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Sonnabendabend in Tönning

Töning ist eine Kleinstadt an der Eider. Wer aus Hamburg nach St. Peter Ording fährt, kann sie nicht verfehlen. Denn es führen ja nicht gerade viele Wege auf die Halbinsel Eiderstedt. Von Süden kommend, überquert man zwangsläufig den zweitgrößten Fluss Schleswig-Holsteins in Sichtweite des Hafens von Tönning.

 

Hafenansicht

 

Menschen wie wir (die es direkt an den Strand zieht), lassen Tönning für gewöhnlich links liegen. Nachdem uns Ulrike aber neulich neugierig gemacht hat, sind wir endlich mal eingebogen. Das war auf dem Rückweg von Westerhever.

Wir hatten Hunger, jedoch keine Lust auf das Gewusel von St. Peter Ording. Im Moment teilt sich Norddeutschland nämlich auf. In ausgewählten Hochburgen tobt die Saison noch wie im Juli. In anderen Gegenden sind bereits die Bürgersteige hochgeklappt. Tönning ist etwas dazwischen.

 

Fassade

 

Womit ich meine: Tönnig ist genau richtig, wenn man einen Tag am Meer in Ruhe ausklingen lassen möchte. Da waren ausreichend Menschen und gastronomische Angebote um sich wohlzufühlen. Aber nicht so viele, dass es unangenehm gewesen wäre. Und schon gar kein Touristen-Nepp. Das nahmen wir jedenfalls an. Denn in den kleinen Fischrestraurants am Hafen speisten jede Menge Einheimische. Was ja immer ein gutes Zeichen ist.

 

Hafen Toenning

 

In allen Restaurants stand „Scholle satt“ auf der Karte; die Preise schwankten zwischen 14 und 16 Euro (was man als Hamburger kaum glauben kann). Aber so war´s. Und wenn Schleswig-Holsteiner ein Gericht „satt“ anbieten, dann meinen die das auch so.

 

Scholle satt

 

Für den Anfang wurden uns 6 Schollen serviert; also 3 pro Person. Und wir wurden während des Essens mehrmals gefragt, ob es noch einige Schollen oder Bratkartoffeln mehr sein dürften. Die Tönniger an den Nebentischen wünschten das durchaus (noch so was, das man als Hamburger kaum glauben kann).

 

Markplatz

 

Nach dem Essen spazierten wir  „Tönning rund“. Der Weg ist praktischerweise mit Fisch-Graffitis auf dem Asphalt markiert. Aufsteller mit historischen Fotografien erzählen von Tönnings wechselvoller Geschichte. Man sieht aber auch so, dass Tönning mal richtig bedeutend war. Einer der wichtigsten Häfen an der kontinentaleuropäischen Nordseeküste.

 

Marktplatz Toenning

 

Davon zeugt beispielsweise das alte Packhaus. Heute wird es als Kulturzentrum genutzt und verwandelt sich im Dezember in den längsten Adventskalender der Welt. So steht es im Guiness-Buch der Weltrekorde und ich stelle mir das sogenannte Tönniger Weihnachtsereignis sehr, sehr stimmungsvoll vor.

 

Packhaus

 

Noch stimmungsvoller finde ich die Eider. Der Weg von der Innenstadt zum Strandbad ist wie gemacht für einen Abendspaziergang. Bei Niedrigwasser liegt auf dem Süßwasserwatt ein ganz bestimmter Goldschimmer.

 

Eider

 

Am liebsten wären wir immer weitergelaufen. Bis zum Eidersperrwerk oder dem Katinger Watt. Doch da ja selbst an der Westküste die Tage langsam merklich kürzer werden, heben wir uns das für ein anderes Mal auf.

 

Rotlichtviertel Nordseestuben

13 Kommentare

    • Moin Jutta, da sammeln sich allmählich einige Aktivitäten bei Dir an. Du solltest bald kommen. Schönes Wochenende für Dich (mit Sonne kann ich hier grad nicht dienen), Stefanie

  1. Erika Stumm sagt

    Und in Kappeln sagt sowieso keiner Samstag-wieder so schöne Bilder und Kommentare!!Tönning im Winter mit dem Adventskalender hat auch seinen Reiz. Schönes Wochenende. Erika

  2. Als wir im Oktober 2013 in Sankt Peter-Ording waren, waren wir auch in Tönning. Mehrfach! Weil es uns gleich beim ersten Besuch für sich gewonnen hatte. Diese Entspanntheit, diese Ruhe, die Schönheit dieses kleinen Städtchens… herrlich!

    Herzliche Grüße
    Nicole

    • Ja, Tönning ist wirklich niedlich. Ich gucks mir irgendwann noch mal zu Ladenöffnungszeiten an. Der Einzelhandel scheint ja so ganz ohne die üblichen Ketten auszukommen. Das finde ich immer schön. Komm gut in die Woche, Nicole – und liebe Grüße, Stefanie

  3. Oh, Stefanie – über meerblog bin ich hier gelandet, auf dem Artikel meiner ehemaligen Heimatstadt, in der ich Kindheit und Jungend verbrachte, die mich immer wieder lockt und die ich nicht nur in den Wintermonaten, wenn der Trubel vorbei ist, sehr stark vermisse.
    Sehr gerne gelesen!!

  4. Moin Stefanie
    Oh wie schön, Ihr seid in Tönning gewesen. Scholle satt im Goldenen Anker, richtig? Da gehen wir auch oft hin. Auf dem Foto vom Parkhaus – das kleine gelbe Gebäude daneben – ist die Alte Fischerei-Genossenschaft. Dort kann man super frischen Fisch und den besten Matjes kaufen! So als kleiner Tipp. Ein schönes WE, Ulrike

  5. Danke für den Tipp, Ulrike. Bzw. die Tipps. Ohne Dich wären wir wohl gar nicht nach Tönning (und in den Goldenen Anker :-)) gekommen. Auch Dir ein schönes Wochenende, Stefanie

  6. Pingback: Der Sommer ist ein langer, ruhiger Fluss: Weekender an der Eider -

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