Norddeutschland, Ostsee, Rausgehen, Schleswig-Holstein
Kommentare 5

Roadtrippin´: 7 chillige Lieblingsplätze an der Flensburger Förde

In Schleswig-Holstein herrscht oft Jacke-an-Jacke-aus-Wetter. Gerade jetzt im Frühsommer kann es in einem Moment knallheiß sein und im nächsten friert man sich zu Tode. Das ist kein perfektes Strandwetter, aber ausgezeichnet für einen Roadtrip. Zum Beispiel auf der Alten Fördestraße am Südufer der Flensburger Förde.

 

Foerdestrasse

 

Mit bummelig 45 km ist die Alte Fördestraße nicht gerade die Route 66. Dafür befindet man sich stets in Meeresnähe. Mit den Chilli Peppers in den Boxen gerät man entlang der hügeligen, geschwungenen Küstenlinie in einen Farbrausch. Man meint, durch Grün zu tauchen, ins Blau fliegen und von Gelb geblendet werden. Hier unsere 7 Lieblingsplätze:

Road trippin‘ with my two favorite allies
Fully loaded we got snacks and supplies
It’s time to leave this town, it’s time to steal away

Let’s go get lost anywhere in the Flensburg Bay
Let’s go get lost, let’s go get lost…

 

1.  Chefsessel von Habernis Au

 

Chefsessel

 

KM 0: Die kleine Steilküste von Habernis trennt die Geltinger Bucht von der Flensburger Förde. Mit einem Naturschutzgebiet im Rücken ist der kleine Naturstrand schön entspannt.

Naturstrand bedeutet, dass der Ufersaum voller Steine, Seetang und Muscheln ist. Die knacken so schön, wenn sie unter den Schuhen zerbrechen. Für mich ein echtes Ostsee-Geräusch. Im Wasser hingegen ist der Boden ganz geriffelter Sand, so dass sich Habernis Au bestens zum Baden und Planschen eignet.

Wer lieber spaziert, kann dies unter Apfelbäumen am Strand tun (endlos) oder der Habernisser Au durch das Moor zur Quelle folgen (etwa 6 km Rundweg).

 

 

2. Trauplatz von Neukirchen

 

StrandNeukirchen

 

KM 2,5: Von Neukirchen habe ich ja neulich schon erzählt. (Klick) Ein Besuch des heimeligen Kirchhofs lohnt sich unbedingt. Bei gutem Wetter kann man auf der dänischen Halbinsel Kegnæs direkt gegenüber das Pendant der Kirche erkennen. Der gechillteste Ort Neukirchens befindet sich allerdings in Privatbesitz und ist nur aus der Ferne zu betrachten. Der sehr seltsame Leuchtturm wird bewohnt. Leider, leider nicht von mir, kann ich da nur sagen.

 

3. Pølser-Bude in Langballigau

 

KM 10: In Langballigau befindet sich der einzige Fischereihafen der Flensburger Förde. Während der Ort Langballig mal zum zweitschönsten Deutschlands gewählt wurde, präsentiert sich der quirlige Hafen von Langballigau so schön schmucklos, dass man sich wie in Dänemark fühlt.

 

LangballigAu

 

Langballigau bezeichnet sich als „das Tor zu dänischen Südsee„. Und so sind unter den Seglern auch extrem viele Dänen. Das gastronomische Angebot konzentriert sich dementsprechend auf Risted Hot-Dog u.a.. Wer nicht mit dem eigenen Segelboot anreist, kann vom Hafen mit der Feodora II in den Alesund schippern.

 

SegelnLangballigAu

 

4. Spielscheune von Bockholmwik

 

KM 15: Ich hatte nie besonders viel für Campingplätze übrig. In Angeln habe ich meine Meinung aber geändert. Unter anderem ist mir aufgefallen, wie fröhlich und ausgeglichen campende Kinder sind. Das geht einem richtig ans Herz, wie sie sich da in Banden herumtreiben und endlich mal in komplett erwachsenenfreien Räumen alles unter sich ausmachen können.

SpielscheuneBockholmwik

 

Auf dem Campingplatz von Bockholmwik etwa spielen die Kinder mit Antiquitäten. Niemand befürchtet, dass sie etwas zerbrechen könnten. Und wahrscheinlich machen sie es deshalb auch nicht. Die Spielscheue steht jedem offen. Auf zwei Etagen und einer ausgemusterten Kneipe im Nebengelass hört man Vogelgezwitscher und verstecktes, heimliches Kichern.

Da sind die lieben Kleinen also gut aufgehoben, während ihre Eltern einen weiteren, nervtötenden Strandspaziergang antreten. Oder von der Terrasse der Gaststätte Fördeblick den grandiosen Ausblick genießen.

Angeliter Bauern

 

5. Naturschutzgebiet Holnis

 

KM 22: Die Halbinsel Holnis trennt die Flensburger Außenförde von der Innenförde. Hier wird einem sehr klar, dass Naturschutzgebiete nicht nur für Pflanzen und Tiere ein Segen sind. Sondern auch für Menschen.

Die offiziellen Badestrände von Holnis gelten zwar als die schönsten Stände der Flensburger Förde, sind aus meiner Sicht aber überfüllt, über die Maßen gebändigt und nicht weiter erwähnenswert. Das Naturschutzgebiet an der Inselspitze hingegen ist ein Traum.

 

GalowaysHolnis

 

Speziell auf den Fontane-Wanderweg werde ich in einem Extra-Beitrag noch einmal zurückkommen …

 

HolnisSteilkueste

 

6. Strandhotel Glücksburg

 

Strandhotel Gluecksburg

 

KM 30: Ein Ort, an den ich garantiert noch einmal zurückkommen werde, ist Glücksburg. Am Strand von Sandvig befindet sich etwas, das in Deutschland selten ist: Ein wunderbares Hotel, dessen Gäste entspannt genug sind, um auf den Fensterbänken zu sitzen, die Beine baumeln zu lassen und Champagner zu trinken.

 

Champagnerlaune

 

Interessiert wäre ich aber auch an einer Übernachtung nebenan. Ich habe die Scheußlichkeit des ehemaligen Intermar-Komplexes falsch interpretiert. Ich dachte, der Klotz wäre vollkommen verlassen und verödet. Ist es aber gar nicht, wie ich dem feinen Blogbeitrag von Kaye entnommen habe: „Eine Nacht im Intermar. 110 Betten-Haus. Fast alleine. Unbezahlbare Erinnerung.“

 

IntermarGluecksburg

 

Also Glücksburg: Wir kommen wieder. Das steht fest.

 

7. Letzter Strand vor der Grenze: Wassersleben

 

Das Beste am Jacke-an-Jacke-aus-Wetter in Schleswig-Holstein ist, dass es sich manchmal sehr überraschend in totales, beständiges Strandwetter verwandelt. Dann muss man Schluss machen mit dem Roadtrippen und die Handtücher rausholen. Der Plötzlichkeit sei Dank sind dann gar nicht viele Leute um einen herum. Und dem Himmel sei Dank ist es uns so in Wassersleben gegangen.

 

Wassersleben

 

KM 45: Wassersleben. Schockverliebt. Feiner Sandstrand. Kristallklares Wasser. Und nach Dänemark sind es nur noch ein paar Schritte. Ein Plätzchen zum Bleiben. Und falls ich mich demnächst mal entscheiden kann, welche Fotos von Wassersleben die Schönsten sind, zeige ich den Strand auch mal in Gänze. (Edit: Geschafft)

Jetzt muss ich mich erst einmal um´s Wochenende kümmern. Angeblich soll ja heute der große Sommer ausbrechen. Habt Ihr schon was Schönes im Sinn?

5 Kommentare

  1. Verena Kleffner sagt

    Im Strandhotel Glückburg waren wir neulich auch. Superschön und eine sehr gute Küche. Hat uns da noch besser gefallen als im Alten Meierhof, wo wir genächtigt haben. Wir kommen auch wieder, vielleicht ja mit der Familie zu meinem 50. steht schwer in Konkurrenz zur Zweiten Heimat in SPO…

  2. Pingback: Sommer in Norddeutschland

Kommentar verfassen