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(N)irgendwo ist Ostpreußen – Polen, Frisches Haff und der Brief meiner Urgroßmutter

Frisches Haff

Und was ist das für ein See?“, fragt eine graumelierte Dame. „Wir sagen Zalew Wiślany“, antwortet der Reiseführer, „auf deutsch heißt es Frisches Haff.“ Er läßt sich nicht anmerken, ob er über ihre Unwissenheit innerlich mit den Augen rollt. Vielleicht findet er uninformierte Urlauber ja auch gar nicht so übel?

 

Frauenburger Dom

Frombork (ehemals Frauenburg) am Frischen Haff im Nordosten von Polen, der Woiwodschaft Ermland-Masuren

 

Vielleicht sind sie ihm lieber als Heimwehtouristen. Bis heute treten manche auf, als gehörte Ermland-Masuren »eigentlich« ihnen. Und vielleicht zählt das Frische Haff im äußersten Nordosten von Polen auch einfach nicht zu den Gegenden, die man kennt. Jedenfalls nicht, wenn man keine ostpreußische Großmutter hat. Hat man eine, ist es ein Sehnsuchtsort.

 

 

Vom Glockenturm der Domburg wandert mein Blick über das Haff nach Osten. Bei guter Sicht soll er bis nach Königsberg reichen. Gar nicht weit entfernt ist meine Oma geboren, aufgewachsen und als – beinahe schon – junge Frau auf die Flucht gegangen. Mit halbem Ohr lausche ich den Erzählungen des Guides über den großen Sohn der Stadt. Kopernikus hat hier »im hintersten Winkel der Welt« herausgefunden, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist.

 

Ostpreußen – im hintersten Winkel der Welt

 

Man hielt das heliozentrische Weltbild für ein Hirngespinst des Astronomen und Domherrn von Frauenburg. Heute ist Nikolaus Kopernikus Fixstern und Grund, warum Reisende in Frombork Station machen. Nur kurz zumeist. Um den Kopernikus-Turm zu besteigen, sein Grab in der Domkirche zu fotografieren, das Planetarium zu besuchen oder das Kopernikus-Museum im Bischofspalast. Viel mehr gibt es in Frombork auch nicht zu tun.

 

 

Die Stadt ist viel kleiner als ihr prächtiger Dom vermuten ließe. Verschlafen wirkt sie. Aus der Zeit gefallen.  Auf dem Markplatz zwitschern die Spatzen. Die Infotafeln mit den alten Fotografien der Stadt hat auch schon bessere Tage gesehen. Auf den Bildern tragen Straßen und Geschäfte deutsche Namen. Ein Dampfer tuckert über das Haff. Er bringt Ausflügler aus Krynica Morska, dem Ballermann der Frischen Nehrung. Dort drüben erinnert beinahe nichts mehr an die ehemalige Provinz Ostpreußen. Hier am Haff scheint sich gar nicht so viel verändert zu haben.

 

Frauenburg

In der Ferne die Frische Nehrung, ein schmales Strand- und Dünenparadies zwischen Haff und Ostsee

 

Haffe sind seichte Küstengewässer, die von der See durch schmale Sandstreifen, sogenannte Nehrungen, abgetrennt sind. Es gibt sie nur an der Ostsee. An allen anderen Meeren spricht man von Lagunen. Die größten und elegantesten Nehrungen sind die Frische Nehrung in Polen und die Kurische Nehrung in Litauen. Sie laufen beide – aus unterschiedlichen Richtungen – auf die Halbinsel Samland zu. Auf Samland lag früher Königsberg, die Hauptstadt von Ostpreußen.

 

Ostpreußens Riveria: Frische Nehrung & Kurische Nehrung

 

Heute heißt die Stadt Königsberg Kaliningrad. Sie gehört – wie ganz Samland – zu Russland. Seit 1946 bildet die „Oblast Kaliningrad“ eine russische Exklave zwischen Polen und Litauen. Sie hat etwa die Form eines Tortenstücks. Viel Strand wenig Land. So hat man sich Ostseehäfen gesichert. Und von beiden Nehrungen jeweils den Löwenteil abgeschnitten.

 

Ostsee Haffs

Zur Sommerfrische auf die Frische oder die Kurischen Nehrung – für Königsberger Katzensprünge

 

Man könnte also sagen, dass es ein polnisches Ostpreußen gibt, ein russisches und ein litauisches. Aber eigentlich gibt es natürlich gar keins mehr. Es gibt nur eines in Gedanken. Vor zehn Jahren habe ich es in Litauen auf der Kurischen Nehrung gefunden. Im Sommerhaus von Thomas Mann in Nidden. In Polen liegt es (für mich) am Frischen Haff.

 

 

Seit wir Elblag (ehemals Elbingen) hinter uns gelassen haben, ist mir, als würde ich durch die Erinnerungen meiner Oma fahren. Hinter Suchacz (ehemals Sucasse) dem ersten Örtchen am Haff, schwingt sich die Landstraße kühn auf die Elbinger Höhen. Früher kamen die Sommerfrischler in Scharen mit der Haffbahn. Heute hält sich der Verkehr in Grenzen. Teils spektakulär geht es über das hohe Ufer und verträumte Alleen in die  Wälder von Kadyny.

 

Des Kaisers Sommersitz – Cadinen

 

Um die Jahrhundertwende ließ Kaiser Wilhelm II. sich ein Gutshaus in eine moderne Sommerresidenz umwandeln.  Seitdem wird es Schloss genannt und bildet das Herzstück von Kadyny. Das Kaiser kam gern ans Haff, um zu jagen. Auch gründete er eine Trakehnerzucht und eine Majolika-Werkstatt. Die als Cadiner-Fliesen bekannten Keramiken schmückten U-Bahnhöfe in Berlin und auch die Tunneltiere aus dem Hamburger Elbtunnel kommen aus Ostpreußen.

 

Cadinen

 

In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Sommerschlösschens befindet sich heute ein Hotel. Im heutigen Restaurant ließ Wilhelm II seinen Wodka brennen. Gleich daneben liegt das Gestüt. Es werden wieder Pferde gezüchtet und sogar eine Majolika-Werkstatt betrieben. Das Dorf Kadyny steht komplett unter Denkmalschutz. Roter Backstein dominiert entlang der kopfsteingepflasterten Straßen. Und die »tausendjährige deutsche Eiche« ist mit ihren 10 Metern Umfang noch immer eine der größten Attraktionen.

 

 

Die Eiche, die nicht wirklich 1.000 Jahre alt ist, sondern nur 700, bildet den Ausgangspunkt für einen naturhistorischen Wanderweg. Schon Wihelm II. ließ den Wald unter Schutz stellen. Dementsprechend reich ist das heutige Reservat an Baum-Denkmälern. Verschiedene ansteigende Pfade führen früher oder später zu romantischen Aussichtspunkten. Von dort kann man das hellblaue Haff funkeln sehen.

 

 

Zum Strand geht es durch den Wald und dann querfeldein auf Straßen, die in einem so schlechten Zustand sind, dass Schrittempo gewagt scheint. Ich kann gar nicht mehr sagen, ob sich mein Bild von Ostpreußen mehr aus Familiengeschichten speist oder Büchern, Filmen, Tatsachenberichten. Aber exakt so wie sich hier der makellos blaue Himmel über das makellose blaue Haff spannt, habe ich mir den Sommer in Ostpreußen vorgestellt. Überhaupt ist in meinem Ostpreußen immer Sommer. Bis er vorbei ist.

 

Flucht aus Ostpreußen

 

Das Haff ist bei Kadyny etwa 18 km breit. Am 25. Janaur 1945 macht sich von hier ein Treck auf, um über das zugefrorene Haff auf die Nehrung zu gelangen. Unter den Flüchtenden ist auch Prinz Louis Ferdinand, der Enkel Wilhelm II, der seit 1944 das Gut bewirtschaftet. Für ihn beginnt der gleich Wettlauf mit der Zeit, den nun alle Ostpreußen aufnehmen. Die anrückenden Panzer sind schon zu hören. Auf dem Eis sind die Flüchtenden vor ihnen sicher. Nicht aber vor attakierenden Tieffliegern. Das müssen viele Menschen in diesen Tagen erfahren. Auf dem Eis. Auf der Ostsee. Auf dem Land. So wie meine Urgroßmutter.

 

Flucht

 

Meine Urgroßmutter schrieb ihrer jüngsten Tochter später einen Brief über das Erfahrene. Obwohl als Tatsachenbericht gehalten, lesen sich speziell die ersten Seiten wie Fiktion. Wie ein Alptraum. Millionen ist es so gegangen wie meiner Urgroßmutter, die mit ihren Kindern, die Jüngste noch ein Säugling, auf eine Odysee ging. Sie schrieb

 

Es war 23.1.1945. Mittags, kurz vor zwölf Uhr, fuhr ein Militärauto vor. Wir mussten mit. Die Koffer waren gepackt; die Betten dreifach überzogen, die Nahrung in (Decken genäht?). Wir wollten uns gerade zum Mittagessen hinsetzen. Hasenbraten und Rothkohl blieben unberührt. Ohne einen Blick zurück zu werfen, bestieg ich das Auto. Siegfried schloß alles ab. Unser kleiner Spitz blieb im Wohnzimmer zurück. Ich schaute nie zurück sonst wäre es mit meiner Fassung vorbei gewesen und ich musste doch stark sein, mußte für Euch, meine geliebten Kinder, da sein, den Vater ersetzen.

Die Landschaft war tief verschneit. Es fiel weiter neuer Schnee. Über 20 Grad Kälte. Dicht gedrängt im L.K.W. ging es einer ungewissen Zukunft entgegen. Helga nahmen wir erst unterwegs mit. Sie war vom D.R.K. als Helferin eingezogen. Essen verteilen für zurückflutende Flüchtlinge und Soldaten. Bis Königsberg waren es gut 100 km. Das sollte erst einmal unser Ziel sein. Auf der nächsten Bahnstation wurden wir in Güterwaggons verladen. Unsere Reise dauerte statt 2 Stunden 3 Tage und Nächte. Du warst so lieb und artig. Alle 4 Stunden bekamst Du die Flasche. Es gelang mir immer, wenn der Zug hielt, Milch für Dich zu bekommen. Einmal konnten wir Dich sogar baden. Bei dieser Gelegenheit wollte ein Soldat, der im Westen beheimatet war, Dich für eigen annehmen. Wir sollten Dich bei seiner Frau abliefern. Vorher wollte Dich schon die Hebamme haben, mit Dir flüchten. Nein, wir wollten Dich behalten.

Nach 2 Tagen und 3 Nächten erreichten wir gegen 2 Uhr beinahe Königsberg. Auf freier Strecke hielt der Zug. Alle waren hungrig und durstig und glücklich, bald am Ziel zu sein. Es wurde aufgerufen, man könne warmen Kaffee haben. Ich verließ mit einer jungen Frau den Waggon, um Kaffee zu holen. Fritz, Dein kleiner Bruder (5 Jahre alt), der mit besonderer Liebe an mir hing, wollte mich gar nicht gehen lassen. Dorchen (?) nahm meinen Platz ein, mit ihm auf dem Schoß. In einem Bunker erhielt ich eine Flasche Kaffee. Ich trank ein wenig, mir dünkte, ich trank Blut.

Wir gingen zum Waggon zurück. Unsere Rufe, uns in den Waggon zu helfen, blieben unbeantwortet. Als wir den Waggon erklommen hatten, sahen wir im Zviellicht des anbrechenden Morgens viele Tote liegen. Zivil sowie Militär. Von Euch, meinen Kindern, keine Spur. Ich konnte Uschis Mäntelchen erkennen, hob es auf und sah in das Gesicht meines kleinen Fritz, die Händchen noch warm, der Kopf von Granaten zerfetzt. Ich weiß nicht, wie lange ich wie versteinert stand, nicht, wo mein Kaffee blieb, nicht wie ich herauskam.

So stand ich nun allein auf dem Verschiebebahnhof, suchend, laufend, rufend, unten durch Waggons kriechend. Inzwischen war es 8 Uhr morgens geworden. Ich war auf dem Hauptbahnhof, die Russen nicht weit entfernt. Man konnte sie schon schießen hören. Sie hatten unseren Zug beschossen, der mit Geschützen und Munition beladen war.

Der Bahnhof war fast menschenleer. Ich suchte und rief. Ich sah unsere Koffer und konnte sie nicht heben. Was sollte ich damit, mit irdischen Gütern, da ich Euch, meine Kinder, nicht hatte. So lief ich in die Stadt. Nein, es war keine Stadt. Es war ein elender Trümmerhaufen. Ich hatte die Vorstellung, Euch zu sehen. Ich lief auf Euch zu. Ihr ward es nicht. Oft erging es mir noch so, bis abends spät Christa mich umfaßte: »Mutti, wir sind alle gerettet. Nicht weit von hier, in einer kleinen Wohnung.« Niemand sagte mir etwas von dem Tod des kleinen Fritz. Ich war ganz ruhig. »Kinder, ich weiß es. Ich habe ihn gesehen.«

 

Meine Uroma gehörte zu den Glücklichen. Sie musste nur ein Kind beerdigen. Alle anderen brachte sie gesund nach Dänemark. Später fand sie in Schleswig-Holstein neue Heimat.

Meine Oma versteckte ihre Armbanduhr hinter einem Balken auf dem Dachboden, bevor sie ihr Zuhause verließ. Sie muss also gedacht haben, dass sie einmal zurückkommen würde. Tatsächlich hat sie sich mit ihren Geschwistern Jahrzehnte später auf die Reise gemacht. Die damaligen Besitzer des Hauses gewährten ihnen sogar Eintritt. Und meine Oma fand ihre Uhr, wo sie sie gelassen hatte.

 

 

Ostpreußen läßt mich nicht los. Das geht ja vielen Nachkommen so. Längst ist erforscht, dass Traumata auf Folgegenerationen übertragen werden. Die Gräuel des Krieges waren zu massiv, als dass sie innerhalb eines Lebens verarbeitet werden konnten.

Vielleicht verabscheue ich deshalb alles Nationalistische so absolut und mit jeder Faser meines Herzens. Und vielleicht kommt daher auch diese spezielle Wehmut, die ich im ehemaligen Ostpreußen empfinde. Ich wäre so gern eine Nacht in Kadyny geblieben.

Ein Aufenthalt in der ehemaligen Sommerresidenz Wihelm II. ist übrigens alles andere als unbezahlbar: Kadyny Folwark Hotel & Spa.

Des Revisionismus unverdächtig und pickepacke voll mit spannendem Tipps zur ehemaligen Provinz Ostpreußen ist das Ermland-Masuren-Journal von Brigitte Jäger-Dabek.

Frisches Haff

11 Kommentare

  1. Hallo Stefanie,

    SEHR interessant und wirklich anrührend!
    Meine Oma stammt aus Danzig und sie erzählt noch heute, mit 92, oft von ihrer Jugend dort, dem Verlust des geliebten Bruders, das zurücklassen ihres Großvaters, den überhasteten „Abschied“, die Flucht, die Ängste, die Ungewissheit, aber auch über die Schönheit der Stadt. Ich kann deine Gefühle recht gut nachvollziehen, obwohl mir ein Besuch dort noch bevor steht!

    Lg
    Alex

    • Lieber Alex,

      wie schön, dass Du noch Deine Oma hast.
      Ganz lieben Gruß an sie unbekannter Weise.
      Wir hatten ganz fest vorgehabt, Danzig zu besuchen – aber es dann zeitlich nicht geschafft.
      Das will ich auf jeden Fall noch einmal machen. Die Stadt soll ja wieder wunderschön geworden sein.

      Liebe Grüße, Stefanie

  2. Ralf Jöckel sagt

    Das war ein sehr fesselnder und berührender Bericht !!
    Meine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Sycow/Groß-Wartenberg,ehemals Niderschlesien und durften ebenfalls wegen dieses unsäglichen Krieges-von Wahnsinnigen angefangen-ihre eigentliche Heimat per Flucht verlassen.
    Mein Nachbar-ein Malermeister-stammte auch aus Ostpreußen,er sprach auch noch diesen herrlichen Dialekt.
    Bakannt ist natürlich auch „Die Blechtrommel“,die in dieser Gegend spielt mit u.a. Mario Adolf in einer Hauptrolle.
    Eine Reise dorthin würde mich ebenfalls sehr interessieren-ich bin an Geschichte interssiert und an derartige Lanschaften sowieso.
    viele Grüße aus Duisburg
    Ralf

    • Lieber Ralf,

      meine Uroma hat auch so schön gesprochen. Dabei kam sie ursprünglich aus der Schweiz.
      Schlesien stelle ich mir ebenfalls traumschön vor. Vielleicht hast Du daher Deinen Wunsch nach Stille?!

      Komm gut in die Woche, Stefanie

      • Ralf Jöckel sagt

        Den Wunsch nach Stille hatte ich schon als Kind.
        Einer der Rückzugsorte meiner Kindheit war das spätere Haus meiner Großeltern in Mecklenburg.
        Direkt am Wasser (Peene),ringsherum Kleingärten,Schilf und Äcker-auch ein Ort zum Sinnieren und vor sich hin träumen.
        Der Bauernhof in Schlesien steht leider nicht mehr-der bekam im Krieg einen Volltreffer ab und ist abgebrannt.
        Wenn Ihr möchtet,kann ich Euch mal gerne ein oder 2 Fotos vom Mecklenburger Haus schicken-meine eMail-Adresse habt ihr ja.
        nochmals viele Grüße
        Ralf

  3. Sehr bewegender Bericht, liebe Stefanie. Ich bin überzeugt davon, dass es so etwas wie ein kollektives Gedächtnis gibt (gerade was Kriegstraumata angeht oder Fluchterfahrungen). Meine Eltern sind ebenfalls beide 1945 als Kinder geflohen (meine Mutter aus Polen und mein Vater aus Tschechien). Auch ich habe diese „Heimatorte“ meiner Eltern besucht und habe eine ganz spezielle Verbindung gespürt. Mit dem Begriff „Heimat“ tue ich mir allerdings unglaublich schwer, da ich genauso wie du alles Nationalistische zutiefst ablehne und dennoch bleibt eine Sehnsucht nach so einem Ort oder diesem Gefühl. Weil mich dieses Thema so beschäftigt, habe ich sogar mal ein Blogparade dazu gestartet. Es sind unglaublich viele Berichte dazu eingegangen, vielleicht hast du ja mal Lust reinzulesen: https://anwolf.blog/2017/03/29/heimatorte-blogparade/. Im übrigen schien während unseres Besuchs an der polnischen Ostseeküste im Mai 2017 auch immer die Sonne und der Himmel war unglaublich blau 😉 Liebe Grüße von Andrea

    • Liebe Andrea,

      gerade wollte ich mir mal kurz Deine Blogparade ansehen. Aber es ist ja der Wahnsinn, wie viele Beiträge Du da gesammelt hast. Ein abendfüllendes Programm. Damit mache ich´s mir heute auf dem Sofa gemütlich. „Heimat“ ist für mich ja auch eine ganz wichtige (spannungsreiche) Begrifflichkeit. Deine Polen-Beiträge kenne ich allerdings alle schon. Sie haben sogar dazu beigetragen, dass ich vergangenen Sommer endlich mal diesen Reisewunsch in die Tat umgesetzt habe. Vielen Dank für Deinen Kommentar und liebe Grüße, Stefanie

  4. Ralf Jöckel sagt

    Leider kann man seine Beiträge im Nachhinein nicht bearbeiten-daher schreibe ich einfach einen zweiten Beitrag zu diesem Thema.

    hier: http://www.brieskorn.de/Brieskorn/Dokumentation/Ostpreussisch/body_ostpreussisch.html

    bin ich gerade auf Wörter gestoßen,die aus dem ostpreußischen Dialekt stammen-einige davon kannte ich auch,speziell den „Lorbass“

    Auch ich lehne alles Nationalistische entschieden ab,ich denke ohnehin meist über den Tellerrand hinaus.
    Jeder sollte da Leben,wo sie/er sich wohlfühlt-egal wie man ausschaut und an was man glaubt !!

  5. Liebe Stefanie,

    die Überschrift (N)irgendwo ist Ostpreußen trifft es ganz gut. Meine Mutter (Jg. 1939) stammt auch aus Ostpreußen und hat bis 1958 in Polen gelebt – aber in Allenstein (Olsztyn), und daher hat sie zwar die masurischen Seen gesehen, nicht aber die polnische Ostsee.

    Nach den Reiseerleichterungen sind meine Eltern mehrmals nach Polen gereist – leider habe ich mich damals, in den 80ern, schon zu alt für einen Urlaub mit den Eltern gefühlt. Erst vor 7 Jahren bin ich von Berlin aus nach Ostpreußen gefahren, um die Heimat meiner Mutter kennenzulernen, und ich war sehr gerührt.

    Übrigens finde ich es sehr traurig, daß meine Mutter mit uns Kindern damals nicht polnisch gesprochen hat. In den 60er Jahren wäre das wirklich undenkbar gewesen – meine Mutter war eine sog. Rucksackdeutsche, und ihre eigene Mutter hätte es nicht geduldet, daß sie die Sprache des Kriegsgegners mit uns spricht, auch hätte die Familie des Ehemannes (meines Vaters) wohl nicht geduldet, daß sie mit uns eine Sprache spricht, die ihr eigener Mann nicht versteht. So war das damals. Heute wären alle froh, wenn ich polnisch sprechen könnte.

    • Liebe Dorothea,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Den Ausdruck „Rucksackdeutsche“ kannte ich nicht. Ein Schimpfwort, wie ich gerade gelesen habe. Wie es denen ging, die nach dem Krieg in Polen blieben, darüber weiß ich leider auch viel zu wenig. Ich finde das besonders schade, weil es gerade in Polen ja schon wieder voll losgeht mit Nationalismus statt Aufarbeitung. Alles wird wieder undurchsichtig, statt besser. Liebe Grüße, Stefanie

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