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1 Woche Norwegen – lohnt sich das eigentlich? (Spoiler: Allerdings)

Werbung | Viele wunderbare Reiseberichte nennen als ideale Reisedauer für Norwegen min. 3 Wochen, besser 4 oder 5. Aber was ist eigentlich, wenn man sich nicht einmal 2 Wochen am Stück freimachen kann? Sollte man dann auf „irgendwann mal, wenn man mehr Zeit hat“ warten? Oder lohnt es sich auch,  1 Woche Norwegen in Angriff zu nehmen? Weiterlesen

Lindesnes Fyr

Um einen Leuchtturm zu sehen – Reise zum Lindesnes Fyr

Verlässt man Hamburg auf der A7 in südlicher Richtung, landet man nach 730 km irgendwo zwischen Ingolstadt und München. Reiste man ebenso weit nach Norden, erreichte man Kap Lindesnes, den südlichsten Festlandpunkt von Norwegen, wo die Nordsee majestätisch wie ein Ozean wirkt und im 17. Jahrhundert das erste Leuchtfeuer des Landes errichtet wurde.

 

Lindesnes

 

Man hatte Lindesnes Fyr eigentlich mit Kohle betreiben wollen. Doch die Lieferung aus England ließ auf sich warten. Also wurden am 27. Februar 1656 als Notlösung 30 Kerzen hinter Bleiglas entzündet. Das Licht schien wohl nicht besonders hell und schon gar nicht weit. Jedenfalls beschwerten sich eine Menge Seeleute beim König. Immerhin mussten sie Abgaben für das unsichtbare Leuchtfeuer entrichten. Und so gab man die Sache wieder auf.

 

Norwegen Holzhuette

 

70 Jahre blieb es dunkel auf der Halbinsel Lindesnes. Aber ganz ideal war das eben auch nicht an diesem sturmumtosten Küstenabschnitt. 1726 machte man sich ein zweites Mal daran, den Seefahrern ein Zeichen zu setzen; nun tatsächlich mit Kohle.

 
Norwegen Suedkap
 

Die Kohle musste regelmäßig durch die Wildnis geschleppt werden, die für Reisende so herlich ist, für Kohlenträger aber natürlich weniger. Um überhaupt Männer für die schwere Arbeit zu gewinnen, lockte man mit 3 Rationen Schnaps pro Tag. Seitdem brennt Lindesnes Fyr kontinuierlich.

 

 

Der heutige Leuchtturm stammt von 1915. Noch immer schauen 2 Leuchtturmwärter im Wechsel nach dem Rechten. Es sind die letzten beiden von ganz Norwegen. Und auch wenn sie sich nicht mehr um das Feuer kümmern, sondern bloß um den ganzen Rest – es gibt defintiv schlechtere Jobs. Die gesamte Station ist Teil des Küstwerk Museums und steht unter Denkmalschutz.

 

 

Heute gehört Lindesnes Fyr zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Südnorwegen. Doch das ist relativ. Norwegen ist groß. Gewaltig. Vom Südkap bis zum Nordkap 2.518 km lang. Und bloß von etwas mehr als 5 Mio Glücklichen besiedelt, von denen beinahe ein Drittel im Großraum Oslo lebt.

 

Jenseits von Kristianssand: Lindesnes Fyr

 

Zwar heißt es, dass diese Ecke des Landes eine bei Norwegern höchst beliebte Feriengegend ist. Auch planen viele Ausländer, die mit der Fähre nach Kristiansand kommen, hier einen ersten Aufenthalt ein. Doch als wir Lindesnes Fyr erreichen, an einem Freitag Ende Mai um viertel nach 12 Uhr, kann man nicht von Menschenmassen sprechen.

 

 

Wir teilen die historische Musuemsgebäude, die Bunkeranlagen, Bootsanleger und natürlich den Leuchtturm selbst nur mit wenigen Besuchern. Wanderwege unterschiedlicher Länge ziehen sich an den Klippen entlang und auf Anhöhen hinauf. Als mittelschwer eingestuft, scheinen sie Norddeutschen quasi wie knifflige Gebirgspfade. Doch nirgends ruft ein Schild: Achtung. Und selbst die schroffeste Abbrauchkante ist nicht abgesperrt.

 

Lindesnes Norwegen

 

Das Recht auf Natur ist in Norwegen im Gesetz verankert. Es basiert auf dem uralten allmannsretten. Jedermannsrecht. Es besagt, dass alle sich draußen überall aufhalten dürfen. Sogar auf größeren Ländereien, die sich im Privatbesitz befinden. Und überall darf man alles machen, was man will – solange man Natur, Tiere und Mitmenschen mit Respekt behandelt.

 

Schaeren

 

Müll in der Landschaft gibt es zum Beispiel in Norwegen nicht. Dabei findet man weder besonders viele Abfalleimer noch Hinweisschilder, wie wir sie aus England oder Irland kennen, die auffordern seinen Kram doch bitte wieder mit nachhause zu nehmen. Vermutlich gibt es unter Norwegern einfach nur ein Bewusstsein, was anständig ist und was nicht. Ein Bewusstsein, das in Deutschland ja leider fast vollständig verlorengegangen scheint.

 

Rasenmaehermann

 

Auch ob Besucher nun wirklich in die Fjellhalle kommen, um ihren Eintritt für den Leuchtturm zu zahlen, wird am Kap Lindesnes nicht kontrolliert. Der hypermoderne Milleniumbau beherbergt neben einer Ausstellung, ein kleines Cafe und einen wunderbaren Kinosaal. Fast könnte ich das Wahnsinnswetter bedauern. Denn der Saal ist direkt in den rohen Fels geschlagen und es laufen die prächtigsten Naturfilme.

 

 

Doch die echte Natur ist natürlich noch besser und die Außenanlage groß und spannend genug, dass sie für einen stundenlangen Besuch ausreicht (und außerdem weiß ich ja auch noch gar nicht, dass sich der Himmel auch am nächsten Tag strahlendblau präsentieren wird. Und am übernächsten. Und überübernächsten auch. Und wenn einem Norwgen eines beibringt, dann, den Moment auszukosten.)

 

Lindesnes Leuchtturm

 

Und wie ich da so stehe am Südkap von Norwegen, muss ich daran denken, wie normal man das findet, wenn ein Hamburger für einen Tag nach München reist. Für einen Geschäftstermin, eine Messe, einen Vortrag oder sogar ein Fußballspiel. Das nickt man einfach so ab. Wenn aber einer erzählte, dass er morgen nach Norwegen fährt. Bloß so. Um einen Leuchtturm zu sehen. Dann würde man ihn wohl für seltsam halten. Vielleicht sogar verschroben. Dabei ist es ja in Wahrheit genau anders herum.

 
Meeblick
 

Infos Lindesnes Fyr

Lindesnes Fyr liegt 84 km westlich von Kristianssand und ist gut über die E39 zu erreichen. Allein für die Fahrt sollten 2 Std eingeplant werden. Weil man ja auch mal halten mag. Bzw ständig. Denn nach jeder Kurve wartet eine weitere unfassbare Landschaft.

WoMo-Fahrer sind fein raus. Für sie ist ein eigener Platz zur Übernachtung reserviert. Ein tolles Erlebnis! Die Gebühr beträgt rund 10 Euro. Toiletten/ Waschräume sind vorhanden. Taschenlampe nicht vergessen – dann kann man nachts durch die düsteren Bunkeranlagen stromern. Oder über die Klippen. Oder wo man sonst so hin will.

Im alten Leuchtturmwärterhaus wird eine Ferienwohnung vermietet. Mehr dazu auf der offiziellen Homepage des Lindesnes Fyr.

 

Leuchtturm Lindesnes

 
Mit herzlichem Dank an Color Line, die unsere Recherchereise nach Südnorwegen unterstützt haben.

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