Alle Artikel in: Schleswig-Holstein

Nordseekueste

Einmal im Leben: die Nordseeküste von Schleswig-Holstein

Was würden wir jemandem empfehlen, der nur einmal in seinem Leben an die Nordseeküste von Schleswig-Holstein reist? Darüber haben wir neulich in Wales nachgedacht, als wir entscheiden mussten, wofür wir unsere knappe Zeit verwenden. Reisen ist ja ein bisschen wie das Leben selbst. Alles geht nicht. Immer wieder muss man wählen. Wo biege ich ab? Was lasse ich aus? Und wofür nehme ich einen Umweg in Kauf? Fragen, die schlecht im Voraus zu beantworten sind. Nicht immer ist das, was die Mehrheit hyped, das Allerbeste. Noch seltener erweisen sich Ratschläge von anderen als perfekt für einen selbst. Nehmen wir nur mal diesen Blog. Er ist vollkommen subjektiv in jeder Hinsicht. Genau wie unsere   Top Ten an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein – ein Roadtrip   Idealerweise machst Du Dich auf den Weg, wenn Du maximal gestresst bist. Also, so richtig in der Stimmung für Wind und Wetter und Wasser und Schafe auf dem Deich.     Tag 1: Dein Roadtrip beginnt ganz im Süden Schleswig-Holsteins, da wo die Elbe in die Nordsee mündet und ein …

Kronsgaard

Kräht der Hahn auf dem Mist oder der Wetterbericht für Kronsgaard

Neulich am Strand von Kronsgaard dachte ich darüber nach, warum ich eigentlich immer wieder dem Wetterbericht glaube, obwohl ich doch weiß, dass die Trefferquote bei etwa 50% liegt. Ich meine, da kann man ins Grübeln geraten. Wieso treffe ich Entscheidungen aufgrund von Informationen, die zu gleichen Teilen stimmen könnten oder auch nicht?! Das ist doch ziemlich seltsam. Zum Beispiel neulich: Ich hatte etwas in Angeln zu erledigen, einer Region an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Im Internet hatte man mir Sonnenschein versprochen. Ich hatte das über Tage auf verschiedenen Wetterseiten beobachtet. Alle waren sich einig: Das Wetter wird super! Und so fuhr ich nordwärts in der festen Überzeugung, mir nach meinen Erledigungen noch einen kleinen Strandspaziergang gönnen zu können. Allerdings schien die Sonne absolut nicht, als ich Hamburg verließ. Und auch nicht, als ich Angeln erreichte. NDR Info, ein Sender der Nachrichten im Viertelstundentakt bringt, hatte mir auf der Strecke acht Mal versichert, wie großartig das Wetter sei. Dabei war es kalt und der Himmel grau. Als ich eine gute Stunde später alles erledigt hatte, wofür ich …

Husum

Übers Haff nun fliegt die Möwe: 3 Spaziergänge in Husum

Wenn der eine Husum sagt, zitiert der andere mit 95%iger Wahrscheinlichkeit Theodor Storms graue Stadt am Meer. Und fügt in geschätzten 70% der Fälle hinzu: soooo grau soll Husum ja gar nicht sein. Doch das kommt auf den Blickwinkel an. Wer (wie ich) zum Auftakt eines Tagesausflugs zunächst das Meer begrüßen möchte, muss durch den Außenhafen. Und bei dem handelt es sich um den hässlichsten Hafen von Schleswig-Holstein. Leider wirklich wahr. Mächtige, gewaltige, monströse, schmutziggraue Silos und andere Industrieanlagen versperren auf beiden Seiten der Husumer Au einerseits den Blick zur See, andererseits auf die kleine Stadt und drücken geradewegs aufs Gemüt.   Rund um die Dockkoogspitze: ein Dreiviertelstündchen   Viel fröhlicher wirds nicht auf dem weiteren Weg. Schnurgerade und baumlos führt die Dockkoogstraße knappe 3 km zur Dockkoogspitze. Dort liegt die Badestelle von Husum. Trist und verwaist. Wie es sich für die Nordsee gehört.     Zu Storms Zeiten war das Panorama von Husum natürlich noch nicht verschandelt. Dieses Jahr feiert die Stadt immerhin schon des Dichters 200. Geburtstag. Aber man weiß schon, wie Theodor …

Huettener Berge

Wandern wie auf Wellen: die Hüttener Berge & andere seltsame Dinge

Aufgrund von Sören Espersens trumpesquen Äußerungen sind wir schnell noch mal in die Hüttener Berge gedüst. Der dänische Rechtspopulist gab neulich in einem Interview zum Besten: „Ein Dänemark bis zur Eider ist Hoffnung und Traum zugleich. Selbstverständlich.“  Espersen muss das wissen – er ist immerhin Vorsitzender des aussenpolitischen Ausschusses des Folketing. Zwar will er ausdrücklich keine Panzer rollen lassen, um das nördliche Schleswig-Holstein heim ins Kongelige Danmark zu holen. Aber sicher ist sicher. Dieser Tage passieren ja die seltsamsten Dinge. Man könnte meinen, die Welt ist verrückt geworden. Nehmen wir nur mal das Outlet Neumünster.     Das ist jetzt ein krasser Themenwechsel, ich weiß. Aber das Outlet war der eigentliche Grund, warum wir uns vergangenen Freitag trotz Hamburger Ferienbeginn die A7 angetan haben. Ich brauchte neue Wanderschuhe. So was stellt für mich eine extreme Herausforderung dar, seit ich vor ca. 10 Jahren aufgehört habe, über den Bedarf hinaus zu konsumieren. Aber nun hatte ich ja einen Bedarf. Und einen Gutschein (in Gestalt meiner Ma) für´s Outlet Neumünster.   Danes have more fun (beim Shoppen …

Olpenitz

Jetzt komm ich noch einmal und dann nimmermehr: Olpenitz

In Olpenitz bei Kappeln entsteht seit einiger Zeit „Deutschlands größter Ferienpark“. So hab ich das neulich gelesen. Allein das Wort Ferienpark deprimiert mich. Beim Ostsee-Resort Olpenitz (noch so ein deprimierendes Wort) kommt hinzu, dass es meinen Lieblingsstrand tangiert. Im geradezu mathematischen – aber mehr noch ideellen Sinne. Das beobachte ich nun schon eine ganze Weile, doch ich kann und kann mich nicht daran gewöhnen.     Als meine Welt und ich noch klein waren, endete sie – also die Welt, am Strand von Weidefeld. Konkret an einer Mole, die sich weit in die Ostsee hineinstreckt. Das Dahinter blieb mir Jahrzehnte verborgen. War Marinegelände. Sperrgebiet.  Nicht, dass ich Militärisches so toll fände. Doch gerade, dass man nicht weiterkonnte, setzte ein I-Tüpfelchen auf das Gefühl, sehr weit weg von allem zu sein.     Zwischen Weidefeld und der nächsten Stadt liegen zehn Kilometer herrlichster Walachei. Kappeln ist selbst nicht gerade eine Metropole.  Daher war Weidefeld immer leerer als andere Ostseestrände in Schleswig-Holstein. Nicht so zugepflastert mit Strandkörben. Keine Kurtaxe. Richtig Meer eben. Ein sehr guter Ort.   …

Sylt bei Regen

Sylt bei Regen oder der Weststrand für BWLer

Was man auf Sylt bei Regen macht? Logisch: man sucht sich ein kuscheliges Plätzchen und liest. Einen sehr dicken Roman. „Stundenlang lesen“ ist ja ohnehin etwas, worauf man sich einstellt, wenn man nach Sylt fährt. Regen gehört zu einem Nordseeurlaub dazu. Und ja, man freut sich sogar darauf. Doch so einfach ist das gar nicht in Norddeutschland. Schon gar nicht auf den Inseln. Am allerwenigsten auf Sylt. Spätestens wenn das Teewasser den Siedepunkt erreicht, pustet der Wind nämlich eine Himmelsecke frei. Urplötzlich taucht ein Sonnenstrahl den Lesesessel in goldenes Licht. Und auf einmal scheint es gar nicht mehr so verlockend, sein Lied hinter dem Ofen zu singen…   Sylt bei Regen (soll ich´s wirklich machen oder lass ich´s lieber sein?)   Syltkenner wissen: dies ist nicht der Zeitpunkt für eine ausführliche Kosten-Nutzen-Analyse. Möglicherweise bricht in eben diesem Moment die beste Stunde des Tages an, vielleicht der gesamten Urlaubswoche und wer will das schon verpassen? Also, schnell das Outfit des Grauens geschnappt und ab an den nächsten Strand.     Wenn es sich dabei um den …

Kampen

Kampen oder warum ich keine Selfies mache

Meinem Empfinden nach löst kein anderer Urlausbort in Norddeutschland so viel Spott aus wie Kampen. Kampen gilt Vielen als Synonym für Schickimicki. Irgendwie verhaftet in den 80ern, bevölkert von Männern in Colour-Blocking-Outfits und Frauen, die entweder zu viel Goldschmuck tragen oder dem Typ Hamburger Eisente angehören. Obendrein noch der un-säg-liche Nachwuchs! Ich selber habe das nie so empfunden. Für mich waren das Vorurteile. Und nun hat mich ausgerechnet der Tourismus-Service Kampen ins Grübeln gebracht. Denn dort hält man das, was ich für Vorurteile hielt, offenbar für die Wahrheit. Und sie werden ihre eigene Zielgruppe ja kennen…     Tourismus ist ein Riesending für Norddeutschland. Ein enormer Wirtschaftsfaktor. Dennoch bekommen wir von Touristikern, Gastronomen, Kaufleuten usw. erstaunlich oft folgenden Standardsatz zu hören: „Wir wollen hier schließlich kein zweites Sylt werden.“ Das kann ein guter Plan sein. Wenn es denn aus den richtigen Gründen geschieht. Gute Tourismuskonzepte kümmern sich aktuell vor allem um Naturschutz (so wie in Kampen) und versuchen gleichzeitig die Einheimischen vor totaler Abhängigkeit vom Tourismus zu schützen (so wie in Kampen leider nicht). Insofern …

Wellenreiter Sylt

Schön extrem und gut für die Balance: Sylt im November

Sylt im November ist nicht unbedingt was für Feiglinge. Wer es schwer nimmt, wenn die Wetterprognose eine ganze Woche Regen verspricht, ist im Herbst nicht richtig auf der Insel. (Er wäre im Grunde auch im Sommer nicht richtig, aber das ist ein anderes Thema.) Wer hingegen findet, dass Regen nun mal zum November gehört – wie Sturm und Nebel und eine Prise Tristesse – der kann gerade jetzt sehr glücklich werden auf Deutschlands nördlichster Insel. Wir jedenfalls halten den November für den idealen Monat auf Sylt.     Es stimmt schon: das Wetter ist häufig ungemütlich. Es regnet oft. Aber es regnet nicht durchgehend. Der Wind pustet immer mal wieder die Wolken zur Seite. Und dann muss man sofort an den Strand. Selbst falls man sich gerade in Westerland befindet. (Ein Scherz. Der Strand in Westerland ist toll. Nur Westerland selbst ist eben nicht das Schönste auf der Welt.)     Manchmal rettet der Wind den Tag erst auf die allerletzten Minuten. Und das ist dann eigentlich am wunderbarsten. Wie man die 7,5 verregneten Stunden …

schleswig-holstein

Schleswig-Holstein: 130 Dinge, die offenbar glücklich machen

Seit einigen Tagen ist es halb-amtlich: Schleswig-Holstein macht glücklich. Dabei bietet der Gewinner des Bundesvision-Glücks-Contest weder die besten Karrierechancen im Land noch die höchsten Gehälter oder besonders viel Zerstreuung und schon gar nicht das schönste Wetter. Und doch … Das ist nun keine bahnbrechende Erkenntnis … Glück liegt eben in anderen Dingen. Den kleinen Sachen.   Und letztlich läuft alles aufs Meer hinaus     Das Meer. Die See. Der Ozean. Die Qualle. Der Queller. Der Strand. Der Wurm. Das Watt. Der Kormoran. Die Muschel. Die Alge. Der Sand.     Die Woge. Der Schweinswal. Das Dünental. Der Strandkorb. Die Sandburg. Die Flut. Die Robbe. Der Tümmler. Geräucherter Aal. Strandaster. Stranddistel. Strandgut.     Die Weite. Die Ferne. Der Horizont. Der Dampfer. Das Baden ein Schock. Der Hafen. Die Mädchen. Nordseeblond. Die Tide. Die Reede. Das Dock.     Die Nordsee. Die Ostsee. Das Heidekraut. Die Sandbank. Der Ölfleck. Der Teer. Der Felsen. Der Bernstein. Die Seemansbraut. Der alte Mann und das Meer.     Das Brausen. Das Toben. Der Blanke Hans. Seepferdchen und Seeigel. …

Leuchtturm Friedrichsort

Der Falckensteiner Strand oder: Warum wir Kiel lieben

Nach Kiel würde ich unheimlich gern mal mit einer Zeitmaschine reisen. Die nördlichste Großstadt Deutschlands muss früher total schön gewesen sein, wurde aber im zweiten Weltkrieg zu mehr als 80% zerstört. Beim Wiederaufbau verzichtete man nicht nur weitgehend auf die Rekonstruktion historischer Gebäude sondern riss dazu noch so einiges ab, was zu retten gewesen wäre. Weg mit dem alten Kram, sagte man sich. Kiel sollte modern werden.     Mag sein, es gelang. Mag sein, es gab Zeiten, in denen alle riefen: Oh, wie ist es nur herrlich modern dieses Kiel. Nur war es offenbar die Art von Modernität, die sich schnell abnutzte. Denn seit ich (über so etwas nach-) denken kann, galt Kiel den Meisten als uncharmant, wenn nicht sogar unsäglich. Mal abgesehen vom Bundespräsidenten Gustav Heinemann, der 1972 anlässlich der Olympiade in (ausgerechnet) Schilksee gesagt haben soll: So was Schönes habe ich noch nie gesehen.     Also, architektonisch hab ich durchaus schon Schöneres gesehen als Kiel (vor allem als Schilksee). Aber wen interessiert die Architektur, wenn sich eine Stadt um eine Förde …