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Elbe

Wie ich mich am Strand von Wittenbergen mit dem Februar anfreundete

Nie wieder werde ich den Februar vorverurteilen, dachte ich neulich am Strand von Wittenbergen. Das war 4 blitzeblaue Tage nach meinem Ausflug zum Elbstrand an der Hetlinger Schanze. Über die Kommentare zu diesem Beitrag war mir aufgefallen, dass ich meinen Lieblingselbstrand noch nie hier auf dem Blog gezeigt habe. Dabei ist er ein ganz besonders schönes Stück Hamburg.

 

Linden

 

Auf den schluchtartigen Wegen von Falkenstein hinunter zum Strand bin ich immer wieder hingerissen. Unten angekommen, fällt als erstes eine Gruppe Linden auf. Die Bäume wurden um 1900 gepflanzt und markierten die Sommerterrasse des Fährhauses Wittenbergen. Damals kamen die Hamburger in Scharen mit dem Dampfer. Es gab Badekabinen, Strandkörbe, einen Musikpavillon, Schießbuden und Karussells. Heute gibt es nur noch die Linden. Und die Leuchttürme, die ebenfalls um 1900 in Betrieb genommen wurden. Der erste steht direkt am westlichen Ende des Strandes; das Unterfeuer von Wittenbergen.

 

Leuchtturm Wittenbergen

 

Wittenbergen gehört zu Rissen. Einem Dorf, in dem vielleicht die Gentrifizierung erfunden wurde. Es begann so um 1850, als wohlhabende Kaufleute aus der Stadt in großem Umfang Ländereien aufkauften. In den Goldenen Zwanzigern dann leisteten sich im Rahmen der sogenannten Wochenendbewegung immer mehr Hamburger eine Laube am Elbufer. Und weil irgendwann ohnehin schon alles in Hamburger Hand war, verleibte sich die Stadt am Ende das ganze Dorf ein.

 

Elbuferweg

 

Für Spaziergänger ist es gar nicht so leicht, sich jenseits des Leuchtturms zu entscheiden, ob sie auf dem unteren Weg am Fluss bleiben oder sich zur oberen Etage aufschwingen. Dort befindet sich der zweite Leuchtturm, das Tindsdaler Oberfeuer. Man selbst steht (oder sitzt auf einer feinen Bank) etwa auf der Grenze von Hamburg und Schleswig-Holstein – direkt gegenüber der Elbinsel Neßsand, die schon zu Niedersachsen gehört. Daher spricht man auch vom 3-Länder-Blick.

 

 

Aber zurück an den Strand. Er bitte alles bietet, was einen guten Strand ausmacht. Feinen Sand, einen Anleger, öffentliche Sanitäranlagen, sogar einen hippieesquen Campingplatz und die DLRG. Bloß keine Einsamkeit. Denn ein Geheimplatz ist er gerade nicht. Jedoch auch nicht so überlaufen wie der Strand rund um die Strandperle in Oevelgönne. Von daher wirklich eine gute Alternative, wenn man mal keine Gelegenheit hat, ans Meer zu fahren.

 

Strand von Wittenbergen

 

Am Strand von Wittenbergen habe ich schon oft gebadet, gegrillt, gefeiert, auch geschlafen und einmal ist mir eine Wespe ins Hosenbein gekrabbelt. Vor Schreck wurde ich stocksteif und sprachlos. In Panik reagiere ich immer so. (Zum Beispiel auch als ich vor Jahrzehnten einmal als einzige so saß, dass ich sehen konnte, wie der Weihnachtsbaum zu brennen begann. Aber das ist ein anderes Thema.) Ich wartete also stumm und stocksteif ab, wie die Wespe immer höher krabbelte – ich wusste, auch die Wespe würde früher oder später in Panik bzw. Platzangst geraten und zustechen, nämlich dort wo die Hose enger wurde; etwa am Knie. Und genauso war es dann auch.

 

Strand von Wittenbergen

 

Dieser Stich war ganz anders als mein erster, den ich unverhofft erlebte, als ich auf eine Wespe trat. Da hatte ich gedacht, ich wäre auf eine glühende Zigarette getreten. Das tat auch weh – aber absolut nicht so weh, wie mein zweiter, den ich erwartet hatte und es damit doppelt so schlimm machte. Daran will ich mich erinnern, wenn ich das nächste Mal mit dem Winter und speziell dem Februar hadere.

 

Strand von Wittenbergen

 

Das einzig Negative, was ich am diesjährigen Februar finden kann, sind bisher meine negativen Erwartungen. Die hätte ich mir also auch schenken können. Wenn ein Februar so sein kann wie der Februar 2018 macht es eigentlich keinen Sinn, ihn im Vorwege zu verteufeln.

 

I ♥ Februar 2018 – besonders am Strand von Wittenbergen

 

Selbst wenn ein Februar richtig mies wird, hätte ich nichts gewonnen, schon in der Erwartung darauf zu verzweifeln. Außerdem ist er ja auch immer ziemlich schnell vorbei. Einer Theorie nach bedeutet Hornung (das ist der alte deutsche Name des Februars) möglicherweise „der im Geheimen gezeugte Bastard“. Weil er zu kurz kommmt (an Tagen).

 

Strand von Wittenbergen

 

Ich las das mit dem Bastard einige blass-bis-ultrablaue Tage später an einem Aushang an der Elbe. Es war an einem weiteren Lieblingsplatz, den ich hier noch nie gezeigt habe. Aber davon erzähle ich dann ein anderes Mal.

Altonaer Museum

Montags offen – Dienstag zu: Altonaer Museum

Bevor ich neulich das Altonaer Museum besuchte, saß ich eine Weile auf einer Bank beim monumentalen Stuhlmannbrunnen und beobachtete die Leute. Um 1900 galt die Brunnenanlage als progammfüllendes Sonntagsziel. Die Ausflügler kamen in Scharen, um sich am Kampf der Zentauren, den Wasserspielen von Nixe, Triton, Echsen und anderer Fabelwesen zu begeistern.

 

Stuhlmannbrunnen

 

Heute ist der Springbrunnen auf dem Platz der Republik gerade mal gut für ein schnelles Smartphone-Foto. Aber immerhin. Die Fluktuation war draußen größer als drinnen im Museum. Dabei war Sonntag und das Wetter stand auf der Kippe. Beste Bedingungen eigentlich für Museen. Aber die Strahlkraft des Altonaer Museums ist vielleicht nicht groß genug. Allerdings genau meine Kragenweite.

 

Altonaer Museum

 

Das Altonaer Museum gehört zu den Historischen Museen Hamburgs. Es befasst sich mit „der Kunst- und Kulturgeschichte des norddeutschen Raumes und präsentiert die kulturhistorische Entwicklung der Elbregion um Altona, von Schleswig Holstein und der Küstengebiete von Nord- und Ostsee.

 

 

Die ganz großen Namen, wegen der sich die Massen etwa durch die Kunsthalle schieben, sucht man im Altonaer Museum vergebens. Dafür warten wechselnde Ausstellungen weniger bekannter Künstler und jede Menge Bezüge für Lokalpatrioten aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Dänemark. Ich lasse mich alle Jubeljahre ganz gern durch die Säle treiben und stoße dabei immer wieder auf erstaunliche Wissenslücken.  Man ändert ja im Laufe des Lebens seinen Fokus, interessiert sich mal für dieses oder jenes.

 

Semper

Ein Konzerthaus von Weltrang hätten wir früher haben können: Gottfried Semper ist ein echter Hamburger Jung.

 

Dieses Mal fand ich besonders die Facetten der Stadtentwicklung spannend. Aktuell steht Altona einmal mehr vor gewaltigen Veränderungen – der Bahnhof kommt weg, Wohnungen für 10.000 Menschen entstehen, Eimsbüttel rückt näher – und zum ersten Mal seit langer, langer Zeit ändert Altona sein Gesicht nicht aus ultraüblen Gründen – sondern „nur“ aus übler Wohnungsnot. (Ich wünschte, Hasskomentatoren und Protestwähler würden sich den Unterschied einmal klarmachen.)

 

Fischkistendorf

Weltwirtschaftskrise und Wohnungsnot: Fischkistendorf Lurup

 

Den Nazis war Altona als Widerstandsnest stets ein Dorn im Auge. Daher schmiedeten sie Pläne, um die Stadtstruktur vollkommen zu zerschlagen. Eine Skyline wie New York sollte Hamburg hier erhalten, u.a. ein 260 m hohes „Gau Hochhaus“, monströse Plätze zum Aufmarschieren wie Nürnberg und eine Brücke wie San Francisco. Es lief dann ja mehr so wie im Märchen vom Fischer und seiner Frau. Daher auch all die Leerstellen und hastig hochgezogenen Scheußlichkeiten im Hamburger Stadtbild statt Metropolen-Feeling.

 

Altona

 

Neben ernsten Themen kann das Altonaer Museum nicht verhehlen, dass es in Ottensen liegt, also im Mekka der sogenannten Latte-Macciato-Mütter und -Väter, deren Kinder sich bei meinem Besuch übrigens megagut erzogen zeigten. Es wird auch eine ganze Menge geboten.

 

Der Kinder Olymp liegt im Altonaer Museum

 

Sonntagsmärchen, Sonntagskinder-Kurse, Kinderführungen, Kinderbuchhaus, Wolkentheater in der Optischen Wunderkammer, Kindergeburtstage in den Bauernstuben und die Ausstellungen im Kinder Olymp stehen für hervorragende Kinder- und Jugendarbeit. Die beste in Hamburg würde ich meinen. Noch dazu kostenfrei für alle unter 18 Jahren.

 

 

Ich hätte eigentlich ganz gern mitgemacht bei der ein oder anderen Sache. Dabei habe ich im Dufke-Laden entdeckt, dass ich mittlerweile selbst museal bin. Ich war ja auch schon im Kinder-Olymp-Alter als Magdalena Dufke ihren Landhandel in Altenwerder aufgab und er 1:1 im Altonaer Museum wieder aufgebaut wurde (inkl. Aschenbecher mit zerdrückten Kippen neben der Registrierkasse).

 

 

Es ist eigentlich witzig, dass es immer heißt, die Leute würden heutzutage nicht mehr so gut kochen können. Ich kann mich erinnern, dass in den frühen 80ern Instantsaucen und Dosenwaren sehr viel mehr Platz in den Supermarktregalen einnahmen als heute. Mit Majala-Traumcreme und Ananas aus der Dose braucht man jedenfalls den Ottensener Müttern und Vätern nicht kommen. Lieber verspeisen sie kleine Kunstwerke im instragram-tauglich aufgehübschten Museums-Café Schmidtchen.

 

 

Bei gutem Wetter wäre es meiner Meinung noch stimmungsvoller, den Kaffee am Altonaer Balkon einzunehmen. Der kleine Grünzug mit Ausblick liegt nur einige Schritte vom Altonaer Museum entfernt und begegnet dem Besucher beim Rundgang in verschiedenen Variationen. Nur stand das Wetter – wie eingangs erwähnt- bei meinem Besuch neulich auf der Kippe und als ich fertig war, war es längst hintenübergekippt. Aber das ist eben auch typisch Hamburg. Besonders an Sonntagen.

 

Altonaer Balkon

 

Für diese verhuschten Sonntage, solche mit denen man sonst gar nichts Richtiges anfangen würde, ist das Altonaer Museum wie gemacht. Und für Montage – an denen ja weltweit eigentlich alle Museen geschlossen haben – nicht aber die Historischen Museen in Hamburg. Alles Weitere findet sich hier: Altonaer Museum.

Hetlingen

Die Hetlinger Schanze – ein Winterspaziergang an der Elbe

Jetzt ist er also doch noch nach Hamburg gekommen, der Winter und weil gestern dazu noch die Sonne schien – beinahe so strahlend wie heute und wie es für morgen angesagt ist und für übermorgen – bin ich zur Hetlinger Schanze gefahren. So heißt der 7 km lange Elbstrand zwischen Wedel und Haseldorf gegenüber von Lühesand.

 

Hetlinger Schanze

 

Auf dem Schanzensand befand sich einst ein Bollwerk, das selbst die kriegerischen Schweden trotz mehrmaliger Versuche nicht einnehmen konnten. Heute ist da nur noch ein Bauernhof und ansonsten eigentlich nichts. Außer dem Deich. Und dem Strand.

 

Baum

 

Ich bin keine große Winterfreundin. Was unter anderem daran liegt, dass ich bei Minusgraden recht lange unheimlich schnell gehen muss, bevor ich nicht mehr wie ein Schneider friere. Das passt einfach nicht zu meinem persönlichen Beat. Ich gehe anfangs lieber langsam – um runterzukommen – und mag erst mit zunehmender Zufriedenheit schneller werden. Dazu war es aber gestern zu kalt (für mein Empfinden).

 

Schilf

 

Es half, dass mich verschlungene Trampelpfade durch übermannshohes Schilf führten und alles so urwüchsig und durcheinander schien, als würde ich einen Mangrovenwald erforschen. Die Hetlinger Schanze gehört zum Naturschutzgebiet „Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland“ und wird in Teilen noch von der Tide beeinflusst.

 

Pril

 

Erst als ich ein Flugzeug hoch am Himmel brummen hörte, schnallte ich, dass es das erste unnatürliche Geräusch seit einer ganzen Weile war. Will sagen: ich war im Flow. Und fror nicht mehr die Bohne.

 

Elbstrand

 

Da war ich schon fast am zweiten der beiden höchsten Strommasten Europas angekommen. Und das ist eben so eine seltsame Sache an der Unterelbe, dass man zur gleichen Zeit mit wunderbarer Natur und dem krassen Gegensatz konfrontiert ist. Direkt am gegenüberliegenden Ufer liegt z.B. das Kernkraftwerk Stade, dessen 1 Milliarde teurer Rückbau eigentlich schon seit 3 Jahren abgeschlossen sein sollte.

 

Elbekreuzung1

 

Die Elbstrände zwischen Wedel und Brunsbüttel habe ich zum ersten Mal gesehen, als wir vor fast 4 Jahren nach Helgoland schipperten. Es erscheint mir inzwischen unglaublich, aber bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass es sie überhaupt gibt. Und dass sie so wunderschön sind.

 

Hetlinger Schanze

 

Ganz besonders hatte ich mich damals in den Leuchtturm Julssand verliebt. Er befindet sich in Privatbesitz und man kommt nicht an ihn ran (es sei denn im Rahmen einer sehr seltenen Führung), da er jenseits eines Vogelschutzgebietes liegt. Aber die Unerreichbarkeit passt ja zu Leuchttürmen.

 

Julssand

 

Noch eine Sache, die super an der Hetlinger Schanze ist: Man kann so lange am Wasser laufen wie man mag (im Grunde bis nach Brunsbüttel) und wenn man nicht mehr mag, wechselt man die Deichseite und hat auf dem Rückweg wieder ganz neue Eindrücke vor sich.

 

Deich

 

Man läuft auch binnendeichs durch die reine Natur, sieht Häuser höchstens mal aus der Ferne. Unbedingt lohnt es sich, den 11 Meter hohen Schanzenturm – ein Vogelbeobachtungsturm des NABU – zu erklimmen. Es ist auf andere Art wunderbar als am Strand. Genau wie die Gegend im Winter auf andere Art wunderbar ist als im Sommer.

 

 

Wem ein Spaziergang nicht programmfüllend scheint, kann sich Hetlingen ja mal fürs Frühjahr vormerken – dann blühen hier die Schachbrettblumen auf einem Feld am Ortsrand. Der Rundweg ist dann ausgeschildert – er liegt praktischerweise direkt an der Zufahrt zur Schanze. Mehr darüber – und Tipps für das benachbarte Haseldorf und Wedel findet Ihr hier.

 

Amrum im Winter

Allein unter Insulanern: Amrum im Winter

Insel-Trilogie Teil 3; heute mal mit harten Fakten für einen Trip nach Amrum im Winter. Euren Kommentaren zu den ersten beiden Amrum-Beiträgen habe ich entnommen, dass ich längst nicht die Einzige bin, die schon ewig mal nach Amrum wollte. Und das ist zu Recht so. Die kleinste nordfriesische Insel lohnt sich maximal. Im Winter bloß eben nicht für jede/n.

 

Amrum im Winter – für wen ist das was?

 

Optimal scheint mir die Winterreise für Paare (die sich gut verstehen). Oder für krasse Einzelgänger (solche, die nichts dagegen haben, wenn sie mal ein paar Tage mit keiner Menschenseele sprechen – denn das kann geschehen). Und schließlich mag es auch noch mit guten Freunden schön sein (jedoch nur wenn man nicht davon träumt, in sonnigen Strandkörben Prosecco zu trinken. Solch ein Spirenzchen is nich auf Amrum im Winter.) Im Winter ist Ruhe im Karton. Und falls man genau das sucht – ist man genau richtig.

 

Unterkommen: Hauptsache Nebel

 

Was ich in den letzten Jahren gelernt habe: Sämtliche Buchungsportale sind total schwach auf der Brust, was norddeutsche Inseln betrifft. Eine Ausnahme bilden Usedom und Rügen. Für alle anderen Inseln gilt als Faustregel: am besten wird man auf den inseleigenen Seiten fündig. Hier also www.amrum.de. (Unser Appartement im  Haus Palstek mag ich gern weiterempfehlen. Die kleinste der drei Ferienwohnungen besitzt ein schönes Gimmick; eine Doppeldusche – in der zwei Erwachsene gleichzeitig duschen können, ohne das einer friert! Feine Sache, wenn man durchnässt nachhause kommt.)

 

 

Nebel ist das hübscheste Inseldorf von allen (nicht nur von Amrum, würde ich sagen – sondern von allen nordfriesischen Inseln – also auch hübscher als Nieblum auf Föhr oder Keitum auf Sylt, was ja schon einiges heißen will). Man hört immer mal, Nebel sei bereits ähnlich ausverkauft wie Kampen. Daher hatte ich mir das Vorzeige-Friesen-Dörfchen anders vorgestellt. Größer zum Beispiel. Ich hatte nicht erwartet, dass es so gut wie komplett aus alten reetgedeckten Katen besteht (wovon es in Kampen ja fast keine mehr gibt). Ich hatte gedacht, die Straßen wären asphaltiert. Und ich wäre nie darauf gekommen, dass deutlich mehr Fasane auf den sandigen oder kopfsteingepflasterten Wegen spazieren als Menschen. (Überhaupt ist Amrum der Hot-Spot aller Fasane).

 

 

Nebel liegt an der Wattseite. Was wiederum auf einer kleinen Insel bedeutet, dass die Brandungsseite nicht weit ist. Je nach Ausgangspunkt stößt man nach 1,5 bis maximal 2 km auf das, was Amrum so besonders macht: den Kniepsand, eine 15 km lange und 1,5 km breite Sandbank, die der Westseite der Insel vorgelagert ist und seltsamerweise offiziell nicht zu Amrum gehört.

 

Nordsee

 

Um den Kniepsand von Nebel zu erreichen, muss man zunächst durch den Waldgürtel, der sich beinahe auf Insellänge von Norden nach Süden zieht und Amrum zur waldreichsten nordfriesischen Insel macht. Und dann geht es weiter über Dünen, Dünen, Dünen und Dünen. Genau die richtige Gegend für Leute, die gerne eine Stunde oder zwei spazierengehen, bevor der Bäcker öffnet; so wie ich. Und sonst nur noch der Mann, der allmorgendlich mit einem Mini-Bagger die Sandverwehung zur Seite schiebt – ein wunderbarer Job, der niemals endet.

 

Duenensee

 

Was Insel-Erstbesucher nach dem Frühstück machen, ist auch nicht schwierig zu entscheiden. Am ersten Tag wandert man nach Wittdün und umrundet dabei den Inselsüden. Und am zweiten nach Norddorf für die Nordspitze. Oder anders herum. Danach hat man die ganze Insel gesehen. (Damit wäre dann auch gleich schon die Mindestdauer klar. Man braucht mindestens je einen Urlaubstag für die recht aufwändige An- und Abreise und 2 auf der Insel selbst).

 

Ein Kurztrip nach Amrum braucht mindestens 4 Tage

 

Nebel liegt hübsch mittig, so dass die Wanderungen zur Süd- oder Nordspitze etwa gleich lang sein können. Das Ganze ist aber größeren Variationen unterworfen – je nachdem ob man direkt am Strand spaziert, im Zick-Zack durch die Wahnsinndünen mäandert oder auf dem Waldweg bleibt. Bei beiden Rundtouren könnte man so zwischen 12 und 20 km auf dem Schrittzähler haben.

 

 

Regnet es, bietet der Waldweg bis zu einem gewissen Grad Schutz. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad, wie wir auf unserer Tour nach Wittdün feststellten. Als wir einen heftigen Regenguss im Häuschen einer Bushaltestelle abwarteten, fühlten wir uns exakt so, wie die Leute, die wir auf Höhe der Vogelkoje auf Sylt schon so oft bedauert haben, wenn wir bei Regen im Auto an ihnen vorbeidüsten.

 

Wittduen

Auch das will erwähnt werden: Wittdün ist keine Perle der Architektur

 

Irgendwie ist man in Urlaubsorten, die man in- und auswendig kennt, zimperlicher. Ich jedenfalls. Da verschiebe ich gewisse Wanderungen schon mal auf den St. Nimmerleinstag, wenn das Wetter nicht mitspielt. An unbekannten Orten jedoch – gerade wenn die Zeit knapp bemessen ist – will ich bei jedem Wetter los. Weil ich alles, alles sehen will. Und das ist noch so ein Grund, warum es sich lohnt, immer wieder eine neue Insel ins Programm zu nehmen. Es ist toll, sich mal den Elementen auszusetzen.

 

Wattseite Nebel

 

Der Rückweg am Watt scheint zunächst weniger spektakulär als die Strandwanderung, hat aber einen ganz eigenen Reiz – und so eine wunderschöne Stille. Man kommt auch schneller voran. Wasserdichte Schuhe sind in regenreichen Phasen jedoch unabdingbar. (Aber das versteht sich im Winter auf Nordseeinseln ja eigentlich von selbst.)

 

Essen & Trinken auf Amrum im Winter

 

In Wittdün hat im Winter zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr der Supermarkt geöffnet – und ansonsten: nichts. In Norddorf ist es etwas besser. Auf dem Rückweg von Wittdün nach Nebel könnte man Glück haben, unterweges einen Kaffee zu ergattern. Aber nicht jeden Tag. Von Norddorf kommend, liegt gleich überhaupt gar nichts auf dem Weg. Aber egal. In Nebel wartet immer was Schönes.

 

Wintersonne

 

Im Café Dörnsk an Köögem ist es warm und wunderbar und duftet süß. Die Musik klingt nach Schellack – die Wirtin singt im Duett mit Heinz Rühmann und Hans Albers. Und obwohl ich eigentlich gar keinen Kuchen esse, hätte ich mich in ihren Apfelkuchen mit Walnüssen hineinlegen können.

Von der singenden Wirtin haben wir erfahren, dass die Gastronomen sich im Winter immer so ein bisschen absprechen, damit jedenfalls ein Café täglich geöffnet hat – und ein Restaurant. Mein Fotograf V., der anders als ich schon häufiger auf Amrum gewesen ist, war zunächst untröstlich, dass es sich dabei nicht um die Seekiste handelte. Allerdings hat sich sein Kummer im Preesters Hüs schnell gelegt.

 

 

Der Küchenchef im Preester´s Hüs kocht manches mit Sahne oder guter Butter und bindet Saucen mit Mehl. So steht es in der Speisenkarte – und auch, dass er auf etwaige Gluten- oder Lactose-Intoleranz oder Extrawürste leider aus Zeitgründen keine Rücksicht nehmen kann. Er bittet, die Gerichte so zu verspeisen, wie er sie zusammengestellt hat. Und das gefällt mir sehr. (Sahne, gute Butter und Mehl kommen übrigens nur sparsam zum Einsatz; also nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht.) 

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man nach dem Essen gleich für den nächsten Abend wieder einen Tisch bestellt, wie es beinahe alle an den Nebentischen auch tun. Beim zweiten Besuch begrüßt die mehr als aufmerksame Dame (des Hauses oder vom Service; das ist mir verborgen geblieben) die Gäste dann auch schon mit Namen und hat alle Getränkewünsche drauf. Und irgendwie scheint mir das sinnbildlich für ganz Amrum:

 

Auf Amrum wird man zum Wiederholungstäter

 

Selbst Reiseblogger kommen wieder und wieder und wieder. Ich hoffentlich auch. Sogar eine Lieblingsreisezeit habe ich mir schon ausgemalt – und damit Ihr das auch machen könnt, habe ich Euch mal ein bisschen was zum Weiterlesen rausgesucht:

 

Amrum im Frühling findet Ihr auf Elkes Meerblog.

Nikes Herz tanzt im (Spät)sommer auf Amrum.

Und bei Meerart zeigt sich Amrum im Herbst.

 

Amrum Odde

Also, mich macht´s glücklich: Wanderung um die Amrum Odde

Dass eine Wanderung um die Amrum Odde mich glücklich machen würde, wusste ich schon als ich die Nordspitze der Insel vor etwa 2 Jahren zum ersten Mal aus der Ferne sah. Das war auf Föhr, in Utersum, nahe der Stelle, wo die beliebten Wattwanderungen auf die Nachbarinsel starten. Die kleinste und die zweitgrößte Nordfriesische Insel kommen sich hier sehr nah.

Ich halte die – geführte – Wattführung durchaus für eine erlebenswerte Sache. Doch ich suche auf Kurztrips immer auch eine Portion (relative) Einsamkeit. Besonders wenn ich eine Naturschönheit zum ersten Mal erlebe. Die Amrum Odde, das war mir gleich klar, wollte ich für mich – und nicht im Pulk – entdecken.

 

Amrum-Odde

Die Amrum Odde von Foehr gesehen

 

Um norddeutsche Naturschönheiten für sich zu haben, ist der Januar ideal. Andererseits ist da die Sache mit dem Wetter. Oft genug steht das Barometer auf veränderlich. Das heißt auf den Nordfriesischen Inseln, dass sich das Wetter im Viertelstundentakt ändert – mit einer Heftigkeit, die es unmöglich macht, irgendetwas zu planen.

 

Ganz im Norden bei Norddorf: die Amrum Odde

 

Das Beste ist, man macht sich weiter keine Gedanken, sondern geht einfach los und guckt, was geht. Im Zweifel muss man eben umkehren. Und das hätten wir neulich beinahe schon 5 min nach dem Losgehen getan, weil heftiger Schneeregen einsetzte. Zufällig kam jedoch gerade ein Bus des Weges – und weil sich im Leben ja theoretisch immer auch alles zum Guten wenden kann, fuhren wir mit nach Norddorf.

 

Schilf

 

Eigentlich hätten wir auch umkehren könnnen – englische Wissenschaftler haben das herausgefunden. Es ist nämlich so, dass die ersten fünf Minuten in der Natur, am radikalsten glücklich machen. Sie hellen nicht nur die Stimmung auf sondern steigern auch das Selbstwertgefühl. Längere Aufenthalte bringen zwar noch weitere Vorteile, verändern die Psyche aber nicht mehr so intensiv wie diese ersten Momente. Sagen jedenfalls die englischen Wissenschaftler.

 

Norddorf

 

Vielleicht ist es aber so, dass nach einer kurzen Busfahrt die nächsten 5 Glücksminuten beginnen. Denn ich muss sagen, meine zweiten 5-Minuten gefielen mir noch besser als die ersten. 100 Meter jenseits von Norddorf Mitte (Norddorf ist nicht gerade riesengroß) blickten wir in eine 3,6 km lange Herrlichkeit.

 

Die Amrum Odde ist die kleine Schwester des Sylter Ellenbogens

 

Man kann den etwa 2 km langen und 150 – 200 Meter breiten Dünengürtel an der Wattseite auf zwei Wegen erreichen. Auf dem sogenannten Teerdeich, der sich an der Wasserkante entlangzieht oder auf einer (im Januar unbefahrenen) Straße. Normalerweise bin ich eher der Teerdeich-Typ. Aber wir entschieden uns für die Straße, da an ihrem Ende der letzte Unterstand der Insel wartet. Ich brauchte kein Barometer, um zu wissen, dass es mittlerweile nicht mehr auf veränderlich stand. Sondern auf Sturm und Hagel. Als wir den Unterstand erreichten, durchströmte mich die nächste Welle Dankbarkeit – dabei waren wir schon 17 Minuten unterwegs.

 

Teerdeich Amrum

 

Während die einzigen Spaziergänger, die sich abgesehen von uns auf den Weg zur Odde gemacht hatten (aber eben auf dem Teerdeich) das Feld räumten, erlebte ich geradezu ein Hochgefühl. Ich gebe zu, es ebbte nach etwa 20 Minuten etwas ab. Aber dann. Stellte der Himmel Sturm und Hagel ein. Urplötzlich. Und wir liefen ganz allein über einen Bohlenweg zum letzten Fahrradstand von Amrum. Dort parkte ein Auto, zugepflastert mit Aufklebern vom „Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur“. Daher nahmen wir an, es könnte sich um das Auto des Vogelwärters handeln.

 

Bohlenweg

 

Die Amrum-Odde steht unter Naturschutz. Sie ist ein wichtiges Brutgebiet für teilweise sehr seltene Vögel. Und noch nie habe ich so viele Austernfischer auf einem Fleck gesehen wie auf Amrum. Ich denke, die Studie der englischen Wissenschaftler hakt, weil sie nicht bedacht haben, dass einem beim Durchstreifen der Natur alle naselang etwas begegnet, das für erneute Freude sorgt. Also, wenn man der Typ dafür ist.

 

Austernfischer

 

Naturtypen sterben vielleicht aus. Der 16. Jugendreport Natur hat 2016 eine zunehmende Natur-Entfremdung festgestellt. Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen sondern auch bei der Elterngeneration. Die habe „wichtige Verbindungen zu unserem arteigenen Biotop verloren und kann sie daher auch nicht mehr für ihren Nachwuchs knüpfen“. Das betrübliche Phänomen lässt sich in allen Industrienationen feststellen und macht Kinder und Jugendliche anfällig für negative Stimmungen und Aufmerksamkeitsstörungen. Nature Deficit Disorder wird das im angloamerikanischen Raum genannt. Ob es mit der veränderten Mediennutzung zusammenhängt, ist nicht bewiesen. Viele Kinder und Jugendliche gaben jedoch selbst an, Fernsehen und Computerspiele der Natur vorzuziehen. Sie scheint im Gegensatz zur hohen Reizdichte neuer Medien langweilig.

 

Foehrblick

 

Langweilig ist die Wanderung um die Amrum Odde nun ganz sicher nicht. Sondern geradezu abenteuerlich. Jedenfalls bei bestimmtem Wasserstand. Etwa ab dort, wo die zweitbesten Bank steht, die ich überhaupt kenne, beginnt das Betretungsverbot der Dünen. Dank Gummistiefeln konnten wir gerade noch zu einer nicht weit entfernten Treppe gelangen, die in ein Dünental führt.

 

Amrum Odde

 

Dort liegt uneinsehbar das Haus des Vogelwärters. Die Fenster waren verrammelt, doch er musst zugegen gewesen sein, denn es roch nach brennendem Holz und eine schmale Rauchfahne zog aus dem Schornstein. Von Mai – Oktober bietet der Vogelwärter Führungen an. Aber im Winter ist er wohl ganz  gern für sich. Jedenfalls ließ er sich nicht blicken. Dabei blieben wir eine ganze Weile auf dem hohen, ungeheuer prächtigen Aussichtsplatz.

 

Vogelwaerter Amrum

 

Was ich interessant fand: Obwohl ich mir sehr lange und sehr sehnlich gewünscht hatte, die Amrum Odde zu umwandern, beeinflusste es meine Stimmung nicht, dass nun endgültig klar war, dass es an diesem Tag nicht klappen würde. Ich blieb glücklich, obwohl ich etwas nicht haben konnte. Und ich glaube, das schafft bei mir nur die Natur.

 

Duenen

 

Natürlich war mir längst klar, dass ich es irgendwann nachholen werde. Ich wusste schon, dass ich noch einmal nach Amrum komme, nachdem ich den ersten Schritt auf die Insel gesetzt hatte. Aber es bleibt trotzdem erstaunlich. Denn ich bin eigentlich gar nicht so bescheiden. Jedenfalls habe ich noch nie gedacht: oh, was für eine leckere Schokolade – ich bin so froh, dass ich sie irgendwann – wenn auch nicht jetzt – probieren werde. Wir gingen so gut gelaunt zurück wie gekommen, um uns am Fahrradständer, den nächsten Glückskick abzuholen. Dort führt ein Weg auf die Brandungsseite.

 

Amrum

 

Für jemanden, der so oft um die Hörnum Odde gelaufen ist wie ich, ist der Blick von Amrum auf die Südspitze von Sylt faszinierend. Wie oft hat mir da schon jemand (der sich besser mit den nordfriesichen Insel auskannte als ich) gesagt: da drüben liegt Amrum. Und ich glaube, ich habe nie etwas anderes geantwortet als „Aha“ – im Sinne eines desinteressierten „ist ja sehr interessant“. Unglaublich begrenzt im Denken scheint mir das mittlerweile.

 
Hoernum
 

Ich fing ja erst sehr spät damit an, mich für meine arteigenen Biotope zu interessieren. Ich weiß bis heute nicht besonders viel über die Natur. Als Kind und Jugendliche waren mir Spaziergänge eher lästig. Insofern besteht auch Hoffnung für die heutige Jugend, würde ich sagen.

 

Nordsee
 

Was ich mit all dem sagen will: Irgendwann werden wir eine Wanderung um die Amrum Odde unternehmen. Bei Badewetter. Wenn es egal ist, wie hoch die Nordsee schwappt. Dann werden wir im Sonnenaufgang kommen. Bestimmt werden wir nicht ganz allein sein. Das geht eben nur im Winter. Aber die meisten werden sicher noch schlafen, wenn wir um die Amrum Odde wandern. Und ich weiß schon jetzt, dass es mich unheimlich glücklich machen wird.

Dagebuell Mole

Anreise nach Amrum

Die Anreise nach Amrum dauert in etwa so lang wie die Anreise nach New York. Für Hamburger. – Für Kölner, Leipziger oder Münchner dauert sie länger, viel länger. Die Nordfriesinnen zieren sich alle ein wenig, das ist ja gerade das Schöne an Inseln und am wenigsten leicht zu haben ist Amrum. Vielleicht hat es deshalb Ewigkeiten gedauert, bis ich mich endlich auf den Weg zur Strandkönigin mache – obwohl ich das doch schon so lange vorhatte.

 

Die Anreise nach Amrum beginnt mit dem Schritt vor die eigene Haustür

 

Wie jede wunderschöne Sache beginnt auch die Anreise nach Amrum mit einem Schritt über die eigene Schwelle und dem prüfenden Blick nach oben. 14. Januar. 09.45 Uhr. Himmel: blau. Luft: kühl. Läuft alles wie geplant bisher.

Die Möwen scheinen etwas gemächlicher durch die Luft zu segeln als wochentags. 3-Zimmer-Wohnung, Goldmarie, Gay-Sex-Kino, Quick Lunch für 5 Euro. Vor einer der letzten noch geöffneten Bars steht eine Gruppe Jungs. Hände in den Taschen, die Schultern hochgezogen. Eine leicht derangierte junge Dame steigt aus einer Stretchlimousine (Junggesellinnenabschied, ganz klar) und stellt eine prall gefüllte Mülltüte an den Straßenrand. Einfach so. Dies ist der Stadtteil, in dem man die Sau rauslässt – im Wortsinn. Sonntagmorgen auf St. Pauli. Trolleys, die über Gehwegplatten rattern. Für viele ist die kleine Freiheit fast vorbei. Für uns beginnt sie. An der S-Bahn wartet V. Es ist 10.00 Uhr.

 

10.30 Uhr. Bahnhof Altona

 

Selbst der Altonaer Bahnhof, der ja immer so aussieht, wie kalter Zigarettenrauch riecht, wirkt gleich ein bisschen freundlicher, wenn die Sonne scheint. Sowieso: irgendwie mag man ihn ja doch (jetzt, wo er bald wegkommt). Und sei´s nur wegen der Durchsage: „An Gleis 7 fährt ein der Regionalzug aus Westerland zur Weiterfahrt nach Westerland“.

 

Altona

 

Wir setzen uns ins Silence-Abteil. Nur wenige Plätze sind besetzt. Los geht’s. Elmshorn. Glücksstadt. Der Blick wird weit. In der Ferne ein Atomkraftwerk. Felder unter Wasser. Sonne im Gesicht. Ruhe. Bis Itzehoe. Dort steigen 3 Ladies in ihren späten 70ern zu.

 

„Was? Kein Vierer mehr frei? So ein Mist!“

„Aber das Wetter wie schön. Herrlich. Guck doch nur mal wie herrlich.“

„Mal sehen, wie lange sich das hält. Geht Ihr da rüber. Ich setz mich hier allein hin. Wollt Ihr einen Bonbon. Dies sind Lakritze. Und dies Karamell. Arschteuer waren die.“

„Mal was anderes. Wie kommen wir eigentlich nach Wennigstedt?“

„Mit der Taxe.“

„Auf gar keinen Fall! Also, ich nehme auf keinen Fall eine Taxe. Ich gehe zu Fuß. Für eine Taxe habe ich kein Geld.“

 

Die, die das gesagt hat, trägt eine Jaeger-LeCoultre ums Handgelenk. Und das ist mal wieder sowas von typisch für eine bestimmte Art von Sylt-Urlaubern. Der Wagon füllt sich mit jeder Haltestelle. In Niebüll ist er bis auf den letzten Platz besetzt. Alle wollen zurück nach Westerland. Wir steigen aus.

 

13.00 Uhr Bahnhof Niebüll

 

In Niebüll scheint es keine Einwohner zu geben – aber zwei Bahnhöfe. Nur eine kleine Gruppe Reisender verlässt den Syltexpress. Unterquert die Geleise. Durchquert das Bahnhofsgebäude. Überquert die Straße. Ums Eck wartet die Regionalbahn Richtung Dagebüll.

 

Zug

 

Heizung ist an. Motoren noch aus. In der stillen Bahn klingt jedes Geräusch unnatürlich laut. Eine Frau kramt in ihrer Tasche. „Ich muss erst mal einen saufen“, sagt sie zu ihrem Begleiter. Na, dann Prost.

 

13.45 Uhr Dagebüll Mole

 

Alles ist blau. Eiskalter Ostwind. Und jede Menge Ausflügler. Was wollen die hier? Viel kann man nicht gerade machen in Dagebüll. Schon gar nicht im Januar. Die niedlichen Badebuden sind weg (im Winterquartier?). Der Deich wird – oder wurde – offenbar gerade erneuert. Die nasse, braune Erde lässt das Strandhotel noch trauriger wirken als ohnehin schon.

 

dagebuelle mole

 

Einmal um die Mole gehört zum Pflichtprogramm. Manche Ausflügler fahren bis an den Kairand. (Auf der Liste der Dinge, die ich nie machen würde, steht das ganz oben.)

 

Dagebuell

 

Zugegeben: wir hätten es – wenn alles nach Fahrplan liefe – auch mit dem nächsten Zug aus Hamburg geschafft. Aber ich bin vorsichtig geworden, was die DB betrifft. Eine Stunde in Dagebüll ist kein Beinbruch. 5 Min. Zugverspätung schon. Dann müsste man 3 Stunden auf die nächste Fähre warten.

 

 

14.35 Uhr An Bord der Schleswig-Holstein

 

Fußgänger dürfen eine halbe Stunde vor Abfahrt an Bord. Autos müssen noch warten. Und das ist super, weil man dann schon mal sein Handtuch auf die Liege werfen kann, will sagen: seinen Rucksack auf die Liegesitze in der ersten Reihe.

 

mit Blick aufs Meer

 

Fähren sind meine Lieblings-Verkehrsmittel. Fähren haben Salons. Mindestens einen. Meistens aber zwei. Dort kann man nicht nur sitzen. Dort kann man auch speisen; gar nicht superschlecht und gar nicht superteuer. Man kann rumstromern. Briefe schreiben (Fähren haben Briefkästen; die Briefe bekommen einen speziellen Stempel). Die facilities – will sagen:  Wasserklosetts – sind auf Fähren sehr viel weniger eklig als an Raststätten, in Zügen oder Flugzeugen. Aber das Wichtigste ist natürlich: Fähren haben Sonnendecks.

 

Sonnendeck

 

Ich bestelle heißen Fliederbeersaft. Obwohl jedes Kind aus Norddeutschland weiß: schlimmer ist nur noch irgendwas mit Schlehen. Aber Fliederbeersaft – das klingt so schön und das passt (phonetisch) so schön aufs winterliche Sonnendeck. Besonders weil Sonnendecks überhaupt nicht so beliebt sind, wie man meinen sollte.

 

Schleswig-Holstein

 

Die wenigen Leute, die sich da rumtreiben, lächle ich schon mal nett an. Denn das sind die Menschen, die ich in den nächsten Tagen sicher an irgendeinem einsamen Strand wiedersehen werde. Bei Schietwetter; wenn alle anderen drinnen bleiben. Und dann werden wir uns wieder zunicken. Wissend. Also, falls die überhaupt nach Amrum fahren. Und nicht nach Föhr.

 

16.00 Uhr: Föhr in Sicht

 

Ich suche die Orte, mit denen ich auf der Insel etwas verbinde. „Guck mal da ist der Leuchtturm und da war doch diese Discokugel und das dahinten ist unser Café.“ Der Löwenanteil der Passagiere sucht derweil die 7-Sachen zusammen. Geht von Bord.

 

Foehr

 

Jetzt wird es ziemlich ruhig auf der Fähre. Die Schleswig-Holstein schippert mich in unbekannte Gewässer. Und nun will ich auch nichts mehr auf dem Schiff erkunden. Jetzt will ich einfach nur noch sein. Noch nicht mal angekommen – und schon im Inselmodus. So lob ich´s mir.

 

Faehre nach Amrum

 

Es gibt einen bestimmten Punkt auf der Fahrt, da kann man zwischen Föhr und Amrum hindurch Sylt sehen. Aber dafür bräuchte es wohl mehr Licht. Womit ich überhaupt nichts gegen den Dämmerturn sagen will. Es ist wunderschön. Und Amrum sieht im Abendlicht exakt so aus, wie eine Insel aussehen muss.

 

Amrum

 

Wegen Niedrigwassers kann die Fähre nicht den üblichen Anleger ansteuern. Fußgänger müssen das Schiff über das Autodeck verlassen. Das Manöver dauert. Und dauert. Autos werden schon mal ungeduldig gestartet. Als würde das was bringen. Und am Ende dürfen doch wieder die Fußgänger als Erstes von Bord.

 

17.00 Uhr: Das Tollste an der Anreise nach Amrum ist die Ankunft

 

Am Hafen wartet der Bus mit laufendem Motor. Ich bin neugierig – auf alles – aber es macht keinen Sinn, sich den Hals zu verrenken. Die Scheiben sind beschlagen. Kinder steigen am Schwimmbad zu. Das Licht da, das müsste vom Leuchtturm sein. Ansonsten scheint Amrum ganz schön dunkel. „Du musst drücken“, sagt V. „An der Nächsten müssen wir raus.“

 

Muehle Nebel

 

Nebel, Mühle. Nur ein paar Schritte sind es jetzt noch bis zu unserem Appartement. Es ist 17.30 Uhr.

 

…to be continued.

Ostseekueste

Einmal im Leben: die Ostseeküste von Schleswig-Holstein

Was würde ich jemandem empfehlen, der nur einmal in seinem Leben an die Ostseeküste von Schleswig-Holstein reist? Darüber habe ich wahnsinnig lange nachgedacht. Es war kniffliger als die Top 10 an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein. U.a. weil die Ostsee vielfältiger ist und durch  Förden, Buchten und Halbinseln auf eine Küstenlinie von 536 km kommt (von denen sich zudem schrecklicherweise beinahe jeder Meter lohnt).

Aber alles geht ja nicht. Laut aktueller Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftfragen, verbringt der klassische Ostseeurlauber in Schleswig-Holstein 11 Tage. Daran habe ich mich orientiert. Den 11. nehme ich zur Hälfte für Lübeck, wo´s los geht und zur anderen Hälfte für Flensburg, wo die Reise ihr Ende findet. Dazwischen spielt sie sich dann also ab, meine vollkommen subjektive

 

Top Ten an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein – ein Abenteuer

 

Nicht jeder hat Schleswig-Holsteins Ostseeküste direkt vor der Haustür. Genau wie nicht jeder den Norden als Lieblingsrichtung definiert. Falls ein Urlaub hier oben für Dich also eine „once in live time“-Sache ist, empfehle ich Dir, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. An der Ostsee ist das, was zwischen den Hot-Spots liegt, das Allerbeste und da kommt man nicht immer mit dem Auto ran; selbst mit dem Rad nicht. Du kannst Dich gleich zu Beginn Deiner Reise davon überzeugen. Sie startet am Strandbahnhof von Travemünde.

 

Tag 1: Wanderung von Travemünde nach Timmendorf et al.

 

Wenn Du am Strandbahnhof von Travemünde geradeaus der Lindenallee folgst, erreichst Du nach einigen hundert Metern die Kurpromenade. Dort wendest Du Dich nach links – und gehst ab sofort nur noch geradeaus, d.h. an der Wasserkante, was wiederum bedeutet, dass Du Dir wenig Gedanken um die Wegführung machen musst. (Praktisch: Du musst Dir diese Wegbeschreibung nur einmal merken. Sie gilt nämlich für fast alle Wanderungen in den kommenden 10 Tagen).

 

Travemuende

 

Am Anreisetag ist es ja immer nett, nicht allzu weite Strecken vor sich zu haben, darum reichen für heute 10 – 15 km, je nachdem, wo Du Unterkunft nimmst. Bis dahin hast Du einen wunderbaren Panormaweg vor Dir – oberhalb des Brodtener Steilufers.

 

 

Nachmittag, Abend und Nacht verbringst Du eher familiär in Niendorf, etwas schicki-micki-mäßiger in Timmendorf oder mit richtig viel Halli Galli in Scharbeutz. Wobei für alle drei Orte gilt: nirgends ist Schleswig-Holstein so überlaufen wie in diesem Teil der Lübecker Bucht.

Sie gehört trotzdem und gerade dazu, wenn man einen authentischen Eindruck haben möchte. Und das will man ja in der Regel auf Reisen. (Es ist auch gar nicht so verkehrt, am ersten Tag noch die volle Auswahl an Unterkünften und Nightlife vorzufinden – und Restaurants, deren Küchen nach 21.00 Uhr noch geöffnet haben. So bleibt es nämlich nicht.)

 

 

Du solltest dennoch nicht zuuuuuu spät zu Bett gehen, denn auf Deine ersten Nacht an der See, folgt der erste Morgen – und der ist überhaupt das Größte, weil Du in den Sonnenaufgang schwimmen kannst. Etwas, das Du unbedingt zum täglichen Ritual auf diesem Trip machen solltest.

 

morgens am Meer

In den Sonnenaufgang schwimmen

 

Mach Dich danach – idealerweise vor 09.00 Uhr (also bevor der Strand sich wieder füllt) – auf die Socken zum nächsten Bahnhof und nimm den nächsten Zug auf die Halbinsel Wagrien; konkret nach Oldenburg. Dort steigst Du in den Bus. Du schneidest jetzt leider Fehmarn ab, was bedauerlich ist, aber es geht hier ja um die Küste und nicht um Inseln. Und überhaupt: hang loose.

 

Tag 2: Chill mal dein Leben in Holyharbour

 

Heiligenhafen verwandelte sich in den letzten Jahren vom leicht verschnarchten Urlaubsort zum Hot-Spot für Surfer, Kiter, Segler und andere Beachbewohner. Lass es Dir hier einen Tag lang gut gehen. Unbedingt lohnen sich kurze Abstecher zum Hafen, dem Graswarder und der Seebrücke.

 

Graswarder

Blick auf den Graswarder

 

Du hast Fehmarn übrigens von Heiligenhafen ganz gut im Blick, so dass die Insel Dir sicherlich auch im Sinn bleiben wird – bis Du sie irgendwann mal selbst bereist. Es mag nämlich sein, dass Dir jetzt schon dämmert: Du wirst eventuell doch noch ein zweites Mal in Deinem Leben an die Ostseeeküste von Schleswig-Holstein reisen wollen.

 

Heiligenhafen

Ausblick

 

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Du Dich am nächsten Morgen mit einigem Bedauern auf den Weg machst. Aber das gibt sich, wenn Du über den Steinwarder zur Steilküste gelangst. Denn jetzt wird es endlich deutlich einsamer. Es kann Dir passieren, dass Du über längere Zeiträume kaum eine Menschenseele triffst. Wie viele der insgesmat 32 km Du wanderst, ist von Deinem Fitnessgrad abhängig. Es kann beschwerlich sein, am Strand zu laufen und Militärgelände zwingen hier und da zu Umwegen ins Landesinnere, was auch nicht ganz ohne ist, da hügelige Ausläufer die Holsteinische Schweiz ankündigen.

 

Tag 3: Bis nach Hohwacht oder so weit die Füße eben tragen

 

Du hast an verschiedenen Punkten die Möglichkeit, einen kleinen oder größeren Teil der Strecke mit dem Bus zu fahren. Du kannst Dich auch gleich ganz kutschieren lassen. Hauptsache Du landest irgendwann in Hohwacht, einem der beliebtesten „Geheimtipps“ der Ostseeküste. Somit ist Hohwacht zwar Nullkommanull geheim – liegt aber eben etwas ab vom Schuss (bzw. der Autobahn) und deshalb geht es dort ruhiger zu.

 

Howacht

 

Daneben ist Hohwacht mit seiner bewaldeten Steilküste auch superschön und überaus charmant. Noch immer gilt die Bauvorschrift: kein Haus darf die Bäume überragen. Ein wunderbarer Ort für einen kleinen Nachtspaziergang in einem der Naturschutzgebiete, die an Hohwacht grenzen.

 

Reiher

 

Nach so viel Training für die Beinmuskulatur ist am folgenden Tag Kontrastprogramm angesagt. Rudern, Paddeln oder irgendetwas anderers, das unterwärts schont und die Arme kräftigt. Daher steht ein Exkurs in das Land der 200 Seen an. Mit dem Bus geht es über Lütjenburg in die Holsteinische Schweiz; wenn man nur einen Tag hat, am besten nach Plön.  Die Sommerresidenz des dänischen Königs Christian VIII verfügt über alles, was herrlich altmodisches Seevergnügen ausmacht.

 

Tag 4: Ab auf den Großen Plöner See

 

Die Holsteinische Schweiz wird von Vielen nicht angemessen geschätzt. Das wiederum freut die Wenigen geradezu diebisch, die sich an, auf und in ihren Seen bewegen. Schwimmend, im Kanu, auf dem SUP-Board oder im Rahmen der beliebten 5-Seen-Rundfahrt auf einem old school-Ausflugsdampfer; hier solltest Du den Tag regelrecht vertändeln.

 

Ploener See

 

Noch so eine gute Sache an Plön: Es gibt einen Bahnhof (was längst nicht selbstverständlich in Schleswig-Holstein ist). Umso besser für die Weiterfahrt, mit der man sich am nächsten Tag auch gar nicht groß stressen muss. Es reicht, wenn Du gegen Mittag in Kiel einläufst.

 

Tag 5: Marineblau: Kieler Förde und Laboe

 

Aus dem Hautbahnhof stolpert man im Grunde direkt auf den Anleger der Fähren, die hier zum ÖPNV gehören. Ihre gigantischen Kollegen, die sich Nacht für Nacht nach Schweden, Norwegen oder Litauen aufmachen, ankern in der Nachbarschaft und wecken Lust auf große Fahrt zu gehen. Wie überhaupt ganz Kiel Fernweh generiert, wie keine andere Stadt im Land.

 

u-boot-ehrenmal

 

Ich empfehle Dir trotzdem nur die Schiffsreise nach Möltenort. Vom dortigen U-Boot-Ehrenmal (Besuch kostenfrei) bis zum brachialen Marine-Ehrenmal in Laboe (kostenpflichtig, aber eben auch absolutes must-see) liegen 5 tolle Fördeuferkilometer, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest. Übernachte am besten direkt in Laboe.

 

Tag 6: Zurück in die Einsamkeit – der Dänische Wohld

 

Pünktlich zur Halbzeit verlässt Du Holstein und lässt Dich von der Fähre ins Herzogtum Schleswig schaukeln. Konkret nach Strande, einem kleinen Ostseebad auf der Halbinsel Dänischer Wohld. Hier kannst Du eine richtig tolle Etappe auf dem Fernwanderweg E1 nach Eckernförde laufen. Ein Sahneschnittchen, weit weg von Autolärm, mit Stränden und Steilküsten, Knicks, Wiesen, Wäldern und Feldern und immer mal wieder Kleinst-Badeorten.

 

 

Superduperwahnsinnswanderer schaffen die gut 35 km an einem Tag. Normale Menschen brauchen zwei. Über Nacht zu bleiben, wäre ohnehin eine gute Idee. Nur grenzte es schon an ein Wunder, wenn Du eine nette Unterkunft für eine Nacht finden würdest. Es gibt hier fast gar nichts – außer Campingplätze. Deshalb hältst Du es am besten so, wie schon zwischen Heiligenhafen und Hohwacht. Die Busse fahren zwar nicht gerade im 10-Minutentakt auf dem Dänischen Wohld, aber die Strände sind so schön, dass die Wartezeit keine große Last darstellt. Übernachtung in Eckernförde.

 

Tag 7 An den Ufern der Schlei

 

Der Tag beginnt mit einer Busreise nach Sieseby, wo meiner Meinung nach Rosamunde Pilcher geboren sein muss. Oder zumindest der ZDF-Location-Scout für die Pilcher-Verfilmungen. Über einen Rad- und Wanderweg läufst Du 8 km immer am Ufer der Schlei (bei der es sich nicht um einen Fjord handelt, sondern um einen Meeresarm) bis nach Sundsacker. Dort setzt die Fähre nach Arnis über; kleinste Stadt im Land, zauberhaftester Ort an der Schlei und exzellenter Platz zum Bleiben.

 

Lebensfreude

Lebensfreude

 

Kappeln ist aber auch nicht schlecht. Am besten machst Du es von Deinem Bio-Rhythmus abhängig, ob Du in Arnis bleibst oder weitere 4 km – nun am anderen Schleiufer – in die kleine Hafenstadt wanderst. Langschläfer entscheiden sich in jedem Fall für letzteres: Du musst am folgenden Morgen nämlich um 11.00 Uhr im Kappelner Hafen parat stehen.

 

Tag 8: Freu Dich, Du bist in Angeln

 

Falls Du heute so seltsam beseelt aufwachst, ist das kein Wunder. Als Du gestern nach Arnis übergesetzt bist, hast Du allerschönste Ecke von allen erreicht: Angeln. Und der Tag beginnt dann auch gleich großartig – mit einer Schiffstour auf die Lotseninsel von Schleimünde. Dort hast Du 30 Min Landgang, bevor der Dampfer wieder ablegt. Du fährst aber nicht zurück nach Kappeln, sondern gehst bereits in Maasholm von Bord.

 

 

Das Fischerdorf Maasholm ist eine längere Pause wert. Ein Fischgericht. Und den obligatorischen Spaziergang „de Maas rund“, der direkt Deine letzte Wanderung für heute einläutet. Ich würde empfehlen, gute 12 km bis zum Leuchtturm von Falshöft zu marschieren. Du kannst es aber auch kürzer halten und in Oehe, Kronsgaard oder Golsmaas ein Quartier suchen. Dabei bewegst Du Dich übrigens auf dem Fördesteig, einem Fernwanderweg des NABU, der bis nach Flensburg führt.

 

Tag 9: Die Geltinger Birk

 

Falshöft habe ich vor allem empfohlen, weil es  am Rande der Geltinger Birk liegt. Das wunderschöne Naturschutzgebiet zieht sich weit in die Ostsee hinein und wird von Wildpferden in Schuss gehalten. Es gibt keine eigene Bushaltestelle. Wenn Du aber von Falshöft den Panoramaweg am Wasser läufst und jenseits des Birkkiosk weiter Richtung Gelting, kommst Du auf machbare 12 km. Falls Du mehr Energie hast, läufst die große Runde und bist nach etwa 20 km am Bus.

 

Koniks

 

Mit dem Bus geht es zum letzten Etappenziel. Hier kommt mein einziger Verkehrsfehler im Konzept, denn Du musst nach Flensburg (45 min) und von dort quasi wieder zurück nach Glücksburg (40 min). Das ist eigentlich viel zu viel Zeit auf der Straße, die man doch lieber am Strand verbringen möchte. Aber vermutlich bist Du ja inzwischen sowieso schon so entspannt, dass Dir kleine Misslichkeiten auf keinen Fall die Petersilie verhageln können.

 

Tag 10: Einfach mal glücklich sein und so

 

Außerdem verbringen klassische Ostseeurlauber ja 11 Tage in Schleswig-Holstein. D.h. Du kannst insgesamt 2 Nächte in Glücksburg verbringen. Was eine große, wunderbare Sache ist. Und ein ziemlicher guter Abschluss, wenn man nur einmal im Leben die Ostseeküste von Schleswig-Holstein bereist.

 

Gluecksburg

 

Hvide Sande

Holmsland Klit, Hvide Sande und das Gegenteil von Hygge

Als vor einigen Jahren Hygge schwer in Mode kam, war ich schwer erstaunt, dies dänischste aller Gefühle zum übergroßen Teil auf instagramtaugliche Konsumgüter reduziert zu sehen. Denn mein Bild von Dänemark hat sich aus unzähligen Glücksmomenten an der Westküste Jütlands zusammengesetzt. Und da gab´s zwar immer Hygge – aber bis heute kann ich da nicht besonders viele Dinge entdecken, die der Hygge-Karrikatur mancher Magazine entsprechen.

 

Nymindegab

 

Natürlich haben die Dänen Stil. Sind vermutlich sogar Stil-Weltmeister. Ihre Häuser sind durchaus schön eingerichtet. Der Charme liegt jedoch in der Reduktion. Dachte ich. Und dass die Dänen nicht jede Saison neue Stehrümchen, Decken, Kissen und Tassen kaufen. Meinem Eindruck nach haben sie nämlich ganz und gar nichts gegen Gebrauchsspuren. Stehen auf Klassiker. Das ist auch bei Menschen so. Dänische Frauen sind im Alter mindestens genauso schön wie in der Jugend; ich weiß nicht genau, wie sie´s machen. Aber es hat nichts mit Hyaloron oder jugendlichen Accessoires zu tun. Sie wirken einfach, als sei der Nordwind ihr Hairstylist und die Sonne die Make-up-Artistin, die ihnen Lachfalten um die strahlenden Augen zeichnet.

 

Nymindegab

 

Dänische Gärten sind keine eingezäunten Deko-Aufbewahrungsanstalten sondern die reine, auch gern strubbelige, Natur. Gute Restaurants gibt´s nicht an jeder Ecke meiner Erfahrung nach. Und gerade die Ortschaften an der Nordsee sind alles andere als flächendeckend malerisch.

 

Das Gegenteil von Hygge

 

Spontan würde ich sagen, dass man an der Nordsee urbanen Schick nur in bestimmten Ecken von Aalborg findet, pittoreske Jahrhundertwendeanmutung allein in Lønstrup und diese superfeine skandinavische Eleganz gibt’s nur in Skagen; wobei Skagen eben auch nur zur Hälfte zur Westküste zählt. Mit dem anderen Bein stehen Skagener ja immer in der Ostsee. Und die ist insgesamt lieblicher und gefälliger. Die Nordseeküste ist rau. Wenn die Sonne nicht scheint, was im Norden hin und wieder vorkommt, wirkt sie auch mal gottverlassen (auf herrliche Art).

 

Blavand Fyr

Blavandshuk Fyr. Hier geht sie los, die gewaltige Strandlandschaft der Nordsee.

 

Abgesehen von den drei genannten Städten wirken zwischen Blåvand im Süden und Hirtshals im Norden alle Orte immer auch ein bisschen öde auf den ersten Blick. Ja, ja, da gibt es überall diesen einen Lieblingsladen mit unfassbar Schönem. Die Bäckerei zum Träumen und den besten Fisk-Shop von allen. Doch in der Überzahl dreht sich alles um Udsalg (Ausverkauf) von Funktionsklamotten, mittelspannenden Isenkram (Haushaltswaren) und Klotzen (ein Wort, das offenbar niemand mehr kennt, wie mir neulich mal aufgefallen ist – ich meine Cloggs, also Holzschuhe). Kennste einen, kennste alle, könnte man im Prinzip über Westküstenorte sagen. Trotzdem hat jeder treue DK-Urlauber ein, zwei, drei Plätze, die er für gaaaaanz anders und viel schöner als den Rest hält. Allen voran ich.

 

Radweg Nymindegab

 

Henne Strand, das habe ich ja neulich schon erzählt, ist für mich so ein Ort. Zum einen aus beschriebenen Gründen, zum anderen, weil er ganz kurz vor Holmsland Klit liegt, einem schmalen Nehrungsstreifen zwischen Nordsee und Ringkøbing Fjord. Wenn ich durch Nymindegab fahre, das man als Tor zur Holmsland Klit beschreiben könnte, ist mir immer wieder regelrecht feierlich zumute. Es geht eine Anhöhe hinauf und dann ist alles Dünen und Wasser und Himmel. Jütland eben.

 

ringköbing fjord

 

Holmsland Klit (Holmsland Düne) ist an keiner Stelle breiter als 2 km. Im Westen brandet die Nordsee an den Strand, im Osten schimmert der Ringkøbing Fjord und auf Kilometern, Kilometern und Kilometern gibt’s im Grunde nichts als kleine Feriensiedlungen. Das geht gute 20 km so bis zum Hafenort Hvide Sande.

 

Surfschule Hvide Sande

 

Hvide Sande ist bei Surfern recht beliebt und hat ungefähr so viel mit dem Medien-hygge zu tun, wie Surfer mit Hochglanzmagazinen für coole Surferklamotten. Denn auch wenn es in den sozialen Netzwerken so aussieht, geht es Surfern ja gar nicht darum, möglichst stylish angezogen zu sein – sondern um perfekte Wellen.

 

Hvide Sande

 

Also, Hvide Sande ist nicht schön im eigentlichen Sinne. Wenn man aber etwas für eine gewisse Tristesse übrig hat, für Abseitiges und den Norden ist Hvide Sande 1) wie das Gefühl, endlich am Ende der Welt angekommen zu sein und 2) eine Freiluftgalerie.

 

 

Jenseits von Hvide Sande wird´s dann wieder naturschön. Bis man nach 10 km Søndervig erreicht, einem Ort der ebenso Melancholie in sich trägt wie Hvide Sande, wenn auch aus anderen Gründen (u.a. einem Bayerischen Bierlokal). Und in diesem Rhythmus geht es im Grunde die gesamte Nordseeküste hinauf. Wahnsinnsnatur – eine Prise Trostlosigkeit – Wahnsinnsnatur. Über 300 km. Und jeder Ort hat seine Fans. Denn Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters.

 

Lyngvig Fyr

Lyngvig Fyr bei Hvide Sande

 

Und vielleicht ist das mit Hygge ja genauso. Hygge ist ohnehin so viel, sagt Wiki, z.B. ein Verb, ein Substantiv und ein Adjektiv. Vielleicht ist es also auch instagramtauglicher Konsum. Betonung auf auch.

Wer das braucht, sollte allerdings lieber Urlaub auf Sjælland machen, denke ich. Und dort (glaube ich) auch nur an der Dänischen Riviera oder Kopenhagen. Das ist ja auch total schön  – aber eben auf andere Weise als Jütland.

 

hvide sande

 

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Hafen List

12 ganz gute Ideen: in der Nähe bleiben 2017/ 2018

Seit wir in der Nähe bleiben, werden unsere Möglichkeiten seltsamerweise nie weniger sondern immer mehr. Das kann ich nach knapp 4 Jahren und genau 300 Blogbeiträgen wohl so sagen. Noch finden sich jede Menge weißer Flecken auf unserer Norddeutschland-Karte. Aber ich habe 2017 durchaus einiges kennen- oder überhaupt gelernt, woraus ich in 2018 meine Lehren ziehen möchte. Stichwort: Persönliches Wachstum usw.

Die Rückschau kombiniert dieses Mal unsere Vorschau und 12 gute Vorsätze. Die funktionieren m.E. übrigens nicht nur im Norden  – sondern auch im Süden, Westen oder Osten. Natur ist ja überall super; und die Klammer lautet: Man muss raus. Mehr. Öfter. Länger. (Wenn man der Typ dafür ist.)

 

1) Entdecke eine Insel

 

Mein Januarziel lag 268 KM und eine ganze Tagesreise von Hamburg entfernt. Inseln sind eben schwer erreichbar. Man muss sie sich eroben. So auch Borkum. Der westlichste Punkt des Landes überraschte mich mit endlosen Stränden und superschöner Bäderarchitektur. So wunderbar hatte ich mir Borkum ehrlich gesagt gar nicht vorgestellt. Und so ist mir das bisher mit jeder Insel gegangen.

 

 

Januar-Erkenntnis:  Inseln sind immer etwas Besonderes. Insel sind das Allerbeste. Ob sie im Meer, im See oder in einem Fluss liegen, ist Nebensache. Ob man Wochen oder nur ein paar Stunden bleibt auch. Wichtig ist nur dieses Gefühl, ganz und gar von Wasser umgeben zu sein (eine Brücke oder ein Damm stören dabei keinen großen Geist).

Wikipedia führt rund 90 deutsche Meeresinseln auf und 190 Binneninseln, quer übers Land verteilt. Zwar dürfen nicht alle betreten werden, aber ich vermute mal ins Blaue hinaus, dass genügend für ein Leben übrig bleiben. Bzw viel zu viele. Also sollte man seine nächstes Inselabenteuer auch gar nicht auf die lange Bank schieben, sondern direkt eine anpeilen…

Bei uns gehts gleich im Januar los. Meine letzte Nordfriesin steht auf dem Programm. Danach gibts dann ein best practice für diejenigen, die die Nordfriesischen Inseln aus irgendwelchen Gründen nur einmal im Leben ansteuern können oder wollen.

Einen ähnlichen Beitrag habe ich dieses Jahr schon für die Nordseeküste Schleswig-Holsteins formuliert. Es ist einer meiner Lieblingstexte 2017, weil er m.M.n. schön transportiert, wie besonders Urlaub im eigenen Land sein kann. Für 2018 plane ich eine ganze Reihe solcher best ofs. Tatsächlich kenne ich mich in manchen nordischen Ecken inzwischen ganz gut aus und überhaupt:

 

2) Lass Dich inspirieren

 

Mit dem Februar habe ich Schwierigkeiten. Wirklich, ich habe alles versucht in den vergangenen Jahren, aber ich mag ihn einfach nicht besonders. Dieses Jahr habe ich hier auf dem Blog mal nach Überlebenstipps gefragt und einige gute Antworten erhalten. Elke und Sandra empfahlen z.B. Biikebrennen, was im Grunde auf einem norddeutschen Blog auf jeden Fall mal vorgestellt werden müsste. Aber richtig Lust habe ich nicht.

Zu mir passen besser die Tipps von Ulrike (den Monat als Ruhepause sehen; einfach so dahinplätschern lassen) und Dorothea (den Feburar schätzen, weil man beim Arbeiten ausnahmsweise nicht das Gefühl hat, draußen etwas zu verpassen).

So haben wir´s 2017 gemacht. Unterstützt wurden wir vom MairDumont Verlag. Im Februar konnten wir loslegen mit unserem ersten Buchprojekt. Wir steuerten einige Texte und Fotos zum Bildband Meeresrauschen bei, der ja inzwischen veröffentlicht ist und super über widerliche Wetterphasen helfen kann.

 

Meeresrauschen

 

Februar-Erkenntnis: Es gibt einen Spaziergang, der in keinen Monat besser passt als in den Februar; nämlich der Gang zur Bücherei. Ich kann jedem (der das noch nie getan hat) empfehlen, einmal alle Reiseführer der eigenen Gegend auszuleihen und sich damit aufs Sofa zu verkrümeln. Denn das ist ja noch so eine interessante Sache an Deutschland: Jede Gegend ist Urlaubsgegend. Es finden sich immer Leute, die das Bekannte hochspannend finden und dolle Tipps auf Lager haben. Und da wird einem so richtig klar, welche Schätzchen vor der eigenen Haustür gehoben werden wollen.

2018 wird für uns diesbezüglich ein besonderes Jahr. Es werden zwei Bücher von uns erscheinen. Das erste voraussichtlich im Februar. Das zweite wohl im Mai. Sie sind Teil einer Reihe, die man als bundesweites in der Nähe bleiben beschreiben könnte. Und ich lege mich mal fest: wer diesen Blog mag, wird sicher einen, zwei oder drei Bände davon haben wollen. Es kommt ein wenig auf den eigenen Stanndpunkt an. Mehr dazu dann demnächst.

 

3. Vergiss die Ferne nicht

 

Ein Flug nach Mallorca schlägt mit etwa der gleichen Menge Emissionen zu Buche wie 30 Reisen von Hamburg nach Rügen mit dem PKW. Nutzt man Öffis, Räder, Füße fällt die Bilanz noch besser aus. Ökologisch gesehen wäre es auf den ersten Blick also am verantwortungsvollsten, wenn wir alle ständig in der Nähe blieben. Es gibt aber auch Gründe, warum Reisen in die Ferne nicht immer das Schlechteste für den Umweltschutz sind.  Und ganz abgesehen davon, ist Reisen ja auch wichtig für die persönliche Entwicklung und die Völkerverständigung.

Auch 2017 haben wir uns wieder eine Flugreise geleistet. Im März ging es nach Nordwales, dieses Landschaft gewordene Märchen.  Wirtschaftlich lebt Wales zum größten Teil vom freien Handel mit der EU; zum kleineren Teil vom Tourismus. Das lässt angesichts des Brexits Böses befürchten. Und ich hoffe, dass wenigstens der Tourismus nicht einbricht. Allen, die´s nordisch mögen, kann ich Nordwales jedenfalls wärmstens ans Herz legen. Das Land ist ein Wunder.

 

Llandudno Pier

 

März-Erkenntnis: Reisen ist ökologisch problematisch. Abschottung aber auch keine Lösung. Oder wie die SZ schreibt:

Es ist mit dem Reisen eher wie mit der Ernährung: Es geht um die richtige Mischung. Fliegen sollte eine seltene Ausnahme sein, Natur verdient etwas Respekt, Zurückhaltung ist immer gut. Und nur, weil man sich etwas leisten kann, ist es noch lange kein Grundrecht.

Gern würden wir im kommenden Jahr den Frühling wieder in Großbritannien begrüßen. Die Natur ist da immer schon ein bisschen weiter als bei uns. Es wäre dann das vierte Mal, dass wir von Manchester aus auf Entdeckungsreise gehen – geplant ist 2018 Englands Nordosten. Früher hätte ich alles in einen Trip gepackt. Aber unser Tempo hat sich durch das Reisen in der Nähe auf Schneckenstyle verlangsamt. Und trotzdem sind wir manchmal zu schnell

 

4. Lass Dir Zeit

 

Im April besuchten wir die Mini-Insel Neuwerk. 3,3 km im Quadrat misst dieser schmucklose Außenposten Hamburgs an der Grenze von Elbmündung und Nordsee. Man sollte ja denken, dass zwei Tage dafür reichen. War aber nicht so. Die doppelte Zeit wäre richtig gewesen. Und so müssen dürfen wir irgendwann noch mal hin.

 

Neuwerk

 

April-Erkenntnis: Wer´s nicht mal schafft, die kleinste bewohnte Insel Deutschlands auf einem Kurztrip zu entdecken, braucht´s auf der größten deutschen Insel gar nicht erst zu versuchen. Ich möchte trotzdem dahin im April. Jedenfalls einen kleinen Ausschnitt sehen – zwar kann ich mich kaum entscheiden, welchen. Aber ich kann jederzeit wiederkommen. Das ist noch so eine gute Sache am in der Nähe bleiben.

Als Fausregel gilt: Wer alles sehen will, sieht meist weniger. Einen Strand wirklich zu erleben, ist besser als fünf abzuhaken. Autofahren ist deutlich weniger schön als Wandern.

 

5) Wandere. Stunden, Tage, einen ganzen Urlaub lang.

 

Im Mai wurden wir eingeladen, um von einem Wanderevent zu berichten; die 24h Wanderlust in Hohwacht fand am ersten richtig heißen Wochenende 2017 statt.

Hätte ich gewusst, dass es auch das letzte durchgehend strahlendschöne Wochenende 2017 bleiben sollte, wären mir wohl die Nerven durchgegangen. Erstens sowieso und zweitens, weil wir ja zwei Bücher produzieren wollten. Zwar ist Volko nun alles andere als ein Schönwetter-Fotograf. Aber nur Regenwetter macht sich ja auch nicht gerade großartig in einem Reisebuch. Gut also, dass wir im Mai noch nicht wussten, wie sich der Sommer 2017 entwickeln würde. So konnte ich Hohwacht genießen, im Glauben dass ich irgendwann in den nächsten Wochen selbst eine mehrtägige Wanderung unternehmen würde.

 

Bohlende

 

Mai-Erkenntnis: Vom Wandern zu berichten, bringt echt Spaß. Ist aber nicht mit wirklich Wandern zu vergleichen. Ich bewundere Leute, für die mehrtägige Wandertouren ganz normal zum Leben dazu gehören. Man kann sich nämlich kaum ein größeres Geschenk machen. Meine Meinung. Trotzdem kriege ich das nicht jedes Jahr gebacken.

2018 will ich aber unbedingt, unbedingt, unbedingt tagelang an der schönsten Förde Deutschlands wandern. So viel werde ich mir ja wohl hoffentlich noch wert sein, dass ich diesen guten Vorsatz auch umsetze. Wenn nicht im Mai, dann doch spätestens im Juni. Denn danach wirds voll an den schönsten Plätzen Deutschlands.

 

6. Im Juni muss man in der Nähe bleiben

 

Im Juni beendeten wir die Produktion des 1. Buches und stiegen in die des 2. ein. Zusammen mit dem Bildband Meeresrauschen haben wir in der Zeit von März bis Oktober 110 Ideen entwickelt und in Texte gegossen sowie mehr als 750 Fotos geschossen, ausgewählt und in Form gebracht.

Nur wer den norddeutschen Sommer 17 am eigenen Leibe erfahren – ach was: erlitten –  hat, kann ermessen, was wir da wuppten. Denn es löste ein Unwetter das nächste ab. Und man hat ja nebenbei auch noch ein real life. Unseres lässt glücklicherweise eine gewisse Flexibilität zu. Sobald ein wenigstens trockener Tag angekündigt wurde, standen wir in den Startlöchern. Wir wurden Wolken-Profis; Regen-Experten. Und zwischendrin immer mal wieder mit Sonne belohnt.

 

 

Juni-Erkenntnis: Einmal mehr hat sich gezeigt, dass der Juni der Super-duper-Monat ist. Er schenkt uns nicht nur die längsten Tage sondern auch die einsamsten des gesamten Sommers. Nie können Ruhesuchende die Hot-Spots in der eigenen Umgebung besser erkunden als im Juni. Der Blick auf den Feriendichte-Kalender zeigt: 2018 wird das noch besser als normalerweise, denn vom 03. – 24. Juni hat kein Bundesland Schulferien. (D.h. man muss die Lieblingsplätze nur mit Rentnern teilen. Und ein paar Kinderlosen.)

Apropos kinderlos: Ich beklagte hier mal auf dem Blog mein diesbezügliches Schicksal; konkret die Tatsache, dass ich keine kinderlose Erbtante mit Anwesen an der Schlei habe. Das hat sich geändert. Auch wenn es nicht ganz perfekt gelaufen ist; denn es gibt da zwei Schönheitsfehler.

Erstens handelt es sich nicht um ein Anwesen an der Schlei – sondern bloß um eine niedliches Refugium in Strandnähe – aber ich sehe darüber hinweg, weil die Schlei gar nicht weit weg liegt. Zweitens – schwerwiegender – ist meine Erbtante nicht mal zwei Jahre älter als ich. Mein Onkel ist empörenderweise sogar jünger als ich. Und als wäre das für mich nicht bitter genug, haben sie sich auch noch fünf andere Nichten und Neffen angeschafft. Aber was soll´s – immerhin werde ich 2018 wohl im schönsten Monat (aka Juni) in der schönsten Region Norddeutschlands (aka Angeln) verweilen. Und da will man ja nicht meckern.

 

7. Schwimme gegen den Strom

 

Im Juli unternahmen wir u.a. eine Radtour entlang der Kieler Förde und verbrachten einige Wahnsinnstage in der Holsteinischen Schweiz. Was die beiden Ecken verbindet ist a) dass sie – partiell – nicht ganz so viele Touris anlocken wie die Strände von Schleswig-Holstein, b) ihre  Schönheit und c) die Schwentine.

 

Sommer

 

Juli-Erkenntnis: Im Hochsommer muss man sich antizyklisch verhalten. Etwa im Regen rausgehen. Und wenn die Sonne scheint, die beliebtesten Stellen meiden. Abseits der Hot-Spots finden sich dann die besten Plätze. Der Juli braucht ja auch gar keine Hot-Spots, ist in seiner Üppigkeit ja sowieso eine Wucht; jede x-beliebige Wiese, jeder Wald, jede Brache wird zum Wunderland.

In Norddeutschland braucht man sich meistens nur einige Kilometer vom Meer entfernen. Und weil man im Juli ja nicht auf Wasser verzichten mag, rettet man sich einfach an Seen, Kanäle, Meeresarme, Flüsse. Überhaupt Flüsse. Die finde ich so wunderbar, weil sie einen Ursprung und ein Ende haben. Ganz wie das eigene Leben.

2018 möchte ich einem in Gänze folgen. Ich habe ihn mir schon ausgesucht und mir schwebt vor, von der Mündung zur Quelle zu gehen und dabei auf einer bestimmten Frage herumzudenken, deren Antwort eigentlich in mir zu finden sein müsste. Ich möchte der Sache sozusagen auf den Grund gehen. Aber ich will jetzt nicht zu esoterisch werden. Und noch weiß ich auch gar nicht, ob „mein Fluß“ von einem Wanderweg begleitet wird oder ob ich schreckliche Schlenker entlang vielbefahrenen Straßen schlagen muss oder ob ich ihn sogar zu Wasser erobern möchte. Und vielleicht werde ich das Ganze sogar mit dem nächsten guten Vorsatz verbinden:

 

8. Schlafe draußen

 

Im August konnte ich endlich mal einen Haken auf meine ewige In-der-Nähe-bleiben-Bucket-List setzen. Wir übernachteten in einem Pod im Camp Langholz in der Eckernförder Bucht. Das Beste daran war der Klangteppich. Der Wind in den Bäumen, das Rauschen der Wellen und Gänse, die rufend über uns hinwegzogen. Sogar Volko, der eigentlich gar nicht auditiv sondern total visuell funktioniert, war hingerissen.

 

pod

 

August-Erkenntnis: Draußen schlafen ist der Hammer. Wahrscheinlich noch hammermäßiger, wenn man dafür nichts als einen Schlafsack benötigt. Aber darauf bin ich aus Krabbeltiergründen nicht besonders scharf. Shame on me einerseits.

Andererseits ist die Palette der Glamping-Unterkünfte doch recht verlockend, so dass ich mich schon darauf freue, in  2018 eine weitere Art glamourösen Campings auszuprobieren. Vielleicht sogar eine Art von der ich erst letzte Woche zum ersten Mal hörte. Hochinteressante Sache. Eventuell demnächst mehr davon.

 

9. Mach es wie die Sonnenuhr

 

Während unseres Kurztrips nach Heiligenhafen bekamen wir einige letzte Sommerstrahlen ab. Aber insgesamt war auch der September nicht der beste aller Zeiten. Der Sommer, der kein Sommer war, ging zuende wie er begonnen hatte.

 

Heiligenhafen

 

September-Erkenntnis: Ich hab es immer schon geahnt, aber dieses Jahr habe ich es (durch hunderte und aberhunderte Fotos) genau dokumentiert – die Stunde des Sonnenaufgangs ist oft die beste des ganzen Tages. Jedenfalls ist das am Meer so. Da hilft also alles nichts: Selbst Langschläfer sind gut beraten, den Wecker ein paar Stunden vorzustellen, wenn sie was Wunderbares erleben wollen.

Diesbezüglich habe ich als Frühaufsteherin gar keine Probleme. Aber ich würde schon ganz gern auch mal wieder einen langen, trägen, heißen Sommernachmittag erleben. Darum steht bei mir Brandenburg recht hoch im Kurs für den kommenden Spätsommer. Ich stelle mir nämlich vor, dass das da generell so läuft. Und wenn nicht, tja, dann:

 

10. Pfeiff auf´s Wetter

 

Die krassesten Kapriolen schlug das Wetter als wir im Oktober im Strandhotel in Glücksburg logierten. Ausgerechnet in Glücksburg, wo doch so viele Wald- und Strandwege locken und Lokale, in denen man einen Sundowner nehmen möchte. Betonung auf Sun. Zwar putzte der Wind ab und zu den Himmel blank. Aber die Sonne war nicht mehr stark genug, um auch nur eine Bank zu trocknen.

 

foerdufer

 

Oktober-Erkenntnis: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Klamotten? Von wegen! Kein Outfit dieser Welt kann über Schlamm, Schlamm und quatschnasse Wiesen hinwegtrösten. Nach wochenlangen Regenfällen helfen nur noch gute Unterkünfte.

Ab Oktober wird es wirklich wichtig, wo man sich einmietet. Und danach halte ich ab sofort Ausschau auf den ostfriesischen Inseln – denn nur wenn ich solche finde, werde ich im kommenden Oktober zum Inselhopping aufbrechen.

 

11. Plane eine monatliche Auszeit

 

Eigentlich hatte ich mich für einen Profi gehalten, was die Verbindlichkeit mir selbst gegenüber betrifft. Damit meine ich, dass ich Zeit für mich selbst genauso wichtig nehme wie jeden anderen Termin. Aber dieses Jahr ist es mir nicht besonders gut gelungen. Fast bin ich auf Anfängerniveau abgestiegen.

Im November kam der dritte Monat, in dem ich keinen Kurztrip unternahm. Nicht mal für einen Tagesausflug blieb Raum. Nicht mal für einen Spaziergang. Darüber wurde ich etwas unleidlich. Um´s mal vorsichtig auszudrücken. Ich will´s mir also hinter die Löffel schreiben: Du sollst Deine Zeit so planen, dass jeden Monat ein besonderes Erlebnis Platz hat. Es muss nicht mehr sein, als eine Tageswanderung irgendwo im Dreh. Aber die darf nicht verschoben werden.

(Genauso ist es übrigens oft mit Orten in der Nähe, die man immer schon mal besuchen wollte. Oft denkt man da ja: irgendwann muss ich da mal hin – aber erst mal gehts nach Neuseeland, Timbuktu oder Sonstwohin. Und so geraten gerade die leicht erreichbaren Ziele ins Hintertreffen. Dabei wissen wir doch alle, dass wir gar nicht wissen, was morgen ist. Wer Listen mag, kann ja mal eine aufstellen. Und dann planen.)

 

12. Setze einen Glanzpunkt ans Ende

 

Weil ich im November quasi durchgehend auf Businessreisen war, bemerkte ich kaum, wie es dunkel und weihnachtlich in Hamburg wurde. Als es mir Mitte Dezember auffiel, fand ich es echt schön – konnte aber nicht so ohne Weiteres auf Besinnlichkeit umschalten. Deswegen war es großartig, die sowieso großartige dänische Nordseeküste, in absoluter off-season zu erleben.

 

 

Dezember-Erkenntnis: Wer Kinder hat, ist im Dezember vermutlich klar im Vorteil, weil all diese Rituale anstehen. Wer keine Kinder hat, kann allerdings zu den besten Konditionen die tollsten Orte besuchen und richtig loslassen. Vorweihnachtstrips sind super! Ob Fehmarn, Föhr, Göteborg oder eben jetzt Dänemark – sie gehören zu den nachdrücklichsten unserer bisherigen Kurzreisen.

Wer Kinder hat und somit auf Weihnachts- oder Silvesterwochen ausweichen muss, ist da schlechter dran. So wie meine Eltern. Die haben ja uns und müssen vermutlich etwas tiefer in die Tasche greifen für das Ferienhaus, das ihnen nächstes Weihnachten im Harz vorschwebt. Weihnachten und Silvester sind die meisten Urlaubsgegenden ja quasi zu 100% ausgebucht.

Ich freue mich natürlich drauf – denn in den Harz wollte ich schon lange mal im Winter. Im Sommer eigentlich auch. Aber das ist eben das Furchtbare am in der Nähe bleiben – die erlebenswerten Sachen in der eigenen Umgebung sind einfach zu zahlreich, um in ein Jahr zu passen.

In diesem Sinne Ihr Lieben,

vielen Dank, dass Ihr uns gelesen habt, heute und über´s Jahr, manche ja auch schon seit Urzeiten. Ich hoffe, Ihr könnt 2017 ganz nach Eurem Geschmack ausklingen lassen und habt dann einen fulminaten Start ins neue Jahr.

Bis dahin

alles Liebe

Stefanie & Volko

Henne Strand

Dänemark, die Queen und ich: Henne Strand im Winter

Und nur einmal angenommen, ich hätte alles Geld der Welt, ich könnte in Palästen leben und die ganze Welt läge mir zu Füßen… dann wäre es noch immer mein königlichstes Vergnügen morgens zum Brötchenholen von Houstrup nach Henne Strand zu laufen. Denn es macht mich eben wenig so glücklich wie ein Sonnenaufgang am Meer und Füchse, Rehe und Pferde, die durch Dünen ziehen.

 

Pferd in Duenen

 

Einen halben Punkt Abzug gibt es in der B-Note, weil ich mit dem Auto zum Strand gekommen bin. Besser wäre natürlich, an so einem Morgen weder Lärm noch Gestank zu verbreiten. Von unserem Ferienhäuschen führen auch wunderbare Pfade durch ein Naturschutzgebiet hierher. Doch die sind logischerweise nicht beleuchtet. Hätte ich auf ausreichendes Tageslicht gewartet, hätte ich es nicht bis zu diesem ganz besonderen Moment an den Strand geschafft…

 

Raureif

 

… diese unfassbar schönen Minuten, in denen sich die ersten Sonnenstrahlen über die Dünen schieben. Von Houstrup (wo in der Vorweihnachtszeit kein Bäcker geöffnet hat, auch kein anderes Geschäft und höchstens 10% der Ferienhäuser bewohnt sind) bis nach Henne Strand sind es knappe 4 km immer am Wasser lang. Auf den ausgeschilderten Trampelpfaden und Wanderwegen durch die Dünentäler erhöht sich die Strecke auf beinahe das Doppelte, weil sie so herrlich mäandern.

 

Houstrup

Mein Auto. Mein Parkplatz. Mein Tag.

 

Die Westküste Jütlands muss man sich wie das Sylter Listland und den Ellenbogen vorstellen. Nur eben in groß. Aber das Listland ist doch groß, werden Syltkenner jetzt denken. Und eben das meine ich ja. Die Dünen von Jütland sind gewaltig. Allein die Blåbjgerg Plantage im Südwesten des Landes, wo auch Houstrup und Henne Strand liegen, ist 4.600 ha groß (also 46 km im Quadrat). Gut die Hälfte der Fläche ist mit Bäumen bewachsen, der Rest besteht aus Heide und Dünen. Weil das zufällig meine Lieblingslandschaft ist, bin ich hier – obwohl ich eigentlich nicht mehr kommen wollte…

 

Die Blåbjerg Plantage bei Henne Strand

 

Einerseits gehört Henne Strand gehört zu den Orten, die ich seit einigen Jahren meide, weil sich – für dänische Verhältnisse und meinen Geschmack – zu viel Remmidemmi angesiedelt hat. Von meinem letzten Besuch war mir nur noch der Eindruck massiver Autoschlangen im Kopf geblieben. Andererseits wollte ich schon seit geraumer Zeit ganz dringend mal wieder hierher. Denn genau hier, habe ich vor beinahe zwei Jahrzehnten das allergrößte Geschenk von allen bekommen. Und daher ist und bleibt Henne für mich ein besonderer Platz.

 

Nordseestrand

 

Damals litt ich unter Katzenjammer (eine Lappalie nur, wie mir in der Rückschau scheint – aber damals fühlte es sich der Weltschmerz eben real an). Und ich weiß noch, wie ich in düsterer Stimmung Richtung Strand stapfte – quer durch die Dünen, was hier eine ganze Weile dauert.

 

Uglestien

 

Und auf einmal, tatsächlich urplötzlich, fuhr die Schönheit der Landschaft in mich wie der Blitz. Fast möchte ich von einem Erweckungserlebnis sprechen.

 

Duenen

 

Ich sah die Natur; sah sie wirklich, zum allerersten Mal in meinem Leben. Und ich begriff  auf einmal, dass es da etwas Größeres gibt als mich. Etwas, das sich zwar einerseits gar nicht um mich und meine kleinen Sorgen kümmert – mich aber andererseits auch trägt, wenn ich es zulasse. Seitdem weiß ich, dass meine Kraftquelle in der Natur liegt.

 

Als ich in Henne Strand das allergrößte Geschenk bekam

 

Wer erst einmal weiß, wo er Kraft tanken kann – und zwar egal, was passiert – ist natürlich fein raus. Noch feiner raus ist, wessen Kraftquelle nichts kostet, nichts verlangt und allgegenwärtig ist. Mittlerweile funktioniert das bei mir im Grunde mit jeder Landschaftsform. Als Naturfreundin perfektioniert man seine Fähigkeiten ja mit der Zeit. Aber am besten läuft es noch immer 330 km nördlich von St. Pauli, wo Dänemarks Dünen ihren Anfang nehmen.

 

Ferienhaus

 

Und als ich Henne Strand erreiche, weiß ich: mein bestes Weihnachtsgeschenk habe ich in diesem Jahr schon bekommen. In der Vorweihnachtszeit kann von Remmidemmi nämlich gar keine Rede sein. Ich muss diesen Ort also nicht von meiner Lieblingsliste streichen. Ganz im Gegenteil. Viele Ferienhausbesitzer verlangen jetzt Mieten, die höchstens symbolisch zu nennen sind (ich vermute, der „Gewinn“ liegt für sie dann drin, dass das Haus einmal ordentlich durchgeheizt wird). Und ein geöffneter Supermarkt kann ja gar nicht schaden. Auch gegen eine Handvoll Läden und Gastronomiebetriebe habe ich nichts weiter einzuwenden.

 

Iskiosk

 

Die Gegend ist im Grunde den ganzen Winter recht ausgestorben, erzählt die nette Dame der Ferienhausvermietung – nur zu Weihnachten, Neujahr und in den dänischen Winterferien im Februar, sollten Ruhesuchende Henne Strand meiden. Abseits davon erinnert die Atmosphäre ein wenig an List im Winter – bloß ohne Gosch.
 

Sandduene

 

Von der höchsten Düne Dänemarks, dem Blåbjerg, soll man an klaren Tagen 40 Kirchtürme sehen können. Bei bedecktem Himmel ist die Stimmung auf andere Art unvergleichlich. Auch dann lohnt sich jeder einzelne der viele ausgeschilderten Wanderwege. Der kürzeste (die blaue Route) ist nur 1,5 km lang und führt durch sehr hügeliges Gelände auf die Parabeldüne „Stormfuld Højer“ –  zu deutsch Stürmische Höhen oder eben Wuthering Heights, womit wir nun endlich bei der Queen wären.

 

Sonnenschein

 

Wer bei „schlechtem“ Wetter  – möglichst in queenesquen Gummistiefeln – durch die Dünen stapft, fühlt sich nicht nur landschaftlich ans UK erinnert – sondern auch so glücklich wie eine echte Königin. Elizabeth II. nämlich, die alle Möglichkeiten dieser Welt hat, ist nirgends so gern wie auf Balmoral. Weil, so schwärmte sie in einem Film der BBC: „hier kann man meilenweit gehen, ohne jemanden zu sehen.“ Und so ist das im Winter in der Blåbjerg Plantage bei Henne Strand auch.

 

meinthron

Mein Meer. Meine Stille. Mein Thron.

 

Frohe Weihnachten wünsche ich Dir übrigens.
Und mindestens einen ausgiebigen Spaziergang!