Neueste Artikel

Waldpfade Hamburg

Wie ich lernte, die Wälder zu lieben

Ein Reisebuch braucht ein gutes Jahr. Einige Monate mehr, ein paar weniger oder – im Fall einer neuen Reihe etwa – auch deutlich länger. Aber so grundsätzlich ist ein Jahr der Zeitraum, in dem ich denke, seit ich Reisebücher schreibe. Und etwa ein Jahr ist es auch her, dass wir mit dem Wanderführer »Waldpfade Hamburg« loslegten, der vor zwei Wochen erschienen ist. Weiterlesen

Grossenbrode-Kai

Schön leer am Meer

Be careful what you wish for, dachte ich neulich auf der ewig langen Mole von Großenbrode-Kai. Das war am zweiten der beiden bisherigen Frühlingstage im Norden. Er tauchte die Welt in dieses pudrige Blassblau, bei dem Himmel und Ostsee am Horizont miteinander zu verschmelzen scheinen. Die Sonne schien warm und in der Windstille war nicht der leiseste Wellenschlag zu hören. Weiterlesen

Stohl

Sturm und Drang und die Steilküste bei Stohl

Es gibt da eine knifflige Stelle auf dem Steilküstenpfad bei Stohl. Dort dachte ich neulich über Friedrich Schiller nach. Es ist kein offizieller Wanderweg, das hat der Bürgermeister extra auf ein Schild drucken lassen. Aber auf eigene Gefahr darf man  durchaus am Klippenrand spazieren. Weiterlesen

Sehlendorf

Leichte Lockerungen

So leichtfüßig wie ich letzte Woche von Weißenhaus nach Sehlendorf spazierte, habe ich im vergangenen Jahr nicht immer gebloggt. Wozu von schönen Orten erzählen, wenn sie für so viele ja doch nicht erreichbar sind?! Mir war ein wenig der Sinn abhandengekommen. Aber wie es so oft beim Wandern ist, fand ich ihn unterwegs wieder. Weiterlesen

Grömitz

Wintersonne

Irgendwo in Düsseldorf, auf einem Speicher vielleicht oder im hintersten Winkel eines Einbauschranks, archiviert möglicherweise ein Super-8-Film mein 5-jähriges Ich am Strand von Brodau. Mag auch sein, dass der Streifen inzwischen digitalisiert ist. Oder entsorgt. Aufgenommen jedenfalls hat ihn »die Verwandtschaft«, die über Jahrzehnte ihren Sommerurlaub bei meinen Großeltern verbrachte. Weiterlesen

Elbe

Winterruhe

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Manche verlassen alle paar Tage ihren Kobel, um auf Futtersuche zu gehen. Andere sind täglich ein, zwei Stunden wach. Letztes entspricht in etwa meinem aktuellen Leben. Es ist still geworden. Auch hier auf dem Blog.

 

Sylt

So ging es los, Februar 2014 auf Sylt

 

Ich erlebe einfach nicht sehr viel zur Zeit. Das hat natürlich mit der Pandemie zu tun. Aber auch nicht nur. Als ich heute vor sieben Jahren meinen allerersten Blogbeitrag schrieb, gab es nicht nur etliche Regionen im Norden, von denen ich noch nie gehört hatte. Ich hatte auch eine ganz andere Beziehung zu Wetter und Klima.

 

Malmoe

Selbst der Februar 2015 hatte seine Momente: Kaltbadehus Malmoe

 

Im Grunde stellte mich die Witterung hier oben höchstens mal zwischen Mai und September zufrieden. Und oft genug nicht einmal dann. Erst als ich genauer hinschaute, konnte ich mich auch für die Monate zwischen Oktober und April erwärmen. Alle haben mir etwas zu geben. Nur mit dem Februar habe ich mich nie wirklich anfreunden können.

 

Kluetzer Bach

Der Februar ist nie der beste Monate, auch nicht 2016 in Boltenhagen

 

Sicher, auch der Februar hat seine Momente. Doch noch habe ich keinen Ort im Norden gefunden, der mir während der anderen Monate nicht besser gefiele. Ich mag die Kälte nicht. Ich bin nicht einmal scharf auf Schnee. Ich habe kein Bedürfnis Ski zu laufen, besitze kein Snowboard, keinen Schlitten, keine Schlitt- oder Gleitschuhe und bade auch nicht in Eislöchern. Im dritten Bloggerjahr akzeptierte die Erkenntnis: den Februar muss ich einfach irgendwie überstehen. Und als ich es erst einmal akzeptiert hatte, fand ich auch darin eine Qualität.

 

Wanderer

In 2017 lernte ich, dass es keinen besseren Monat fuer Kunst und Kultur gibt, als den Februar

 

Doch in diesem Jahr scheint es besonders schwer zu „überstehen“. Überstehen ist jetzt schon eine ganze Weile Hauptprogramm und Vieles, was normalerweise dabei hilft, ist derzeit nicht möglich. Nicht mal rummosern. Das verbietet sich angesichts der Trauer und Ängste, die so viele derzeit unerbittlich im Griff halten.

 

Strand von Wittenbergen

Dankbar für jeden Sonnenstrahl. Februar 2018 am Strand von Wittenbergen.

 

Manchmal hilft nur, von besseren Zeiten zu träumen. Winterruhe zu halten. Im Kobel zu bleiben. Eichhörnchen wissen das. Sie verlassen ihn bei Eiseskälte nur zur Nahrungssuche. Sie können sich aber nicht daran erinnern, wo sie ihre Samen und Nüsse im Herbst versteckt haben. Darum springen sie manchmal eine ganze Weile im Freien umher. (Und freuen sich sehr, wenn jemand was Feines an einer geschützte Stelle deponiert.)

 

Insel Oslofjord

Im Februar 2019 erlebte ich gar nichts, sondern traeumte mich bloss auf kleinste norwegische Inseln

 

Ich hingegen, weiß nur allzu gut, wie und wo ich schnell an Nahrhaftes komme. Ich müsste meinen Kobel nicht einmal verlassen. Wenn ich es dennoch tue, finde ich seit etwa zwei Wochen etwas, das vielleicht gerade noch wichtiger als Essen ist und mit jedem Tag mehr wird. Licht.

 

Baakenhafen

 

Die Tage werden länger. Die Straßenlaternen im Park werden abends später angeknipst und gehen morgens früher aus. Es reicht noch nicht, um meine Winterruhe zu beenden. Auch nicht hier auf dem Blog. Aber es ist ein Anfang. Immerhin. Haltet die Ohren s-teif. Es wird besser.