Alle Artikel mit dem Schlagwort: Norddeutschland

Steine im Wasser

Am langen, ruhigen Fluss: NOK Expressroute

Schleswig-Holstein meerumschlungen! In der 4. Klasse beantwortete meine Mitschülerin Iris B. die Frage, von welchen Meere das Land denn umschlungen sei, mit: „Westsee und Ostsee“.  Das war clever. Und für mich der entscheidende Tipp, mit dem ich mir endlich die Himmelsrichtungen merken konnte. Schon immer träumten die Schleswig-Holsteiner davon, ihre zwei Meere miteinander zu verbinden. Damit man nicht ganz außenrum segeln muss. 800 km kann man sich sparen, seit die Kaiser Wilhelms I und II einen knapp 100 km langen Kanal von Brunsbüttel an der Westsee bis Kiel an der Ostsee bauen ließen. Und den wollen wir jetzt mit dem Rad abfahren. Die offizielle Route macht Schlenker über Dörfer und summiert sich so zu 325 Kilomter. Wir wollen aber immer dicht am Wasser bleiben, so wie wir schon bei der Anreise auf dem Elberadeweg nach Brunsbüttel immer dicht am Wasser blieben. Jetzt geht es auf die alte NOK Expressroute.   NOK Expressroute: Los gehts in Brunsbüttel   Auf Anordnung Wilhelms II durfte für die Fähren keine Gebühr erhoben werden. Das ist bis heute so geblieben. Wir nehmen gleich die erste bei KM …

Elberadweg

Life´s a beach: Radtour von Glückstadt nach Brunsbüttel

Dass wir eine Radtour von Glückstadt nach Brunsbüttel unternahmen, hatte nur damit zu tun, dass Brunsbüttel eine dieser abgehängten Städte ist, die nicht ans Netz der Bahn angeschlossen sind. Aber dort beginnt nun mal der Nord-Ostsee-Kanal, den wir mit dem Fahrrad nach Kiel begleiten wollen. Also steigen wir  31 km südlich von Brunsbüttel aus dem Zug. Und es ist nicht nur reiner Zufall, dass wir so den Elberadweg kennenlernen. Sondern auch ein Glücksfall: die Strecke Glückstadt – Brunsbüttel bringt nämlich richtig Spaß. In 30 Minuten und für 13 Euro bringt die Deutsche Bundesbahn Radfahrer inkl. Rad von einem der hässlichsten Bahnhöfe (Altona) zu einem der niedlichsten: Glückstadt. Niedlich ist ein Wort, das Volko selten in den Mund nimmt.  In Glückstadt kann man aber nicht anders. Dabei hatte der dänische König Christian IV gar nichts Niedliches im Sinn, als er 1617 den ersten Grundstein mit großen Worten legen ließ: Dat schall glücken, und dat mut glücken. Und denn schall se ok Glückstadt heten.   Was nach Christians Willen glücken sollte: Hamburg den Handelsrang ablaufen. Die Pläne scheinen angesichts des Glückstädter Hafens extrem ambitioniert. Trotzdem: die königliche …

Bucket-List Heidschnuckenweg

Heute nur ein schneller Knoten ins Taschentuch. Beruflich musste ich diese Woche auf der A7 in die Ferne reisen; fuhr also eine zeitlang im weitesten Sinne parallel zum Heidschnuckenweg. Da tauchte ich noch einmal intensiv in die Gefühle unsere Wanderung ein. Und weil das so schön war, lege ich mich jetzt mal fest: Jedenfalls die Etappen in der Nordheide stehen definitiv in diesem Jahr noch an.

Springbrunnen

Fotografieren für Anfänger: Feine Fotos von Pflanzen und Blumen

Planten un Blomen ist mein Lieblingspark in Hamburg. Meine Nachbarin Rita nennt ihn konsequent IGA. Schließlich hat sie alle drei Internationalen Gartenausstellungen mitgemacht.  1953, 1963 und 1973 wurden die ehemaligen Festungsanlagen und der alte Zoo der Stadt in eine „moderne Parklandschaft“ umgestaltet. Und so kann man bei Planten un Blomen entdecken, was man in den 50er, 60er und 70er Jahren im Bereich der Gartenbaukunst so richtig schick fand. Weil ich meine nächste Nahreise ohne meinen Lieblingsfotografen antreten werde, habe ich mir heute bei Planten un Blomen Anfängertipps geben lassen.  Ich wollte es wirklich ganz, ganz, ganz einfach, weil ich leider kein Händchen für Fotos habe. Ich knipse etwas Wunderschönes – und hinterher muss ich immer dazu sagen, dass es „in echt“ viel, viel schöner aussah. Gute Fotos gelingen mir nur durch Zufall. Wem das ähnlich geht, kann ich nun folgende Ratschläge geben: Halte die Kamera gerade. Such dir einen Mittelpunkt (Du darfst den Mittelpunkt später auch wieder verlassen, also den Sucher weiter nach links oder rechts schieben. Aber finde erst einmal die Mitte.) Weniger ist mehr (Lampen oder Mülleimer oder Passanten an den Seiten machen das …

Das Glück beginnt in der Fischbeker Heide

Es gibt Dinge, die ich allein deshalb nicht tue, weil ich sie auch morgen tun könnte; oder nächste Woche oder irgendwann. Dazu zählen gewisse Arztbesuche, bestimmte Renovierungsarbeiten in meiner Wohnung, das Sortieren von Unterlagen/ Fotos/ Dateien und bisher auch Ausflüge, von denen ich weiß, dass sie mir eigentlich richtig gut tun würden. Jedenfalls letzteres kriege ich nun – dem Blog sei Dank – immer öfter auf die Reihe. Ganz oben auf der Liste: Wandern.        

Wasser – Kunst – Insel

Rothenburgsort steht nicht so richtig unter Hotspot-Verdacht. Und ist gerade daher für den geübten Mikroreisenden höchst verdächtig. Schon streckt die Hafencity ihre Finger nach Hamburgs ärmsten Stadtteil aus, den Viele nur von Freilufttanzveranstaltungen in Entenwerder kennen – oder sogar gar nicht. Doch es gibt einen guten Grund, das zu ändern:   Die Wasserkunst Kaltehofe   Inmitten der Elbe,umgeben von Industrie, Brachen, Autobahnen und vereinzelten Erinnerungen an Zeiten, da noch Parkanlagen und Lustgärten die Ufer säumten, wartet die Wasserkunst Kaltehofe darauf, dass mal einer rüber auf die Insel kommt.     Viele Besucher hat sie nicht gerade angelockt an diesem ersten heißen Sonntag 2014. Man kommt auch nicht so ohne weiteres drauf, dass jenseits des Sperrwerks Billwerder Bucht ein kleines Paradies liegt.   Wasser   20 Jahre war das Gelände des ehemaligen Wasserwerks Kaltehofe der Allgemeinheit verschlossen. So haben sich Filterbecken in Biotope verwandelt, die Pflanzenwelt hat sich erholt, einige Vogelarten kehrten zurück, andere siedelten sich neu an. Seit 2011 darf der industrieromantische Naturpark wieder betreten werden.   Unerschrockene können sich die wilhelminischen Schieberhäuschen, in denen es vor Spinnen wimmelt (also echt wimmelt, wimmelt, wimmelt), von innen anschauen. Die hören dann auch das tragische …

Fahrkarte

Du weißt, Du solltest nach Helgoland, wenn…

Helgoland ist das Piratenschätzchen unter den deutschen Inseln. Noch passt sich der kleine, rote Klotz in der Hochsee dem Zeitgeist nicht an. Windzersaust und sturmerprobt präsentiert er sich im Wirtschaftswunder-Look. Das mag nicht jedem gefallen. Aber das ist ja gerade das Gute. Folgende Personengruppen werden auf Helgoland ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen:   Robbenliebhaber & Vogelfreunde   Es gibt wohl keinen zweiten Ort in Deutschland, wo man freilebenden Robben so nah kommen kann, wie auf der Helgoländer Düne. Wer Heuler liebt, sollte zwischen November und Januar nach Helgoland reisen, wenn die Kegelrobben ihre Jungen zur Welt bringen.     Grandios ist das Gekreische  am Lummenfelsen, gleich bei der Langen Anna. In Deutschlands kleinstem Naturschutzgebiet nisten rund 10.000 Seevögel wie Dreizehenmöwen, Basstölpel und Trottellummen. Von Mitte bis Ende Juni kann man den Lummensprung beobachten. Angefeuert von ihren Eltern wagen die Jungen den freien Fall von den 40 m hohen Felswänden.     Wer (wie ich) beim Robben- und Vogel-Watching denkt: „Hier riechts ja wie im Zoo“, hat definitiv zu wenig wilde Tiere in seinem Leben gesehen. Raucher, Trinker, Schnäppchenjäger & Piloten   Ho Ho Ho und ne …