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Eidermuendung

XXIII. – XXIV. an der Eidermündung: ab durch die Mitte

An der Eidermündung trifft die nordfriesische Etappe des Nordseeküstenradwegs auf die Dithmarscher Strecke.  Exakt am Eidersperrwerk, dem größten und sicher auch hässlichsten Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Es liegt etwa mittig zwischen St. Peter-Ording (in Nordfriesland) und Büsum (in Dithmarschen). Viele legen hier einen kurzen Stopp ein. Es lohnt sich aber, großzügiger zu planen und dem längsten Fluss Schleswig-Holsteins ein paar Kilometer ins Landesinnere zu folgen.   1.000 Jahre lang markierte die Eider die Südgrenze zu Dänemark. Damals weitete sich die Eidermündung noch auf fünf Kilometer. Wer aus Nordfriesland anreist, kann es ganz gut erkennen. Die flache Wiesen- und Waldlandschaft hinterm Deich sieht irgendwie anders aus als der Rest von Eiderstedt – sie existiert auch erst seit den 1970er Jahren.   Tschüss Nordfriesland: das nördliche Ufer der Eidermündung     (113) Stippvisite: das Eidersperrwerk Das größte Küstenschutzwerk Deutschlands dient gleichermaßen als Fußgängerbrücke. Die besten Plätze liegen auf Dithmarscher Seite. Von Mai bis Juli brüten und kreischen Seevögel in riesiger Zahl auf dem Deckwerk. Hinter dem Aussichtspavillon am Parkplatz sitzt man gut geschützt vor dem ewigen Westwind. (114) Tagesausflug: …

St. Peter Ording

XXII. St. Peter-Ording: jenseits der Massen

Neun Jahre bevor die ersten zahlenden Übernachtungsgäste kamen, schlossen sich die ehemaligen Dörfer Urden und Ulstrup zur Gemeinde St. Peter-Ording zusammen. Das ist jetzt gute 150 Jahre her. Seitdem ist eine Menge Sand über die Südwestspitze Eiderstedts geweht. Hat sich mal zu Dünen aufgetürmt, ist mal näher an die Küste herangerückt, mal weiter ins Wattenmeer gewachsen. Während manche »die größte Sandkiste Deutschlands« heute kurz SPO nennen, sprechen Einheimische noch immer von zwei Orten; Ording und St. Peter. Sie sind beide dem Massentourismus unterworfen, beide aber auch dann das richtige Ziel, wenn man mit Massentourismus nicht viel am Hut hat. Ording –  Eventstrand und Wassersportzentrum Ording liegt im Norden und wird am häufigsten von Tagesgästen gestürmt, denn hier kann man am Strand parken. Wer das seltsam bis absurd findet, steht wahrscheinlich auch nicht besonders auf Großveranstaltungen, die hier regelmäßig stattfinden und nicht selten ganz schön laut sind. Aber das ist eben das Ding: St. Peter-Ording ist so weitläufig, dass man immer Ausweichmöglichkeiten findet.     (107) Stippvisite: Nordstrand Ording Der nördlichste Strandzugang beim Parkplatz am Norddeich …

Westerhever

XXI. Westerhever: Schafe am Strand

Südlich von Husum ändert sich das nordfriesisische Reisegefühl fundamental und spätestens in Westerhever kommt man drauf, woran das liegt. Wer die Nordseeküste Schleswig-Holsteins mit dem Rad abrollt, versteht es wohl am schnellsten. Oberflächlich gesehen, ändert sich gar nicht viel. Da ist der Deich. Das Wattenmeer. Und am Horizont die Inseln und Halligen. Doch – das ist der große Unterschied – man will nicht mehr so unbedingt hinüber. Dieses Sehnen nach den Inseln und Halligen, das einen seit der deutsch-dänischen Grenze begleitet hat, ist nur noch eine schöne Erinnerung. Denn jetzt reist man Eiderstedt rund – und Eiderstedt ist sich selbst genug.     Auf Eiderstedt (und nur auf Eiderstedt) gleicht die Nordseeküste Schleswig-Holsteins dem klassischen Urlaubstraum. Auf Eiderstedt nämlich (und nur auf Eiderstedt) schmiegen sich Sandstrände an Deich, Salzwiesen, Dünen. Sandbänke sind das eigentlich, von gewaltigen Ausmaßen. Den Auftakt macht die Sandbank von Westerhever. Westerhever: Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub Westerhever ragt im Nordwesten der Halbinsel Eiderstedt ins Wattenmeer. Die Gemeinde liegt weit gestreut und ist viel weniger der Landwirtschaft unterworfen, als es im nördlichen Nordfriesland der …

Pellworm

XIX Pellworm: Insula Incognita

Kommt man in Hamburg oder Schleswig-Holstein auf die Insel Pellworm zu sprechen, hört man außergewöhnlich oft: »Da wollte ich auch immer schon mal hin.« Irgendetwas kommt offenbar ständig dazwischen. Vielleicht Sylt, Amrum oder Föhr, die anderen drei nordfriesischen Inseln oder weitere Tourismusmagneten mit St®andortvorteil. Denn: es gibt keine Sandstrände auf Pellworm. Über Jahrzehnte segelte die Insel daher unter dem Radar.     Nun, da es ein wenig aus der Mode geraten. ist, ganze Urlaube eingeölt in der Sonne zu braten und die Gruppe derjenigen wächst, die es auf Reisen ruhig, authentisch und natürlich mögen, sieht die Sache auf einmal anders aus. Denn: Tourismus wird auf Pellworm sanft und gleichzeitig gästeorientiert gedacht – eine Kombi, die erstaunlich vielen Tourismusverantwortlichen in Schleswig-Holstein vollkommen fremd ist.   Pellworm: Stippvisite, Ausflugstag, Kurzurlaub   Etliche Tourismusverantwortliche in Schleswig-Holstein finden zum Beispiel Nationalparks richtig schlecht, Übertourismus hingegen richtig gut. Und auf Pellworm ist es eben anders herum. Man ist ja auch stolz mitten im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer zu liegen und setzt schon seit den 1980ern auf erneuerbare Energien.     In …

gluecksburg

VIII. Glücksburg: Christian & Friedrich I. – X.

Wenn im grundsätzlich eher nüchternen Norden eine Stadt so verspielt daherkommt wie Glücksburg, hat meist ein dänischer König (in seiner Funktion als Herzog von Schleswig und Holstein) die Hand im Spiel. Die Frage ist nur welcher. Seit 1448 tragen 45% der dänischen Könige den Namen Christian. 45% heißen Friedrich. Da läppern sich über die Jahrhunderte die Verwechselungs-möglichkeiten. Gleichsam auch die Anzahl der Nachfahren, die allesamt mit Titeln und Ländereien versorgt werden mussten. Ab einem gewissen Punkt war es wohl nichts Ungewöhnliches mehr, in direkter Linie vom dänischen König abzustammen (Stichwort: exponentielles Wachstum) und Schleswig-Holstein ein Flickenteppich aus Teilherzogtümern und Kleinstterritorien, manche nur wenige Kilometer im Quadrat groß. Darunter litt auch Johann. Als Sohn von König Christian III. und kleinem Bruder von Friedrich II. waren Johanns Startchancen nicht besonders. Man kennt das von Prinz Harry oder dem Kleinen Lord. Die ihm zugesprochenen Herrschaften lagen weit verstreut und waren zudem größtenteils auf Lebenszeit an die Königswitwen von Christian III. und Friedrich I. vergeben. So trug Johann nun zwar den Titel Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg, beanspruchen konnte er aber …

Maasholm

II. Maasholm: Morgen ans Meer

Wer »Schleswig-Holstein rund« reist, idealerweise zu Fuß an einem Morgen in Kappeln auf dem Schleisteig startend, könnte mittags ein Fischbrötchen im Hafen von Maasholm verspeisen, um am Nachmittag – auf gute Art etwas erschöpft – in einen Strandkorb an der Ostsee zu sinken. Doch das ist fast zu rasant für die Gegend.

Nationalpark Thy

Kühle Wilde: Weitwandern im Nationalpark Thy

Thy ist der älteste Nationalpark Dänemarks. Das klingt verwunschener als die Realität sich darstellt. Das kleine Königreich ist nämlich echt spät auf den Trichter gekommen. Erst seit 2008 steht ein Küstenstreifen von etwa 70 km Länge und ein bis zwölf Kilometer Breite unter Schutz. Auf voller Länge wird er von einem Fernwanderweg, dem Rettungsweg, erschlossen.

Hemmelsdorfer See

Stilles Wasser, tiefste Stelle: der Hemmelsdofer See

Zwischen Autobahnabfahrt Ratekau und Timmendorfer Strand gehört es zum Pflichtprogramm schneller zu heizen, als die Polizei erlaubt. Wer da nicht mitmacht, nervt zwar alle anderen zu Tode, sieht es aber kurz hinter dem Ortsschild von Hemmelsdorf für den Bruchteil einer Sekunde so wunderbar leuchten. Das ist der Hemmelsdorfer See.