Alle Artikel mit dem Schlagwort: Altes Land

Cranz

Von Cranz nach Estebrügge – immer an der Este lang

Wenn die Kirschbäume in den Hamburger Parkanlagen an der Grenze zwischen Vollblüte und Abblühen stehen, ist es Zeit nach Cranz aufzubrechen. Dort kommt der Frühling immer ein paar Tage später an. Konkret wird das Aufblühen der Kirschen für kommenden Montag erwartet. Die Äpfel ziehen am folgenden Wochenende nach.

Sleeperoo

Abends auf der Apfelplantage: ein Sleeperoo im Alten Land

Zu den weniger stressigen Berufen gehört der des Testschläfers, das habe ich neulich Nacht in einem Sleeperoo im Alten Land festgestellt. Es war am Pfingstwochenende. Auf den Autobahnen stauten sich Ausflügler in langen Schlangen. So hörten wir es im Radio, als wir – immer schön sudje – über die verwaiste Köhlbrandbrücke nach Jork trudelten. Im Hofladen des Obsthofes Lefers angekommen, erhielten wir zwei, drei Instruktionen, den Schlüssel für unser Testobjekt und die vage Wegbeschreibung: immer geradeaus, Zweite links.     Man glaubt ja nicht, wie weitläufig so eine Apfelplantage ist. Die schnurgeraden Reihen der schnurgeraden Obststräucher schienen sich bis in die Unendlichkeit zu erstrecken. Wir trafen keine Menschenseele. Und hörten bald nur noch Vögel, Frösche (viele Frösche) und Bienen. Unter dem ebenso end- wie wolkenlosen Himmel kam es mir vor, als wären wir irgendwo in Iowa. Bis in der Ferne ein weißer Cube durchs Grün funkelte wie das Ding aus einer anderen Welt.   Sleeperoos sind die Styler unter den Glamping-Unterkünften   Auf den ersten Blick wirkt ein Sleeperoo wie ein Designer-Raumschiff aus den späten …

Das Alte Land; eine Annäherung

Seit einiger Zeit sendet der Deutschlandfunk sonntags die Reihe 12 Mal Deutschland. Journalist Jörg-Christian Schillmöller und Fotograf Dirk Gebhardt durchqueren das Land Stück für Stück der Breite nach. Vom westlichsten zum östlichsten Punkt. Jeden Monat ein paar Tage. (Wovon sie übrigens auch bloggen.) „Warum“, wurden sie vergangenen Sonntag gefragt. „Weil wir es nicht kennen“, lautete die Antwort. Und das ist ja genau der Punkt. Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig ich eigentlich von meiner näheren Umgebung kenne. Und auch wenn ich meine, etwas zu kennen, nehme ich oft nur das Offensichtliche wahr. Beispiel: Das Alte Land     Das Alte Land grenzt ans südliche Hamburg und ist das größte Obstanbaugebiet Europas. Folglich geben Obstbauern hier seit Jahrhunderten den Takt an. Die über die Maßen verzierten Fachwerkfassaden ihrer Obsthöfe knallen einem derart ins Auge, dass man gar nicht mehr sieht, was links und rechts davon liegt. Das ist besonders krass rund um die Gemeinde Jork, von der ein Altländer Freund mal behauptet hat, sie sei der Trafalgar Square des Alten Landes. Interessiert man sich nicht …

Grashüpferinsel Lühesand

Lummerland, Nimmerland, Saltkrokan… Die besten Geschichten spielen auf Inseln. Die Mystischste unter ihnen war für mich immer die Grashüpferinsel, obwohl dort wenig passierte. Es war nur heiß und seltsam und die Grillen zirpten. Genauso war es vergangenen Montag auf Lühesand.       Elbinsel Lühesand   Lühesand ist eine 124 ha große Elbinsel im Alten Land. Sie ist nur per Boot zu erreichen und ein perfekter Ort, wenn man mal Lust auf das ganz große Garnichts hat. Garnichts gibt’s auf Lühesand nämlich im Überfluss – im allerbesten Sinn. Das Auto lässt man am Treffpunkt Sandhörn bei Grünendeich stehen. Die Parkgebühr ist am Kiosk zu entrichten. Aber nicht am Montag. Montags ist geschlossen. Da erholen sich die Sandhörner von den Hamburger Sonntagsausflüglern.     Soll uns Recht sein. Genau wie die Tatsache, dass an Mai-Montagen nicht gerade massenweise Leute nach Lühesand übersetzen wollen. D.h. wollen wollen schon einige. Vornehmlich Fahrradfahrer. Die machen dann aber ein langes Gesicht, wenn sie am Anleger erfahren, dass Räder auf dem Festland bleiben müssen. Lühesand ist verkehrsmittelfrei. Lärmfrei. Stressfrei. Frei.   …