Alle Artikel in: Inseln

Pellworm

Precious Little Diamond: Pellworm

Pellworm ist der meist unterschätzte Ort Schleswig-Holsteins (wenn nicht der Welt) zumindest aber der Nordfriesischen Inseln. Wenigstens in meiner Wahrnehmung ist es so: Alle waren schon mal auf Sylt. Wer noch nicht auf Amrum war, will  irgendwann hin. Und Föhr holt seit einigen Jahren gewaltig auf. Aber Pellworm? Pellworm vergisst man ja schon beim Aufzählen der Nordfriesischen Inseln. Ach ja, und Pellworm, schiebt man dann nach. Geschweige denn, dass man je auf der Insel gewesen wäre.

Nordstrand

Zeit für ganz und gar nichts: Nordstrand

„Was willst Du DA denn?“, wurde meine Freundin Merle gefragt, als sie erzählte, sie würde mit mir übers Wochenende nach Nordstrand fahren. „Da ist ja GAR NICHTS los!“ Und was soll ich sagen; die Person hatte vollkommen Recht. Vergangenen Freitag brach ich voller Erwartungen und gleichzeitig extra entspannt in Hamburg Richtung Nordstrand auf. Merle würde erst am Abend anreisen. Vor mir lag also ein Tag, an dem ich nur tun musste, was mir gerade in den Sinn kam. Ich begann mit einem Zwischenstopp auf der Hochbrücke, die bei Hohenhörn den Nord-Ostsee-Kanal überspannt. Etwas, was ich schon ewig hatte tun wollen. Denn ich hab was übrig für Grenzgebiete. Und den Nord-Ostsee-Kanal kann man ja als die Grenze nach Garnichts bezeichnen.     Auf dem kleinen Weg, der sich vom Parkplatz zu einem Aussichtspunkt unter dem Brückpfeiler schlängelt, erwischte mich eins der besten Gefühle: mit einem Kapuzenpulli war ich zu warm angezogen. Dabei war es noch nicht einmal 10. So was nennt man perfektes Nordseewetter. In entsprechender Stimmung fuhr ich weiter. Nein, tuckerte ich weiter. Denn auf …

Glimmerton & Kaolinsand: Nationaler Geotop Morsum-Kliff

Wo Sylt für Zugreisende beginnt (nämlich am Ende des Hindenburgdamms) ragt das Morsum-Kliff am Wattenmeer auf. Es ist weder so überwältigend wie das Rote Kliff von Kampen noch so hübsch anzusehen wie das Weiße Kliff in Braderup, erdgeschichtlich jedoch viel bedeutender. Privatinitiativen ist es zu verdanken, dass die Steilküste noch existiert und heute Teil eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands ist. Eigentlich sollte das Kliff beim Bau des Hindenburgdamms in den 1920er Jahren nämlich abgetragen und als Baumaterial verwendet werden. Was äußerst betrüblich gewesen wäre. Denn das Morsum-Kliff ist geologisch gesehen einzigartig in Europa.     Ein Spaziergang am Morsum-Kliff ist prima für Leute, die nicht so gern spazieren gehen. Auf knappen 5 km geht es extrem vielfältig zu. Zum 43 Hektar großen Areal des Naturschutzgebietes gehört neben dem Kliff ein großer Teil der Dünen- und Heidelandschaft oberhalb der Abbruchkante. Sie ist natürlich am schönsten zur Blüte im August. Dafür hat man sie im Januar ganz für sich allein. Genau wie den kostenfreien Parkplatz vom Hotel und Restaurant Morsum-Kliff. Dort wird auf Tafeln ausführlich über das Kliff …

Sonnenaufgänge gehen immer. Besonders am Meer.

Heute gibts wenig Worte – dafür einige Sonnenaufgänge. Ich tippe mit links. Meine rechte Hand ist bandagiert; ich soll sie schonen. Nichts wirklich Schlimmes; nur ein mittleres Malheur. Es dauert jedoch Stunden, einen einzigen Satz zu tippen. Und wie ich auf facebook gemerkt habe, kommen Sonnenaufgänge auch ohne Worte gut an. Ich selbst habe sie auch gern. Besonders am Oststrand von List auf Sylt. Sonnenaufgänge am Meer Von unserem Ferienhaus bis zum Strand sind es nur ein paar Schritte. Ich kann sie morgens nie schnell genug gehen, weil ich so gespannt bin, was mich erwartet. Es ist immer anders. Und immer überwältigend. (Was man erst richtig sieht, wenn man mal auf die Galerie klickt).     Sonnenaufgänge folgen der Morgendämmerung Die Morgendämmerung ist am Meer ebenfalls nicht ohne. Zumal sie vom Piepsen und Schnattern und Kreischen der Seevögel begleitet wird. Wenn ich am Meer bin, tippe ich am ersten Abend immer Sonnenaufgang + aktueller Ort in die Suchmaschine meines Vertrauens. Und dann stehe ich am folgenden Morgen etwa 20 Min vorher am Strand, um dem …

Klappholttal Sylt

Schnee, der auf Dünen fällt: Wanderung durch das Klappholttal

Das Klappholttal auf Sylt heißt laut Wikipedia seit einiger Zeit nicht mehr Klappholttal. Warum nicht, konnte ich ebenso wenig in Erfahrung bringen wie den aktuellen Namen der Dünenlandschaft zwischen Kampen und List. Das finde ich zwar irgendwie seltsam. Gleichzeitig passt es aber ganz prima zu dieser geheimnisvollen, spröden Naturschönheit, die nicht mehr Klappholttal heißt (und die ich im folgenden der Einfachheit halber trotzdem Klappholttal nennen werde).     Winter im Klappholttal   Eine Wanderung im Klappholttal ist eine feine Sache, weil man auf der gesamten Strecke nichts mit Autos zu tun bekommt. Auf dem Hinweg wandert man am Strand entlang. Und auf dem Rückweg auf der alten Inselbahntrasse, die sich paralell zum Strand durch eine immense, mysteriöse Dünenlandschaft schlängelt. Bei gutem Wetter ist die Inselbahntrasse ein beliebter Radweg. Aber nicht, wenn´s schneit. Denn wenn´s schneit, geht man natürlich lieber zu Fuß. (Ich ja ohnehin. Und als Einzige an diesem Tag.)     Gestartet bin ich in der Westerheide; umgedreht an der Buhne 16. Die Strecke würde ich auf ca. 12 km schätzen. Man kann es …

Klirrendkalte Königin: Sylt im Januar

Alle Jubeljahre hat man auf Sylt im Januar mal das Glück, dass es saukalt ist. Glück schreibe ich, die überhaupt nichts mit Kälte am Hut hat. Doch ich kann die Klarheit gut gebrauchen nach der zuckersüßen, gemütlichen Weihnachtszeit. Und Sylt ist geradezu schockierend schön, wenn sie die Eiskönigin gibt. Das fängt schon an, bevor man überhaupt da ist. Jedenfalls wenn man mit der Fähre von Rømø anreist.     Wir machen das grundsätzlich. Es dauert vielleicht eine halbe Stunde länger. Kostet dafür aber auch nur halb so viel wie der Autozug. Und ist ein Highlight für sich. Beginnend mit dem 10 km langen Damm durchs Wattenmeer, der Rømø mit dem Festland verbindet. (Wer noch nie auf Rømø war, sollte unbedingt ein bisschen Zeit einplanen, um sich den breitesten Strand des Nordens anzusehen.)     Die Fähre benötigt für die Strecke von Rømø nach Sylt 45 Min. Im Januar muss man auf gar keinen Fall vorbuchen. Manchmal hat man das Schiff sogar ganz für sich.     Ein besonderer Moment ist immer, wenn der Ellenbogen in …

Museum Kunst der Westküste: Das Meer zwischen Bergen und Bergen

Wer auf eine Insel reist, will Meer. Wer auf eine nordfriesische Insel reist, will zudem Wetter. Will Sonne. Regen. Wind. Nebel. Niesel. Graupelschauer. Kaum eine Witterung kann Liebhaber der Nordsee von ihren ewig langen Spaziergängen abhalten. Nur manchmal, wenn ein Orkan über das Wattenmeer braust, wenn die Wogen hochgehen und Sandkörner zu Geschossen werden, muss man sich eben doch geschlagen geben. Und das Meer sich selbst überlassen – ein Sturmlied lang.     Auf Amrum oder Sylt geht man dann fein essen oder zieht sich in sein Friesenhäuschen zurück. Auf Föhr hält man sich an die Kunst. Denn auf Föhr heißt es: Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur schlechte Museen.   Das Museum Kunst der Westküste   Obwohl wir Hamburger sind, mögen wir der Sache mit der schönsten Stadt der Welt nie so ganz zustimmen. Wir finden, Hamburg könnte vielleicht die schönste Stadt Norddeutschlands sein – wenn die Hansestädter ein bisschen mehr für die schönen Künste locker machen würden. Aber so wie die Dinge liegen, ist der schönste Ort des Nordens Alkersum auf …

Die Farben von Föhr

Am dritten Tag auf Föhr wache ich auf – und irgendetwas ist anders. Ich brauche einen Moment, bis ich draufkomme: Es ist still. WINDstill. Das ist die Ruhe nach dem Sturm. Ich glaube, nur Nordseekenner wissen, wie friedlich sich das anfühlt. Als ob die Insel sich jetzt ausruht. Also nix wie runter an den Strand. Der Morgen ist sowieso meine Lieblingszeit am Meer. Das Licht ist ganz zart, wenn Nordfriesland sich in Winterfarben kleidet. Das Wasser federgrau, seidenweich.     So ein Sonnenaufgang dauert immer genauso lang, bis man sich richtig auf das Frühstück freut. Wofür wir uns heute aber nicht allzu viel Zeit nehmen wollen. Der Tag ist wie gemacht, um den Strand von Föhr zu erkunden. Föhr hat zwar nur einen einzigen Strand. Aber der ist 15 km lang! Feinsandig und weiß zieht er sich von Wyk nach Utersum. Selbst in der Hochsaison findet man Plätze, an denen man ganz für sich sein kann, haben uns Insulaner erzählt. Im Winter ist das ohnehin kein Problem.     Sogar Nieblum hat man im Winter …

Advent auf Föhr

Föhr ist die größte deutsche Insel ohne Landverbindung. Sie liegt knapp 10 Km vor der Küste Nordnordfrieslands. Die Fähre braucht für die Strecke eine knappe Stunde. Das ist nur ein bisschen schneller als zu Fuß. Oder anders gesagt: Genau das richtige Tempo, um sein Ziel nicht nur physisch sondern auch innerlich zu erreichen. Schneckentempo ist auf Reisen immer empfehlenswert – in der Vorweihnachtszeit aber ganz besonders. Denn Advent bedeutet Ankunft.     Um anzukommen muss man aufbrechen. Fast wäre uns das nicht gelungen. Ein Orkan mit anhaltenden Sturmböen fegte vergangenes Wochenende über Nordfriesland. Etwa 24 Stunden stand in Frage, ob unsere Fähre überhaupt in See stechen würde. Als wir von Hamburg Richtung Dagebüll starteten, wussten wir immer noch nicht bescheid. Ein ganz hervorragender Auftakt für unseren Kurztrip nach Föhr. Mir gefällt es immer, ausnahmsweise etwas nicht im Griff zu haben. Nicht im Griff haben zu können. Dann braucht man es nämlich auch gar nicht krampfhaft zu versuchen. Und es hat auch keinen weiteren Zweck, sich über die Maßen aufzuregen. Sinnvoll ist nur: Loslassen. Eine hilfreiche …

Wangerooge Soul-Weekender

Ein Herbst-Wochenende auf Wangerooge ist gut für die Seele. Früher wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, ausgerechnet in die hektischsten Wochen des Jahres einen Kurztrip zu stopfen. Seit wir bloggen, empfinde ich es genau anders herum. Gerade, wenn man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, tut eine Auszeit richtig gut. Besonders auf einer Mini-Insel. Selbst wer sich langsamer als langsam bewegt, kann Wangerooge in wenigen Stunden erfassen. Da schaltet man automatisch noch einen Gang runter. Wird so langsam, dass die Seele mitkommt. Denn die Seele ist doch selten so schnell wie das Leben. Zu ihrem Takt finden wir ganz gut mit folgenden Slow Four:   1. Fotografieren am Weststrand   Fotografieren hat ja generell mit Achtsamkeit zu tun. Wikipedia sagt über Fokussierung, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird. Das klingt nicht nur wie Mediation. Das fühlt sich auch so an. Der ideale Moment dafür: Gleich nach dem Aufstehen, wenn der Morgen graut.     Die Fotos zeigen Weststrand und Hafen bei Sonnenaufgang. Das Licht ist …