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Wandertipp in der Probstei: Strandseelandschaft bei Schmoel

Probstei im Herbst

Schmoel klingt in meinen Ohren nicht illuster. »Strandseelandschaft« dafür umso verheißungsvoller.  Aber wie das mit Vorurteilen eben so ist: Die Realität stellte sich mir auf dieser Wanderung genau anders herum dar. Die Strandseen beeindruckten mich weniger als Schmoel. Und die von mir stiefmütterlich behandelte Probstei hat mich mit einer ganz neuen Facette überrascht.

 

Die Probstei zwischen Stakendorf und Hohenfelde

 

Die Probstei ist eine Region im Kreis Plön. Ihre Strände liegen an der Kieler Bucht; bekanntestes Epizentrum ist der Schönberger Strand. An den hatte ich bisher nicht direkt mein Herz verloren. Ich weiß jetzt auch, warum. Es ist der Deich. Er wirkt auf mich an diesem Küstenabschnitt wie ein getrimmter Vorgarten mit Jägerzaun. Aber davon kann auf den letzten Strandkilometern im Süden der Probstei überhaupt keine Rede mehr sein.

 

Strand Stakendorf

Trotz Herbstferien kann jenseits von Stakendorf nicht von krasser Ueberfuellung gesprochen werden.

 

In südlicher Richtung geht der Schönberger Strand in den Strand von Stakendorf über. Kurz hinter dem Ortsausgang endet dann auch die elende Asphaltpiste, auf der im Sommer extrem viele Radfahrer nerven (was ich unbedingt auch mal machen will – denn man rollt hier 21 km beinahe ausschließlich am Meer dahin). Aber was ich eigentlich sagen wollte: gleich hinter Stakendorf wird es einfach wunder-, wunder-, wunderschön.

 

 

Bei Schmoel wurde ein knapper Kilometer Deich abgetragen. Dort darf sich die Natur seit den 1990er wieder natürlich entwickeln. Betreten darf man die kleine Wildnis nicht. Es führt zwar ein toll eingewachsener Pfad im Halbrund herum. Doch alles wuchert hier so üppig, dass man fast nirgends einen Blick auf die Gewässer erhaschen kann.

 

Strandseelandschaft bei Schmoel

 

Nur am Anfang und am Ende des eingezäunten Naturschutzgebietes bekommt man einen ganz kleinen Eindruck von den Strandseen. So viel Privatheit finden Vögel natürlich großartig. Und das freut die gemeine Wanderin. Auch schützt der tunnelartig zugewachsene Pfad zwar prima vor Wind – aber über die Maßen spektakulär ist er nicht. Spektakulärer schien mit der weitere Weg nach Hohenfelde (dem allerletzten Strand der Probstei).

 

Wanderweg Schmoel

 

Zwischen dem Naturschutzgebiet und Hohenfelde liegt nichts. Bzw. nur die weiten Ländereien von Gut Schmoel. Sie schirmen den Strand weiträumig vor Überfüllung ab. So geht es herrlich entspannt zu. Vermutlich wird es jetzt mit jedem Tag sogar noch etwas entspannter. Vielleicht kann man auch mehr von den Strandseen sehen, wenn die Bäume erst einmal keine Blätter mehr tragen. Aber ich glaube trotzdem, gerade jetzt haben wir die allerbeste Zeit für die Probstei am Wickel.

 

Wandertipp Probstei – von Hohenfelde nach Stakendorf – für schnelle Leser:

 

Hohenfelde-Stakendorf-und-zurück: etwa 12,5 km. Dass man den Weg zweimal geht, macht überhaupt nichts. Die Eindrücke am Wellenrand unterscheiden sich vollkommen von denen auf dem Rad- und Wanderweg. Am Strand ist es anstrengender – daher am besten die Wasserkante für den Hinweg wählen. Festes, wasserabweisendes Schuhwerk kein Nachteil.

Einkehrmöglichkeiten: Auf der Strecke keine. An Wasser denken. (Das vergißt man ja gern in der kälteren Jahreshälfte).

In Hohenfelde lockt die Panorama-Rotunde des Restaurants Strandlächeln.

Am Stakendorfer Strand sind die traditionellen Fischerhütten ein Muss. Im Sommer herrscht hier Hochalarm. Im Winter ist geschlossen. In der Nebensaison scheint alles perfekt.

Beste Zeit: März und Oktober – kleiner Wink mit dem Duckdalben: das ist jetzt 😉

 
Stakendorfer Strand
 

4 Kommentare

  1. Echt eine schöne Gegend. Ich bin hier öfter mit unserem Hund gelaufen, Von Schönberg bis nach Kiel. Eine Strecke habe ich dann mit Schiff oder dem Bus gemacht. Jetzt müsste ich ihn tragen, das ist mir zu schwer.:-)Die Strecke ist unerwartet vielfältig. Das Schleswig-Holstein hat einfach zu viele schöne Ecken, man könnte jeden Tag woanders sein.

    • Das mit den Kieler Fähren ist schon super. Ich habe schon oft gedacht, dass es sich dort sicher toll leben läßt. Und Fähre fahren kann ja auch ein alter Hund. Grüß den schön, Stefanie

  2. Sieht ja extrem überfüllt aus 😀
    Wunderschöne Fotos hast du da wieder gemacht.
    Wie so oft ist es gut, wenn man Vorurteile abbaut, indem man sich selbst ein Bild macht. So ging es mir einst mit Bielefeld. Da hatte ich null Erwartung dran bzw. stellte mir graue Industriegebiete vor und dann war es dort so schön und grün.

    Liebe Grüße
    Liane

    • Liebe Liane, in letzter Zeit höre/ lese ich öfter, dass Bielefeld schön ist. Ich glaube, es gibt da auch so eine Bahaus-Siedlung, die mich interessiert. Und früher hat man immer gedacht, Bielefeld gibt´s gar nicht. Lieben Gruß zurück, Stefanie

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