Drumrum, Hamburg, Niedersachsen, Norddeutschland, Rausgehen, Wandern
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Der Heidschnuckenweg: Was Du über Etappe 1 wissen solltest

Rausgehen ist mein neues Ausgehen. Könnte man so sagen. Zwar tausche ich Nächte mit Tagen. Fette Beats mit Stille. Gedränge mit Einsamkeit. High Heels mit Wanderboots. Doch eine längere Wanderung hat genauso ihren speziellen Rhtythmus wie eine rauschende Party. Und danach tun einem gleichermaßen die Füße weh. Besonders nach der 1. Etappe des Heidschnuckenweges. Die hat es nämlich in sich.

Wandern auf dem Heidschnuckenweg

  1. Von den offiziell 13 Abschnitten des Heidschnuckenweges ist die 1. Etappe mit 26 km die zweitlängste.
  2. Sie führt von der Fischbeker Heide in Hamburg-Harburg nach Buchholz in der Nordheide.
  3. Solltest Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, kommen noch ca. 1,5 km von der S-Bahn-Station Fischbek hinzu. Und natürlich die Strecke von Dir zuhause bis zur Bahn. Sowie die Kilometer, die Du Dich verläufst. (Das kann passieren, wenn Du Dich zu intensiv unterhältst.)
    Fischbek
  4. Der Heidschnuckenweg ist im Großen und Ganzen gut ausgeschildert. Meistens mit einem schwarzen H auf weißem Grund. Manchmal auch mit einem gelben Pfeil. Den ersten Wegweiser siehst Du schon vom Bahnsteig der S-Bahn-Station Fischbek.
  5. Es ist erstaunlich: Die zweitgrößte Heidelandschaft Deutschlands befindet sich in Hamburg.
    Fischbeker Heide
  6. Hast Du die Fischbeker Heide durchquert, war´s das mit Heide für den Rest der Etappe. Dafür stiefelst Du nun über die höchsten Erhebungen Hamburgs. Das Auf- und Ab in den Schwarzen Bergen ist – ohne Witz – nicht ganz unanstrengend. Bänke zum Rasten gibt es erst einmal nicht.
    Schwarze Berge
  7. In Tempelberg hast Du das Anstrengendste hinter Dir.  Unterhälst Du Dich zu intensiv, könntest Du leicht den gelben Pfeil übersehen, der bei den letzten Häusern links hoch auf einen schmalen Pfad weist. (Dass Du in die Irre läufst,  merkst Du, wenn Du länger als 10 Minuten kein weißes H auf schwarzem Grund oder gelben Pfeil entdeckt hast.)
  8. Der Heidschnuckenweg ist nicht gerade überlaufen. Es kann passieren, dass Du stundenlang keiner Menschenseele begegnest. Nur am Wochenende und zur Heideblüte ist das anders.
  9. Hat es am Vortag geregnet, kann der Weg matschig sein. Dann duftet es wie in einer finnischen Sauna.
    Heidschnuckenweg Etappe1
  10. Kurz darauf gelangst Du in einen der größten Buchenwaldkomplexe Norddeutschlands. Das Naturschutzgebiet von Rosengarten ist im Frühling das Hellgrünste, was ich je gesehen habe.
    Buchenwaelder
  11. In Rosengarten hast Du etwa die Hälfte geschafft. Das kleine Dorf bietet die einzige Möglichkeit, auf der 1. Etappe vielleicht einen Kaffee zu bekommen. Und zwar auf dem Reiterhof gleich am Dorfeingang, wo man auch den Stempel für den Wanderpass bekommt, wenn Du so etwas willst.  Es ist allerdings nicht immer jemand zugegen.
    Etappe1 Heidschnuckenweg
  12. Bis Rosengarten (und auch noch um ganz Rosengarten herum) ist die 1. Etappe des Heidschnuckenweges wunderschön.
    Wanderweg Rosengarten
  13. Ab Nenndorf fällt der Weg meines Erachtens aber ab. Über gut 4 km geht man jetzt in Autobahnnähe. Mal drunter durch, mal drüber weg, mal an ihr entlang.
    Heidschnuckenweg bei Nenndorf
  14. Wandern an der Autobahn ist für auditive Menschen wie miese Musik beim Ausgehen. Der Zauber geht flöten. Zwar ist etwa ab Dibbersen alles wieder in (stiller) Ordnung. Allerdings kommen wir auf den letzten 8 km nicht mehr so richtig rein in den Flow, der das Wandern für mich eigentlich ausmacht. Ausgemachte Wanderprofis können das besser ab und (hören auch nicht auf zu fotografieren und den Weg zu beschreiben).
  15. Am Bahnhof von Buchholz haben wir 29,87 km auf dem Schrittzähler. Und finden: Das ist einen Tick zu viel. Insgesamt hat die 1. Etappe des Heidschnuckenweges etwas von einer Party, die man besser zu einem bestimmten Zeitpunkt verlassen hätte.
  16. Wenn Du nicht zwanghaft (wie ich) Wanderwege von Anfang bis Ende beschreiten willst, erkundest Du die Buchenwälder von Rosengarten und die Fischbeker Heide am besten einfach mal so. Und steigst auf den Heidschnuckenweg lieber bei Etappe 2 ein.
  17. Wenn Du aber zwanghaft durchalten möchtest, macht die Etappe 1 letztendlich doch total zufrieden.
    Buchen
  18. PS.: Du weißt nicht genau, ob Wandern was für Dich ist? Hier findest Du 10 gute Gründe, Dich auf den Weg zu machen.

7 Kommentare

  1. Liebe Stefanie,

    da warst du/ihr ja fast direkt bei meiner Haustür (gleich das nächste Dorf nach Nenndorf ;-)) und – hätte ich das gewusst – hättet ihr lecker Kaffee und Kuchen oder sonst eine Erfrischung bekommen!!

    Hätte mich gefreut:-)

    Ich sollte mich auch endlich aufraffen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

    Eva

  2. Stefanie sagt

    Irgendwie hatte ich das Dorf auch im Hinterkopf (war mir nicht ganz sicher). Aber gesehen habe ich Dich nicht. Liebe Grüße, Stefanie

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