Heute nur ein schneller Knoten ins Taschentuch. Beruflich musste ich diese Woche auf der A7 in die Ferne reisen; fuhr also eine zeitlang im weitesten Sinne parallel zum Heidschnuckenweg. Da tauchte ich noch einmal intensiv in die Gefühle unsere Wanderung ein. Und weil das so schön war, lege ich mich jetzt mal fest: Jedenfalls die Etappen in der Nordheide stehen definitiv in diesem Jahr noch an. Weiterlesen
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Etappe 4 Dreiviertel bis 5 Dreiviertel a
Ich bin in der glücklichen Postion, einen total höflichen Freund zu haben. Beispielsweise bedankt er sich seit 8 Jahren jeden Montag bei mir für das „schöne Wochenende“. Als er meine Fotos vom Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide sichtet, sagt er: „Du hast Dir aber auch ein sehr schweres Thema ausgesucht.“ Weiterlesen
Draußen vor der Tür: Auf dem Heidschnuckenweg
Ob sich einer als Wanderpartner auf dem Heidschnuckenweg Etappe 3 und 4 eignet, lässt sich durch die Frage „Und was, wenn´s regnet?“ herausfinden. „Ja, dann regnet´s“, muss die Antwort lauten. Jammern is nämlich nich auf Fernwanderwegen. Weiterlesen
Fotografieren für Anfänger: Feine Fotos von Pflanzen und Blumen
Planten un Blomen ist mein Lieblingspark in Hamburg. Meine Nachbarin Rita nennt ihn konsequent IGA. Schließlich hat sie alle drei Internationalen Gartenausstellungen mitgemacht. 1953, 1963 und 1973 wurden die ehemaligen Festungsanlagen und der alte Zoo der Stadt in eine „moderne Parklandschaft“ umgestaltet. Und so kann man bei Planten un Blomen entdecken, was man in den 50er, 60er und 70er Jahren im Bereich der Gartenbaukunst so richtig schick fand.
Weil ich meine nächste Nahreise ohne meinen Lieblingsfotografen antreten werde, habe ich mir heute bei Planten un Blomen Anfängertipps geben lassen. Ich wollte es wirklich ganz, ganz, ganz einfach, weil ich leider kein Händchen für Fotos habe. Ich knipse etwas Wunderschönes – und hinterher muss ich immer dazu sagen, dass es „in echt“ viel, viel schöner aussah. Gute Fotos gelingen mir nur durch Zufall. Wem das ähnlich geht, kann ich nun folgende Ratschläge geben:
- Halte die Kamera gerade.
- Such dir einen Mittelpunkt (Du darfst den Mittelpunkt später auch wieder verlassen, also den Sucher weiter nach links oder rechts schieben. Aber finde erst einmal die Mitte.)
- Weniger ist mehr (Lampen oder Mülleimer oder Passanten an den Seiten machen das Bild unruhig.)
- Konzentriere Dich!
- Und – mein Lieblingstipp – Sei das Stativ! (Also bewege Dich (hoch und runter) und nicht die Kamera.)
Und weißt Du was: Das funktioniert. Finde ich jedenfalls.
Planten un Blomen ist mein Lieblingspark
Für Touristen ist die Tatsache, dass das Hamburger Untersuchungsgefängnis mitten im Park liegt, vielleicht ein bisschen skurril. Genau wie die Wasserlichtorgel von 1953. Deswegen sollte man sich auch auf keinen Fall die Wasserlichtspiele entgehen lassen; im Sommer täglich ab 22.00 Uhr.
Bei schlechtem Wetter sind die Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens super. Weiterhin empfehlenswert: die Bürgergärten von 1935, der Apothekergarten, der Japanische Garten (angeblich größter Europas, allerdings sehr klein) und langsam, langsam gefällt mir auch der Rosengarten aus den 90ern.
Planten un Blomen bietet außerdem jede Menge 1a Kinderspielplätze und abgesehen von etwaigem Catering ist alles kostenfrei.
PS.: Volko hat heute übrigens nur ein Foto geschossen. Wer weiß, welches, kriegt ein Eis.
Vom Suchen und Finden des perfekten Ferienhauses in Jütland
Im Schaufenster unseres Lieblingskøbmands ganz oben in Dänemark hängen zwei verschossene Schwarz-Weiß-Fotografien im DIN A0 Format. Sie zeigen das gleiche Paar, in der gleichen Pose – er sitzt im Sand, sie steht daneben. Beide blicken aufs Meer. Nichts verändert sich und gleichzeitig verändert sich alles. Denn zwischen den Fotografien liegt beinahe ein Leben. Weiterlesen
Hamburger können alles. Außer Fußball.
Zu glauben man sei „was Besseres“, galt früher so ungefähr als das Allerletzte unter St. Paulianern. Heute fühlt man sich schon überlegen, wenn man nur länger im Viertel lebt als sein Nachbar. Wenn das nicht absurd ist. Noch absurder: Wer das alte St. Pauli sucht, findet es am ehesten in den HSV-Kneipen auf dem Kiez. Weiterlesen
Das Glück beginnt in der Fischbeker Heide
Es gibt Dinge, die ich allein deshalb nicht tue, weil ich sie auch morgen tun könnte; oder nächste Woche oder irgendwann. Dazu zählen gewisse Arztbesuche, bestimmte Renovierungsarbeiten in meiner Wohnung, das Sortieren von Unterlagen/ Fotos/ Dateien und bisher auch Ausflüge, von denen ich weiß, dass sie mir eigentlich richtig gut tun würden. Jedenfalls letzteres kriege ich nun – dem Blog sei Dank – immer öfter auf die Reihe. Ganz oben auf der Liste: Wandern. Weiterlesen
Wasser – Kunst – Insel
Rothenburgsort steht nicht so richtig unter Hotspot-Verdacht. Und ist gerade daher für den geübten Mikroreisenden höchst verdächtig. Schon streckt die Hafencity ihre Finger nach Hamburgs ärmsten Stadtteil aus, den Viele nur von Freilufttanzveranstaltungen in Entenwerder kennen – oder sogar gar nicht. Doch es gibt einen guten Grund, das zu ändern:
Die Wasserkunst Kaltehofe
Inmitten der Elbe,umgeben von Industrie, Brachen, Autobahnen und vereinzelten Erinnerungen an Zeiten, da noch Parkanlagen und Lustgärten die Ufer säumten, wartet die Wasserkunst Kaltehofe darauf, dass mal einer rüber auf die Insel kommt.
Viele Besucher hat sie nicht gerade angelockt an diesem ersten heißen Sonntag 2014. Man kommt auch nicht so ohne weiteres drauf, dass jenseits des Sperrwerks Billwerder Bucht ein kleines Paradies liegt.
Wasser
20 Jahre war das Gelände des ehemaligen Wasserwerks Kaltehofe der Allgemeinheit verschlossen. So haben sich Filterbecken in Biotope verwandelt, die Pflanzenwelt hat sich erholt, einige Vogelarten kehrten zurück, andere siedelten sich neu an. Seit 2011 darf der industrieromantische Naturpark wieder betreten werden.

Unerschrockene können sich die wilhelminischen Schieberhäuschen, in denen es vor Spinnen wimmelt (also echt wimmelt, wimmelt, wimmelt), von innen anschauen. Die hören dann auch das tragische Tondokument eines früheren Schiebers, der unter Spinnenphobie litt. (Habe ich mir von Volko erzählen lassen.)
Kunst
Die alte Direktionsvilla beherbergte früher die Außenstelle des Hygienischen Instituts mit Labor- und Wohnräumen. Heute ist sie Museum und Café. Übrigens recht gelungen für Hamburger Verhältnisse.
Im Flyer ist die Spitze Kaltehofes geschickt abgeschnitten. So könnte man vermuten, man sei wirklich rundum von Elbwasser umgeben. Dabei führt ein Damm rüber zur Halbinsel Billwerder. Doch dass zwischen Kaltehofe und Billwerder eine Autobahn liegt, macht sich wohl nicht so schön auf dem Werbematerial eines Naturparks.
Es lohnt sich allerdings die Autobahn zu unterschreiten – allein schon wegen der Jules-Verne-mäßigen Pumpenhäuser auf der Billwerder Halbinsel.
Schnurgerade läuft man auf dem Deich – eingebettet zwischen Naturschutzgebiet und Norderelbe – bis Moorfleet. Oder man fährt mit dem Fahrrad. Die Strecke gehört zum Elberadweg und ist über Kilometer autofrei.
Spaziergänger gehen irgendwann zurück wie sie gekommen sind.
Radfahrer biegen in Moorfleet am Golfplatz links zum Ausschläger Elbdeich ab.
Immer an der Dove-Elbe entlang folgt eine betörende Mischung aus kleinbürgerlicher Aufgeräumtheit, Gartenbaubetrieben, Industrieanlagen, Yachthäfen, Wohnschiffen, Land- und Kapitänshäuschen, freien Flächen und hafenromantischen kleinen Werften.
Bei Schmuddelwetter ist das schätzungsweise irritierend. An einem lazy, sunday-sunny-afternoon eine ziemlich gute Sache.
Du weißt, Du solltest nach Helgoland, wenn…
Helgoland ist das Piratenschätzchen unter den deutschen Inseln. Noch passt sich der kleine, rote Klotz in der Hochsee dem Zeitgeist nicht an. Windzersaust und sturmerprobt präsentiert er sich im Wirtschaftswunder-Look. Das mag nicht jedem gefallen. Aber das ist ja gerade das Gute. Folgende Personengruppen werden auf Helgoland ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen:
Robbenliebhaber & Vogelfreunde
Es gibt wohl keinen zweiten Ort in Deutschland, wo man freilebenden Robben so nah kommen kann, wie auf der Helgoländer Düne. Wer Heuler liebt, sollte zwischen November und Januar nach Helgoland reisen, wenn die Kegelrobben ihre Jungen zur Welt bringen.
Grandios ist das Gekreische am Lummenfelsen, gleich bei der Langen Anna. In Deutschlands kleinstem Naturschutzgebiet nisten rund 10.000 Seevögel wie Dreizehenmöwen, Basstölpel und Trottellummen. Von Mitte bis Ende Juni kann man den Lummensprung beobachten. Angefeuert von ihren Eltern wagen die Jungen den freien Fall von den 40 m hohen Felswänden.
Wer (wie ich) beim Robben- und Vogel-Watching denkt: „Hier riechts ja wie im Zoo“, hat definitiv zu wenig wilde Tiere in seinem Leben gesehen.
Raucher, Trinker, Schnäppchenjäger & Piloten
Ho Ho Ho und ne Buddel voll Rum. So ein Kassenbon ohne Mehrwertsteuer hat was für sich. Helgoland ist seit hundert Jahren zoll- und steuerfrei. Über Zigaretten, Schnaps, Parfum, Freizeitklamotten oder Flugbenzin amortisiert sich die relativ teure Anreise im Nu.
Aber Achtung: Freimengen sollten besser eingehalten werden. Bei Rückreise wartet im Heimathafen der Zoll und bittet Verdächtige schon mal, die Koffer zu öffnen.
Traumatisierte (&) Tagesausflügler
Generationen norddeutscher Schüler verbinden mit Helgoland vor allem: (a) Seekrankheit bei Anreise, (b) einmal um die Insel latschen, (c) bei Sturm und Regen auf die Abreise warten, die wiederum (d) stundenlanges Elend bedeutet.
Die Nordsee kann rau sein. Ein Seefahrt ist nicht immer lustig. Das Pflichtprogramm der Insel mit Tausenden teilen, bereitet auch nicht das größte Vergnügen.
Viel besser ist es, zwei, drei Übernachtungen einzuplanen, um Helgoland in Ruhe zu erleben. Die bummelig 3 Stunden, während die Insel von Tagestouristen überschwemmt wird, kann man sich verziehen. Beispielsweise auf die Düne oder den Meerwasser-Whirlpool auf dem Dach des Mare Friscum Spa.
Überhaupt gibt es erstaunlich viele verschwiegene Ecken abseits der Hauptattraktionen. Im Mittelland etwa ist selbst während der rush hour angenehm wenig los.
Seeleute, Sehleute & Frischluftfanatiker
Schiffsreisen sind toll.
So viele Verkehrsmittel gibts ja nicht, bei denen man die gesamte Reise im Freien verbringen kann. Und weil Schiffsreisen stets am schönsten Spot einer Stadt starten und enden, wird selbst noch das Nachhause kommen zum Erlebnis.
Ist Helgoland schön?
Gestern zur Blauen Stunde vergaß ich kurzfristig zu atmen. Winzige Lämmer bockten und sprangen an der Abbruchkante des Lummenfelsens, als handele es sich um eine sanfte Hügellandschaft. Um sicherzugehen, dass sie die Nacht überlebt haben, laufe ich vor dem Frühstück schnell mal das Oberland ab. Alles in Ordnung. Keine zerschmetterten Schafe in 60 m Tiefe.
Dafür schon wieder ein traumhafter Sonnenaufgang über der Düne. Den außer mir niemand sehen will. Ich bin ganz allein.
Dann entdecke ich 200 Treppenstufen unter mir Volko. Er fotografiert am Südstrand. Wusste ich´s doch, dass wir uns nicht verabreden müssen.
Schön praktisch so eine Insel mit Aussicht. Jedenfalls wenn man gesehen werden will.
In Hamburg sagt man ja „Tschüß“. Auf Helgoland vermutlich „bis später“, weil man sich sowieso irgendwann wieder trifft.
Viel Intimsphäre bleibt den Insulanern nicht. Alles ist winzig. Alles eng. Gerade mal eine Wohnfläche von 20 qm pro Person rechnete man beim Wiederaufbau in den 50er Jahren. So sind auch die Kleingärten genau dies: klein.
Hinter Helgolands Bebauung steckt ein ausgeklügelter Masterplan: Möglichst viel Meerblick für möglichst viele Menschen sollte herausspringen. Möglichst viel Sonne sollte jeder abkriegen und möglichst wenig Wind. Statt die gesamte Insel zu betonieren, wurde verdichtet gebaut, so dass erstaunlich viel freie Flächen der Natur Raum lassen.
Wer einmal in den Windkanälen der Hamburger Hafencity bei schlechtem Wetter spazieren ging, versteht das gleichsam Visionäre wie Soziale an Helgolands Architektur.
Ob das schön ist, ist Geschmackssache. Helgoland ist volle Kanne Wirtschaftswunderland en miniature. So viel gute, alte Bonner Republik gibts nirgends sonst.
Am Falm im Oberland kann man sich vorstellen, wie Westdeutschlands Moderne mal gedacht war, lange bevor die Oggersheimer Gemütlichkeit Einzug hielt.
Helgoland hat sogar eine eigene Farbpalette. In 14 Tönen, ausgewählt vom Hamburger Künstler Johannes Ufer, dürfen die Insulaner schwelgen. Wovon besonders im Unterland auch reger Gebrauch gemacht wird.
Alles in allem ein ganz anderer Schnack als der übliche Friesenbarock der Nordseeküste mit Buddahs statt Gartenzwergen. Man kann´s wohl nur verabscheuen oder lieben.
Wer´s verabscheut, verabscheut es schon lange und hat auch keine Aussicht auf Besserung. Die Insel steht beinahe komplett unter Denkmalschutz. Und so ändert sich in den Straßen von Helgoland wenig bis nichts.
Was aussieht wie das Traumhaus eines Hollywood-Filmstars, ist eigentlich eine Messstation für Aerosole. Und ein guter Platz, um von der Insel Abschied zu nehmen. Direkt unter uns liegt der Spielzeughafen. Ein winziges Polizei-Elektroauto tüddelt mit 10 kmh über die Landungsbrücken. Der Mini-Postbus überholt mit ca. 15 Stundenkilometern. Warenverkehr vor Halunkenjagd. So gehört sich das für ein Schmugglernest.
Wie wir da so sitzen, denke ich: Die Insel ist echt ein Schätzchen. Ein verdrehtes, von Wind und Wetter und Zeiten zerzaustes, seltsames zwar. Aber gerade darum so schön.

































































