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Hamburg

XXXI. Schleswig-Holstein rund: Hamburg

Wer einmal rund um Schleswig-Holstein reist, müsste streng genommen einen Halbkreis um die nördliche Außengrenze von Hamburg schlagen. Das ist prinzipiell möglich. Bedeutet aber 133 Kilometer Vorstadtbebauung am Stück, Gewerbegebiete, Autobahnen und so weiter.

Bleibt man an der Elbe, reduziert sich die Strecke auf nicht einmal ein Drittel. Sie funktioniert weitgehend autofrei und kaum ein Meter lohnt sich nicht. Weiterlesen

Glückstadt

XXX. Glückstadt und die Holsteinschen Elbmarschen

In Glückstadt erarbeiten sich Schleswig-Holstein-rund-Reisende einen Wissensvorsprung gegenüber den Leserinnen und Lesern der Zeit. Unter Letzteren finden sich nämlich ausgesprochen wenige, die beim Quizz »Wie schlecht kennen Sie Deutschland?« den Kreis Steinburg verorten können. Weiterlesen

Brunsbuettel

XXIX. Brunsbüttel: Dithmarschens Ausguck

Auf den bummelig 25 Kilometern zwischen Friedrichskoog und Brunsbüttel merken Auskenner:innen an zwei Dingen, dass sie die Nordküste hinter sich lassen. Erstens: die Salzwiesen vorm Deich dehnen sich ins Uendliche. Abschnittsweise ist nicht mal mehr Wasser zu sehen. Zweitens: Der Schiffsverkehr nimmt mit jeden Kilometer zu. Weiterlesen

Friedrichskoog

XXVIII Friedrichskoog: vom Winde verweht

Ziemlich sicher war Gerald O` Hara, Vater von Scarlett, nie in Friedrichskoog. Denn sonst hätte er wohl kaum die berühmten Worte gesprochen: „Das Land ist das einzige, wofür es sich zu arbeiten lohnt, zu kämpfen und zu sterben. Denn nur das Land ist ewig, sonst nichts!“ Als ob. Weiterlesen

Meldorfer Bucht

XXVII Meldorfer Bucht: Zweiklangsdimension

Die Meldorfer Bucht schwingt sich von Büsum im Norden bis nach Friedrichskoog Spitze, einer auf dem Reissbrett entstandenen Urlaubssiedlung im Süden. Dazwischen liegen bummelig 25 Küstenkilometer auf denen es wenig anderes zu sehen gibt als die Nordsee, den Deich und die sehr breite Asphaltpiste dazwischen. Ideal zum Radfahren. Weiterlesen

helgoland

XXVI. Helgoland: 61 Meter über dem Meer

Fünfunddreißig Seemeilen vor Büsum ragt die Felseninsel Helgoland aus dem Meer. Die Überfahrt ist lang und kostspielig. Bei Sturm kann einen die Seekrankheit packen. Hin- und Rückreise zusammengenommen, verbringen Tagesgäste genauso lange auf See wie auf der Insel, fünf Stunden nämlich. Und die reichen weder vorne noch hinten. Weiterlesen

Buesum

XXV. Büsum: love it or leave it

Wer Remmidemmi liebt, braucht keine Tipps für Büsum. Denn Remmidemmi findet man in Büsum immer und überall. Im Hafen, wo die bekannte Krabbenflotte vor Anker liegt. Im sehenswerten alten Dorfkern. Am Deich mit den schnurgerade ausgerichteten Strandkörben. In der Perlebucht, einer künstlichen Badelagune. Und überall dazwischen. Von morgens bis abends. Im Sommer wie im Winter.

In Büsum sind daher richtig:

1. Alle, die es mögen, wenn ordentlich was los ist.

2. »Schleswig-Holstein-rund«-Reisende, denn da liegt es nun einmal auf dem Weg.

3. Wissbegierige, die sich ein eigenes Bild von Büsum machen möchten. Sie erreichen das bekannte Seebad bequem mit dem Zug (ein sehr seltener Glücksfall an den weitgehend von der Bahn abgehängten Küsten Schleswig-Holsteins).

Stippvisite, Tagesausflug, Kurzurlaub in Büsum

 

Vom Bahnsteig bis zum Brunnenplatz sind es gerade einmal 500 Meter. Weitere 500 Meter zieht sich die mit Geschäften und Gastronomie gesäumte Alleestraße an den Hauptstrand. Falls irgendeiner vor Ort nun merkt, dass er nicht für das Spektakel gemacht ist, macht das gar nichts. Einen Ort mit besseren Fluchtwegen findet man in Dithmarschen nicht, vielleicht nicht mal in ganz Schleswig-Holstein.

 

(119) Stippvisite: Sandwatt voraus

WattAnders als im Rest von Dithmarschen stapft man in Büsum bei Ebbe nicht durch Schlickwatt sondern über Mischwatt bis zum Sandwatt, d.h. auf relativ festem Grund und irre weit hinaus. Vom Land gesehen wirkt es oft, als pilgerten Massen über den Meeresboden zum Horizont. In Wahrheit geht es aber schön luftig zu.

(120) Tagesausflug: Büsumer Deichhausen

Buesumer DeichhausenAbgesehen von Büsum geht es an Dithmarschens Grünstränden entspannt zu. Wer Ruhe sucht, findet sie also in jeder Richtung. Toll spaziert man z.B. vom Fischereihafen auf dem Ostdeich nach Büsumer Deichhausen. Die kleine Gemeinde ist das Gegenteil liegt am nördlichen Ende der Meldorfer Bucht.

(121) Kurzurlaub: Hochseefahrt

Buesum HelgolandVon Büsum startet die längste Schiffstour, die Schleswig-Holstein zu bieten hat. Mit dem traditionsreichen Seebäderdampfer Funny Girl dauert es zwar eine gute Stunde länger nach Helgoland als mit dem Katamaran. Dafür geht der dreistündige Slow-Trip auf Deutschlands einzige Hochseeinsel gerade noch als bezahlbar durch.

 

Dies ist ein Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«, die dicht an der Waterkant um das nördlichste Bundesland führt.

Aktuell befinden wir uns an Dithmarschens Küste. Sie reicht von der Eider bis an die Elbe. Achtzig Kilometer kurz ist sie prädestiniert für ein Mikroabenteuer mit dem Rad. Unterwegs bekommt man nur sehr selten ein Auto zu Gesicht, denn man rollt meist zwischen Nordsee und Deich. Wer die Tour an der nördlichsten Badestelle im Wesselburener Koog startet, hat in Büsum etwa 15 Kilometer Deichstille hinter sich und sechzig noch ruhigere Kilometer vor der Nase. 

 

 

 

Buesum

Was ich an Büsum mag

Wenige Tage nachdem ich die waldreichste und touristisch am wenigsten erschlossene Gegend Schleswig-Holsteins besucht hatte, machte ich mich in das Gegenteil auf: nach Büsum. Ich nahm den zweiten Zug, der an diesem Morgen nach Norden fuhr. Das bisher heißeste Wochenende des Jahres stand ins Haus. Und der Himmel hätte gar nicht blauer sein können. Jedenfalls in Hamburg. Vor den Toren der Stadt war die Welt noch in Nebelschwaden gehüllt. Weiterlesen

Eidermuendung

XXIII. – XXIV. an der Eidermündung: ab durch die Mitte

An der Eidermündung trifft die nordfriesische Etappe des Nordseeküstenradwegs auf die Dithmarscher Strecke.  Exakt am Eidersperrwerk, dem größten und sicher auch hässlichsten Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Es liegt etwa mittig zwischen St. Peter-Ording (in Nordfriesland) und Büsum (in Dithmarschen). Viele legen hier einen kurzen Stopp ein. Es lohnt sich aber, großzügiger zu planen und dem längsten Fluss Schleswig-Holsteins ein paar Kilometer ins Landesinnere zu folgen.

Leitdamm Eider

 

1.000 Jahre lang markierte die Eider die Südgrenze zu Dänemark. Damals weitete sich die Eidermündung noch auf fünf Kilometer. Wer aus Nordfriesland anreist, kann es ganz gut erkennen. Die flache Wiesen- und Waldlandschaft hinterm Deich sieht irgendwie anders aus als der Rest von Eiderstedt – sie existiert auch erst seit den 1970er Jahren.

 

Tschüss Nordfriesland: das nördliche Ufer der Eidermündung

 

 

(113) Stippvisite: das Eidersperrwerk

EidersperrwerkDas größte Küstenschutzwerk Deutschlands dient gleichermaßen als Fußgängerbrücke. Die besten Plätze liegen auf Dithmarscher Seite. Von Mai bis Juli brüten und kreischen Seevögel in riesiger Zahl auf dem Deckwerk. Hinter dem Aussichtspavillon am Parkplatz sitzt man gut geschützt vor dem ewigen Westwind.

(114) Tagesausflug: Katinger Watt

Katinger WattDas Katinger Watt kann auf unterschiedlichen Rad- und Wanderwegen erforscht werden. Es steht nicht in Gänze unter Schutz, bietet aber wunderbare Nischen für Natur und Tiere. Zwei Spots, die nicht fehlen dürfen: der Aussichtsturm auf den Eiderdammflächen und der Leitdamm direkt an der Eider.

(115) Kurzurlaub: Tönning

ToenningTönnings Bahnhof ist der beste Start- oder Endpunkt für eine Tour entlang der Küsten von Nordfriesland oder Dithmarschen oder, um die Eidermündung zu umrunden. Keine Stadt an der Westküste Schleswig-Holsteins liegt beschaulicher, nirgends klingt der Abend entspannter aus als im Tönninger Hafen.

Moin Dithmarschen: am südlichen Ufer der Eidermündung

 

Wer Dithmarschens Küste abfährt (idealweise mit dem Rad) startet zwar in Nordfriesland, ist aber in Minuten über die Eiderbrücke bei Tönning karjukelt und sofort mittendrin in der quasi-unabhängigen Bauernrepublik. Dithmarschen war schon immer anders. Leerer vor allem. Weniger touristisch erschlossen. Abgesehen von Büsum. Aber dorthin ist es noch weit (gemessen etwa 20 km, gefühlt ein Universum entfernt.)

(116) Stippvisite: Eiderwatt

EiderwattAm winzingen Hafen Schülperneuensiel führt ein Spazierweg zum Naturschutzgebiet »Dithmarscher Eidervorland mit Watt«. Wer sich nicht vor Robustrindern fürchtet, kann an der Außenspitze des Siels durch eine Pforte schlüpfen und auf geradem Weg bis zur Badestelle im Eiderwatt weitergehen.

(117) Tagesausflug: Wesselburener Koog

Wesselburener KoogIn Dithmarschen gibt es keine Strände. Ab und zu steht mal eine Dusche am Deich; vielleicht auch Bänke oder Strandkörbe und man weiß nicht so recht, warum ausgerechnet hier und nicht einen Kilometer weiter, ein Schild behauptet, dies sei eine Badestelle. Die südlichste liegt im Wesselburener Koog mit Blick aufs Eidersperrwerk.

(118) Kurzurlaub: Wesselburen

HebbelWesselburen trägt den Beinamen Hebbel-Stadt, denn hier wurde der Dichter geboren. Das Hebbelmuseum liegt nur einige Schritte vom wunderbaren Kirchplatz entfernt. Wer weiter laufen möchte, nimmt einen der drei Dichterpfade, die rund um Wesselburen auf Friedrich Hebbels Spuren durch das platte Land führen.

 

Dies ist ein Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«, die dicht an der Waterkant um das nördlichste Bundesland führt (eine Reise, die gut zwei Jahre dauern könnte, wenn man sich strikt auf das Beste konzentriert).

Wer grad keine zwei Jahre Zeit hat und sich abschnittsweise auf den Weg machen möchte, findet hier das Inhaltsverzeichnis.

Ausguck Katinger Watt

Seit dem XI. Beitrag gehts die nordfriesische Westküste entlang; ein kleines Abenteuer, das besonders mit dem Rad lohnt und mit diesem Beitrag endet.

Dafür beginnt jetzt das nächste Kapitel: Dithmarschen – das viel mehr (und ganz anders) ist als Büsum, wohin der kommende Beitrag führt

St. Peter Ording

XXII. St. Peter-Ording: jenseits der Massen

Neun Jahre bevor die ersten zahlenden Übernachtungsgäste kamen, schlossen sich die ehemaligen Dörfer Urden und Ulstrup zur Gemeinde St. Peter-Ording zusammen. Das ist jetzt gute 150 Jahre her.

Seitdem ist eine Menge Sand über die Südwestspitze Eiderstedts geweht. Hat sich mal zu Dünen aufgetürmt, ist mal näher an die Küste herangerückt, mal weiter ins Wattenmeer gewachsen.

Während manche »die größte Sandkiste Deutschlands« heute kurz SPO nennen, sprechen Einheimische noch immer von zwei Orten; Ording und St. Peter. Sie sind beide dem Massentourismus unterworfen, beide aber auch dann das richtige Ziel, wenn man mit Massentourismus nicht viel am Hut hat.

Ording –  Eventstrand und Wassersportzentrum

Ording liegt im Norden und wird am häufigsten von Tagesgästen gestürmt, denn hier kann man am Strand parken. Wer das seltsam bis absurd findet, steht wahrscheinlich auch nicht besonders auf Großveranstaltungen, die hier regelmäßig stattfinden und nicht selten ganz schön laut sind. Aber das ist eben das Ding: St. Peter-Ording ist so weitläufig, dass man immer Ausweichmöglichkeiten findet.

 

SPO

 

(107) Stippvisite: Nordstrand Ording

Ordinger SpitzeDer nördlichste Strandzugang beim Parkplatz am Norddeich führt mitten durch die Dünen. Strandkörbe, Toiletten oder Gastronomie gibts nicht, deswegen geht es auch entspannter zu als an den bespielten Strand-abschnitten. Die Sandbank ragt weit in die Tümlauer Bucht, toller Fotospot für den  Leuchtturm von Westerhever.

(108) Ausflugstag: (Rund)wanderung Ording – Bad

NordstrandMeer. Strand. Dünen. Wald. Salzwiesen. Zwischen Ording und Bad streift man durch alle Landschaften. Im Sommer am besten zu Fuß, denn selbst auf den Radwegen wird es oft eng.  Nordic Walking Routen leiten auf stillere Pfade. Strandkilometer + Baden für den  ruhigeren Spätnachmittag/ Abend aufheben.

(109) Kurzurlaub: Sundowner am Strand

SonnenuntergangAllein um den oft grandiosen Sonnenuntergang zu erleben, lohnt sich eine Übernachtung. Nirgends im Land scheint die Sonne so lange wie an der Nordsee. Und nur zwei Orte an der deutschen Westküste erlauben tideunabhängig (d.h. garantiert) in den Sonnenuntergang zu schwimmen. Ording und St. Peter.

 

 

St. Peter – Bad, Dorf (Süd), Böhl

St. Peter fächert sich in drei Ortsteile auf. Das touristische Zentrum liegt in Bad. Der Weg zum Strand ist lang wie überall (1 km), aber nirgends läuft es sich bequemer als auf der ebenso langen Seebrücke. Nur hier kommt man wirklich barrierefrei an den Strand. Wer sich angesichts des Gedränges sorgt: keine Angst. Man kann den Massen schnell davonlaufen (wenn man will).

Seebruecke SPO

 

(110) Stippvisite: Bad

Bad linksFrüher war mehr Einsamkeit. Vor 100 Jahren musste man noch mit dem Boot auf die Sandbank übersetzen. Heute kann man aber auch noch ganz für sich sein. Trubel und Tamtam liegen im Norden auf dem Hitzsand. Eine Viertelstunde weiter südlich auf dem Hochsichtsand warten wahlweise Stille oder Seevögelgeschrei.

 

(111) Ausflugstag: Dorf (Süd)

SalzwiesenDass fast alle wegen des Strandes kommen, ist prima für die wenigen, die sich am Seebrückenvorplatz in die Salzwiesen schlagen. Sie teilen sich die Pfade zur Badestelle Dorf nur mit Schmetterlingen, Hummeln und Lerchen. Sogar der Rückweg auf der »Erlebnispromenade« ist entspannter, als der Namen vermuten lässt.

 

(112) Kurzurlaub: Böhl

BoehlBis in die 1970er Jahre galt Böhl noch als Hauptbadestrand. Heute ist die Badestelle so sehr versandet, dass man Kilometer laufen muss, bis das Wasser über die Knie reicht. Als Badewanne ist Böhl daher unschlagbar. Obwohl das Parken am Strand möglich ist, geht es deutlich ruhiger zu als an den anderen Badestellen.

 

Dies ist ein Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«, die dicht an der Waterkant um das nördlichste Bundesland führt (eine Reise, die gut zwei Jahre dauern könnte, wenn man sich strikt auf das Beste konzentriert).

Wer grad keine zwei Jahre Zeit hat und sich abschnittsweise auf den Weg machen möchte, findet hier das Inhaltsverzeichnis.

Seit dem XI. Beitrag gehts die nordfriesische Westküste entlang; ein kleines Abenteuer, das besonders mit dem Rad lohnt und man könnte verstehen, wenn jemand es am Strand von St. Peter-Ording ausklingen lassen möchte. So herrlich ist es dort. Und man hat ja auch schon fast die ganze Küste Nordfrieslands gesehen. Doch der letzte Schwung an die Eidermündung funktioniert wie ein Cool Down beim Sport. Atmen. Runterkommen. Vollkommen bei sich sein. Im nächsten Beitrag dann.