Länger bleiben
Man stelle sich eine störrische Grassteppe vor. Eine, über die der Wind streift, die Wolken ziehen und rundherum das Meer. So in etwa wirkt die jüngste und größte der Halligen auf den ersten Blick, die Hallig Langeneß.
Man stelle sich eine störrische Grassteppe vor. Eine, über die der Wind streift, die Wolken ziehen und rundherum das Meer. So in etwa wirkt die jüngste und größte der Halligen auf den ersten Blick, die Hallig Langeneß.
Wie wichtig es ist, hin und wieder komplett abzuschalten, wurde mir neulich an der Nordsee klar. Etwa zeitgleich erschien unser Buch – die ultimative Bucket List für Hamburg. Und an Elbe und Alster kann man natürlich auch einiges machen, um das Gedankenkarussell für eine Weile anzuhalten.
Und nur einmal angenommen, ich hätte alles Geld der Welt, ich könnte in Palästen leben und die ganze Welt läge mir zu Füßen… dann wäre es noch immer mein königlichstes Vergnügen morgens zum Brötchenholen von Houstrup nach Henne Strand zu laufen. Denn es macht mich eben wenig so glücklich wie ein Sonnenaufgang am Meer und Füchse, Rehe und Pferde, die durch Dünen ziehen.
Palmström ist nervös geworden; darum schläft er jetzt nach Norden. Denn nach Osten, Westen, Süden schlafen, heißt das Herz ermüden. (Wenn man nämlich in Europen lebt, nicht südlich in den Tropen.) Solches steht bei zwei Gelehrten, die auch Dickens schon bekehrten – und erklärt sich aus dem steten Magnetismus des Planeten. Palmström also heilt sich örtlich, nimmt sein Bett und stellt es nördlich. Und im Traum, in einigen Fällen, hört er den Polarfuchs bellen. Christian Morgenstern