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Der Grüne Ring, Etappe 3: partiell nicht übel (der Rest sind Parzellen)

Gruener Ring

Neulich, als noch nicht Herbst war, war der Grüne Ring wieder einmal mein Ziel. Konkret die 3. Etappe (von insgesamt 8). Ich absolviere die Abschnitte des 100 km langen Rad- und Fahrradweges rund um Hamburg nur, wenn mir nichts Besseres in den Sinn kommt. Denn es stimmt zwar wirklich, dass der Grüne Ring sich fast ausnahmslos durch´s Grüne zieht. Aber es ist eben nicht wirklich Natur und nur partiell erholsam und/ oder spannend.

 

Hauptverwaltung Ohlsdorf

Die 3. Etappe des Grünen Rings startet gegenüber vom Bahnhof direkt an der Hauptverwaltung Ohlsdorf

 

So sind auch die Pluspunkte der 3. Etappe schnell genannt: A) Sie ist super ausgeschildert. B) Es finden sich auf der Strecke einige Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten. C) Es geht richtig gut los.

 

Grüner Ring, Etappe 3, Start am Friedhof Ohlsdorf

 

 

Die Etappe 3 des Grünen Rings ist 14,8 km lang und führt von Ohlsdorf nach Jenfeld. D.h. sie beginnt direkt am Haupteingang des Mega-Friedhofs, Ohlsdorf eben. Der Friedhof Ohlsdorf gehört zu den Dingen, die man in Hamburg gesehen haben muss. Da gibt es gar keinen Zweifel. Ich glaube, man muss ihn sogar mindestens 4 mal gesehen haben; einmal pro Jahreszeit.

 

Wasserturm

So schön wie sonst nur Leuchttürme: der Wasserturm Ohlsdorf

 

Wer auf dem Grünen Ring unterwegs ist, sieht nur einen kleinen Teil des Friedhofs. Viel zu schnell leitet das Wegzeichen (grüne 11 auf weißem Grund)  über versteckte Pfade zum nächsten Highlight  – dem Bramfelder See. Der „Brami“ gehört nicht zu Bramfeld (wie man meinen könnte), sondern zu Steilshoop und stellt in etwa das Gegenteil dessen dar, was man sich so unter Steilshoop vorstellt.

 

Bramfelder See

Der Bramfelder See ist einen eigenen Mini-Ausflug wert: der Rundweg ist 2,9 km lang.

 

Abgeschirmt vom Straßenverkehr, mit lauschigen Uferplätzen und Graureihersichtungen ist der Bramfelder See schon allein einen Ausflug wert.  Der Grüne Ring beschränkt sich auf das Südufer. Ich habe vergessen, wie viele Kilometer der Schrittzähler am Ende des schmalen, lnagen Sees anzeigte. Es werden wohl so 2,5 bis 4 km gewesen sein. Blieben also noch 10 bis 12 km übrig bis Jenfeld. Und die … naja… bestehen im Wesentlichen aus Wohngebieten und Kleingartenvereinen.

 

Schrebergarten

 

Nicht, dass die restliche Strecke gräßlich gewesen wäre. Im Gegenteil: es läßt sich im Osten der Stadt offenbar wunderbar wohnen und kleingärtnern. Doch für Wanderer sind Schrebergärten und Ein- bzw. Mehrfamlienhäuser nicht gerade superspannend. Warum ich die Etappe 3 trotzdem gern ging, hatte a) was mit meiner Wanderbegleitung zu tun. (Es schnackt sich so nett im Unterwegs sein). Und b) mit den Groschen, die fallen, wenn man mal in Stadtteile eintaucht, die man zuvor höchstens auf den Hauptverkehrsstraßen durchquerte oder punktuell mit Öffis ansteuerte.

 

Fazit Grüner Ring, Etappe 3: kann man mal machen (muss man aber nicht)

 

Interessanterweise kann man das Ganze auch ganz anders sehen. Der Wanderfreund etwa, hat auf der 3. Etappe keine Einkehrmöglichkeiten entdeckt, den Weg im Frühling aber als einzigartig erlebt.  Ich hingegen kann diesen Abschnitt des Grünen Rings nur denjenigen empfehlen, die ihre innere Hamburg-Karte mit Leben füllen möchten. Es ist schon faszinierend, wie unterschiedlich Hanseaten leben.

 

Ohlsdorf

 

Was ich hingegen jedem empfehlen kann, ist  ein Knoten im Taschentuch für den Ohlsdorfer Friedhof.  Diesen Ausflug würde ich auch gar nicht auf die lange Bank schieben, denn der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit für den größten Parkfriedhof der Welt. Empfehlenswert sind die drei Themenspaziergänge. Ergänzt durch eine Runde um den Bramfelder See ist man ebenso lang unterwegs wie Wanderer auf der 3. Etappe des Grünen Rings – nur idyllischer.


Grüner Ring, Etappe 3

Länge: gute 14 km

Anreise: U1, S1, S11 Ohlsdorf

Abreise: verschiedene Buslinien ab Jenfeld nach Wandsbek Markt, Bergedorf, Billstedt

Mehr Infos & Karten: Grüner Ring Etappe 3

Weiterlesen auf dem Blog: Grüner Ring Etappe 1 & 2, Etappe 8

2 Kommentare

  1. Gut beschrieben in jeglicher Hinsicht! – Schade finde ich, dass Hamburg mehr von Public Relation als von Verbessern der Realität zu verstehen scheint bzw. bei Ersterem seine Prioritäten setzt. Kaum ist etwas als „Grünes“ identifiziert, schon findet sich ein „Belebungskonzept“, das gerade nicht Grün fördert (jüngstes Beispiel „Grünes Band für Hamburgs Osten“). Bleibt der Wunsch, dass sich an offizieller Stelle mal wieder jemand findet, der sich wirklich zu Grün bekennt. Vielleicht wird dann auch der Grüne Ring spannender und ehrlicher.

    • Oho – das Grüne Band für Hamburgs Osten war mir gar kein Begriff. Gleich mal nachgeschlagen im Netz. Wenn auch nicht für die Natur so scheint mir das Projekt soziokulturell doch sehr interessant. Da bleibe ich auf jeden Fal mal am Ball. Vielen Dank und liebe Grüße, Stefanie

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