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Habernis

V. Habernis: Jenseits des Fördesteigs

Ob man auf einer Reise »Schleswig-Holstein rund« zwanghaft jeden Küstenzentimeter zu Fuß abschreiten muss, ist grundsätzlich eine Typfrage, ab Habernis allerdings bekommen selbst diejenigen Schwierigkeiten, die laut »absolut« rufen würden. Nur einen Schritt weiter nördlich nämlich schaltet die Landschaft von offenen Wiesen und Weiden auf bewaldete Steilufer um. Da kommt man nicht überall bzw. jederzeit weiter. Und das ist noch so ein Grund, warum es sich lohnt, in Habernis Station zu machen.

Habernis

 

Habernis funktioniert wie ein einladendes Entree zur Flensburger Förde und gleichzeitig als Sonnendeck. Falls sie scheint, dann scheint sie hier den ganzen Tag. Solche Plätze sind an der Förde rar gesäht. Ein Ort in dem Sinne, ist Habernis jedoch nicht. Es ist mehr ein Idyll, in das jemand (ein gutherziger Riese vielleicht oder Gott) eine Handvoll Traumhäuser in Bestlagen gestreut hat. Einen Reiterhof dazu. Und natürlich einen Campingplatz.

(16) Stippvisite: Habernis Beach

Strandlounge HabernisUm über den Strand von Habernis zu stolpern, braucht es den Zufall, denn er liegt kilometerweit von der nächsten Bundesstraße entfernt. Einheimische kennen die seichte Bucht natürlich gut. Wie viele von ihnen auftauchen hat meiner Beobachtung nach weniger mit dem Wetter zu tun und mehr mit den Öffnungszeiten der Strand Lounge.

(17) Ausflugstag: Habernisser Au

HabernisAm Strandparkplatz in Habernis entwässert die Habernisser Au in die Flensburger Förde. Ein Verein kümmert sich um den ökologischen Zustand des verträumten Landschafts-schutzgebiets sowie um 1a Rundkurse und Pfade durch Feuchtwiesen, in Bruchwälder, zu artesischen Quellen und Bohlenwege durchs Moor.

(18) Kurzurlaub: (Rad)-Wanderung Richtung Westerholz

Flensburger AussfoerdeNördlich von Habernis kommt man manchmal am Wasser nicht weiter. Dann absolviert man die Abschnitte eben an der Straße und freut sich über den nächsten Abstecher an die Förde: (B) Alter Anleger, (C) Kirche Neukirchen, (D) Fünenstein, (F) Badebrücke Dollerupholz, (G) Soldatensteig, (H) Strand in Osterholz.

 

habernis

Auf den zehn Kilometern zwischen Habernis und Westerholz reihen sich potentielle Lieblingsplaetze

Unterwegs – genau gesagt, in Dollerupholz (F)  – findet auch der Fördesteig dorthin zurück, wo er hingehört, an die Flensburger Förde eben, deren Ufer sich nun immer malerischer aufschwingen. Während Dänemark immer näher rückt. Auch inhaltlich. Davon erzählen verblichene Infotafeln am Wegrand.

Westerholz

Wenn der Wanderweg in Westerholz wieder auf eine Straße trifft, kann man fast schon rüberspucken ins kleine Königreich. Oder noch besser rüberschippern – morgen vielleicht oder beim nächsten Kurzurlaub in Angeln.

(19) Exkurs ab durch die Mitte: Scheersberg

ScheersbergAb und zu kommt man ohne einen Abstecher ins Landesinnere nicht aus. Bei Anreise nach Habernis lohnt sich der Besuch des Bismarckturms auf dem Scheersberg in Quern; nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch wegen der kleinen (kostenfreien) Ausstellung, die einen Fokus auf das deutsch-dänische Verhältnis legt. Es ist nicht schlecht, die lange und verwickelte Geschichte zu kennen, bevor man dem nordischen Nachbarn einen Besuch abstattet. Nächstes Mal dann.

Dies ist der V. Beitrag der Serie »Schleswig-Holstein rund«. Zum I. gehts hier, das Inhaltsverzeichnis entsteht gerade hier und der VI. Beitrag führt nach Langballigau

geltingerbucht

IV. Geltinger Bucht: Spread your wings and hide away

Ein Hideaway ist ein abgelegener, ruhiger Ort, oft in der Natur, der sich perfekt für einen entspannten Urlaub oder Rückzug eignet. Es kann sich um eine Hütte im Wald, eine einsame Insel oder sogar ein Boutique-Hotel in einer abgelegenen Gegend handeln. Oder um ein x-beliebiges Refugium in der Geltinger Bucht, die gern als Bullerbü von Schleswig-Holstein bezeichnet wird. Weiterlesen

geltinger birk

III. Geltinger Birk: meerumschlungen

90 Jahre nachdem »Schleswig-Holstein meerumschlungen« auf dem Schleswiger Sängerfest erstmals zu hören war, wurde die Geltinger Birk unter Schutz gestellt. Seitdem sind wieder 90 Jahre vergangen. Das Schleswig-Holstein Lied ist zur offiziellen Hymne avanciert und die Birk hat sich von einer massiv (aus)genutzten Halbinsel zurück in ein Naturschätzchen gewandelt. Weiterlesen

Maasholm

II. Maasholm: Morgen ans Meer

Wer »Schleswig-Holstein rund« reist, idealerweise zu Fuß an einem Morgen in Kappeln auf dem Schleisteig startend, könnte mittags ein Fischbrötchen im Hafen von Maasholm verspeisen, um am Nachmittag – auf gute Art etwas erschöpft – in einen Strandkorb an der Ostsee zu sinken. Doch das ist fast zu rasant für die Gegend. Weiterlesen

Kappeln

»Schleswig-Holstein rund«: I. Kappeln an der Schlei

Hans Friedrich (Fiete) Müller, Stadtführer und Organist aus Kappeln-Ellenberg, schreibt auf den Seiten des örtlichen Touristikvereins:

„Kappeln rund“ heißt ein liebenswürdiger Kappelner Ausdruck für einen Stadtbummel. Man schaut sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt an, nicht zuletzt um zu sehen und gesehen zu werden.

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Nationalpark Thy

Kühle Wilde: Weitwandern im Nationalpark Thy

Thy ist der älteste Nationalpark Dänemarks. Das klingt verwunschener als die Realität sich darstellt. Das kleine Königreich ist nämlich echt spät auf den Trichter gekommen. Erst seit 2008 steht ein Küstenstreifen von etwa 70 km Länge und ein bis zwölf Kilometer Breite unter Schutz. Auf voller Länge wird er von einem Fernwanderweg, dem Rettungsweg, erschlossen.
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Hemmelsdorfer See

Stilles Wasser, tiefste Stelle: der Hemmelsdofer See

Zwischen Autobahnabfahrt Ratekau und Timmendorfer Strand gehört es zum Pflichtprogramm schneller zu heizen, als die Polizei erlaubt. Wer da nicht mitmacht, nervt zwar alle anderen zu Tode, sieht es aber kurz hinter dem Ortsschild von Hemmelsdorf für den Bruchteil einer Sekunde so wunderbar leuchten. Das ist der Hemmelsdorfer See. Weiterlesen

Salemer See

Am Salemer See

Noch nie ist ein Mensch am Verzehr eines Fliegenpilzes gestorben, lernte ich gestern am Salemer See. Dort startet am Bootshäuschen ein rollstuhlgerechter Uferweg, was ich zuvor allerdings nicht wusste. So wie ich überhaupt nicht besonders viel über das Herzogtum Lauenburg weiß. Es bleibt mir eine entfernte Bekannte. Und zwar eine, die ich sehr mag.

 

 

Kennengelernt habe ich die Region quasi als Arbeitskollegin; gleich bei meinem ersten Reisebuch. Und mit jedem weiteren Projekt habe ich ihre Verlässlichkeit noch ein bisschen mehr zu schätzen gelernt. Fast egal, wohin man sich wendet, es beginnt stets mit aufgeräumten Reetdach-Dörfchen oder winkeligen Altstädtchen, aus denen tiptop Wanderpfade und Radwege in minutenschnelle in verschwiegene Wälder und an verträumte Seeufer leiten.

 

Längst ist unsere Beziehung privat geworden. Nur eben auf andere Art als mit dem Rest von Schleswig-Holstein. Alles andere hier oben bezieht sich ja auf´s Meer und ist mir damit näher. Zu Nord- und Ostsee fühle ich keinerlei Distanz. Ich gehöre da nicht nur hin; ich bin das geradezu. Im Herzogtum Lauenburg bin ich zu Besuch. Und finde es wunderschön. So war das auch gestern in Salem.

 

 

Ich hatte eigentlich erwartet, den Herbst dort zu treffen. Er war aber gar nicht zugegen. Sicher, er hat wohl schon mal vorbeigeschaut und den Bäumen eine allererste leichte Färbung verpasst. Aber im Großen und Ganzen zeigte sich der Wald bei Salem viel grüner als die schwindsüchtigen Verwandten in Hamburg. Insbesondere die vielen Birken. Womit wir wieder beim Fliegenpilz sind.

 

 

Bis gestern wusste ich über den Fliegenpilz in etwa so viel, wie meine Märchenbücher eben so hergegeben haben und dass er in den 1970er Jahren ein extrem beliebtes Kostüm zur Kindermaskerade war. Jetzt bin ich dank QR-Codes an den Infotafeln des Salemer Uferweges schlauer.

 

Salemer Uferweg im Naturpark Lauenburgische Seen

 

Fliegenpilze schützen Birken vor Krankheiten und schädlichen Umwelteinflüssen; sind also echte Glückspilze. Das wussten schon etliche Völker zu schätzen – seit Urzeiten berauschen sie sich mit Fliengenpilzen. Manche in direkter Weise. Andere nutzen den Umstand, dass selbst Rentiere ganz verrückt auf Fliegenpilze sind. Trinkt man ihren Urin, ist der Absturz nicht ganz so gräßlich.

 

Badestelle Pipersee

 

Allerdings scheint mir in puncto Berauschen der Salemer Uferweg viel empfehlenswerter als das Verspeisen eines Fliegenpilzes. Er verläuft entlang des Salemer Sees und des Pipersees auf guten drei Kilometern barrierefrei und weiter über Stock und Stein und wenn man mag (gute Idee) weiter entlang des Phulsees zum Schaalsee. Das Beste: bis in den November hinein färbt sich der Wald nun jeden Tag bunter.

 
Schaalsee
 

Sylt

Sylt im Oktober; vielleicht wird´s ja traumhaft?

Vor einigen Tagen hörte ich einen Mann etwas Verblüffendes zu seiner Frau sagen. Das war auf einem Holzbohlenweg irgendwo zwischen Wenningstedt und Westerland; an einem Tag wie er im Grunde nicht besser sein kann auf Sylt im Oktober. Ganz Heideduft & Schäfchenwolken, Blitzesbläue & Brandungskonzert. Weiterlesen