XXXII. Lauenburg/ Elbe & das Herzogtum
Dreißig Kilometer südlich des südlichsten Punkts von Hamburg winkelt sich Lauenburg an die Elbe. Nichts in der südlichsten Stadt Schleswig-Holsteins und dem gleichnamigen Herzogtum erinnert an das Meer.
Dreißig Kilometer südlich des südlichsten Punkts von Hamburg winkelt sich Lauenburg an die Elbe. Nichts in der südlichsten Stadt Schleswig-Holsteins und dem gleichnamigen Herzogtum erinnert an das Meer.
Als Holsteinische Elbmarschen werden die Landschaften am nördlichen Ufer der Unterelbe bezeichnet. In etwa also das, was zwischen Hamburg und dem Meer liegt und bei Reisenden längst nicht so hoch im Kurs steht wie Hansestadt und Nordsee.
Ich hatte mir das anders vorgestellt mit Brunsbüttel. Früher vor allem. Schon Ende März hatte ich hier loslaufen wollen. Ausgehend vom Historischen Leuchtturm an der Mole 1 wollte ich meine letzten Lücken schließen. Nicht nur die in Brunsbüttel. Dieses Jahr hätte es eigentlich ganz »Schleswig-Holstein rund« gehen sollen.
Der Friederike-Klünder-Weg in Blankenese verläuft quer durch den Hessepark, wo die Klünders im ausgehenden 18. Jahrhundert lebten. Ihr Anwesen war weitläufiger als der heutige Park. Viel, viel weitläufiger. So war es damals üblich für die Reichen. Ganz unüblich allerdings war Friederike Klünder. Denn sie bewahrte tausende Menschen vor Elend und Verderben.
Da steht dieser Space-Elephant am Musical-Boulevard. Das klingt nach Broadway. Meint aber nur den Vorplatz zweier Theater im Behelfsbauten-Stil vis-à-vis der Landungsbrücken. Dort konzentrieren sich ziemlich viele Dinge, mit denen ich etwa so viel anfangen kann wie mit einem Osterfest in der Bude. Wenig nämlich.
»Landungsbrücken … Tor zur Welt … Aber auch Schnittpunkt von Bahn und Straße, Bus- und Schiffslinie. Durchgangsstation für Touristen … und viele Menschen, die im Hafen arbeiten… unterschiedliche Schicksale… unterschiedliche Geschichten, die im Häusermeer der Großstadt oft im Verborgenen bleiben.«
Wenn man meint, alle Wege in Hamburg gegangen zu sein und nichts Neues mehr entdecken zu können, gibt´s immer noch die HafenCity. Die verändert sich ja täglich. Am eindrucksvollsten immer dort, wo sie fast fertig ist – wie aktuell im Baakenhafen. Das zukünftige „urbane Dorf“ ist mit seiner doppelten Wasserlage wie gemacht für einen Stadtbummel zwischendurch.
Ich – größte diesbezügliche Spaßbremse aller Zeiten – war vor einem Jahr gezwungen, Silvester auf der Elbe zu feiern. Denn wir hatten Gäste von „weit weg“ und die wollten was typisch Hamburgisches erleben. Oft sind das dann ja Dinge, die man als Hamburger nie macht. Und wenn dann doch mal, kann man hinterher gar nicht mehr fassen, dass man das noch nie gemacht hat. So war das mit mir letztes Silvester auf der Elbe.
Es fasziniert mich immer wieder, wie schnell man in Hamburg die Welt hinter sich lassen kann. Moorwerder ist zum Beispiel eine solche Ecke, in der man gar nicht glauben mag, dass man sich gerade noch in der City befand.
Die Helgoländer Allee (das ist die Straße, die sich zwischen Reeperbahn und Altem Elbpark runter zum Hafen schwingt) verdankt ihren Namen der Tatsache, dass sie dort endet, wo die Schiffe zu Deutschlands einziger Hochseeinsel aufbrechen. An den St. Pauli Landungsbrücken nämlich. Seit fast 200 Jahren geht das schon so. Anfangs noch mit Raddampfern. Heute mit dem Halunder Jet; einem Motorkatamaran.