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Jetzt komm ich noch einmal und dann nimmermehr: Olpenitz

Olpenitz

In Olpenitz bei Kappeln entsteht seit einiger Zeit „Deutschlands größter Ferienpark“. So hab ich das neulich gelesen. Allein das Wort Ferienpark deprimiert mich. Beim Ostsee-Resort Olpenitz (noch so ein deprimierendes Wort) kommt hinzu, dass es meinen Lieblingsstrand tangiert. Im geradezu mathematischen – aber mehr noch ideellen Sinne. Das beobachte ich nun schon eine ganze Weile, doch ich kann und kann mich nicht daran gewöhnen.

 

schoenhagen

 

Als meine Welt und ich noch klein waren, endete sie – also die Welt, am Strand von Weidefeld. Konkret an einer Mole, die sich weit in die Ostsee hineinstreckt. Das Dahinter blieb mir Jahrzehnte verborgen. War Marinegelände. Sperrgebiet.  Nicht, dass ich Militärisches so toll fände. Doch gerade, dass man nicht weiterkonnte, setzte ein I-Tüpfelchen auf das Gefühl, sehr weit weg von allem zu sein.

 

Angler

 

Zwischen Weidefeld und der nächsten Stadt liegen zehn Kilometer herrlichster Walachei. Kappeln ist selbst nicht gerade eine Metropole.  Daher war Weidefeld immer leerer als andere Ostseestrände in Schleswig-Holstein. Nicht so zugepflastert mit Strandkörben. Keine Kurtaxe. Richtig Meer eben. Ein sehr guter Ort.

 

Weidefeld: Was macht mein Strand? Was macht die See?

 

Mein ganzes Leben lang bin ich regelmäßig nach Weidefeld gepilgert. Ich dachte, das würde immer so weitergehen. Doch vor ein paar Wochen merkte ich, dass es mir nicht mehr gut tut. Denn seit einigen Jahren wachsen nun Häuser, wo früher gar nichts war. Und von Mal zu Mal sieht es noch etwas schrecklicher aus.

 

Weidefeld

September 2014

 

Jedenfalls für mich, weil ich es eben anders kenne und liebe. Und dass es noch viel schlimmer werden wird, sagen Kräne & Pläne.

 

Olpenitz

Dezember 2016

 

Normalerweise bin ich gar nicht ultra-strikt gegen Entwicklung. Immerhin lebe ich seit 20 Jahren auf St. Pauli, bin also Verdrängung gewöhnt und letztlich ja irgendwie auch ein Teil der Chose. Kein Grund also, selbstgerecht zu werden, wenn es um Ferienparks am Meer geht.  Ich verstehe, dass irgendwie Geld und Arbeit in die Region kommen muss. Und doch…

 

Ostsee

 

Bestimmte Bauprojekte an der Ostsee sind für mich wie das Nichts aus der Unendlichen Geschichte. Dieses Nichts, das alles verschlingt und einem das Gefühl gibt, man sei blind wenn man auf eine befallene Stelle schaut. Wo das Nichts ist, ist kein Loch oder Dunkelheit, sondern einfach „nichts“.

 

Olpenitz: Jetzt komm ich noch einmal. Und dann nimmermehr.

 

Während das Nichts von Michael Ende einen Sog entwickelt, stößt mich das Ostsee-Resort Olpenitz ab. Ich will da nicht hinschauen müssen. Und als ich letztens von Schönhagen nach Weidefeld spazierte, mochte ich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter. Nicht näher ran. Auf einmal konnte ich mir vorstellen, dass ich nie wieder hierher komme. Zumindest aber für längere Zeit. Weil es regelrecht weh tut.

 

Winter

 

Ich glaube nicht, dass mein Widerwille rein nostalgischer Natur ist. Ähnlich gehts mir nämlich auch mit dem Riesen-Hotel in Scharbeutz oder dem Waterfront-Resort auf dem Priwall  – obwohl ich mit beiden Orten nicht weiter verbunden bin. Nein, ich glaube, ich kann einfach eine bestimmte Bauweise nicht ab. Diese kastenartige, hingeklotzte, fürchterlich beengte Nicht-Architektur.  Da wirken selbst die fettesten Luxusimmobilien auf mich ärmlich, geradezu Mario-Barthesque. Und eigentlich ist es am Meer ja anders herum – die einfachsten Hütten werden zu Palästen. So gesehen würde ich sagen, was  zur Zeit vielerorts an der Ostsee wächst, nimmt den Stränden ihre Seele.

 

Buhne

 

Naja. Ferienparks sind wohl immer noch besser als Supergentrifizierung – wie auf Sylt. Supergentrifizierte Gegenden sehen zwar besser aus, sind der Bevölkerung aber quasi komplett entzogen – durch professionelle Spekulanten und Superreiche. (Nicht ganz und gar, weil: die Normalbevölkerung darf immerhin noch mit ihren Steuern die Infrarstruktur finanzieren. Bei Spekulanten und Superreichen ist diesbezüglich ja nicht viel zu holen.) Supergentrifzierung ist also eine ekelhafte Sache. Zu finden in New York, London, Tokio oder eben Nordfriesland. In Olpenitz aber nicht. Darum jetzt mal Else-Kling-Modus off.

 

 

Um fair zu bleiben, muss ich zugeben, dass Weidefeld ein wunderbarer Strand bleibt. Genau wie Olpenitz-Dorf weiterhin niedlich ist. Und die ganze Ecke (abgesehen vom Resort) richtig schön weitläufig und ursprünglich. Falls Du also mal in der Gegend bist, lass Dich nicht von meinem Lamento abhalten, sondern lieber Dein Auto in Schönhagen stehen. Es ist ein hübscher kleiner Spaziergang nach Weidefeld – fernab von Straßen und Verkehrslärm.

 

67 Kommentare

  1. Liebe Stefanie,

    „Diese kastenartige, hingeklotzte, fürchterlich beengte Nicht-Architektur.“ = überall inzwischen und nicht nur am Wasser, auch hier bei uns auf dem Land immer mehr von dieser Sorte.
    Nur noch wenig Individuelles, Hübsches.
    Leider.

    Ich verstehe dich da voll und ganz.

    Liebe Grüße

    Eva

    • Also, furchtbar. Mich schockiert dabei immer so, wie irr-witzig teuer diese Schachtel-Häuser sind. Trotzdem (gerade): Schönen Tag wünsche ich Dir, Stefanie

  2. Tamara Weishaupt-Bülk sagt

    Moin Stefanie,

    wir haben uns Olpenitz letztes Jahr angesehen, alleine dufte man da nicht rein!
    Nur in Begleitung eines Maklers!!!
    Es ist so eng bebaut, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.
    Ich schätze mal 6 m Abstand von Haus zu Haus. So eng, das man eine so dichte Bebauung zugelassen hat, ist mir schleierhaft. Man hätte wirklich etwas tolles aus diesem Stück Erde machen können. Das Ganze ist völlig charmelos, einfach nur traurig. Wäre ja interessant zu wissen, wer davon so profitiert hat.

    Liebe Grüße aus dem supergentrifiziertem Sylt
    Mari

  3. Tina sagt

    Hallo Stefanie,

    wir waren Ende Oktober dort und kamen erst gar nicht aufs Gelände, weil ein Wachposten einem jäh vors Auto sprang. Nur durch unser angedeutetes Interesse an einem dieser Häuser ließ er sich erweichen und wir durften weiterfahren bis zu einer der „Makler-Container“. Man kam sich beim Aussteigen sehr merkwürdig vor und ich hatte das Gefühl, dass man permanent beobachtet wird. Klar – es ist eine riesige Baustelle mit zahlreichen Gefahren, aber ich denke, einem Erwachsenen ist es durchaus zuzutrauen, sich dort zu Fuß zu bewegen, ohne dass gleich ein Unfall passiert.

    Wir steuerten wahllos einen Container an, in dem eine einsame Maklerin an einem PC ein Kartenspiel spielte. Vermutlich waren wir die ersten Menschen, die sie an dem Tag zu Gesicht bekam – es war früher Nachmittag. Erfreut erklärte sie uns dann gleich die kompletten Bauvorhaben, nannte Preise, die man sich als Otto-Normalbürger niemals leisten kann. Ist ja eh nur ein kleiner Teil, der in die Vermietung gehen wird, der Rest wird Eigentümer haben, die dort nichtmal wohnen dürfen – zumindest nicht das ganze Jahr über. Sie war gar nicht mehr zu bremsen, uns das alles zu erklären und deutete aufgeregt in verschiedene Himmelsrichtungen, wo bis jetzt lediglich wenige Gebäude entstanden sind.

    Wir mögen Kappeln und Umgebung sehr gern, haben auf dem Leuchtturm in Falshöft geheiratet – deshalb verfolgen wir immer, was sich dort in der Gegend so tut und wurden durch einen Bericht im TV auf dieses Baugebiet aufmerksam. Wenn man dann schonmal in der Gegend ist, kann man sich das ja mal anschauen. Ich stimme Dir aus ganzem Herzen zu – es wird die Gegend sehr verändern und zwar sehr negativ. Die massive Bebauung und die Folgen daraus werden alles verändern – kein Wunder, dass es so viele Proteste dagegen gab und bestimmt auch noch gibt. Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung sein wird – auf alle Fälle wird es für uns kein Gebiet mehr sein, in dem man sich gern aufhalten mag. Wir werden immer wieder die Ostsee ansteuern, erst recht, wenn wir unseren Lebensabend in unser Traumstadt Hamburg verbringen werden – aber Olpenitz wird gewiss kein Ziel mehr sein. Oder doch – 1x noch, zur Abschreckung – so wie man das auf Mallorca mit dem Ballermann macht – 1x gucken reicht.

    Liebe Grüße aus Südniedersachsen und mit Hamburg im Herzen
    Tina

    • Liebe Tina, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Klingt ja gruselig. Aber hochinteressant. Noch ein Grund mehr, erst mal nicht wieder hinzufahren. Ich finde sehr interessant, dass Ihre „später“ nach Hamburg ziehen wollt. Die meisten träumen ja vom Häuschen am Meer. Finde ich aber einen guten Plan. Durch den Blog habe ich gemerkt, dass mir ein Kurztrip pro Monat irgendwie reicht, um sich pudelwohl zu fühlen – den Rest der Zeit bin ich ganz gern mitten im Leben. Liebe Grüße in den Süden des Nordens, Stefanie

      • Tina sagt

        Hallo Stefanie,

        ein Häuschen am Meer wäre auch schön, wenn der Rest stimmen würde – sprich Infrastruktur, die einem im Alter nicht alle Dinge des täglichen Lebens so unendlich schwer machen. Zur Zeit wohnen wir in einem kleinen Dorf vor den Toren einer Stadt – diese Stadt ist sehr schwer erreichbar, obwohl nur 8 km entfernt. Man kann hier täglich 3x mit einem Bus fahren – zu unmöglichen Zeiten. Wir haben kein Geschäft im Ort – es gibt einfach nix und man ist auf ein Auto angewiesen. Selbst unser Hausarzt im Nachbarort ist für uns mit Öffis nicht erreichbar. Nach zahlreichen und intensiven Hamburgbesuchen stellten wir fest, dass das „unsere“ Stadt ist, wir fühlen uns dort sehr wohl und ich hoffe, wir können unseren Plan umsetzen. Etwa 12 Jahre müssen wir hier noch ausharren, dann ist mein Mann im Rentenalter und wir können hoffentlich noch so etwas wie einen Neustart hinlegen. Bis dahin werden wir versuchen, so viel Zeit wie möglich in unserer Traumstadt zu verbringen und herauszufinden, wo wir uns am wohlsten fühlen könnten.

        Liebe Grüße aus dem Süden des Nordens (hast Du toll ausgedrückt) – heute sogar mal mit Sonne
        Tina

  4. Kurtaxe? Strandkörbe? Resorts? Vage Erinnerungen an meine Kindheit kommen auf; ich habe nie darüber nachgedacht, warum wir – trotz Wohnsitz bei Kiel und später in Angeln – so selten am Strand waren. Ich habe es auch nicht vermisst. Aus reinem Interesse müsste ich mir die Neubaugebiete an der deutschen Ostseeküste nun zwar ansehen; aber nur, um dann auf mein Inselchen zurückzukehren und mich an den leeren, weiten Stränden zu erfreuen. In Dänemark sind sie stolz auf ihre lange, überall zugängliche Küstenlinie und hier auf Møn ist so wenig Infrastruktur, dass man selbst im Hochsommer immer ein einsames Plätzchen finden kann. Hoffentlich bleibt das noch lange so und hoffentlich will keiner deiner Leser jetzt mit einem Strandkorb hier anrücken oder gar hier investieren 🙂

    • Interessant, dass Du das schreibst, Carmen. Den Spaziergang neulich in Weidefeld habe ich nämlich mit meiner Mutter unternommen – und da fiel uns auf, dass wir da noch nie zusammen waren. Es war früher wohl einfach nicht so, dass man großartig die Ostsee vor der Tür nutzte. Inzwischen hat sich das geändert – aber jetzt mögen viele Einheimische im Sommer gar nicht mehr hin, weil viele Strände so brechend voll sind. Da haben es die Dänen viel, viel besser. Man muss nur mal das riesige Jütland (3 Mio Einwohner) mit dem winzigen Schleswig-Holstein vergleichen (inkl Hamburg 4 Mio Einwohner) vergleichen. Eine kleine Insel mit wenig Infrarstruktur bleibt natürlich immer das Optimum 🙂

  5. Moin Stefanie!
    Ich kann Dich sehr gut verstehen, aber geh unserer schönen Landschaft nicht verloren als Gast, Ruhesuchender, Wanderer in den Gedanken, Genießer …versuchs mal mit den Stränden zwischen Kappeln und Flensburg. Die sind noch verschont und meistens sehr ursprünglich. Wollen hoffen und dran arbeiten dass das so bleibt. Viele Grüße vom Meer, Uta Janbeck

    • Hallo Uta – keine Angst, Angeln gehe ich auf gar keinen Fall verloren (Schwansen auch nicht in Gänze). Da würde ich mir ja das Beste nehmen – wir haben uns hier auf dem Blog nämlich schon längst festgelegt, dass es zwischen Kappeln und Flensburg am Schönsten ist. Und ich bin mittlerweile an jedem Strand an der Flensburger Förde gewesen; selbst dem klitzekleinsten. Das ist eine wunderbare Ecke. Ich würde sie sogar perfekt nennen, wenn noch die Fähre von Gelting Mole nach Dänemark fahren würde 🙂 Liebe Grüße hoch zu Euch und vielen Dank fürs Kommentieren, Stefanie

  6. Liebe Stefanie,
    Olpenitz ist so ein Beispiel von vielen, die mich immer wieder umtreiben. Wir wohnen geografisch gesehen recht nah am Meer und obwohl ich das Meer so liebe, fahren wir im Jahr und zwar außerhalb der Saison vielleicht zweimal dort hin. Weil es voll ist und immer voller wird. Weil überall Beton entsteht und die Seele, die diese Fleckchen Erde ausmachen, geraubt wird. Das, was Schleswig-Holstein so besonders macht, wird zunehmend so kommerzialisiert, dass es keine Freude mehr macht, dort zu sein.
    Das Gleiche passiert auf unerträgliche Weise Auf der Freiheit in Schleswig, da ist Berlin noch großzügig gegen verbaut.
    Heute waren wir in Heiligenhaben am Steinwarder, allerdings muss ich hier zugeben, dass es wenigstens einigermaßen geschmackvoll verbaut wurde. Südlich der Gelinge Bucht, nahe Falshöft mit seinem Leuchtturm entsteht auch ein Ressort (mich schüttelt schon dieser Begriff).
    Das schöne Hohlacht wird zunehmend aufgekauft, die kleinen Fischerhäuser abgerissen gegen große Appartementhäuser.

    Außerhalb der Saison sind das Geisterorte. Die Menschen, denen die Umgebung geraubt wurde, die sind gut genug, wenn es im Ressort mal brennt, oder wenn Müll angeschwemmt wird oder tote Vögel eingesammelt werden müssen.

    Ich wette, dass die Heuschrecken so gut wie keine Steuern in die Regionen bringen und das Servicepersonal so minimal bezahlt wird, dass es gar keine Steuern abführen kann. Und das traurige, unser Wirtschaftsminister schenkt diesen Invasoren , ach neun, Investoren, noch Millionen an Förderung, weil Tourismus ja boomen, boomen boomen soll. Irgendwann will genau aus diesem Grund kein Mensch mehr nach Schleswig-Holstein kommen, und jeder fragt sich, warum….

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie Dänemark einen sehr erfolgreichen Tourismus hinbekommt, ohne, dass es irgendwo aufdringlich wirkt. Und das neue dänische Tourismuskonzept zielt genau auf die Kundschaft, die noch in Schleswig-Holstein an der Ostseeküste Urlaub machen. Noch.

    • Tina sagt

      Hallo Kai,
      weisst Du Näheres über das geplante Ressort in der Geltinger Bucht? Das wäre total schade, wenn diese Gegend auch noch verbaut würde. Wir haben 2008 auf dem Leuchtturm geheiratet und wann immer wir dort oben in der Gegend sind, schauen wir am Turm vorbei. Olpenitz hat uns schon abgeschreckt und jetzt soll noch weiter nördlich Ähnliches entstehen?

      Tina – ratlos

    • Lieber Kai, vielen Dank für diesen langen Kommentar. Du bist ja auch so einer, der das Land sehr liebt. Das ist echt stellenweise schwer mit anzusehen. (Nicht umsonst zieht es uns in der Hochsaison öfter in die Holsteinische Schweiz!). Von Heilgenhafen habe ich auch gerade gehört, dass es ganz gut gelungen ist. Vielleicht hat man das aus dem Steinwarder gelernt?! Interessant, dass die Dänen auf die Schleswig-Holsteiner abzielen – gegen die unendlichen Küsten dort kann ja so schnell niemand anstinken. Ein Negativbeispiel haben die Dänen aber auch, finde ich. Römö wurde ziemlich verschandelt in den letzten Jahren. Aber es fällt natürlich nicht weiter ins Gewicht, wenn noch hunderte Kilometer Superstrand folgen. Ich geh jetzt mal Falshöft googlen….. Schönes Wochenende, Stefanie

  7. Der eigentliche Charme Schleswig-Holsteins ist doch die schlichte aber gemütlich-romantische Architektur gepaart mit dem fordernden Klima und den speziellen Menschen, da werden, wie du sagst, – die einfachsten Hütten werden zu Palästen.
    Gesichtslose Hütten in abgesperrte Ghettos zu setzen ist sowas von un-schleswig-holsteinisch im eigentlichen Sinne, dass einem vor Empörung die Spucke wegbleiben kann. Ich bin da wirklich recht strikt.
    Die vorher-nachher-Bilder (oder besser Anfang-mittendrin?) haben dafür gesorgt, dass eine kalte Klaue mein Herz umklammert hat.
    Gruselig.

    Liebe Grüße aus Mittenmang, Oli

    • Ja, Oli, mittenmang ist nicht schlecht. Hab ich schon öfter gedacht bei Euch in der Gegend. Das vorher-nachher-Bild ist eigentlich ein mittendrin1 – mittendrin2 Bild. Am Anfang war das wirklich Nichts. Gar nichts. Über die Begrifflichkeit „forderndes Klima“ freue ich mich gerade sehr 🙂

  8. stumm sagt

    Ach Steffi,wenn Das bloß in Olpenitz so schrecklich wäre!!Hast du dir schon mal die Hafenspitze und Hafenbebauung in Eckernförde angesehen?Und nun will die Stadtverwaltung auch noch die Bebauung des anderen Ufers als Fortschritt verkaufen.Und auch vor der dänischen Westküste machen die Resorts keinen Halt.Aber ein kleiner Trost:auch im Hochsommer ist Oehe manchmal so wie in meiner Kindheit-zumindest in der Woche.Ganz liebe Grüße Erika

    • Liebe Erika, das muss ich mir beides mal wieder ansehen… Eckernförde wie Oehe. Da war ich übrigens zum letzten Mal vor Jahren mit „Leni & Erni“. Es ist mein letztes Bild von den beiden zusammen und mir ganz stark in Erinnerung. Wie sie da nebeneinander auf einer Bank sitzen. Liebe Grüße zurück, Steffi

    • Frank sagt

      Kam 1980 als Soldat nach Eckernförde und fand es dermaßen schön das ich mir eine kleine Wohnung in der Stadt nahm und , egal wo ich stationiert war , immer “ nach Hause “ fuhr .
      Jetzt , 39 Jahre später , schaue ich vom Petersberg auf eine von Bausünden verschandelte und von Touristen überrannte Stadt in der es einfach keinen Spaß mehr macht zu leben . Der Charme den Eckernförde einst hatte ist seit vielen Jahren wie weg geblasen, Strand Besuche im Sommer werden auf die Nachtstunden beschränkt weil sonst überlaufen , Einkäufe in rasender Geschwindigkeit erledigt um schnell wieder der Touristen Massen zu entkommen usw und so weiter . ???
      Aber wo soll man noch hin ? Kappeln entwickelt sich doch auch in die Richtung ….
      Ein Kollege von mir hatte vor einem Jahr dermaßen die Schnauze voll das er sich ein Häuschen in Dänemark gekauft hat. War neulich mal bei ihm zum Besuch . Ich schaute in den Himmel und dachte : Noch 6 Jahre. Dann bin ich hier auch weg .

      LG Frank aus Eckernförde

      • Lieber Frank, die Gedankengänge kann ich gut verstehen. Zumal es immer heißt, Eckernförde sei unglaublich teuer geworden. Aus meiner (Hamburger) Warte hast Du es aber noch recht gut erwischt. Auf dem Dänischen Wohld, an der Schlei, in Schwansen oder den Hüttener Bergen gibt es noch einige relativ verschwiegene Ecken. Natürlich – gegen die Freiheit in Dänemark ist das Nichts. Da zu leben stelle ich mir auch unbedingt großartig vor. Wir sind echt viel zu viele… die ans Meer wollen. Andererseits: so lernt man den (ruhigeren) Winter lieben. Vielen Dank für Deinen Kommentar und liebe Grüße, Stefanie

    • Aber immerhin bist Du nicht so strikt dagegen wie ich 🙂 Schön, dass man mal eine andere Meinung liest. Ich hab schon ordentlich hin- und hergedacht, ob meine Abwehr nur daher rührt, dass ich die Gegend eben anders kenne. Wird wohl so sein. Liebe Grüße, Stefanie

  9. Es spricht ja eigentlich nichts dagegen, einen aufgegebenen Marinehafen, der baulich auch nicht schön war, weiterzuentwickeln. Kleine Ferienhäuser, alles nicht so groß, eine schöne Infrastruktur und unter dem Schutz von Strand und Natur. Jetzt werden dort aber Wohnblöcke über 4 Etagen mit 26 Wohneinheiten gebaut. Der Anblick auf dem Bild von Dezember 2016 ist da noch harmlos. Die Anwohner haben erfolglos dagegen geklagt, der Bebauungsplan der Gemeinde ist so unprofessionell und lückenhaft, dass dies bei einer „Einzelhausbebauung im skandinavischen Stil“ (so heißt es dort) möglich ist. Es ist eine Schande, dass dies nicht verhindert werden konnte. Die Gemeinde sieht nur die Einnahmen der Zweitwohnsitzsteuer und lässt „Einzelhäuser“ mit 26 Wohnungen zu. Es sind noch weitere solcher Blöcke geplant, ebenso ein Schwimmbad für diese Blöcke.

  10. Olpenitz ist ein Ghetto für Reiche geworden: Keine Infrastruktur, keine Bäume, zum Brötchenholen braucht man ein Auto. Dafür liegt die eigene Segelyacht in Sichtweite und ein paar Tümmler spielen im Hafenbecken. Aber der stete Sandflug macht die Scheiben der Häuser blind, das Heizen mit Strom kostet jährlich ein Vermögen. Selbst nutzen kann der Eigentümer sein Haus oder Wohnung nur 30 Tage im Jahr, ansonsten muss er die Umsatz-/Mehrwertsteuer auf den Kaufpreis entrichten. Bei Preisen zwischen 300 Tsd. € und 1,2 Mio. € pro Einheit ist das ein nicht zu unterschätzender Effekt.

    Ist das wirklich begehrenswert? Will man wirklich tauschen? Sollen die doch unter ihresgleichen bleiben. Man kann/sollte/muss dieses Ghetto ganz einfach im Kopf ausblenden. Stattdessen laufen wir durch’s Geltinger Birk, hoffen, gelegentlich mal die dort lebenden Wildpferde zu sehen, und wünschen uns, dass das in Sichtweite liegende Dänemark niemals den Fehler begeht, Land und / oder Häuser an die Deutschen zu verkaufen. Sonst wird das ähnlich enden wie in Sylt oder Olpenitz.

    • Lieber Arnd, vielen Dank für Deinen Kommentar. Es ist schon erstaunlich – so viele Infos und Meinungen kommen hier zusammen und bisher gab es nur einen unentschiedenen. Alle anderen finden das neue Olpenitz genauso schrecklich wie ich. Man muss wohl wirklich zukünftig einen Bogen um die Ecke machen. Liebe Grüße, Stefanie

      PS.: Die Geltinger Birk gehört auch zu meinem Lieblingen.

    • Grit R. sagt

      Habe für Herbst in Ostseeressort Olpenitz gebucht (schwimmendes Ferienhaus ) aber wenn ich jetzt hier diese ganzen Kommentare lese kann ein die Lust ja schon jetzt vergehen wäre echt schade

      • Liebe Grit,

        das hat bestimmt auch damit zu tun, ob man die Gegend anders kennen (lieben) gelernt hat.
        Lass Dir die Vorfreude nicht verderben – und falls Du vor Ort dann tatsächlich einiges ähnlich empfindest, brauchst Du in jede Richtung nur ein paar Schritte bzw. Schwimmzüge tun, um die größten Herrlichkeit zu sein.

        Ganz liebe Grüße

        Stefanie

  11. Ich bin auch eine Liebhaberin der Geltinger Birk, die Pferde haben wir dort schon oft gesehen. Hoffentlich bleibt dieses Stück Landschaft erhalten, so wie es ist. Die zauberhafte Mühle, die Vogelvielfalt, die Pferde – das alles muss unbedingt so bleiben.

  12. Holger Braun sagt

    Die Infos, die hier zusammenkommen, sind leider nicht immer ganz korrekt. Wer heizt denn noch mit Strom? Aus die Eigennutzung ist Unsinn, dies gilt z.B. auf der gesamten Nordmole nicht. Hier wird auch nicht unbedingt vermietet. Und wer für 200 m zum Brötchenholen ein Auto nimmt, ist auch außerhalb von Olpenitz ein Umweltsünder.Das hat doch nichts mit der Bebauung zu tun. Viel schlimmer als die Einzel- oder Doppelhäuser (die schöner sind als die ganzen Kasernen, die sich vorher nur niemand anschauen konnte) sind diese riesigen Bauprojekte wie das Bollwark mit 26 Wohneinheiten, die auf der Nordmole entstehen. Die kleinen Ferienhäuser sind nicht das Problem

    • Fakt ist: Von der Mole (mit dem sinnigen Straßennamen „Auf der Ostsee“) zum Bäcker in Ellenberg sind es im Mittel 6 km. Und die überwiegend verbauten Wärmepumpen brauchen Strom, viel Strom. Denn ähnlich wie ein Leuchtturm kühlen die exponiert platzierten Häuser schnell aus. Aber da man sie eh nicht ganzjährig bewohnen darf, fällt das vielleicht nicht ganz so in’s Gewicht.

      Nur schade, dass man offenbar aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt hat – siehe Damp. Aber vielleicht müssen sich Lokalpolitiker auf diese Weise stets ein Denkmal setzen, Schön, dass man an anderen Stellen der Küste weiter denkt.

      • Nimo sagt

        Kleine Info: Den Bäcker in Ellenberg gibt es nicht mehr. Er konnte sich nicht mehr halten. Dafür ist im Port/Getho Olpenitz ein edeka mit Backshop

  13. Holger Braun sagt

    Klar, und zum Bäcker in Hamburg oder Berlin ist es noch weiter. 😉 Aber warum nach Ellenberg fahren wenn es doch einen Bäckerwagen an der Pforte dort gibt? Dazu kommt ja noch die Bäckerei, die am Hafen in den Edekamarkt gebaut wird. Dieser wird 2018 eröffnet. Und das sind nur ein paar hundert Meter. Vorwiegend sind übrigens Gasheizungen verbaut und glücklicherweise ist ein Wohnhaus in der Regel besser isoliert als ein Leuchtturm. Ich bin der Meinung, dass ein „sensibler“ Tourismus in der Region nicht schlechter ist als die vorher verfallenden Bauruinen der aufgegeben Kaserne. Aber von „sensibel“ kann ja hier leider keine Rede mehr sein. Dies riesigen Betonklötze, die jetzt erst erreichtet werden, zerstören den gesamten Blick und konzentrieren viel zu viele Urlaubsgäste auf einen zu kleinen Raum. Auf die Grundstücke von zwei Wohneinheiten werden jetzt 26 Wohneinheiten gequetscht, entsprechend viel Verkehr, Besucher und Abfall wird entstehen. Das ist das Problem und nicht eine niedriggeschossige Einzelhausbebauung. Dagegen haben auch die Anwohner und jetzigen Hausbesitzer geklagt. Leider fehlt der Stadt der Weitblick, eine solche Gegend ausreichend zu schützen.

  14. Hallo und mit den besten Grüßen aus Solingen, meine Familie und ich haben uns dieses Jahr für Olpenitz entschieden. Natürlich habe ich fleißig gesucht und auch hier energisch gelesen. Ich habe großes Verständnis für alle die das Gefühl haben etwas zu verlieren. Da das Leben ein ständiger Wandel ist habe ich das auch schon erlebt. Ich habe meinen Wehrdienst bei der Marine geleistet und kann mich sehr genau an diesen scheußlichen Hafen und dieses verkommene Kasernengelände erinnern . Unter uns Soldaten war Kappeln und Umgebung sehr verufen. Es hieß immer, Kappeln ist wie ein Bundeswehr Schnitzel… Panade nichts Panade…
    Ja.. die Verantwortlichen werden euch klein Mallorca bauen inkl.hohes und niedriges
    Preißsegment…. 26 Wohneinheiten …!!!
    Ich denke, wenn man sich für ein solches Projekt… Resort… entscheidet, sollte auch jedem klar sein das man das nicht mehr bremsen kann. Hier geht es mal wieder um den schnöden Mamon.
    Wir freuen uns aber trotzdem wieder an der schönen Ostsee zu sein, und mit ein wenig Glück wird der Baulärm nicht so schlimm sein und mein Hund und ich den richtigen Strand für unsere geliebten Spaziergänge finden. In diesem Sinne….
    Bis bald…

    • Lieber Lucky Boy – ich kann mir gut vorstellen, dass es für Urlauber ganz anders wirkt als auf Einheimische. Und die Umgebung ist für mich die schönste Ecke in ganz Norddeutschland. Von daher steht einem Traumurlaub gar nichts im Wege. Eine ganz tolle Zeit wünsche ich Dir und Deiner Familie. Und liebe Grüße, Stefanie

  15. Klaus sagt

    Also, liebe Leute. Einen Teil dieser Kommentare kann ich ja verstehen. Einen gewissen Teil aber auch nicht. Ich respektiere jede Meinung, so hoffe ich Ihr auch meine.

    Ich war nun 3x in dem Resort und muss sagen das es ein schönes Resort ist. Die Häuser sind geschmackvoll eingerichtet und der Urlaub dort war immer schön. Hier wird einiges doch recht dramatisiert. Das ein Pförtner eingesetzt wird der die Gäste kurz checkt ob Sie auch ne Kurkarte im Auto haben ist doch nichts verwerfliches. Hier entsteht ein Urlaubsdomizil welches sehr gefragt ist. Also, wer sich daran stört, der muss da halt nicht hinfahren. Abgesehen davon bringt dies auch Arbeitsplätze in die Region, Gelder in die Gemeinde welches immer gerne genommen wird. Das ist ein grosses für und wieder. Ich für meinen Teil habe mich immer wohlgefühlt und komme bestimmt wieder.

    • Liebe Klaus, ich freue mich immer über eine andere Meinung. Schönheit liegt ja sowieso im Auge des Betrachters oder der Betrachterin. Liebe Grüße, Stefanie

  16. Das Resort Olpenitz ist die neue PRORA Schwansens – in etwas aufgelockerterer Bebauung. Wenn man beim Urlaub starr geradeaus aus dem Fenster guckt, sich über die hübschen Möbel freut und die enge Bebauung ignoriert, kann man dort bestimmt auch eine gute Zeit haben.

    Es gibt ja auch Leute, die in’s Ausland fliegen, um dort ein, zwei Wochen in einem hermetisch abegriegelten All-inclusive Club zu verbringen und anschließend behaupten, das Land zu kennen.

    Der Aktienkurs des Bauträgers hat sich seit dem Verkaufsstart nahezu halbiert, die ersten Presspappehäuser haben massive Feuchtigkeitsschäden. Dennoch wurde das in Richtung Weidefeld gelegene Brachland mit (glücklicherweise etwas augenschonenderen) Ferienhäusern bebaut.

    Es ist gut, dass es auf diese Weise Arbeitsplätze für Putzhilfen und Hausmeister geschaffen werden und etwas Geld in die Kassen der Stadt Kappeln fließt. Und es ist schön zu lesen, dass es Feriengäste gibt, die sich dort wohl fühlen. Mein Ding ist es nicht.

    • Lieber Max, Dein Kommentar ist mir irgendwie durchgerutscht – meine Antwort daher ein büschn spät, nech?!

      Aber Du hast Recht. Es gibt schon viele Leute, die genau das suchen, was andere (ich) scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Das fällt mir nicht zuletzt durch die Kommentare bei diesem Beitrag (oder auch beim Beitrag über Weißenhäuser Strand) auf.

      Ich finde das sehr erhellend.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und liebe Grüße, Stefanie

  17. Petra & Arno sagt

    Ich bin geteilter Meinung über das Resort. Wir waren gerade 10 Tage dort und die Landschaft ist ein Traum, die Doppelhaushälfte über 3 Stockwerke ist schön eigerichtet. Wir finden es schade, dass kein weiteres Grün gepflanzt wurde, es ist leider wie eine Bettenburg ,eine Individualität der Häuser ist nicht gegeben und es tat uns weh, wie wenig diese schöne Landschaft gewertschätzt wird. Warum wurde nicht ein Mittelweg gefunden, um Natur und Tourismus im Einklang zu bringen? Es gibt nur eine wunderschöne Natur, wenn sie erst einmal zerstört oder verschandelt wird, dann ist es zu spät und mit Geld ist dies nicht aufzuwerten. Tourismus bringt Geld in die Region aber zu welchem Preis!

    Es gibt eine Anmerkung: ein EDEKA Markt ist mittlerweilen vorhanden. Ansonsten nicht sonderlich Familienfreundlich, da nur eine Straße, wo alle Fahrzeuge langfahren müssen (Schleiufer). Ob PKW oder LKW zu den Baustellen, kein Gehweg, kein Radweg oder Fußgängerweg. Man muss Angst haben, wenn die Kinder an der Straße laufen. Nur ein kleiner Kinderspielplatz. Jeder muss selber entscheiden, ob er es mag oder nicht. Wir werden sicherlich mal in den nächsten Jahren nachschauen, wie es dann aussieht.

    • Liebe Petra, lieber Arno,

      herzlichen Dank für diesen ausführlichen Kommentar. Ich bin total interessiert daran, wie sich Olpenitz „macht“. Vielleicht traue ich mich ja selbst irgendwann mal wieder hin. In ein paar Jahren. Liebe Grüße, Stefanie

  18. Siegfried Skarupke sagt

    Ich, meine Tochter, und meine zwei Enkeltöchter kommen gerade von einem einwöchigen Aufenthalt im Ostseeresort Olpenitz zurück. Das Haus war zum wohlfühlen. Das Umfeld nur abschreckend!

    • Lieber Siegfried, das tut mir ja leid! Ich hoffe, Ihr habt Euren Urlaub trotzdem genossen. Die Gegend ist ja superschön. Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße, Stefanie

  19. Richter sagt

    Bin jetzt 62 Jahre alt und war das erste mal mit 16 an der Schlei. Damals noch eine idyllische Gegend und von einem gesunden Tourismus geprägt. Nun bin ich seit dem fasst jedes Jahr dort gewesen und stelle eine unangenehme Veränderung fest. Natürlich hatten die Menschen auch ihre Arbeit innerhalb der Infrastruktur wie sie damals eben war. Was sich seit dem aber drastisch änderte und in den letzten 30 Jahren der Spekulanten-Kapitalismus breit machte und für den Tourismus geplant wird was das Zeug hält, habe ich keine richtige Lust mehr auf Schleiregion.
    Ich hoffe das man damit irgendwann aufhört und erkennt die Grenzen zwischen gesunden und Massentourismus.

    • Ach ja, das wünschte ich auch! Vielen Dank für den Kommentar. Die Ferienimmobilie als Geldanlage – das ist wirklich eine ungute Entwicklung.

  20. Klaus Pankau sagt

    Oje,
    Gerade waren wir in einem der Häuser. Vier Kinder, sechs Erwachsene. Unser Endruck: Das Haus war lieblos eingerichtet, die ganze Architektur herum auch seelenlos. Alles graue Häuser, viel zu dicht nebeneinander. Im integrierten Schwimmbad Schimmel in vielen Ecken, teilweise auch in den Duschen. Rost an den Metallteilen. Der Kühlschrank sonderte permanent Wasser ab, die Fensterdichtungen waren z.T. bereits kaputt, z.T. ließen sich die Fenster nur mit brachialer Gewalt Öffnen oder schließen. Die Betten sind viel zu schmal und extrem weich und bestenfalls für Menschen mit einer Körpergröße bis 175 cm und 65 kg gut zu nutzen. Die Schlafzimmer für jeweils zwei Personen sind mini. Jeweils drei Schlafräume liegen Wand an Wand, ohne Schalldämmung. Alles ist zu hören….wegen der nach wie vor ab 730h arbeitenden Baustelle, ist zumindest in den Häusern an der Straße, an ein Ausschlafen nicht zu denken…Küche und Aufenthaltsräume sind akzeptabel, das Mobiliar aber eher unbequem.

    In der gesamten Anlage waren Radwege kaum zu finden. Kinder radeln auf den auch von Baufahrzeugen befahrenen Straßen…Bäume und Büsche gibt es nur rudimentär, es grünt nirgends….in der Mitte der Anlage befindet sich am Hafen eine riesige, graue Halle, die an ein Güterverteilzentrum erinnert, wie man sie an Großstädten vorfindet. Die Halle wird für die Wintersicherung von Booten genutzt… Ein schöner Anblick…..Der Weg zum Strand führt an den Baustellen vorbei..die Aussicht am Strand wird durch die vielen hässlichen Neubauten Des Ressorts geprägt ( uniforme Schuhkartonarchitektur). Wer kauft hier nur solche Häuser?

    Ich weiß Auch nicht, für wen Planer derartige Ressorts planen und vom wem hier Die Genehmigungen erteilt wurden. Unser Eindruck: hier geht es offensichtlich nur um schnelle Renditen…

    Es ist, verglichen mit Küstenbebauungen in Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien oder Spanien und Griechenland nicht die allerschlimmste Variante, aber schlimm genug…eine vertane Chance.

    Gut, dass man in die alten Orte in der Region flüchten kann, um echte Ostseeatmosphäre zu atmen…..in das Ressort nie wieder….Wie schön ist da z.B Das alte Olpenitz, Maasholm oder Arnis….hier kann man noch wirkliche Ostseeatmosphäre atmen….

    Aber es muss auch gesagt werden, dass alle ServicemitarbeiterInnen sehr nett und freundlich waren…

    Dennoch ich schließe Ich mich an: Ostseeressort Olpenitz nimmermehr!

    KP

    • Oh-ha, lieber Klaus, das klingt ja gruselig. Wie könnten die Häuser denn jetzt schon so verkommen sein. Heftig. Aber vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich finde das hochinteressant – und was Olpenitz Dorf, Arnis, Maasholm etc. angeht bin ich total Deiner Meinung. Ich hoffe, die schönen Seiten haben Euren Urlaub trotzdem zu einer feinen Sache gemacht. Ganz liebe Grüße, Stefanie

  21. Klaus Pankau sagt

    Hallo Stefanie,

    deine Frage ist berechtigt. Mich hat es auch gewundert. Zt, sind es m.E. bautechnische Fehler (Schallschutz, Wärmedämmung, Fenster) (ich komme vom Bau) zum Anderen bestimmt auch Nutzerfehler, denn mit einem Pool und einer Sauna im Haus, muss man den Umgang lernen. Die kurze Einweisung der Vermietungsfirmen reichen offensichtlich nicht, die Nutzer zu einer „qualifizierten„ Nutzung anzuhalten…..Lüften, lüften, lüften…..wenn ich die Duschen und die Nassräume vorher gesehen hätte, hätten wir das Haus nicht gemietet. Ich fürchte, man wird jetzt Jahr für Jahr frische Farbe über die Flecken streichen……Es ist wirklich schade, um die schöne Lage und die Landschaft rings herum. Aber Investoren denken ja auch nach, in welche Projekte sie investieren und ganz offensichtlich mögen ja sehr viele einen Urlaub in derartigen Ressorts…..Sonst würden sie nicht überall In der Art gebaut…..Gut, dass ich die Ostsee in den 60ern und 70ern noch ganz anders kennengelernt habe…es bleibt eine gute Erinnerung.
    Eure Seite und Eure Philosophie finde ich toll!

    Viele Grüße
    KP

  22. Man hatte mit den weißen Strandvillen am Ostseestrand gut angefangen. Das sieht noch schön aus, erinnert an KEY WEST in FLORIDA. Schade, wie die Stadt Kappeln die Bebauung entlang des Hafens und auf der Nordmole zulassen konnte. Man hat hier eine große Chance verschenkt, aus einem Militärgebiet ein wirkliches Kleinod werden zu lassen.

  23. MoMo sagt

    Ich habe mich bei Kommentaren bisher zurück gehalten. Aber hier muß das sein. Wir sind das erste Mal in Olpenitzdorf und haben uns auf eine idyllische Landschaft gefreut. Das Ostseeresort ist einfach der Gipfel an Geschmacklosigkeit – mir fallen vor Entsetzen gar keine Wörter ein, die das beschreiben. ….und für den Sch… geben Leite auch noch Geld aus.

    • Liebe(r) Momo,

      ich war auch grad wieder dort… und fassungslos. Es wird für meinen Geschmack immer noch schlimmer (obwohl man das nicht für möglich halten sollte).

      Eine ganz traurige Entwicklung ist das.

      Liebe Grüße, Stefanie

  24. Waltraud Blarr sagt

    Liebe Stefanie,

    bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen, weil ich heute seit Jahren wieder in Olpenitz war und mich das kalte Grausen gepackt hat. Waren 1987 zum ersten Mal in Kappeln, dann 2001 in Karschau und jetzt gerade in Massholm. 87 und 01 war der Weidefelder Strand unsere Destination für Strandtage, weil er so ein toller, nicht überlaufener Naturstrand war. Heute wollten wir die guten Erinnerungen bei einer Radtour auffrischen und uns traf der Schlag: nur noch Beton, an Uniformität und gleichzeitig Inhomogenität kaum zu überbieten. Kein Grün, kein Anspruch an Ästhetik und das in deiner Landschaft, deren Reiz in ihrer Authentizität, ihrer Unverfälschtheit und ihrer Bodenständigkeit liegt. Welcher Gemeinderat kann eine solche Sünde „verbrechen“? Aber es ist wie es ist: solange sich zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik engagieren, die „falschen“ Parteien über Mehrheiten verfügen und die Entscheider vorwiegend Männer sind, die zu Protz und Größenwahn neigen, auf windige Investoren reinfallen und sich Denkmäler setzten müssen, wird sich nichts ändern.
    Also Mädels traut euch, so lange es noch was zu retten gibt!

    Liebe Grüße
    Waltraud

    • Liebe Waltraud,

      das ist ja mal ein interessanter Lösungsansatz 🙂

      Ich denk drüber nach.

      Liebe Grüße, Stefanie

  25. Niko sagt

    Moin Moin,
    Durch meine Frau kenne ich die Gegend seit 1995 und mache dort regelmäßig Urlaub auf dem Campingplatz in Olpenitz.
    Wir nutzen den Resort zum Fahrrad fahren und schauen uns die Entwicklung an…. Bzw. die „Gäste“ und ihr Auftreten…. Ist manchmal echt sehenswert…
    Ist wie mit highheels im Jachthafen und auf ein Boot zu gehen….
    Ich glaube nicht dort jemals wohnen zu wollen….
    Lieber Campingplatz…
    Ist schon erstaunlich was alles gebaut werden kann und darf. Die Baufirmen haben leider das Salzwasser und den Wind vergessen…..
    Leder ist bei der ganzen Brauerei die Slipanlage für Trailerboote gesperrt/zugebaut worden, so das auch ich Kranen muss…. Geldschneiderei… und Selektion der Nutzer hierüber.

    Hier hätte man wirklich mehr Planung investieren können um dort was schönes zu schaffen und nicht nur Kommerz.

    Leider war aufgrund des Wetters der Strand leer…..also soweit ging es….
    Nur Kappeln und die nächsten Orte waren deutlich mehr überlaufen…..
    Die zusätzlichen Gäste sind deutlich zu merken.

    Vermutlich bin ich zu Bodenständig und zu „Normal“ um dieses zu verstehen.

    Gruß Niko

  26. Simone sagt

    Hallo,
    mein Mann und ich machen zur Zur Zeit Urlaub in Resort. Olpenitz. Durch Zufall haben wir ein tolles Angebot in einem der Häuser bekommen, die schon sehr früh und damals sehr einsam „auf der Ostsee“ gebaut wurden (Siehe alte Postkarte) Unser Urlaub hat 2 Seiten: Von der Terrasse aus ein wundervoller Blick auf Ostsee und die Einfahrt zum Hafen: pure Idylle, auf der Rückseite am Eingang des Hauses:purer geschmackloser Großstadtflair. Unsere gemietete, kleine rote Doppelhaushälfte wirkt wie ein grüner Halm im Großstadtdschungel. Nun wird in direkter Nachbarschaft wieder so ein Betonmonstrum gebaut. (Skrupellos dicht, skrupellos hoch und nicht schön.) Später werden die neuen Gäste auf Ihren Balkonen und Terrassen nicht nur einen tollen Blick auf das Wasser, sondern auch auf die Terrassen, Grünanlagen und in die Fenster der anliegenden Häuser und Anlagen haben. Warum hat man nicht den Stil der älteren Ferienhäuser weitergebaut? Bis zu den Villen am Hundestrand kann man die Bebauung noch nachvollziehen. Aber alles danach ist nur noch eine Katastrophe:grau, eng, protzig. Kein Grün nur Bunker bis auf die 3 kleinen Häuschen am Ende. Sehr schade und sehr dumm, denn die Leute mit Geld werden diesen Urlaub nur einmal machen. Wir übrigens auch, obwohl ich dieses Häuschen liebe. Dumme Politiker, die so etwas zulassen, skrupellose Immobilienhaie, die so bauen!

    Gruß Simone

    • Liebe Simone,

      das klingt nicht gut …. ich habe mich lange nicht mehr hingetraut. Aber irgendwann sollte ich vielleicht doch mal wieder allen Mut zusammennehmen und nachsehen, was sich getan hat. Danke für den interessanten Einblick. Und liebe Grüße, Stefanie

  27. Andreas sagt

    Ein „Moin“ in die Runde – also, Schwansen und Angeln sind grundsätzlich eine Reise wert – mit einer Ausnahme: niemals zuvor habe ich so etwas Hassliches wie in Olpenitz gesehen und nicht mal in meinen normalen Träumen sondern auch in meinen allerkühnsten Träumen hätte ich angenommen, dass sich solch ein Pool von inkompetenten Politikern und Planern sowie Investoren Namens Gierschlund & Raffke zusammenfinden, die dieses Projekt durchführen … ein schweres Erbe für die Bewohner dieser schönen Gegend …

  28. Fite Lütkehoff sagt

    Guten Morgen oder besser „moin“,

    ein Freund von uns lebt in Eckernförde und erwähnte oft negativ Olpenitz,
    wobei Eckernförde auch nicht gut wegkam.
    In dieser Woche fuhren wir noch weiter zu einem anderen Freund, der in Vogelsang ein altes Haus gekauft hat und von wo wir ausgedehnte Radtouren gemacht haben. So auch nach Damp und zur Krönung nach Olpenitz. Damp kann man ja irgendwie noch erklären, setzt man es in seinen zeitlichen Kontext, aber Olpenitz fällt da völlig aus meinen Verständnismöglichkeiten.
    In einer Zeit, in der Umwelt, Schonung der Ressourcen und Nachhaltigkeit Themen sind, ist dort etwas entstanden, welches diesen Themen extrem widerspricht.
    Ich bin selbst Architekt und selten so fassungslos gewesen wie beim Durchradeln
    dieser, (wer schrieb es?) ,“Nichtarchitektur“.

    Ich weiss nicht, wie viele Pranger man aufstellen sollte…….

    • Danke für Deinen Kommentar, lieber Fiete. Ich finde es interessant, dass sich Deine (professionelle) Meinung mit meinem (rein gefühlten) Eindruck deckt. Es ist und bleibt ein Jammer. (Eckernförde allerdings mag ich sehr.) Liebe Grüße, Stefanie

Du hast was zum Thema beizutragen? Darüber freue ich mich sehr.

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