94 Suchergebnisse für: Und der Frühling so

Norddeutschland im Maerz

Licht an: es ist März in Norddeutschland

Weil wir hier oben nicht glücklich sein können, wenn es wettermäßig nichts zu klagen gibt, ist der März in Norddeutschland einer der allerbesten Monate überhaupt. Ab heute gibts nämlich gleich zwei gute Gründe zum Lamentieren. Mindestens zu Beginn ist der März in Norddeutschland zu kalt. Spätestens zum Ende verabschiedet sich das schönste Licht. Nur noch diesen Monat ist der Norden in sein besonderes Winterlicht getaucht. Es ist hell, aber nicht grell sondern zart und von unvergleichlicher Klarheit. Also, immer schön die Kamerakkus aufgeladen halten, denn irgendwann in den nächsten ein, zwei, drei Wochen wird er kommen, der erste Tag an dem einfach alles stimmt: Der Himmel wird blau sein, die Luft lau und Vögel werden piepsen. Am schönsten ist es dann an der Ostsee.     Im März ist unser kleineres Meer das Bessere. Weil blauere. Und der ostseetypische ganz leichte Wellenschlag an windstillen, sonnigen Tagen gehört zu den besten Geräuschen überhaupt auf der Welt. Was auch super ist am März: Noch sind die Campingplätze höchstens spärlich besucht. Jetzt kann man also die Küstenabschnitte genießen, …

Kiesch

Ziemlich gute Bekannte: Hamburger und die Hamburger Kunsthalle

Alfred Lichtwark, der 1. Direktor der Hamburger Kunsthalle, bat regelmäßig Künstler aus dem In- und Ausland an die Elbe, um sich mit Hamburger Ansichten zu beschäftigen. Er wusste, dass die Hanseaten vertraute Motive aus ihrer Umgebung schätzten und hoffte auf diese Art, die Akzeptanz für moderne Kunst in der Stadt zu erhöhen. Ich fühle mich irgendwie ertappt, als ich das auf einer Handreichung lese. Sie hängt direkt neben Liebermanns Terrasse im Restaurant Jacob in Nienstedten an der Elbe. Ein Bild, bei dem mir das Herz ganz hell wird – genau wie es der große Mann der Kunsthalle vor über 100 Jahren seinen Hamburgern auf die Nasenspitze zusagte.     Liebermann im Jacob einzuquartieren, war ein ziemlich genialer Schachzug von Lichtwark, das muss ich sagen. Sicherlich bin ich nicht die einzige, für die Liebermanns Bild und die reale Lindenterrasse miteinander verwoben sind. Beim Elbspaziergang denkt man ganz automatisch an das Bild. Beim Betrachten des Bildes an den Elbspaziergang. Und gerade dass man an beides denkt, macht beides doppelt so schön.     Eigentlich bin ich heute …

Schilf

Nur 28 Tage: Februar in Norddeutschland (and how to survive)

Hej, hej – es ist Februar in Norddeutschland und wir gehen in unser viertes Bloggerjahr. Dreimal haben wir Frühling, Sommer, Herbst und Winter nun kommen und gehen sehen. Haben ganz genau hingeschaut und allmählich ein Gefühl dafür entwickelt, wo es wann am schönsten ist. Ab heute werden wir monatlich ein wenig resümieren – was lohnt sich unserer Meinung im Moment unbedingt im Norden, was eher nicht so. Und schwupps haben wir eine prima Überleitung zum Februar in Norddeutschland. Denn der lohnt sich insgesamt eher nicht so.     Dieser Monat tut nichts für das Land, würde Guido Maria Kretschmer sagen. Umrahmt von gepflügten Äckern (aka nackter, brauner Erde) büßen selbst die schönsten Aussichten ihren Zauber ein. Wenn die Stiefel mit jedem Schritt schlammschwerer werden, ist das nun auch nicht gerade jedermanns Lieblingsgefühl. Genauso wenig wie eisiger Schneeregen. Oder nur Regen. Denn das ist ja das Schlimme hier oben: Die Winter sind nasskalt und sehr, sehr bleich. (Nasskalt ist es zwar auch oftmals im Januar oder März. Doch im Januar haben wir den Winter noch nicht …

Blogbilanz: In der Naehe bleiben 2016

Früher war es ein typisches Vorhaben für die Zeit „zwischen den Jahren“:  Fotos sortieren. Umgesetzt habe ich das allerdings selten. Ich besitze Schachteln über Schachteln mit Bildern und Negativen und Disketten und CDs sowie jede Menge Dateien auf drei Laptops. Wie  praktisch ein Blog dagegen ist. Ein Klick und ich sehe: 2016 sind wir auf 14 Kurztrips in der Naehe geblieben. 3 mal weiter weg gewesen. Und haben jede Menge Tagesausflüge unternommen.     Das ist erstaunlich, schon rein quantitativ, weil wir früher gar nicht besonders häufig ins Blaue gefahren sind. Ganze Sommer vergingen, ohne dass wir es auch nur einmal an die Ostsee schafften. Inzwischen scheint mir das undenkbar. Der Blog hat doch tatsächlich unser Leben verändert – genau wie wir unsere Einstellung zum Bloggen. Es ist uns selbstverständlich geworden. Ich habe nicht mehr das Gefühl, es erklären oder rechtfertigen zu müssen. Will sagen, ich fürchte nicht mehr, man könne glauben ich hätte keinen Friseur, dem ich das alles erzählen kann. Ich blogge einfach. Ganz selbstverständlich.   Wir bloggen. Selbstverständlich.   2016 war unser …

Liseberg

Ehrfürchtig hopsen: Weihnachten in Liseberg

Zu den unzähligen Vorzügen einer Kindheit in Göteborg gehört Liseberg, Schwedens ältester Vergnügungspark. Während für Kinder in Norddeutschland die Zeit spätestens ab dem Nikolaustag quälend langsam vergeht, verfliegt sie in Liseberg wie eine Schneeflocke im Wind. (Witzigerweise ist es für Erwachsene genau anders herum: In Norddeutschland rast der Dezember dahin; in Liseberg bleibt die Uhr stehen. Oder wird sogar zurückgedreht. Um ein paar Jahrzehnte.)     Jedenfalls fühle ich mich maximal 8 Jahre alt, als wir uns um 14.55 Uhr in die Mega-Menge vor den Pforten Lisebergs einreihen. Innerlich stöhne ich. Am liebsten würde ich mich vordrängeln. Aber ich lasse mir – auf eine vermutlich Mr. Bean-artige Weise – nichts anmerken. Erstens bin ich eigentlich erwachsen. Zweitens verhalten sich in Schweden selbst winzigste Besucher ausgesprochen manierlich. Und drittens möchte ich Volko keine Gelegenheit geben, die Frage zu stellen, die absolut auf der Hand liegt: Sag mal, müssen wir wirklich hier rein?     Was für eine Frage! Klar, müssen wir. Unbedingt. Schnell. Dabei würde ich in Deutschland lieber Gras essen, als einen Vergnügungspark zu betreten. Aber …

Wellenreiter Sylt

Schön extrem und gut für die Balance: Sylt im November

Sylt im November ist nicht unbedingt was für Feiglinge. Wer es schwer nimmt, wenn die Wetterprognose eine ganze Woche Regen verspricht, ist im Herbst nicht richtig auf der Insel. (Er wäre im Grunde auch im Sommer nicht richtig, aber das ist ein anderes Thema.) Wer hingegen findet, dass Regen nun mal zum November gehört – wie Sturm und Nebel und eine Prise Tristesse – der kann gerade jetzt sehr glücklich werden auf Deutschlands nördlichster Insel. Wir jedenfalls halten den November für den idealen Monat auf Sylt.     Es stimmt schon: das Wetter ist häufig ungemütlich. Es regnet oft. Aber es regnet nicht durchgehend. Der Wind pustet immer mal wieder die Wolken zur Seite. Und dann muss man sofort an den Strand. Selbst falls man sich gerade in Westerland befindet. (Ein Scherz. Der Strand in Westerland ist toll. Nur Westerland selbst ist eben nicht das Schönste auf der Welt.)     Manchmal rettet der Wind den Tag erst auf die allerletzten Minuten. Und das ist dann eigentlich am wunderbarsten. Wie man die 7,5 verregneten Stunden …

An der großen Kreuzung links: Landhaus Börmoos in Habernis

Mitte der 80er Jahre ließ Klaus Voormann einen hundertjährigen Bauernhof in Habernis herrichten. Voormann ist einer dieser Allround-Künstler, die man nicht unbedingt dem Namen nach kennt, obwohl er tausend Dinge getan hat, die das eigene Leben bereichern. Unter anderem entwarf Voormann das Cover für das Beatles-Album Revolver, produzierte mit Trio Da Da Da, spielte mit Mando Diao das MTV-unplugged-Konzert und schuf eben dieses Idyll an der Flensburger Förde; das Landhaus Börmoos.     Heute lebt Voormann längst woanders. Und Börmoos ist eine tolle Adresse, wenn man mal nichts als seine Seelenruhe will. Das Landhaus liegt uneinsehbar am Ende einer Birkenallee. Wie das mit vielen Künstlerrefugien so ist, schlägt das Herz gleich einen Takt verträumter, sobald man das riesige Grundstück betritt.     8 Ferienappartments befinden sich in Vermietung. Sie sind alle mit einer kleinen Küche ausgestattet und fast alle mit Alkovenbetten. Die große Diele mit Kaminraum darf genauso genutzt werden wie der romantische Garten mit vierlei Sitzmöglichkeiten und das wunderbare Lesezimmer voller Coffee-Table-„Literatur“ (also richtige Bücher selbst mitbringen).     Das perfekte Wochenende im Landhaus …

Hamburg

Pilgern in Hamburg (hier: für Anfänger)

Ich gehe so gern. Ich gehe mir den Kopf frei, denke ich manchmal. Doch immer wenn ich das Gehen ganz besonders nötig habe, nämlich in Phasen größten Arbeitsaufkommens, tue ich mich unheimlich schwer loszugehen.   Statt einfach loszugehen, führe ich ellenlange Dialoge mit mir selbst. Ob ich wirklich losgehen sollte, wann ich wirklich losgehen sollte und wohin ich losgehen sollte. Oder eben auch nicht.   Zur Zeit habe ich wieder so eine Phase am Wickel. 2 Monate hatte ich viel zu viel zu tun, aber nun wird es langsam entspannter. Noch 2 Wochen – dann ist das Drama vorbei. Ich könnte also den Fuß ein bisschen vom Gas nehmen. Und auch mal ein paar Stunden planlos durch die Gegend schlendern. Aber wie gesagt: Ich tue mich schwer. Wie ein Vogel, der zunächst im Käfig sitzenbleibt, wenn die Tür geöffnet wird.   Da traf es sich ganz gut, dass ich vor einigen Tagen von einem Pilgerweg erfuhr, der durch den Hamburger Stadtpark führt. Pilgerwege haben klare Bedingungen; eine bestimmte Länge, eine Wegführung, erfordern als keine große …

Peak District

Hey Duke: Chatsworth House im Peak District

Im Anflug auf Manchester erblickt man England in Gestalt des Peak District; einem Hochland-Gebiet, das aus der Luft einer kargen Mondlandschaft gleicht; von unten betrachtet aber so lieblich erscheint wie das Auenland. Kurz hinter den Toren von Manchester City liegt Englands ältester Nationalpark mit hügeligen Weiden und Feldern durchzogen von Steinmauern, Schafen, Schafen, Schafen, Flüssen und Bächen, Bilderbuchdörfern, stillen Wälder.     Auf den baumlosen Gipfeln des Peak District lag bei unserem Besuch am 1. Mai noch Schnee. Ich denke, das ist ungewöhnlich. Denn höher als 600 Meter sind die eigentlich nicht und bei unseren bisherigen Besuchen auf den Inseln haben wir „den Norden im Westen“ immer viel wärmer wahrgenommen als „den Norden im Norden“. Doch dieses Mal war´s wirklich genau so, wie man sich England vorstellt: extrem wechselhaft und sobald die Sonne verschwand richtig kalt.     Kälte und Regen allerdings können keinen englischen Spaziergänger dazu verleiten, eine Jacke zu tragen. Offenbar kleiden sich Engländer nicht nach Witterung sondern nach Datum. Zum Spring Bank Holiday also frühlingshaft wenig Stoff und unter Röcken auf gar …

Goldener Ring

Reich. Reicher. Falkenstein. (Ein Spaziergang)

Falkenstein ist ein bewaldetes Gebiet in Blankenese und als Lebensmittelpunkt den Menschen vorbehalten, die nicht bloß wohlhabend oder vermögend sind – sondern weit darüber hinaus. Man könnte also sagen, Falkenstein ist das Blankenese von Blankenese. Nur nicht so überlaufen. Zumindest nicht vormittags unter der Woche. Da ist Falkenstein goldrichtig zum Spazieren. Der Klassiker führt knapp 7 km als Rundkurs über  Elbhöhen und Elbstrand. Man könnte natürlich auch weit darüber hinaus gehen. Hauptsache man geht. Bald. Um den vollen Blick auf den Fluß einerseits und die Parkanlagen andererseits zu genießen; so ganz ohne verdeckendens Blattwerk an den Bäumen.     Ein guter Startpunkt ist das ehemalige Landhaus Michaelsen. Die Bauhaus-Schönheit von 1923 beherbergt das Puppenmuseum und den Kunstraum Falkenstein. Als eines der wenigen öffentlich zugänglichen Anwesen ist es der perfekte Ort um mal zu spüren, wie das Leben als Superreicher wohl so wäre. Das reine Vergnügen, nehme ich an. Ein Spaziergang geradezu. Dieses Leben, ein Spaziergang     Aber das ist natürlich oberflächlich. Zwar, ja, ja, hat man vom Puppenmuseum den tollsten Hamburger Elbblick überhaupt. Doch …