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Zur Erholung auf St. Pauli (für Instagramer & Konsorten)

Hafen Hamburg

Heute nur was Kleines, denn ich bin zwischen zwei Jobs in der Ferne nur ganz kurz zur Erholung auf St. Pauli. Und genau das möchte ich heute den Instagramern unter Euch empfehlen, wenn Ihr das nächste Mal in Hamburg seid.

St. Pauli ist ja so ein Stadtteil, von dem selbst Menschen, die noch nie hier waren, gewisse Bilder im Kopf haben. Sehr unterschiedliche Bilder. Das wurde mir klar, als ich vor einiger Zeit im DB-mobil-Magazin die Top 5 der St. Pauli-Instagram-Motive entdeckte.

Unter den Top 5 fehlte alles, was ich für typisch St. Pauli halte. Dafür belegte den vierten Platz die Zuckermonarchie; ein kleines, niedliches Café, im hygge-DIY-shabby-chick-Look. Nichts gegen kleine, niedliche Cafés (und schon gar nichts gegen die Zuckermonarchie). Jedoch kann man nicht direkt sagen, dass sie charakteristisch für St. Pauli wären.

Immer mehr Menschen entwickeln ihre Vorstellungen über Orte/ Ereignisse/ Dinge in sozialen Netzwerken. Die älteren Leute bei facebook, die jüngeren auf Instagram, hörte ich neulich im Radio. Und nun finde ich es einigermaßen witzig mir vorzustellen, dass vermutlich überall auf der Welt jüngere Instagram-Heavy-User existieren, die St. Pauli mit Macarons in Pastelltönen verbinden. So sehr ich meinen Stadtteil auch liebe, muss ich doch zugeben: er ist das Gegenteil eines fliederfarbenen Eclairs.

 

Zur Erholung auf St. Pauli

 

Also, liebe Instagramer, falls Ihr für ein realistischeres Bild von St. Pauli sorgen wollt, lasst die Zuckermonarchie erst einmal rechts liegen und geht über den Gebrüder-Wolff-Platz zur Seewartenstraße; haltet Euch dort links, bis zur Kersten-Miles-Brücke – nach insgesamt etwa 350 Schritten seid Ihr schon „Bei der Erholung“ angekommen.

Es handelt sich um eine 600 Meter lange Promenade am Elbhang, die man auch als Instagram-Outdoor-Studio bezeichnen kann. Dort könnt Ihr in nicht einmal 15 min unendlich viele Wahrzeichen von Hamburg einfangen und danach Euer Smartphone zur Seite legen – um das Real-life zu genießen und/oder die Zuckermonarchie.

 

 

Der Spazierweg schlängelt sich von der Seewartenstraße, etwa bei der Kersten-Miles-Brücke, zum Hafen. Schon auf dem ersten Meter könnt Ihr (1.) den ollen Bismarck im Elbpark fotografieren (noch besser wäre hinzulaufen, denn das Denkmal ist ein Scheinzwerg, also das Gegenteil von Herrn Tur-Tur und wird so richtig gewaltig erst, wenn man seinen Sockel erklimmt).

Gleich rechts daneben erkennt Ihr die Elb-Höhe vom (2) Stintfang; mit Aussichtsplatz und Weinberg. Vielleicht mögt Ihr einen Abstecher machen, denn von dort wirkt die (3) Elphie fabelhaft – Ihr könnt sie aber auch von der Erholung aus fotografieren. Bei der (4) Terrasse des Hotel Hafen Hamburg wird die Promande zum Aussichtsbalkon. Vor Euch liegen nun der (5) Hamburger Hafen und die (6) Landungsbrücken, der (7) alte Elbtunnel und die (8) Docks.

 

15 St. Pauli-Motive in 15 min

 

Eigentlich wäre es ratsam, die Treppen runter zu springen, um an den Landungsbrücken ein (9) Fischbrötchen zu schnappen, eine (10) Hafenrundfahrt zu unternehmen, z.B. auf einem Ausflugsdampfer oder mit besserer Musik auf (11) der Barkasse Hedi. Auch nicht schlecht ist,  durch den alten Elbtunnel rüber nach (12) Steinwerder zu laufen. Vom anderen Elbufer fangt Ihr das schönste Hafenpanorama ein.

Die höchsten Fotospots liegen im Rücken. Etwa die Tanzenden Türme mit dem Restaurant Clouds und der (13) Roof Top Bar Heavens Nest. Wunderschön ist auch der Blick vom (14) Twenty up im Empire Riverside Hotel. Und da wir gerade über Gastro sprechen: Wer mit schmalen Budget reist, wird sich über die (15) Kantine im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie freuen. Sie liegt etwa mittig auf der Erholung, direkt neben dem Deutschen Seewetterdienst.

 

Bulli

 

Wie Ihr seht, liebe Instgramer, ist es durchaus möglich, vor dem Besuch der Zuckermonarchie von der Erholung 15 Supermotive in 15 Minuten zu schießen. Die Welt wird denken, Ihr hättet unheimlich viel erlebt.

Ihr könntet auch tatsächlich unheimlich viel erleben – müsstet dann aber einen ganzen Tag dafür einplanen. Und wäret am Ende vermutlich gar nicht erholt – sondern erschöpft. Da trifft es sich prima, dass am Ende der Erholung eine Treppe zum schönsten Beach-Club von Hamburg führt. Im Strand Pauli lässt sich wunderbar im Sand sitzen, bis die Sonne untergeht.

Denn eigentlich ist St. Pauli die Nacht. Und erst wenn die Lichter rund um die Reeperbahn blinken, bekommt man eine Ahnung, was diesen Stadtteil von anderen unterscheidet. Aber das ist einen eigenen Beitrag wert.

Für heute also erst einmal: Schönes Wochenende!
Und erholt Euch gut.

9 Kommentare

  1. Sehr gelungen, Stefanie! Tolle Tipps, eine absolut notwendige Klarstellung bezüglich St. Pauli ^^, gute Beschreibung zum Auffinden der genannten Orte, sehr schöne Fotos obendrein. Informativ und dabei wie gewohnt angenehm kurzweilig zu lesen. Ich bin wieder einmal sehr angetan!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Michèle

    • Herzlichen Dank, liebe Michèle. Es ist schon ulkig, oder – früher hat man sich immer über geschönte Bilder in Reisekatalogen beschwert. Heute sorgen die Leute selbst dafür. Ganz liebe Grüße, Stefanie

  2. Sehr schöne Hamburg-Tipps, liebe Stefanie! Du bist eben eine echte St. Pauli- Insiderin, das spürt man.

    Wir treiben uns normalerweise immer in Teufelsbrück oder Wedel rum, wenn es uns an die Elbe zieht, aber nächstes Mal könnte unser Ziel St. Pauli heißen. Nur das Parken dort ist sicher kein Kinderspiel, oder? Aber es gibt ja die U-Bahn. Wo steigt man da am besten aus? Landungsbrücken?

    Liebe Grüße und ein gemütliches Wochenende,
    Martina

    • Hallo Martina – ja, wenn Ihr mal Lust auf die große Stadt habt, ist St. Pauli schon ein schönes Ziel. Ihr würdet ja wahrscheinlich mit der U-Bahn (U1 bis Kellinghusenstraße; dann U3) kommen? Dann könntet Ihr auch gut direkt an der Station St. Pauli aussteigen. Von dort sind es nur ein paar Schritte über den Zirkusweg zur Erholung. Und falls Ihr lediglich auf Stippvisite seid: 2 Stunden darf man in den Straßen zwischen Millerntor und Reeperbahn parken (entspannt ist die Lage aber nur, wenn kein Dom ist – und quasi unmöglich, wenn St. Pauli spielt). Liebe Grüße, Stefanie

  3. Pingback: Rundwanderung & Sightseeing zugleich: der Altonaer Balkon -

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