Alle Artikel mit dem Schlagwort: Eutin

Holsteinische Schweiz

XLI. Ab durch die Mitte – in die Holsteinische Schweiz

Wer sich von Haffkrug landeinwärts bewegt, erreicht nach gut fünf Kilometern den Naturpark Holsteinische Schweiz. Topographisch hat sie wenig mit einem Alpenland zu tun. Die Bezeichnung galt zur Kaiserzeit als beliebtes Marketingmittel und stand für Wohlstand, Ordnung und landschaftliche Schönheit schlechthin. Von den rund 100 »Schweizen« Deutschlands war die nördlichste zunächst die kleinste. Anfangs war da nämlich bloß das Hotel Holsteinische Schweiz. Gründer Johann Friedrich Janus eröffnete es im Jahr 1885 am Nordufer des Kellersees. Er brauchte fünf weitere Jahre, um eine Anbindung an die Eisenbahn zu erkämpfen. Als dann tatsächlich der erste Zug von Lütjenburg in den neuen Bahnhof Holsteinische Schweiz einrollte und immer mehr Orte unter das Dach der Marke schlüpften, avancierte die ganze Region zum gut erreichbaren Sehnsuchtsziel. Sie blieb es fast 100 Jahre. Dann geriet der Heile-Welt-Charme wohl etwas aus der Mode. Vielleicht war es auch der zunehmende Autoverkehr, der bisher idyllische Städtchen zerschnitt und die Ruhe von den Seeuferstraßen vertrieb. Oder die Entscheidung der Deutschen Bahn, die Holsteinische Schweiz abzuhängen. Jedenfalls blieb 1976 – ungefähr an dem Tag, als der …

Insel Sterin

Schnee in Schleswig-Holstein

Gewisse kindliche Vorstellungen sind doch erstaunlich hartnäckig, dachte ich neulich an einem regnerischen Morgen in Neustadt i.H. (also Neustadt in Holstein). Etwa, dass es sich bei Gott um einen älteren Herrn mit Bart handelt. Oder dass es zu Weihnachten grundsätzlich schneit. Es muss an den Weihnachtskarten, Adventskalendern, Bilderbüchern… liegen. Denn die kommen nie ohne tief verschneite Landschaften aus. Und irgendwann glaubt man wohl einfach dran.

Eutin

Stadtgeflüster und Landansichten: Landesgartenschau Eutin

Neulich besuchten wir die Landesgartenschau Eutin. Wir hatten meine Eltern dazu eingeladen, im Juni schon. Und seitdem nach einem Termin gesucht, der allen passte plus gutes Wetter prognostizierte. Unnötig zu sagen, dass es schwierig wurde. Es ist ja generell so, dass Ausflugsgeschenke die Gefahr in sich tragen, ewig aufgeschoben zu werden und am Ende nicht stattzufinden.     Also schraubten wir Mitte August unsere Ansprüche hinsichtlich der einzigen Variablen herunter. Dem Wetter. Wir enterten die Landesgartenschau Eutin bei grauem Himmel in der Hoffnung, die Wolkendecke würde noch aufreißen. Was sie nicht tat. Im Gegenteil. Doch sanfter Landregen passt auch irgendwie zum superromantischen Gelände. Und zum Ausgleich hatten wir ordentlich Platz für uns.     Meine Mutter, die jede Pflanze mit deutschem und lateinischen Namen kennt, begrüßte die Blumen wie alte Bekannte. (Gern auch mitten im Gespräch: Aaaah, da drüben ist Gaura Lindheimerii. Die mag ich so. Und schon hirscht sie davon). Der Rest von uns genoss eher das Zusammensein in wunderbarer Umgebung. So jedenfalls mein Eindruck.     Und ich glaube, zum Teil mag ich …