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Unterelbe und Auenland: Radtour von Wedel nach Glückstadt

Elberadweg

Vergangenen Sonntag sind wir auf dem Elberadweg von Wedel nach Glückstadt gefahren; immer am Deich lang, etwa 37 Kilometer. Nach Wedel kamen wir mit der S-Bahn. In Glückstadt nahmen wir den Zug zurück nach Hamburg. Unterm Strich war´s das, was wir einen absolut gelungenen Sonntagsausflug nennen würden. Besonders wenn man sich langsam, langsam treiben lässt.

 

Wedel

 

Die Entscheidung, mit der S-Bahn nach Wedel zu fahren, war super. So sind wir den Touristenmassen zwischen Landungsbrücken und Blankenese ausgewichen – und (noch besser) waren sofort auf dem platten Land.

 

Deich

 

Wenn man in die Elbmarschen einbiegt ist Ruhe im Karton. Die letzten Spaziergänger hat man bald hinter sich gelassen. Der Blick darf weit werden. Die Gedanken auch.

 

Deich

 

Auf weiten Strecken kann man beidseitig des Deichs fahren (also buten und binnen). Wobei sich der elbseitige Weg meistens rumpelig darstellt. Hätten wir vorher gewusst, dass uns im weiteren Verlauf noch genügend Elbblick erwartet, wären wir gleich binnendeichs geblieben.

 

Elberadweg

 

Der Deichverteidigungsweg ist viel besser in Schuss. Asphaltiert und fernab der Straßen mäandert er durch das Süßwasserwatt der Haseldorfer Binnenelbe; ein wunder-, wunder-, wunderschönes Naturschutzgebiet und Refugium von Graureihern und Kormoranen.

 

Haseldorf

 

Eine Rennstrecke ist der Elberadweg im Auenland der Unterelbe nicht. Wie immer am Deich muss man sich alle naselang umständlichlichst durch Schafsgatter schlängeln. Die Schafe sind die Chefs; da gibt es keinen Zweifel.

 

Schafe

 

Die Ortschaften zwischen Wedel und Glückstadt ahnt man mehr, als dass man sie wirklich sieht. Einzige Ausnahme: Kolmar. Kolmar ist ein richtiger Urlaubsort. Mit Strand und Hafen und Pipapo. Dass es so etwas an der Elbe überhaupt gibt, wussten wir gar nicht.

 

Kolmar

Faehrhaus Kolmar direkt auf dem Deich

 

(Wer gar keine Lust zum Radfahren hat, mag vielleicht einfach mal so nach Kolmar fahren. Und dann die letzten 6 oder 7 km bis Glückstadt spazieren. Lohnt sich; unserer Meinung nach.)

 

 

Tipps für den Elberadweg zwischen Wedel und Glückstadt

 

Der Elberadweg ist so toll, weil man sich um fast nichts Gedanken machen muss. Man fährt geradeaus und sonst nichts. Vorschlagen möchten wir nur drei Dinge.

Unbedingt mitnehmen: Badesachen.

Strandzugang

 

An irgendeinem der vielen Elbstrände will man vermutlich mal rein, um sich abzukühlen. Besonders die längeren Strandabschnitte sind ganz gut besucht. Und nicht überall ist Baden erlaubt. Aber je weiter man sich von Hamburg entfernt, desto öfter entdeckt man kleine, versteckte Badestellen.

 

Strand Hetlinger Schanze

Strand an der Hetlinger Schanze

 

Unbedingt zuhause lassen: Proviant.

 

Imbiss Haseldorfer Hafen

Empfehlenswert: Im Imbiss am Haseldorfer Hafen wird der Fisch ganz frisch geraeuchert.

 

Hofcafes, Fischbrötchenbuden, Restaurants, Beachbar (in Bielenburg kurz vor Glückstadt; ganz toll!) … schön reduziert aber regelmäßig taucht irgendwas am Wegesrand auf, das die Einkehr lohnt.

 

 

Unbedingt einplanen: die Öffnungszeiten der Sperrwerke.

 

Kate

 

Gegenüber der Elbinsel Pagensand liegen Pinnau- und  Krückausperrwerk. Am Wochenende kommt man hier zwischen 13.00 und 14.00 Uhr nicht rüber; nach 18.00 Uhr sogar gar nicht mehr. Und in der Woche lediglich zu bestimmten Zeiten. Das Ganze sowieso nur zwischen Mai und September. Wenn nicht gerade irgendwelche Bauarbeiten anstehen. Also ggf. vorher auschecken.

 

Boot

 

Nicht nur wegen der Sperrwerke ist die Radtour von Wedel nach Glückstadt ein Sommerweg. Total empfehlenswert für überraschend sonnige Sonntage, an denen man erst nach dem Ausschlafen entscheidet, dass man raus möchte. Eigentlich gerade. Die träge Stimmung am späten Nachmittag und frühen Abend hat uns besonders gefallen.

 

Sommer

 

Die Züge von Glückstadt nach Hamburg fahren stündlich, so dass man sich wegen der Rückreise nicht stressen muss. Sollte man auch nicht; passt nämlich nicht zu Glückstadt. Passt auch nicht zum Elberadweg. Und zum Sommer ja sowieso nicht.

 

Hafenbar Nettchen

Besser als Hektik: Ein Drink in der Hafenbar Nettchen

 

‚Cause I love to live so pleasantly
Live this life of luxury
Lazing on a sunny afternoon
In the summertime …

(The Kinks)

 

10 Kommentare

  1. Schön! Jetzt fehlt nur noch das passende Sommerwetter. Oder scheint in HH etwa die Sonne?

    Hier in Kerteminde hat es gerade aufgehört zu schütten. 17 Grad. Sommer geht irgendwie anders..

    Liebe Grüße, Martina ⛵️

    • Sonntag vor einer Woche ja; da war´s richtig heiß. Diesen (also gestern) war´s wieder normal. Im Sinne von 20 Grad und die permanente Erwartung, dass es gleich regnet…

  2. Juliane Jantosch sagt

    Hallo Steffi,
    Kollmar – Deine Mama war vor Dir da – und wir fanden es immer
    schon so toll. Beste Räucheraale garantiert!

  3. So schön! Ich würde schon allein der knuffigen Schafe wegen dort entlang radeln wollen. Radfahren ist sowieso mein Ding. Kann mich nicht oft genug in den Sattel schwingen! Habt ein schönes Wochenende, Jutta

  4. Hallo Stefanie, danke das du anlässlich meines aktuellen Beitrags meinen Blick noch einmal auf diesen Blogpost hier bei dir gelenkt hast!
    Ein verlockend klingender Ausflugstipp! Die Fahrradtour ab Wedel Richtung Glückstadt kann ich mir sehr gut vorstellen. Aufgehorcht habe ich auch bei der Erwähnung von Kolmar, was ich aus Kinderzeiten nur so ganz entfernt in Erinnerung habe. Das Ziel könnte man von Glückstadt selbst durchaus auch einmal anpeilen (habe ja jetzt Famiie dort, so dass sich auch kleine Touren von dort aus ergeben).
    Nochmals danke schön für den Hinweis und die ansprechenden Fotos aus der Region. Genauso habe ich es jetzt in Glückstadt am Deich empfunden. Selbst im Winter! ^^

    LG Michèle

  5. Pingback: Der geheime Garten-alter-Obstsorten-in-Haseldorf

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