der das Gegenteil von Babel darstellt. Die bummelig 4.000 Bewohner:innen der Veddel sprechen mehr als 50 Sprachen und kicken gemeinsam bei Veddel United.

 

 

Dass die Veddel nicht nur neue Heimat für Menschen aus allen Teilen der Welt ist, sondern auch einer der ärmsten Stadtteile Hamburgs, interessierte lange Zeit beinahe niemanden. Bis der Konzeptkünstler Boran Burchhardt eines der typischen Fritz-Schuhmacher-Backsteingebäude mit Blattgold veredelte. Da hatte auf einmal jede:r eine Meinung. Gut also, wenn man beim Ausflug auf die Veddel die Person im Schlepptau, mit der man am liebsten über Gott und die Welt diskutiert.

 

5. Up´n Swutsch: Die Kunst (zu) feiern

 

Oberflächliches Amusement ist in der momentanen Lage für manche Menschen schwierig. Man weiß zwar, dass es z.B. niemandem in der Ukraine hilft, wenn man deprimiert zuhause bleibt. Aber trotzdem. Wer sich mit solchen Gedanken herumschlägt, kann mit dem MS Arteville nichts falsch machen. Hier wird nämlich inhaltlich gefeiert. Die Kunstsause zum Musikfestival MS Dockville lässt sich als Open-Air-Galerie mit guten Beats & besten Vibes beschreiben. Wenn sich sich das Festivalgelände am Wilhelmsburger Reiherstieg in ein generationsübergreifendes Sommerwunderland verwandelt, wird es immer auch (gesellschafts-)politisch.

 

 

Erstbesucher:innen sind manchmal geradezu erschrocken, mit welcher Freundlichkeit sie auf dem MS Arteville begrüßt werden. Sogenannte Kommunikatorinnen und Kommunikatoren geben erste Orientierung über das Gelände, Tipps für Führungen, Talks und Workshops und falls man sich zunächst erst einmal selbst umschauen möchte, heißen sie einen einfach nur herzlich willkommen und wünschen viel Spaß. Mehr Infos gibts hier.

6. Kapitel: Landpartie

Ebenso gut wie Ausgehen hilft Rausgehen beim Abschalten. Bekanntlich führen alle Wege in der Natur direkt in die Entspannung. Am schnellsten funktioniert es, wenn man etwas Neues sieht oder etwas tut, was man sonst nicht macht. Als Hamburger:in etwa: Bergsteigen.

Hasselbrack

Der Hasselbrack ruft nicht unbedingt. Er flüstert. Die Herausforderung liegt darin, ihn überhaupt zu finden. Der Weg zum Gipfel ist nämlich nicht ausgeschildert. Je nach Startpunkt wandert man (mit GPS-Navigationshilfe, Karte und Kompass oder einer Wander-App) zwischen vier und 22 Kilometern, bis man sich ins Gipfelbuch eintragen kann. Es befindet sich stilecht in einer in den Boden eingelassenen Metallkassette.

Gipfelbuch

Dieser Ausflug ist ideal, wenn es länger nicht geregnet hat. Ansonsten kann es nämlich matschig werden.

7. Kapitel: Extra für Neu-Hamburger

Profi-Hanseaten wissen das. Quiddjes sollten es schnell lernen: Niemals, wirklich niemals darfst Du einen Schwan beleidigen. So hat es der Senat im sogenannten Schwanenwesen festgelegt und im Falle der Zuwiderhandlung bestimmt, dass »derselben allen Ernstes willkürlich gestrafet werden soll«. Die schneeweißen Glücksvögel gelten nämlich seit 1664 als Garant dafür, dass es Hamburg wohlergeht.  Im Gegenzug kümmert sich seit mehr als 400 Jahren ein Schwanenvater liebevoll um die Tiere.

 

Schwan

Der Schwanenvater bringt die Schwäne im November ins Winterquartier am Eppendorfer Mühlenteich und begleitet sie im Frühling zurück in die Freiheit. Den Auszug auf die Alster einmal miterlebt zu haben, gehört zu einer erfüllten Hamburger Biografie unbedingt dazu. Wann es soweit ist, verrät die Tagespresse.

Bucket List fuer Hamburg

Die ultimative Bucket List für Hamburg

  • Verlag:Bruckmann
  • Seitenzahl:192
  • 15,99 inkl. MwSt
  • Ersterscheinung: 04.03.2022
  • ISBN:9783734323201

 

 

Gewinnspiel: Same procedure as every book.

Natürlich verlosen wir wieder unsere jüngste Neuerscheinung. Wer die ultimative Bucket List für Hamburg gewinnen möchte, schreibt das in den Kommentarbereich. Und zwar bis zum 09.04.2022. Dann werden zwei Gewinner:innen per Los gezogen und per Mail benachrichtigt.

8 Kommentare

  1. Beate sagt

    Oh, das Buch würde ich sehr gerne gewinnen! Die Fischbratküche werde ich definitiv besuchen und bei Hamburg.singt wollte ich schon immer mal teilnehmen. Danke für Eure tollen Tipps und Anregungen!

  2. Dann hüpfe ich doch auch mal in den Lostopf. Gehört Hamburg doch zu meinen Lieblings Städten. Auch wenn ich die natürlich bevorzugt vom Wasser aus erkunden, wie auch bei mir im Blog zu lesen ist 😁

  3. AnneB sagt

    Guten Morgen,
    ich lebe nun schon ein paar Jährchen im wunderschönen Hamburg. Und ich entdecke immer wieder Ecken, Lieblingsorte, Oasen und Unerwartetes 🙂
    Ich würde sehr gern das HamburgBuch gewinnen, neugierig, was es hier noch alles gibt.

    Wünsch Euch einen sonnigen Tag,
    Anne

  4. Franz sagt

    Hey, tolle Anregungen für meinen nächsten Aufenthalt in Hamburg. Danke für die Infos!
    Beste Grüße.

  5. Frida sagt

    Ich bin gespannt auf viele weitere Tipps und Ideen und würde mich sehr über das Gewinnexemplar freuen!

  6. S. Dittmer sagt

    Das Buch wäre was für meinen Bruder und seine Frau. Die beiden lieben es am Wochenende, wenn die Kinderbetreuung organisiert ist, einen schönen Tag in Hamburg zu verbringen! Herzliche Grüße…

  7. diealex sagt

    Hallo,
    als großer Hamburg-Fan bin ich natürlich gerne dabei. Da finde ich bestimmt wieder einige neue Geheimtipps 🙂
    Viele Grüße,
    die Alex

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