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Das Steinparadies

Hohenfelde an der Ostsee

Als ich das letzte Mal an der Ostsee war, vor einem einem Monat, einem Leben, stolperte ich über den Strand von Hohenfelde. Jetzt, wo er unerreichbar ist, scheint er paradiesisch. Aber ich weiß noch, dass ich die Lage ganz anders einschätzte, als ich dort war. 

 

 

Ich trug nicht die richtigen Schuhe. So wurde es ab einer bestimmten Stelle beschwerlich, über die Steine zu balancieren. Und das Wetter spielte nicht mit. Gerade einmal, dass es nicht regnete. Doch es war kalt. Das Licht zum Fotografieren nicht ideal. Unter solchen Bedingungen brauche ich immer eine Weile, bis ich die Schönheit einer Landschaft sehe.

 

Hohenfelde an der Ostsee – ein Steinparadies

 

Ich weiß, sie muss da irgendwo sein. Denn Natur ist per se und immer schön. Hat jedenfalls Vincent van Gogh behauptet. Aber ich bin nun einmal keine geniale Malerin. Darum sehe ich das Schöne manchmal auch gar nicht, sondern fühle es nur. Das ist auch nicht schlecht. Aber besser ist natürlich, wenn alle Sinne ins Spiel kommen. Daher kam mir bestens zupass, als ca. 3 km südlich von Hohenfelde jemand mit dem Zaunpfahl winkte.

 

Steinparadies Hohenfelde

 

Da, wo das Steilufer auf großartige, abrupte Weise abbricht, führt eine kleine Treppe zum Aussichtspunkt Hubertsberg. Im Sommer soll dort ein Tisch mit Bänken stehen. Aber mir gefiel es gerade an diesem kühlen Märztag so gut, weil die benachbarten Campingplätze verwaist waren. Und keine Motorräder zu hören. (Ich wette, die Kurve ist beliebt, denn sie schmiegt sich für norddeutsche Verhältnisse extrem dicht an die Abbruchkante).

 

Steilufer Hohenfelde

 

Natürlich, jetzt da die Sonne hervorgekommen war, hätte ich das Steinparadies auch ganz ohne Wegweiser gefunden. Alles war auf einmal erleuchtet, überirdisch schön. Interessanterweise blieb mir aber gar nicht das Wunderschöne am nachdrücklichsten in Erinnerung. Sondern ein ganz anderes Bild.

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Steinparadies
 

Die zwischen den Steinenen blühenden Blumen, bei denen es sich vielleicht um Huflattich handelt (hier liest bestimmt jemand mit, der es genau weiß?!), faszinieren mich ungeheuer. Es ist immer wieder beeindruckend, wozu die Natur in der Lage ist. Blumen wirken zart. Und sind doch ganz schön stark. Und wenn man sich klarmacht, dass wir ja ebenfalls zur Natur gehören (auch wenn wir gern mal so tun, als stünden wir irgendwie außerhalb), ist das auf mehr als eine Weise ermutigend. Gerade jetzt, wo sich unser Leben ändert. Und irgendwann dürfen wir auch wieder nach Hohenfelde.

 
Huflattich
 

 

Wo. Was. Und Warum. Hohenfelde an der Ostsee

 

Das Steinparadies befindet sich direkt am Warnfeuer Hubertsberg und gehört zu meinen sechs Lieblingsspots in der Probstei.

Als letzter Strand vor dem Übungsgelände der Bundeswehr ist der Naturstrand von Hohenfelde weit weniger besucht als die Ostseebäder Laboe oder Schönberger Strand mit ihren feinen, perfekten Sandsicheln.

Direkt am Strand wartet das Restaurant/ Beach-Bar Strandlächeln (bald wieder) auf Gäste.

Kinder freuen sich über die Ausstellung im Naturerlebniszentrum »Strandkrabbe«, besonders über die Aquarien. Erwachsene findet dort tolle Tipps für Exkursionen.

9 Kommentare

  1. Das könnte durchaus Huflattich sein, selbst wenn es nicht so richtig deutlich zu sehen ist. Da kommen erst die Blüten an Stilen, und die grünen Blätter kommen später.

    Schöne Bilder von Hohenfelde. Den Ort kenne ich noch gar nicht, muss ich mir auf der Karte ansehen.

  2. Das klingt sehr idyllisch. Muss ich mir merken. Hier an der Nordsee ist natürlich auch gerade Ruhe. Die ersten warmen Sonnenstrahlen ohne Besucher. Merkwürdig.
    Sehr schöne Beiträge, danke dafür! 🙂

  3. Sehr schön, das Steinparadies! Und die Blumen sind sehr wahrscheinlch Huflattich – mach doch beim nächsten Mal eine Nahaufnahme 😉 LG aus dem Süden!

  4. Pingback: NordNerds Monatsrückblick April 2020 - Sehnsucht nach dem Norden | FinnTouch

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