Kein Fjord, kein Fluss, sondern die Schlei
Es gibt Dinge, die passen so perfekt zueinander, dass man glaubt, sie wären füreinander geschaffen. Eine unschlagbare Spitzenkombi ist beispielsweise: ein freier Tag + Septembersonne + die Schlei.
Es gibt Dinge, die passen so perfekt zueinander, dass man glaubt, sie wären füreinander geschaffen. Eine unschlagbare Spitzenkombi ist beispielsweise: ein freier Tag + Septembersonne + die Schlei.
In Laboe kann einem leicht mulmig werden. Zum ersten Mal gleich wenn man den Großparkplatz am Ehrenmal ansteuert. Massen von Autos. Massen von Reisebussen. Massen von Wohnmobilen. Von überall her. Laboe scheint mit seinem Denkmal und dem U-Boot einer der wenigen Orte in Schleswig-Holstein zu sein, den alle sehen wollen. Seit 1954 gedenkt das 85 m hohe Ehrenmal den auf See Gebliebenen aller Nationen. Ursprünglich war es jedoch den gefallenen Marinesoldaten des 1. Weltkrieges gewidmet. Eingeweiht wurde das düstere Teil 1936. Die Vorstellung, worauf sich Deutschland da schon ganz unverhohlen vorbereitete, ist monströs. Schlendert man vom Parkplatz zum Strand, fragt man sich zwangsläufig, wo sie denn alle hin sind; die Touristen. Lebendig ist es an der Promenade, aber nicht über die Maßen voll. Mal abgesehen von der mega-Schlange beim U-Boot U995. Vermutlich irren sie alle durch die unterirdischen Hallen des Ehrenmals. Groß wie 8 Fußballfelder ist die Anlage im Stil des Backsteinexpressionismus. Diese Architektur kommt beinahe nur in Norddeutschland vor und verweist auf die Dynamik, aber auch Heftigkeit und Spannungen der Zeit. Keine Nazi-Archtiktur also – doch ebenso …
Anmerkung vorab: unser Beitrag zum Immenhof hat nun auch schon einige Jahre auf dem Buckel und einiges hat sich inzwischen geändert auf Gut Rothensande bei Malente. Am Ende des Artikels findest Du aktuelle Infos. Aber jetzt erst mal Klappe für eine geführte Tour über den Immenhof. Den echten.
Der Mensch will ans Meer. Das kann man in der Holsteinischen Schweiz ganz gut beobachten. Denn während das Hinterland der Region für norddeutsche Verhältnisse überdurchschnittlich schön ist, sind es die Strände – Hand aufs Herz – eher nicht. Und trotzdem drängelt sich alle Welt an den Küsten. Wir auch. Zumindest insoweit, dass wir die Badesachen stets dabei haben. Stunden am Strand liegen, liegt uns zwar nicht so. Aber wer sich durch die Holsteinische Schweiz treiben lässt, kommt früher oder später immer an einem Hinweis „zum Strand“ vorbei. Dann ist es wie inneres Kommando. Man muss einfach mal gucken. Und im besten Fall sogar in die Ostsee springen. Schleswig-Holsteins Skigebiet: Der Bungsberg Einen guten Überblick seiner Möglichkeiten verschafft man sich auf dem Bungs“berg“ (168m) – wo einst Großherzog Nikolaus Friedrich Peter seiner Frau Elisabeth einen Aussichtsturm errichten ließ (und heute im Winter ein Skilift betrieben wird). Der Elisabethturm ist leider nicht mehr begehbar. Dafür bietet die Scheußlichkeit gleich nebenan eine Aussichtsplattform. Von der Aussichtsplattform des Fernmeldeturms (kein Eintritt, kein Fahrstuhl!!!) kann man im Norden bis zum mordor-mäßigen …
Das erste, was wir über Malente lesen, ist eine Immobilienanzeige am schwarzen Brett eines Bistros in Eutin: Appartement direkt am Dieksee, 2 Zimmer, 54 qm, Loggia 6 qm, 15.000,– 15.000 Euro? Wir reiben uns die gentrifizierten Augen. Aber es geht wirklich um einen Kauf und nicht um Miete. In Malente ist die Zeit stehen geblieben Malente liegt mitten im Naturpark Holsteinische Schweiz. 100 km von der Hamburger Innenstadt entfernt. Die Bahnanbindung nach Kiel und Lübeck scheint bestens. An der Ostsee ist man in 20 Minuten. Wer das zu weit findet, kann in den Dieksee springen. Der Eintritt ins Strandbad ist frei. Es liegt nur einen kurzen Fußweg durch den Buchenwald von Malentes Promenade entfernt. Dort starten auch die Ausflugsdampfer zur 5-Seen-Fahrt Richtung Plön und Eutin. Ruhig ist es an der Promenade. Ein bisschen Zauberberg-Stimmung liegt in der Luft. Malente eignet sich bestens zum Nachdenken. Über das Wesen der Langeweile sind vielfach irrige Vorstellungen verbreitet. Man glaubt im ganzen, daß Interessantheit und Neuheit des Gehaltes die Zeit vertreibe, das heißt: verkürze, während Monotonie und Leere ihren Gang beschwere und hemme. Das ist nicht …
„Die Gäste, die drei Wochen bleiben, gibts nicht mehr“, sagt Elisabeth Scheer vom Ferienhaus Uklei in Sielbeck. Damals, als ihr Urgroßvater das Logierhaus von Witwe Brasch übernahm und zu einem Hotel ausbaute, sei das noch ganz anders gewesen. 1894 war das. Die Zeit, als die Holsteinische Schweiz noch als Touristenmagnet galt. Und ihr Herz am Kellersee schlug.
Aktuell ist ordentlich was los im Norden. Alle, alle, alle Bundesländer haben jetzt Sommerferien. Und mit Abstand am liebsten urlauben die Deutschen noch immer in Deutschland. Dabei am allerallerliebsten am Meer. Wer in den kommenden Wochen ein wenig Stille zwischen Nord- und Ostsee sucht, muss sich also antizyklisch bewegen. Sich etwa bei Sonnenschein ins Landesinnere zurückziehen oder gerade bei Wind & Wolken-Wetter an den Strand gehen. Richtig prima ist es im August morgens an der Ostsee, bevor die Hamburger einfallen. Oder abends an der Nordsee, wenn die Hamburger ihre Sachen wieder einpacken. Ein Spitzenplatz dafür: St. Peter-Ording (Ortsteil Bad) ab ungefähr 17.00 Uhr. Was uns wundert: Während man anderorts an der Nordsee, z.B. auf Sylt oder in Dänemark, den Sonnenuntergang regelrecht zelebriert, wird es in St. Peter-Ording (Bad) gegen 18.00 Uhr unheimlich leer am Strand. Dabei scheint die Sonne noch warm genug, dass es sich wie nachmittags anfühlt. Man zahlt keinen Eintritt mehr und (anders als an der Ostsee) werden die Strandkörbe auch nicht abgeschlossen. Also, man hat alles für sich und umsonst. Nirgends sind die Tage länger als an der …
Itzehoe, Elmshorn, Neumünster… Es gibt so Städte in Schleswig-Holstein, die haben ihren Ruf weg. „Da möchte man nicht tot über´m Zaun hängen“, sagt man da. Wobei man vermutlich weder Neumünster, noch Itzehoe oder Elmshorn je betreten hat, weil… wozu?
In den Sonnenaufgang zu schwimmen gehört zu unseren erklärten Hochsommer-Vergnügen. Das ist – Kitsch hin oder her – als würde man in kühles Gold tauchen. In der Regel gibt´s ja jährlich nur eine Handvoll richtig, richtig warmer Nächte in Norddeutschland, so dass man das Ganze auch gar nicht auf die lange Bank schieben sollte. Also los zum nächstgelegenen Beach – für Hamburger ist das Timmendorfer Strand. Fährt man 1 Stunde vor Sonnenaufgang (gestern um 04.09 Uhr) in St. Pauli los, sitzt man 5 Minuten bevor es beginnt am Strand. (Die 5 Minuten planen wir aus dramaturgischen Gründen ein. Es ist eben superkrass, wenn die Sonne sich über den Horizont schiebt). An und für sich ist Timmendorf während der Sommerferien eine Zumutung. Doch morgens ist die Welt in der Lübecker Bucht echt ziemlich in Ordnung. Am Strand schlafen höchstens ein paar Jungs aus dem Nautic. Alle anderen Badegäste wollen auch nur ihre Ruhe haben. Es ist einfach ein guter Ort, um den Morgen kommen zu lassen. Und der Himmel sieht aus wie …