Inseln, Norddeutschland, Nordsee, Schleswig-Holstein
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Robben Island

Robben

Hast Du schon mal einen Schreck vor lauter Glück bekommen? Das kann passieren, wenn Du Deinen ersten Morgenspaziergang auf Helgoland antrittst.  Unser Zimmer liegt dem Meer abgewandt. Darum trete ich relativ nichtsahnend in den Morgen hinaus. Für einen Moment bleibt mir die Luft  weg. Direkt gegenüber blinzelt die Sonne hinter der Düne hervor.

Sonnenaufgang Helgoland

Ursprünglich war die Badeinsel mit der Hauptinsel verbunden. Doch in der Neujahrsnacht von 1721 riss eine Sturmflut die beiden entzwei.  Die nötige Gewalt kann man sich an einem Morgen wie diesem nicht vorstellen.

 

Friedlich und spiegelglatt liegt die Nordsee vor uns. Selbst die Möwen machen ausnahmsweise keinen Rabatz. Kneife ich die Augen zusammen, erkenne ich Robben auf herausragenden Steinen; gar nicht weit von uns entfernt. Und wenn mir jetzt einer erzählen würde, dass Gott morgens am Südstrand von Helgoland Bernstein sammelt, ich würde es glauben.

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A-a-am superweißen Stand von Helgoland

An einem wolkenlosen, windstillem Tag wie diesem,  muss man einfach auf die Düne. Halbstündig setzt von der Promenade eine kleine Fähre über. Hat man schon auf der Hauptinsel das Gefühl, die Zeit sei stehengeblieben, gilt das für die Düne erst recht.

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Düne Helgoland

Strand HelgolandBlick auf Helgoland

Hier, wo alles so aussieht, als hätte die Dharma Initiative eine Dependance errichtet, stört nicht einmal der Flughafen. Dass der die Insel zerschneidet, habe ich mir ganz schrecklich vorgestellt. Ist es aber nicht.

Der Airport auf Helgoland ist auf eine verlodderte Art sympathisch. Im Terassencafé warten die Piloten bei Pommes rot-weiß mit C-Wurst auf irgendwas. Das Aufregendste ist noch, dass sie ihre  eigene Mayonnaise mitgebracht haben (warum?), die sie im Kühlschrank des Schnellrestaurants verwahren dürfen.

Viel mehr passiert nicht. Man gerät geradezu in Trance. Die Möwen auf der Landebahn heben nicht einmal die Köpfe, als dann doch noch eine Maschine an ihnen vorbeirumpelt.

Die Düne ist Deutschlands Robbenparadies

Völlig gelassen bleibt auch Helgolands Prominenz, die uns gleich am Ende der Landebahn erwartet. Wobei erwarten nicht ganz den Kern der Sache trifft. Ehrlich gesagt, kümmern sie sich nicht einmal um uns. Es ist eher so, dass sie uns huldvoll tolerieren. Robben über Robben über Robben. Zu Hunderten sonnen sie sich an den Stränden und lassen sich durch nichts und niemanden aus ihrer Ruhe bringen.

Das ist so schwer fassbar, dass man eine ganze Weile braucht, um es wirklich zu glauben. Irgendwann geht einem aber auf, dass hier wilde Raubtiere mit Menschen friedlich koexistieren. Und dann könnte man schon wieder jubeln vor Glück. Macht man aber nicht. Weil man die Robben nicht stören will.

Stattdessen setzt man sich in den warmen Sand und staunt. Ganz still.

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