Alle Artikel in: Norddeutschland

Bergziegen

Kleines Naturwunder für Zwischendurch: Liether Kalkgrube

Über die Liether Kalkgrube stolperte ich virtuell, als ich die Liste der 77 nationalen Geotope auf Wikipedia entdeckte. Man ahnt ja gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Es sei denn, man interessiert sich brennend für Steine. (Was bei mir nicht der Fall ist.) Schleswig-Holstein ist mit 4 Geo-Heiligtümern auf der Liste vertreten. 3 davon sind echte Promis: die Wattenmeerküste, die Insel Helgoland und das Morsum Kliff auf Sylt. Ich kenne sie gut und schätze sie enorm. Von der Liether Kalkgrube hatte ich hingegen noch nie gehört. Dabei liegt sie mir am nächsten, nämlich in Klein Norderende (wovon ich auch nie gehört hatte) bei Elmshorn.     Somit eignet sich die Liether Kalkgrube bestens für einen kleinen Ausflug zwischendurch. Zwischen zwei Jobs, zwischen zwei Regengüssen oder wenn man sich gerade auf der A23 Richtung Hamburg befindet und eine Staumeldung im Radio verlesen wird. Dann ist es besser, in Tornesch abzuzweigen und die Kalkgrube zu suchen (was ohne Navi nicht ganz leicht aber auch nicht unmöglich ist).     In der Liether Kalkgrube wurde seit …

Nordstrand

Für Inselbegabte: Lauter gute Sachen auf Nordstrand

Im letzten Beitrag über Nordstrand schrieb ich, auf der Insel sei ganz und gar nichts los. Und wer hier öfter mitliest weiß wohl, dass ich kaum ein größeres Kompliment zu vergeben habe. Neue Leser wissen das natürlich nicht. Deswegen weise ich heute noch mal ausdrücklich auf die Dinge hin, die mich auf Nordstrand nachdrücklich beeindruckten. Über allem steht dabei: Je klarer und unverfälschter ein Ort, desto mehr Raum läßt er den eigenen Gedanken. Diesbezüglich ist Nordstrand ist ganz weit vorn. Beziehungsweise oben.     Klarer gehts nicht. Die Inselorte auf Nordstrand heißen Norden, Süden, Westen und Oben. Und England.     Mein erklärter Lieblingsplatz ist das Holmer Siel. Logisch. Denn es liegt im Norden von Nordstrand. Und den Norden mag ich immer am liebsten. Besonders das Licht.     Über das Holmer Siel  werden 32.500 ha Binnenland entwässert. Werden die Speicherbecken bei Niedrigwasser entleert, zischt und brodelt es wie verrückt. Könnte ich stundenlang drauf starren.     Bei bestimmtem Licht und gewisser Phantasie werden die Schaumkronen zu Eisschollen und das Holmer Siel zu einem entlegenem …

Pellworm

Precious Little Diamond: Pellworm

Pellworm ist der meist unterschätzte Ort Schleswig-Holsteins (wenn nicht der Welt) zumindest aber der Nordfriesischen Inseln. Wenigstens in meiner Wahrnehmung ist es so: Alle waren schon mal auf Sylt. Wer noch nicht auf Amrum war, will  irgendwann hin. Und Föhr holt seit einigen Jahren gewaltig auf. Aber Pellworm? Pellworm vergisst man ja schon beim Aufzählen der Nordfriesischen Inseln. Ach ja, und Pellworm, schiebt man dann nach. Geschweige denn, dass man je auf der Insel gewesen wäre.

Nordstrand

Zeit für ganz und gar nichts: Nordstrand

„Was willst Du DA denn?“, wurde meine Freundin Merle gefragt, als sie erzählte, sie würde mit mir übers Wochenende nach Nordstrand fahren. „Da ist ja GAR NICHTS los!“ Und was soll ich sagen; die Person hatte vollkommen Recht. Vergangenen Freitag brach ich voller Erwartungen und gleichzeitig extra entspannt in Hamburg Richtung Nordstrand auf. Merle würde erst am Abend anreisen. Vor mir lag also ein Tag, an dem ich nur tun musste, was mir gerade in den Sinn kam. Ich begann mit einem Zwischenstopp auf der Hochbrücke, die bei Hohenhörn den Nord-Ostsee-Kanal überspannt. Etwas, was ich schon ewig hatte tun wollen. Denn ich hab was übrig für Grenzgebiete. Und den Nord-Ostsee-Kanal kann man ja als die Grenze nach Garnichts bezeichnen.     Auf dem kleinen Weg, der sich vom Parkplatz zu einem Aussichtspunkt unter dem Brückpfeiler schlängelt, erwischte mich eins der besten Gefühle: mit einem Kapuzenpulli war ich zu warm angezogen. Dabei war es noch nicht einmal 10. So was nennt man perfektes Nordseewetter. In entsprechender Stimmung fuhr ich weiter. Nein, tuckerte ich weiter. Denn auf …

Der Pilgerweg im Hamburger Stadtpark

Vor 2 Jahren, als der Hamburger Stadtpark 100 wurde, schenkten ihm die umliegenden Kirchengemeinden einen Pilgerweg. Das Geschenk ist in erster Linie ideeller Natur, denn es wurden weder extra Wege angelegt noch die vorhandenen ausgeschildert. Materiell ist lediglich das kleine Begleitheft.     Die Broschüre liegt u.a. in den Kirchen rund um den Stadtpark aus und in der Hauptkirche St. Jacobi in der Innenstadt, denn das ist Hamburgs Pilgerkirche – mit Pilgerbüro, Pilgerkapelle und Pilgerpastor Bernd Lohse. (NDR-Zuschauer haben vielleicht schon mal was von ihm gesehen – er ist derjenige, der regelmäßig auf dem Olavsweg nach Trondheim pilgert und mit Franz Alt ein Buch übers Pilgern herausbrachte). Man bekommt das Heft auch an der 1. Station des Pilgerweges im Hamburger Stadtpark, der Trinkhalle, wo ich meine Pilgertour vorgestern begann und gleich wieder abbrach.     Der Pilgerweg führt über 22 Stationen auf 5,7 km rund um den Hamburger Stadtpark. Ist also mehr ein Pilgerwegchen, gerade richtig für zwischendurch. Einige Station sind im Winter nicht begehbar, andere nur zu gewissen (Öffnungs)-Zeiten und dann gibts es auch …

Steinburg

Sollte man öfter machen: Landpartie durch Steinburg

Ist man erst einmal über die Existenz des Kreises Steinburg informiert, fallen einem immer mehr Steinburger Sachen ein, die das Leben bereichern. Vor der Bloggerei glaubte ich, nordwestlich von Hamburg befände sich a) Pinneberg , b) nichts und c) die Autobahn durchs Nichts nach St. Peter Ording. Inzwischen bin ja schlauer. Und da liege ich nun im Kreis Steinburg. In der Stunde, in der die Vögel zu singen beginnen. Begleitet vom Wassergeplätscher vorm Fenster. Kühle Luft strömt ins Zimmer. Volko atmet kaum hörbar. Ich ziehe die Bettdecke zur Nase. Himmel, ist das herrlich.     Wir sind wieder in der Bokel-Mühle am See. Ein Familienfest dieses Mal. Ohne dies (ein Hoch auf die Jubilarin) wären wir garantiert nicht gekommen. Hätten uns die Zeit nicht genommen. Zu viel zu tun derzeit. Ärgerlich viel zu tun. Ich bin gestern abend direkt aus Magdeburg angereist. Mit dem Kopf noch halb beim Job. Volko brummte derselbe. Zu lange auf Zahlenkolonnen gestarrt. Beide gestresst. Und dann: der erste Atemzug Landluft. Willkommenskultur vom Feinsten.     Was habe ich auf der …

Sierksdorf

Scharbeutz oder die Strände Deines Lebens

An einem ziemlich kalten Sonntag Ende März stieß ich bei der Suche nach einer Webcam für Scharbeutz auf die Seite der Tourismus Agentur Lübecker Bucht. Die Agentur bewirbt nicht etwa die Lübecker Bucht sondern nur die Strände zwischen Neustadt und Scharbeutz – mit dem Slogan „der Strand Deines Lebens“. Ich fand das irgendwie witzig, weil mir spontan niemand unter 90 einfiel, der einen bestimmten Strand als „Strand seines Lebens“ bezeichnen würde. Ich kenne nur Menschen mit verschiedenen Stranderinnerungen; oft verteilt über die ganze Welt. Einer schöner als der andere. Jeder zu seiner Zeit. Andererseits war es vielleicht doch ganz gut getextet (catchy, wie der Werber sagt). Denn ich dachte von da an den ganzen Tag über Strände und das Leben nach. Und auch wenn Scharbeutz sicher nicht der Strand meines Lebens ist, gehört er doch zu meinem Leben dazu. Vielleicht lag mein Gegrübel aber auch gar nicht am Claim. Sondern an Maikes Blogbeitrag über den Strand ihrer Kindheit, der mich ein paar Tage zuvor inspiriert hatte, mal wieder nach Scharbeutz zu fahren.   Besuchst Du …

Hohwacht

Der Traum vom Haus in Hohwacht

Ein Freund von uns hat festes Quartier in Hohwacht bezogen. Seit vergangenen September pendelt er zwischen Hamburg und Meer; zwischen Alltag und Aufatmen mit Ansage. Ein Lebensstil, den sich ja sehr viele Leute vorstellen können, wenn man sich mal so umhört. Und auf den wir sehr gespannt waren, als wir unseren Freund neulich besuchten. An einem Tag mit Heldenwetter führte er uns von Hohwacht ins benachbarte Sehlendorf. (Die Bilder zeigen genau den Weg.)     Die Hohwachter Bucht zieht sich grob gesagt von Kiel nach Fehmarn. Besonders die namensgebende Gemeinde Hohwacht hat ihren angenehm verschlafenen Charme retten können. U.a. weil seit mehr als 60 Jahren die Regel gilt: Kein Haus darf die Baumkronen überragen. (Was für ein Unterschied zu Grömitz, wo wir an diesem Morgen aufgewacht waren.)     Erste Erkenntnis: Es macht einen Unterschied, ob man einen Strandspaziergang als Tagestourist auf einem Großparkplatz beginnt. Oder ob man sich im geschützten Garten eines Freundes trifft. Besonders wenn noch eine Freundin des Freundes vorbeischaut, um den Hamburgern Hallo zu sagen. Mit der man eine Weile über …

Goldener Ring

Reich. Reicher. Falkenstein. (Ein Spaziergang)

Falkenstein ist ein bewaldetes Gebiet in Blankenese und als Lebensmittelpunkt den Menschen vorbehalten, die nicht bloß wohlhabend oder vermögend sind – sondern weit darüber hinaus. Man könnte also sagen, Falkenstein ist das Blankenese von Blankenese. Nur nicht so überlaufen. Zumindest nicht vormittags unter der Woche. Da ist Falkenstein goldrichtig zum Spazieren. Der Klassiker führt knapp 7 km als Rundkurs über  Elbhöhen und Elbstrand. Man könnte natürlich auch weit darüber hinaus gehen. Hauptsache man geht. Bald. Um den vollen Blick auf den Fluß einerseits und die Parkanlagen andererseits zu genießen; so ganz ohne verdeckendens Blattwerk an den Bäumen.     Ein guter Startpunkt ist das ehemalige Landhaus Michaelsen. Die Bauhaus-Schönheit von 1923 beherbergt das Puppenmuseum und den Kunstraum Falkenstein. Als eines der wenigen öffentlich zugänglichen Anwesen ist es der perfekte Ort um mal zu spüren, wie das Leben als Superreicher wohl so wäre. Das reine Vergnügen, nehme ich an. Ein Spaziergang geradezu. Dieses Leben, ein Spaziergang     Aber das ist natürlich oberflächlich. Zwar, ja, ja, hat man vom Puppenmuseum den tollsten Hamburger Elbblick überhaupt. Doch …