Alle Artikel in: Nordsee

Seekuehe Blidselbucht

Spektakulär unspektakulär: Dämmerung in der Blidselbucht

Inzwischen sind wir zurück in Hamburg. Ganz schön wuselig kam´s uns anfangs vor nach der Stille von Sylt. War die Insel bei unserer Anreise am 4. Januar noch relativ gut besucht, leerte sie sich von Tag zu Tag zusehends. Am 15. Januar schließlich waren alle Bürgersteige hochgeklappt. Nun schläft die Schöne.

Kampen

Die Kronjuwelen der Königin: Das Rote Kliff

Wer einmal an einem sonnigen Tag am Roten Kliff spazieren ging, weiß, dass Sylt den leicht angestaubten Jetset-Mythos überhaupt nicht nötig hat. Nicht die Schönen und Reichen haben die Insel zur Königin der Nordsee gemacht. Selbst Marlene Dietrich und Thomas Mann sind ja hauptsächlich nach Kampen gekommen, um sich vor ihrer Schönheit zu verneigen. Schätze ich. Und wer aus anderen Gründen kommt, pardon, tut mir leid.

Orte, die man in- und auswendig kennt.

Gestern war alles wie immer, wenn wir nach Sylt fahren. Sogar unsere Dialoge haben sich mit den Jahren ritualisiert. Zum Beispiel gehe ich Volko regelmäßig ab der dänischen Grenze auf die Nerven. Weil ich minütlich in Frage stelle, dass wir die Fähre auf Rømø noch erwischen. Wir bekommen die Fähre jedes Mal. Ich atmete jedes Mal auf. Und Volko erst Recht. Jetzt beginnt der Urlaub, von dem wir im Voraus schon wissen, wie er ablaufen wird.

Auswandererhaus Bremerhaven

Das Auswandererhaus Bremerhaven

Huch. Jetzt ist es aber sehr plötzlich herbstlich und kalt geworden. Ein guter Zeitpunkt, um noch mal auf Bremerhaven zurückzukommen. Irgendwas muss man ja unternehmen in den Schmuddelwetter-Wochen. Da empfehlen sich die Havenwelten mit dem Auswandererhaus einmal mehr.   Vorweg: Ich habe oft genug Schwierigkeiten mit sogenannten „Erlebnis-Museen“. Der Grad zwischem krawalligen Klamauk und bedauernswertem Kitsch scheint mir schmal. Vor beidem braucht man sich im Auswandererhaus Bremerhaven aber nicht zu fürchten. Nicht umsonst trägt es die Auszeichnungen „European Museum of the year“ und „The best in Hertiage“.     An rekonstruierten Originalschauplätzen spürt der Besucher drei Jahrhunderten Auswanderungsgeschichte nach. Die Inszenierung ist bis ins letzte Detail liebevoll. Auf dem Dampfer „Lahn“ beispielsweise  vibriert der Boden und man spürt dieses leichte Stampfen, als sei man wirklich auf einem Schiff.     In der Galerie der 7 Millionen finden sich die Geschichten der Auswanderer. Von manchen sind nur die biographischen Daten bekannt. Von anderen erfährt man viele persönliche Hintergründe. Wie es allgemein zu den Massenauswanderungswellen nach USA, Australien, Argentinien und Brasilien kam, erfährt man an den Hörstationen, die ziemlich gemütlich sind. Der Blick bleibt dabei stets auf den Neuen Hafen gerichtet, einem der …

Bremerhaven

Was willst Du denn in Bremerhaven?

Ich schrieb an anderer Stelle ja schon mal von norddeutschen Orten, die ihren Ruf weg haben. Bremerhaven gehörte für mich bis vor kurzem dazu. Ich wollte schon immer mal hin, weil ich mir die Stadt rau und kühl und etwas abgewirtschaftet vorstellte. Ich mag so was. Und tatsächlich stelle ich bei Anreisefest: Bremerhaven entspricht eben diesen Vorstellungen. Doch (und so ist es im Leben ja eigentlich immer) nur zum Teil. Daneben ist Bremerhaven nämlich auch ganz anders als gedacht. Das neue Herz der Stadt schlägt in den Havenwelten, einem Quartier, das sich ganz dem maritimen Tourismus verschrieben hat. Und ich, die weder Städtetrips noch Touristen-Hot-Spots besonders viel abgewinnen kann, fühle mich in Fishtown vom ersten Moment an: wohl. Der Tag ist wie ein Gedicht von Theodor Storm. Es ist nicht kalt, nicht windig, aber ganz eindeutig Herbst. Es nieselt sogar ein bisschen. Und die Weser tut, als sei sie die Nordsee. Alles in allem: Bestes Sightseeing-Wetter. Einen guten Überblick  über die Havenwelten verschafft sich man auf der Aussichtsplattform des Dubai-artigen Hotels Atlantic Sail City. Herrlich, kann ich nur sagen. Für 3 …

Strandkorb

Spätschwimmen in St. Peter-Ording (Ortsteil Bad)

Aktuell ist ordentlich was los im Norden. Alle, alle, alle Bundesländer haben jetzt Sommerferien. Und mit Abstand am liebsten urlauben die Deutschen noch immer in Deutschland. Dabei am allerallerliebsten am Meer. Wer in den kommenden Wochen ein wenig Stille zwischen Nord- und Ostsee sucht, muss sich also antizyklisch bewegen. Sich etwa bei Sonnenschein ins Landesinnere zurückziehen oder gerade bei Wind & Wolken-Wetter an den Strand gehen. Richtig prima ist es im August morgens an der Ostsee, bevor die Hamburger einfallen. Oder abends an der Nordsee, wenn die Hamburger ihre Sachen wieder einpacken. Ein Spitzenplatz dafür: St. Peter-Ording (Ortsteil Bad) ab ungefähr 17.00 Uhr.     Was uns wundert: Während man anderorts an der Nordsee, z.B. auf Sylt oder in Dänemark, den Sonnenuntergang regelrecht zelebriert, wird es in St. Peter-Ording (Bad) gegen 18.00 Uhr unheimlich leer am Strand. Dabei scheint die Sonne noch warm genug, dass es sich wie nachmittags anfühlt. Man zahlt keinen Eintritt mehr und (anders als an der Ostsee) werden die Strandkörbe auch nicht abgeschlossen. Also, man hat alles für sich und umsonst.     Nirgends sind die Tage länger als an der …