Alle Artikel in: Norddeutschland

Grashüpferinsel Lühesand

Lummerland, Nimmerland, Saltkrokan… Die besten Geschichten spielen auf Inseln. Die Mystischste unter ihnen war für mich immer die Grashüpferinsel, obwohl dort wenig passierte. Es war nur heiß und seltsam und die Grillen zirpten. Genauso war es vergangenen Montag auf Lühesand.       Elbinsel Lühesand   Lühesand ist eine 124 ha große Elbinsel im Alten Land. Sie ist nur per Boot zu erreichen und ein perfekter Ort, wenn man mal Lust auf das ganz große Garnichts hat. Garnichts gibt’s auf Lühesand nämlich im Überfluss – im allerbesten Sinn. Das Auto lässt man am Treffpunkt Sandhörn bei Grünendeich stehen. Die Parkgebühr ist am Kiosk zu entrichten. Aber nicht am Montag. Montags ist geschlossen. Da erholen sich die Sandhörner von den Hamburger Sonntagsausflüglern.     Soll uns Recht sein. Genau wie die Tatsache, dass an Mai-Montagen nicht gerade massenweise Leute nach Lühesand übersetzen wollen. D.h. wollen wollen schon einige. Vornehmlich Fahrradfahrer. Die machen dann aber ein langes Gesicht, wenn sie am Anleger erfahren, dass Räder auf dem Festland bleiben müssen. Lühesand ist verkehrsmittelfrei. Lärmfrei. Stressfrei. Frei.   …

In Niedersachsen wird zusammengegessen: Verenas Flying Table

Vor ziemlich genau 4 Jahren erhielt ich eine E-mail mit dem Entwurf eines Entwurf eines Flyerentwurfs. Ob ich mal drüber schauen könnte, fragte Verena. Und was ich so ganz grundsätzlich von ihrer Idee eines Supper Clubs hielte. Das war im April 2011. In London und Berlin vermehrten sich Underground Restaurants, Home Bistros und Guerilla Diners gerade wie Mücken nach einem Sommergewitter. Dass die Leute Lust drauf hatten, wir mir schon klar. Doch Verena wollte das Ganze nicht in einer Großstadt aufziehen – sondern mitten in Niedersachsen. Ob das Konzept auch im ländlichen Raum aufgehen würde, schien durchaus ein paar Bedenken wert.   Verena ist aber nicht der Typ für Bedenken. Nur 3 Monate später ging My Flying Table in Wildeshausen an den Start. Und bis heute ist nicht ein einziger Platz frei geblieben. Seit 4 Jahren öffnet Verena 4 mal monatlich ihr Zuhause, um für 10 Gäste zu kochen. Eine Art analoger Food-Blog könnte man sagen. Verenas Dashbord – die Küche – öffnet sich zum Wintergarten, wo die Leute an einer langen Holztafel zusammensitzen. Manchmal …

Der Heidschnuckenweg: Was Du über Etappe 1 wissen solltest

Rausgehen ist mein neues Ausgehen. Könnte man so sagen. Zwar tausche ich Nächte mit Tagen. Fette Beats mit Stille. Gedränge mit Einsamkeit. High Heels mit Wanderboots. Doch eine längere Wanderung hat genauso ihren speziellen Rhtythmus wie eine rauschende Party. Und danach tun einem gleichermaßen die Füße weh. Besonders nach der 1. Etappe des Heidschnuckenweges. Die hat es nämlich in sich. Wandern auf dem Heidschnuckenweg Von den offiziell 13 Abschnitten des Heidschnuckenweges ist die 1. Etappe mit 26 km die zweitlängste. Sie führt von der Fischbeker Heide in Hamburg-Harburg nach Buchholz in der Nordheide. Solltest Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, kommen noch ca. 1,5 km von der S-Bahn-Station Fischbek hinzu. Und natürlich die Strecke von Dir zuhause bis zur Bahn. Sowie die Kilometer, die Du Dich verläufst. (Das kann passieren, wenn Du Dich zu intensiv unterhältst.) Der Heidschnuckenweg ist im Großen und Ganzen gut ausgeschildert. Meistens mit einem schwarzen H auf weißem Grund. Manchmal auch mit einem gelben Pfeil. Den ersten Wegweiser siehst Du schon vom Bahnsteig der S-Bahn-Station Fischbek. Es ist erstaunlich: Die zweitgrößte Heidelandschaft …

Strandkorbverleih

In 4 Stränden um die Bucht: Von Timmendorf nach Travemünde

Ich behaupte mal, die Ostseeküste von Schleswig-Holstein kenne ich ganz gut. Doch erst seit ich unter die Wanderer gegangen bin, bekomme ich ein Gefühl für die Entfernungen zwischen den Stränden. Beispielsweise hätte ich nie gedacht, dass es von Timmendorf nach Travemünde nur 12 km sind. So sagt es die Wegbeschilderung. (Mein eigener Schrittzähler wird am Ende auf 15 km stehen. Aber das wusste ich noch nicht, als ich Mann & Patenkind im Spaßbad abgab und loslief.) Timmendorfer Strand Meine Liebe zu Timmendorf ist total irrational, doch unzerstörbar. Ich bin weder scharf auf Massenaufläufe noch auf diese spezielle Sorte Cabriofahrer mit Brille im Haar. Beides gehört zu Timmendorf wie Regen zu Hamburg. Genau wie für mich zum Hamburger Sommer ein Tag am Timmendorfer Strand gehört. Der Strand von Timmendorf ist feinsandig. Genau wie der Meeresboden steinlos. Er fällt flach ab, so dass die Ostsee hier immer etwas wärmer ist als an bewegteren Küstenabschnitten. Ich spaziere zwischen Dünenstreifen und Kieferngürtel. Und träume von einer Villa in der Strandallee. Nach 4,5 km erreiche ich Niendorf. Niendorf Mindestens eine …

Sonnenaufgang im Watt

20 Dinge, die man in List machen kann

Nein, dies ist kein reines Sylt-Blog. Aber um die Sache rund zu machen, habe ich noch einen Beitrag, bevor ich mich wieder dem Rest der Welt zuwende. Zu Beginn unseres Sylturlaubs schrieb ich, dass ich locker auf 20 Dinge käme, die man auf Sylt unbedingt erlebt haben sollte. Das war so ins Blaue geschrieben. Und vollkommen daneben. Dieses Jahr sind wir nicht besonders viel über die Insel gegurkt sondern haben uns im Wesentlichen auf Dinge beschränkt, die man ohne Auto unternehmen kann. Und da komme ich schon allein auf 20 richtig gute Sachen in List Also, los.  Wer noch nie da war, aber mal hin will, muss wissen: List ist keine Schönheit auf den ersten Blick. Nicht einmal auf den zweiten. Gewachsen als Garnisonsstadt in den 1930er Jahren präsentiert sich die Zipfelgemeinde nordisch schlicht – also schmucklos bis deprimierend öde.     Leben in die Bude kam erst in den 70er Jahren, als Jürgen Gosch mit einem Bauchladen ins Fisch-Business einstieg. Da ging der Rummel los und List wurde quasi ein Synonym für Goschs nördlichste Fischbude. Oder anders herum. Davon kann …

Ellenbogen Sylt

Der Himmel über dem Ellenbogen

Zu einer Syltreise gehört ein Ausflug zum Ellenbogen. Der obere Haken der Insel, den man ja zumindest der Form nach von Autoaufklebern kennt, ist der nördlichste Fleck Deutschlands. Für uns ist er auch der Schönste. Aber das ist natürlich Geschmacksache. Dieses Jahr hat uns das Wetter echt umgehauen. Dass man an einem Tag vier Jahreszeiten erleben kann, wussten wir. Aber Sylt kriegt es auch im Viertelstundentakt hin. Darum der Hinweis – die Fotos sind nicht bearbeitet. Es sah wirklich genau so (unterschiedlich) aus. Um 11.00 Uhr kann sich der Tag noch immer nicht entscheiden, ob er der strahlendste oder düsterste unseres Urlaubs werden will. Also ist er einfach beides. Zur gleichen Zeit. Wir entscheiden uns, ausnahmsweise mit dem Auto zum Ellenbogen zu fahren. Das Wetter ist einfach unberechenbar heute und am Ellenbogen gibts keine Einkehrmöglichkeit. (Kleiner Exkurs: Eigentlich ist es schöner, den Ellenbogen zu Fuß zu umrunden. Die meisten Wanderführer empfehlen, in List zu starten. Aus dramaturgischen Gründen gehen wir allerdings lieber am Weststand los. Parken kann man an der Weststrandhalle, direkt beim Ellenbogenberg. Von dort hat man auch schon …

Seekuehe Blidselbucht

Spektakulär unspektakulär: Dämmerung in der Blidselbucht

Inzwischen sind wir zurück in Hamburg. Ganz schön wuselig kam´s uns anfangs vor nach der Stille von Sylt. War die Insel bei unserer Anreise am 4. Januar noch relativ gut besucht, leerte sie sich von Tag zu Tag zusehends. Am 15. Januar schließlich waren alle Bürgersteige hochgeklappt. Nun schläft die Schöne.