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Jetzt komm ich noch einmal und dann nimmermehr: Olpenitz

Olpenitz

In Olpenitz bei Kappeln entsteht seit einiger Zeit „Deutschlands größter Ferienpark“. So hab ich das neulich gelesen. Allein das Wort Ferienpark deprimiert mich. Beim Ostsee-Resort Olpenitz (noch so ein deprimierendes Wort) kommt hinzu, dass es meinen Lieblingsstrand tangiert. Im geradezu mathematischen – aber mehr noch ideellen Sinne. Das beobachte ich nun schon eine ganze Weile, doch ich kann und kann mich nicht daran gewöhnen.

 

schoenhagen

 

Als meine Welt und ich noch klein waren, endete sie – also die Welt, am Strand von Weidefeld. Konkret an einer Mole, die sich weit in die Ostsee hineinstreckt. Das Dahinter blieb mir Jahrzehnte verborgen. War Marinegelände. Sperrgebiet.  Nicht, dass ich Militärisches so toll fände. Doch gerade, dass man nicht weiterkonnte, setzte ein I-Tüpfelchen auf das Gefühl, sehr weit weg von allem zu sein.

 

Angler

 

Zwischen Weidefeld und der nächsten Stadt liegen zehn Kilometer herrlichster Walachei. Kappeln ist selbst nicht gerade eine Metropole.  Daher war Weidefeld immer leerer als andere Ostseestrände in Schleswig-Holstein. Nicht so zugepflastert mit Strandkörben. Keine Kurtaxe. Richtig Meer eben. Ein sehr guter Ort.

 

Weidefeld: Was macht mein Strand? Was macht die See?

 

Mein ganzes Leben lang bin ich regelmäßig nach Weidefeld gepilgert. Ich dachte, das würde immer so weitergehen. Doch vor ein paar Wochen merkte ich, dass es mir nicht mehr gut tut. Denn seit einigen Jahren wachsen nun Häuser, wo früher gar nichts war. Und von Mal zu Mal sieht es noch etwas schrecklicher aus.

 

Weidefeld

September 2014

 

Jedenfalls für mich, weil ich es eben anders kenne und liebe. Und dass es noch viel schlimmer werden wird, sagen Kräne & Pläne.

 

Olpenitz

Dezember 2016

 

Normalerweise bin ich gar nicht ultra-strikt gegen Entwicklung. Immerhin lebe ich seit 20 Jahren auf St. Pauli, bin also Verdrängung gewöhnt und letztlich ja irgendwie auch ein Teil der Chose. Kein Grund also, selbstgerecht zu werden, wenn es um Ferienparks am Meer geht.  Ich verstehe, dass irgendwie Geld und Arbeit in die Region kommen muss. Und doch…

 

Ostsee

 

Bestimmte Bauprojekte an der Ostsee sind für mich wie das Nichts aus der Unendlichen Geschichte. Dieses Nichts, das alles verschlingt und einem das Gefühl gibt, man sei blind wenn man auf eine befallene Stelle schaut. Wo das Nichts ist, ist kein Loch oder Dunkelheit, sondern einfach „nichts“.

 

Olpenitz: Jetzt komm ich noch einmal. Und dann nimmermehr.

 

Während das Nichts von Michael Ende einen Sog entwickelt, stößt mich das Ostsee-Resort Olpenitz ab. Ich will da nicht hinschauen müssen. Und als ich letztens von Schönhagen nach Weidefeld spazierte, mochte ich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter. Nicht näher ran. Auf einmal konnte ich mir vorstellen, dass ich nie wieder hierher komme. Zumindest aber für längere Zeit. Weil es regelrecht weh tut.

 

Winter

 

Ich glaube nicht, dass mein Widerwille rein nostalgischer Natur ist. Ähnlich gehts mir nämlich auch mit dem Riesen-Hotel in Scharbeutz oder dem Waterfront-Resort auf dem Priwall  – obwohl ich mit beiden Orten nicht weiter verbunden bin. Nein, ich glaube, ich kann einfach eine bestimmte Bauweise nicht ab. Diese kastenartige, hingeklotzte, fürchterlich beengte Nicht-Architektur.  Da wirken selbst die fettesten Luxusimmobilien auf mich ärmlich, geradezu Mario-Barthesque. Und eigentlich ist es am Meer ja anders herum – die einfachsten Hütten werden zu Palästen. So gesehen würde ich sagen, was  zur Zeit vielerorts an der Ostsee wächst, nimmt den Stränden ihre Seele.

 

Buhne

 

Naja. Ferienparks sind wohl immer noch besser als Supergentrifizierung – wie auf Sylt. Supergentrifizierte Gegenden sehen zwar besser aus, sind der Bevölkerung aber quasi komplett entzogen – durch professionelle Spekulanten und Superreiche. (Nicht ganz und gar, weil: die Normalbevölkerung darf immerhin noch mit ihren Steuern die Infrarstruktur finanzieren. Bei Spekulanten und Superreichen ist diesbezüglich ja nicht viel zu holen.) Supergentrifzierung ist also eine ekelhafte Sache. Zu finden in New York, London, Tokio oder eben Nordfriesland. In Olpenitz aber nicht. Darum jetzt mal Else-Kling-Modus off.

 

 

Um fair zu bleiben, muss ich zugeben, dass Weidefeld ein wunderbarer Strand bleibt. Genau wie Olpenitz-Dorf weiterhin niedlich ist. Und die ganze Ecke (abgesehen vom Resort) richtig schön weitläufig und ursprünglich. Falls Du also mal in der Gegend bist, lass Dich nicht von meinem Lamento abhalten, sondern lieber Dein Auto in Schönhagen stehen. Es ist ein hübscher kleiner Spaziergang nach Weidefeld – fernab von Straßen und Verkehrslärm.

 

29 Kommentare

  1. Liebe Stefanie,

    „Diese kastenartige, hingeklotzte, fürchterlich beengte Nicht-Architektur.“ = überall inzwischen und nicht nur am Wasser, auch hier bei uns auf dem Land immer mehr von dieser Sorte.
    Nur noch wenig Individuelles, Hübsches.
    Leider.

    Ich verstehe dich da voll und ganz.

    Liebe Grüße

    Eva

    • Also, furchtbar. Mich schockiert dabei immer so, wie irr-witzig teuer diese Schachtel-Häuser sind. Trotzdem (gerade): Schönen Tag wünsche ich Dir, Stefanie

  2. Tamara Weishaupt-Bülk sagt

    Moin Stefanie,

    wir haben uns Olpenitz letztes Jahr angesehen, alleine dufte man da nicht rein!
    Nur in Begleitung eines Maklers!!!
    Es ist so eng bebaut, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.
    Ich schätze mal 6 m Abstand von Haus zu Haus. So eng, das man eine so dichte Bebauung zugelassen hat, ist mir schleierhaft. Man hätte wirklich etwas tolles aus diesem Stück Erde machen können. Das Ganze ist völlig charmelos, einfach nur traurig. Wäre ja interessant zu wissen, wer davon so profitiert hat.

    Liebe Grüße aus dem supergentrifiziertem Sylt
    Mari

  3. Tina sagt

    Hallo Stefanie,

    wir waren Ende Oktober dort und kamen erst gar nicht aufs Gelände, weil ein Wachposten einem jäh vors Auto sprang. Nur durch unser angedeutetes Interesse an einem dieser Häuser ließ er sich erweichen und wir durften weiterfahren bis zu einer der „Makler-Container“. Man kam sich beim Aussteigen sehr merkwürdig vor und ich hatte das Gefühl, dass man permanent beobachtet wird. Klar – es ist eine riesige Baustelle mit zahlreichen Gefahren, aber ich denke, einem Erwachsenen ist es durchaus zuzutrauen, sich dort zu Fuß zu bewegen, ohne dass gleich ein Unfall passiert.

    Wir steuerten wahllos einen Container an, in dem eine einsame Maklerin an einem PC ein Kartenspiel spielte. Vermutlich waren wir die ersten Menschen, die sie an dem Tag zu Gesicht bekam – es war früher Nachmittag. Erfreut erklärte sie uns dann gleich die kompletten Bauvorhaben, nannte Preise, die man sich als Otto-Normalbürger niemals leisten kann. Ist ja eh nur ein kleiner Teil, der in die Vermietung gehen wird, der Rest wird Eigentümer haben, die dort nichtmal wohnen dürfen – zumindest nicht das ganze Jahr über. Sie war gar nicht mehr zu bremsen, uns das alles zu erklären und deutete aufgeregt in verschiedene Himmelsrichtungen, wo bis jetzt lediglich wenige Gebäude entstanden sind.

    Wir mögen Kappeln und Umgebung sehr gern, haben auf dem Leuchtturm in Falshöft geheiratet – deshalb verfolgen wir immer, was sich dort in der Gegend so tut und wurden durch einen Bericht im TV auf dieses Baugebiet aufmerksam. Wenn man dann schonmal in der Gegend ist, kann man sich das ja mal anschauen. Ich stimme Dir aus ganzem Herzen zu – es wird die Gegend sehr verändern und zwar sehr negativ. Die massive Bebauung und die Folgen daraus werden alles verändern – kein Wunder, dass es so viele Proteste dagegen gab und bestimmt auch noch gibt. Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung sein wird – auf alle Fälle wird es für uns kein Gebiet mehr sein, in dem man sich gern aufhalten mag. Wir werden immer wieder die Ostsee ansteuern, erst recht, wenn wir unseren Lebensabend in unser Traumstadt Hamburg verbringen werden – aber Olpenitz wird gewiss kein Ziel mehr sein. Oder doch – 1x noch, zur Abschreckung – so wie man das auf Mallorca mit dem Ballermann macht – 1x gucken reicht.

    Liebe Grüße aus Südniedersachsen und mit Hamburg im Herzen
    Tina

    • Liebe Tina, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Klingt ja gruselig. Aber hochinteressant. Noch ein Grund mehr, erst mal nicht wieder hinzufahren. Ich finde sehr interessant, dass Ihre „später“ nach Hamburg ziehen wollt. Die meisten träumen ja vom Häuschen am Meer. Finde ich aber einen guten Plan. Durch den Blog habe ich gemerkt, dass mir ein Kurztrip pro Monat irgendwie reicht, um sich pudelwohl zu fühlen – den Rest der Zeit bin ich ganz gern mitten im Leben. Liebe Grüße in den Süden des Nordens, Stefanie

      • Tina sagt

        Hallo Stefanie,

        ein Häuschen am Meer wäre auch schön, wenn der Rest stimmen würde – sprich Infrastruktur, die einem im Alter nicht alle Dinge des täglichen Lebens so unendlich schwer machen. Zur Zeit wohnen wir in einem kleinen Dorf vor den Toren einer Stadt – diese Stadt ist sehr schwer erreichbar, obwohl nur 8 km entfernt. Man kann hier täglich 3x mit einem Bus fahren – zu unmöglichen Zeiten. Wir haben kein Geschäft im Ort – es gibt einfach nix und man ist auf ein Auto angewiesen. Selbst unser Hausarzt im Nachbarort ist für uns mit Öffis nicht erreichbar. Nach zahlreichen und intensiven Hamburgbesuchen stellten wir fest, dass das „unsere“ Stadt ist, wir fühlen uns dort sehr wohl und ich hoffe, wir können unseren Plan umsetzen. Etwa 12 Jahre müssen wir hier noch ausharren, dann ist mein Mann im Rentenalter und wir können hoffentlich noch so etwas wie einen Neustart hinlegen. Bis dahin werden wir versuchen, so viel Zeit wie möglich in unserer Traumstadt zu verbringen und herauszufinden, wo wir uns am wohlsten fühlen könnten.

        Liebe Grüße aus dem Süden des Nordens (hast Du toll ausgedrückt) – heute sogar mal mit Sonne
        Tina

  4. Kurtaxe? Strandkörbe? Resorts? Vage Erinnerungen an meine Kindheit kommen auf; ich habe nie darüber nachgedacht, warum wir – trotz Wohnsitz bei Kiel und später in Angeln – so selten am Strand waren. Ich habe es auch nicht vermisst. Aus reinem Interesse müsste ich mir die Neubaugebiete an der deutschen Ostseeküste nun zwar ansehen; aber nur, um dann auf mein Inselchen zurückzukehren und mich an den leeren, weiten Stränden zu erfreuen. In Dänemark sind sie stolz auf ihre lange, überall zugängliche Küstenlinie und hier auf Møn ist so wenig Infrastruktur, dass man selbst im Hochsommer immer ein einsames Plätzchen finden kann. Hoffentlich bleibt das noch lange so und hoffentlich will keiner deiner Leser jetzt mit einem Strandkorb hier anrücken oder gar hier investieren 🙂

    • Interessant, dass Du das schreibst, Carmen. Den Spaziergang neulich in Weidefeld habe ich nämlich mit meiner Mutter unternommen – und da fiel uns auf, dass wir da noch nie zusammen waren. Es war früher wohl einfach nicht so, dass man großartig die Ostsee vor der Tür nutzte. Inzwischen hat sich das geändert – aber jetzt mögen viele Einheimische im Sommer gar nicht mehr hin, weil viele Strände so brechend voll sind. Da haben es die Dänen viel, viel besser. Man muss nur mal das riesige Jütland (3 Mio Einwohner) mit dem winzigen Schleswig-Holstein vergleichen (inkl Hamburg 4 Mio Einwohner) vergleichen. Eine kleine Insel mit wenig Infrarstruktur bleibt natürlich immer das Optimum 🙂

  5. Moin Stefanie!
    Ich kann Dich sehr gut verstehen, aber geh unserer schönen Landschaft nicht verloren als Gast, Ruhesuchender, Wanderer in den Gedanken, Genießer …versuchs mal mit den Stränden zwischen Kappeln und Flensburg. Die sind noch verschont und meistens sehr ursprünglich. Wollen hoffen und dran arbeiten dass das so bleibt. Viele Grüße vom Meer, Uta Janbeck

    • Hallo Uta – keine Angst, Angeln gehe ich auf gar keinen Fall verloren (Schwansen auch nicht in Gänze). Da würde ich mir ja das Beste nehmen – wir haben uns hier auf dem Blog nämlich schon längst festgelegt, dass es zwischen Kappeln und Flensburg am Schönsten ist. Und ich bin mittlerweile an jedem Strand an der Flensburger Förde gewesen; selbst dem klitzekleinsten. Das ist eine wunderbare Ecke. Ich würde sie sogar perfekt nennen, wenn noch die Fähre von Gelting Mole nach Dänemark fahren würde 🙂 Liebe Grüße hoch zu Euch und vielen Dank fürs Kommentieren, Stefanie

  6. Liebe Stefanie,
    Olpenitz ist so ein Beispiel von vielen, die mich immer wieder umtreiben. Wir wohnen geografisch gesehen recht nah am Meer und obwohl ich das Meer so liebe, fahren wir im Jahr und zwar außerhalb der Saison vielleicht zweimal dort hin. Weil es voll ist und immer voller wird. Weil überall Beton entsteht und die Seele, die diese Fleckchen Erde ausmachen, geraubt wird. Das, was Schleswig-Holstein so besonders macht, wird zunehmend so kommerzialisiert, dass es keine Freude mehr macht, dort zu sein.
    Das Gleiche passiert auf unerträgliche Weise Auf der Freiheit in Schleswig, da ist Berlin noch großzügig gegen verbaut.
    Heute waren wir in Heiligenhaben am Steinwarder, allerdings muss ich hier zugeben, dass es wenigstens einigermaßen geschmackvoll verbaut wurde. Südlich der Gelinge Bucht, nahe Falshöft mit seinem Leuchtturm entsteht auch ein Ressort (mich schüttelt schon dieser Begriff).
    Das schöne Hohlacht wird zunehmend aufgekauft, die kleinen Fischerhäuser abgerissen gegen große Appartementhäuser.

    Außerhalb der Saison sind das Geisterorte. Die Menschen, denen die Umgebung geraubt wurde, die sind gut genug, wenn es im Ressort mal brennt, oder wenn Müll angeschwemmt wird oder tote Vögel eingesammelt werden müssen.

    Ich wette, dass die Heuschrecken so gut wie keine Steuern in die Regionen bringen und das Servicepersonal so minimal bezahlt wird, dass es gar keine Steuern abführen kann. Und das traurige, unser Wirtschaftsminister schenkt diesen Invasoren , ach neun, Investoren, noch Millionen an Förderung, weil Tourismus ja boomen, boomen boomen soll. Irgendwann will genau aus diesem Grund kein Mensch mehr nach Schleswig-Holstein kommen, und jeder fragt sich, warum….

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie Dänemark einen sehr erfolgreichen Tourismus hinbekommt, ohne, dass es irgendwo aufdringlich wirkt. Und das neue dänische Tourismuskonzept zielt genau auf die Kundschaft, die noch in Schleswig-Holstein an der Ostseeküste Urlaub machen. Noch.

    • Tina sagt

      Hallo Kai,
      weisst Du Näheres über das geplante Ressort in der Geltinger Bucht? Das wäre total schade, wenn diese Gegend auch noch verbaut würde. Wir haben 2008 auf dem Leuchtturm geheiratet und wann immer wir dort oben in der Gegend sind, schauen wir am Turm vorbei. Olpenitz hat uns schon abgeschreckt und jetzt soll noch weiter nördlich Ähnliches entstehen?

      Tina – ratlos

    • Lieber Kai, vielen Dank für diesen langen Kommentar. Du bist ja auch so einer, der das Land sehr liebt. Das ist echt stellenweise schwer mit anzusehen. (Nicht umsonst zieht es uns in der Hochsaison öfter in die Holsteinische Schweiz!). Von Heilgenhafen habe ich auch gerade gehört, dass es ganz gut gelungen ist. Vielleicht hat man das aus dem Steinwarder gelernt?! Interessant, dass die Dänen auf die Schleswig-Holsteiner abzielen – gegen die unendlichen Küsten dort kann ja so schnell niemand anstinken. Ein Negativbeispiel haben die Dänen aber auch, finde ich. Römö wurde ziemlich verschandelt in den letzten Jahren. Aber es fällt natürlich nicht weiter ins Gewicht, wenn noch hunderte Kilometer Superstrand folgen. Ich geh jetzt mal Falshöft googlen….. Schönes Wochenende, Stefanie

  7. Der eigentliche Charme Schleswig-Holsteins ist doch die schlichte aber gemütlich-romantische Architektur gepaart mit dem fordernden Klima und den speziellen Menschen, da werden, wie du sagst, – die einfachsten Hütten werden zu Palästen.
    Gesichtslose Hütten in abgesperrte Ghettos zu setzen ist sowas von un-schleswig-holsteinisch im eigentlichen Sinne, dass einem vor Empörung die Spucke wegbleiben kann. Ich bin da wirklich recht strikt.
    Die vorher-nachher-Bilder (oder besser Anfang-mittendrin?) haben dafür gesorgt, dass eine kalte Klaue mein Herz umklammert hat.
    Gruselig.

    Liebe Grüße aus Mittenmang, Oli

    • Ja, Oli, mittenmang ist nicht schlecht. Hab ich schon öfter gedacht bei Euch in der Gegend. Das vorher-nachher-Bild ist eigentlich ein mittendrin1 – mittendrin2 Bild. Am Anfang war das wirklich Nichts. Gar nichts. Über die Begrifflichkeit „forderndes Klima“ freue ich mich gerade sehr 🙂

  8. stumm sagt

    Ach Steffi,wenn Das bloß in Olpenitz so schrecklich wäre!!Hast du dir schon mal die Hafenspitze und Hafenbebauung in Eckernförde angesehen?Und nun will die Stadtverwaltung auch noch die Bebauung des anderen Ufers als Fortschritt verkaufen.Und auch vor der dänischen Westküste machen die Resorts keinen Halt.Aber ein kleiner Trost:auch im Hochsommer ist Oehe manchmal so wie in meiner Kindheit-zumindest in der Woche.Ganz liebe Grüße Erika

    • Liebe Erika, das muss ich mir beides mal wieder ansehen… Eckernförde wie Oehe. Da war ich übrigens zum letzten Mal vor Jahren mit „Leni & Erni“. Es ist mein letztes Bild von den beiden zusammen und mir ganz stark in Erinnerung. Wie sie da nebeneinander auf einer Bank sitzen. Liebe Grüße zurück, Steffi

    • Aber immerhin bist Du nicht so strikt dagegen wie ich 🙂 Schön, dass man mal eine andere Meinung liest. Ich hab schon ordentlich hin- und hergedacht, ob meine Abwehr nur daher rührt, dass ich die Gegend eben anders kenne. Wird wohl so sein. Liebe Grüße, Stefanie

  9. Es spricht ja eigentlich nichts dagegen, einen aufgegebenen Marinehafen, der baulich auch nicht schön war, weiterzuentwickeln. Kleine Ferienhäuser, alles nicht so groß, eine schöne Infrastruktur und unter dem Schutz von Strand und Natur. Jetzt werden dort aber Wohnblöcke über 4 Etagen mit 26 Wohneinheiten gebaut. Der Anblick auf dem Bild von Dezember 2016 ist da noch harmlos. Die Anwohner haben erfolglos dagegen geklagt, der Bebauungsplan der Gemeinde ist so unprofessionell und lückenhaft, dass dies bei einer „Einzelhausbebauung im skandinavischen Stil“ (so heißt es dort) möglich ist. Es ist eine Schande, dass dies nicht verhindert werden konnte. Die Gemeinde sieht nur die Einnahmen der Zweitwohnsitzsteuer und lässt „Einzelhäuser“ mit 26 Wohnungen zu. Es sind noch weitere solcher Blöcke geplant, ebenso ein Schwimmbad für diese Blöcke.

  10. Olpenitz ist ein Ghetto für Reiche geworden: Keine Infrastruktur, keine Bäume, zum Brötchenholen braucht man ein Auto. Dafür liegt die eigene Segelyacht in Sichtweite und ein paar Tümmler spielen im Hafenbecken. Aber der stete Sandflug macht die Scheiben der Häuser blind, das Heizen mit Strom kostet jährlich ein Vermögen. Selbst nutzen kann der Eigentümer sein Haus oder Wohnung nur 30 Tage im Jahr, ansonsten muss er die Umsatz-/Mehrwertsteuer auf den Kaufpreis entrichten. Bei Preisen zwischen 300 Tsd. € und 1,2 Mio. € pro Einheit ist das ein nicht zu unterschätzender Effekt.

    Ist das wirklich begehrenswert? Will man wirklich tauschen? Sollen die doch unter ihresgleichen bleiben. Man kann/sollte/muss dieses Ghetto ganz einfach im Kopf ausblenden. Stattdessen laufen wir durch’s Geltinger Birk, hoffen, gelegentlich mal die dort lebenden Wildpferde zu sehen, und wünschen uns, dass das in Sichtweite liegende Dänemark niemals den Fehler begeht, Land und / oder Häuser an die Deutschen zu verkaufen. Sonst wird das ähnlich enden wie in Sylt oder Olpenitz.

    • Lieber Arnd, vielen Dank für Deinen Kommentar. Es ist schon erstaunlich – so viele Infos und Meinungen kommen hier zusammen und bisher gab es nur einen unentschiedenen. Alle anderen finden das neue Olpenitz genauso schrecklich wie ich. Man muss wohl wirklich zukünftig einen Bogen um die Ecke machen. Liebe Grüße, Stefanie

      PS.: Die Geltinger Birk gehört auch zu meinem Lieblingen.

  11. Ich bin auch eine Liebhaberin der Geltinger Birk, die Pferde haben wir dort schon oft gesehen. Hoffentlich bleibt dieses Stück Landschaft erhalten, so wie es ist. Die zauberhafte Mühle, die Vogelvielfalt, die Pferde – das alles muss unbedingt so bleiben.

  12. Holger Braun sagt

    Die Infos, die hier zusammenkommen, sind leider nicht immer ganz korrekt. Wer heizt denn noch mit Strom? Aus die Eigennutzung ist Unsinn, dies gilt z.B. auf der gesamten Nordmole nicht. Hier wird auch nicht unbedingt vermietet. Und wer für 200 m zum Brötchenholen ein Auto nimmt, ist auch außerhalb von Olpenitz ein Umweltsünder.Das hat doch nichts mit der Bebauung zu tun. Viel schlimmer als die Einzel- oder Doppelhäuser (die schöner sind als die ganzen Kasernen, die sich vorher nur niemand anschauen konnte) sind diese riesigen Bauprojekte wie das Bollwark mit 26 Wohneinheiten, die auf der Nordmole entstehen. Die kleinen Ferienhäuser sind nicht das Problem

    • Fakt ist: Von der Mole (mit dem sinnigen Straßennamen „Auf der Ostsee“) zum Bäcker in Ellenberg sind es im Mittel 6 km. Und die überwiegend verbauten Wärmepumpen brauchen Strom, viel Strom. Denn ähnlich wie ein Leuchtturm kühlen die exponiert platzierten Häuser schnell aus. Aber da man sie eh nicht ganzjährig bewohnen darf, fällt das vielleicht nicht ganz so in’s Gewicht.

      Nur schade, dass man offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt hat – siehe Damp. Aber vielleicht müssen sich Lokalpolitiker auf diese Weise stets ein Denkmal setzen, Schön, dass man an anderen Stellen der Küste weiter denkt.

  13. Holger Braun sagt

    Klar, und zum Bäcker in Hamburg oder Berlin ist es noch weiter. 😉 Aber warum nach Ellenberg fahren wenn es doch einen Bäckerwagen an der Pforte dort gibt? Dazu kommt ja noch die Bäckerei, die am Hafen in den Edekamarkt gebaut wird. Dieser wird 2018 eröffnet. Und das sind nur ein paar hundert Meter. Vorwiegend sind übrigens Gasheizungen verbaut und glücklicherweise ist ein Wohnhaus in der Regel besser isoliert als ein Leuchtturm. Ich bin der Meinung, dass ein „sensibler“ Tourismus in der Region nicht schlechter ist als die vorher verfallenden Bauruinen der aufgegeben Kaserne. Aber von „sensibel“ kann ja hier leider keine Rede mehr sein. Dies riesigen Betonklötze, die jetzt erst erreichtet werden, zerstören den gesamten Blick und konzentrieren viel zu viele Urlaubsgäste auf einen zu kleinen Raum. Auf die Grundstücke von zwei Wohneinheiten werden jetzt 26 Wohneinheiten gequetscht, entsprechend viel Verkehr, Besucher und Abfall wird entstehen. Das ist das Problem und nicht eine niedriggeschossige Einzelhausbebauung. Dagegen haben auch die Anwohner und jetzigen Hausbesitzer geklagt. Leider fehlt der Stadt der Weitblick, eine solche Gegend ausreichend zu schützen.

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