Quer verteilt über ganz Deutschland findet sich in so gut wie jeder größeren Stadt eine Bundesbehörde. Per se sind sie nichts, was mich brennend interessiert. Dennoch habe ich eine Lieblingsbehörde: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg; kurz: BSH. Weiterlesen
Neueste Artikel
Where to stay auf Fischland-Darß-Zingst
Im Sommer kann ich eigentlich überall in Norddeutschland zufrieden urlauben. Mir egal, wo ich dann übernachte – Hauptsache drumrum ist irgendwie Natur. Doch wenn es jahreszeitlich dunkel wird in Norddeutschland (und wie man weiß, kann es in Norddeutschland wirklich sehr, sehr dunkel werden), hüte ich mich vor der Architektur des Grauens (Hits aus den 70ern, 80ern, 90ern und das Übelste von Heute). Weiterlesen
Velkommen til Soemandskirka: die ersten Weihnachtsmärkte 2018
Es gibt Dinge, die genauso sind, wie man es sich vorstellt. Beispiel: New York. Viele denken ja beim ersten Besuch des Big Apple, dass sie das alles schon mal gesehen & gehört zu haben (und das hat man ja auch. In 1.000 Filmen.) Andere Dinge wiederum sind ganz anders, als man denkt. Beispiel: die Weihnachtsmärkte in den skandinavischen Seemannskirchen.
(Aktualisierung: Dieser Bericht stammt aus 2014 – aber viel ändert sich bei den Skandinaviern nicht. Wer´s erleben will, hat vom 16. – 18.11.2018 und 23. – 25.11.2018 die Gelegenheit.)
Wind – Stille – Zingst
Stille von Zeit zu Zeit, befand Fjodor Dostojewski, sei für den Menschen wichtiger als Essen und Trinken. Weiterlesen
Ein Spitzenspaziergang: Rundweg um den Darßer Ort
Ich bin eine große Spaziergängerin. Vor allem liebe ich Rundwege. Am meisten liebe ich Rundwege, die durch einen Urwald führen, an einem Leuchtturm vorbei, über einen unberührten Strand, an einem Windwatt entlang (durch dessen Dünen Rehe ziehen), hin zu einem Nothafen, zurück in den Wald oder an den Strand – je nach Wind und Gemütslage. So ein Rundweg ist der Rundweg an der nördlichen Spitze der Halbinsel Darß. Weiterlesen
Traf den November in Ahrenshoop
Man kann dem November ja Vieles vorwerfen.
Doch sicherlich nicht, dass er stresst.
Nichts liegt ihm ferner.
- Der November schickt Dich nicht zum Spielen nach draussen.
- Mahnt nicht, das schöne Wetter zu nutzen.
- Deutet nicht mit dem Zeigefinger auf Staub in Regalen
- oder ungeputzte Fensterscheiben.
- Und Weihnachten ist noch weit.
- Der November rät Dir nicht, regelmäßiger Sport zu treiben.
- Will nicht, dass du 5 kg abnimmst auf die Schnelle.
(Das kann man – wie alle guten Vorsätze – auf´s nächste Jahr verschieben.
Und bis dahin trägt man eben Norwegerwolle.)
Eigentlich muss man im November gar nichts.
Chill mal, Du, sagte er neulich, als ich auf einem zugigen Bahnhof mit ihm zusammenstieß. Mach mal halblang. Mehr will ich ja gar nicht von Dir.
Dass Du überhaupt was von mir willst, entgegnete ich giftig. Dabei reicht mir schon, dass ich Dich aushalten muss. Für mehr habe ich echt keine Nerven. Und sowieso keinerlei Zeit. Ich bin im Stress, verstehst Du. Schaffe meine Arbeit nicht mehr, so müde machen mich Deine bleigrauen Tage. Und komm mir bloß nicht zu nah. Eine Grippe kann ich nämlich überhaupt nicht gebrauchen. Mir wird ja schon ganz kalt, wenn ich nur an den Winter denke. Und dann wären da auch noch die Weihnachtsgeschenke…
Na, da plustert sich aber eine auf, unterbrach mich der November, in einem Ton, mit dem man zu kleinen Kindern spricht.
Im Windmachen
Macht ihm nämlich keiner was vor.
Ist mir sowas von piepe, was Du von mir hältst, sagte er und lachte ein Sturmgelächter zum Zeichen, dass er mir nichts übel nahm. Dass er darüber stand, wenn man ihn vorbeiwünschte. Dass es ihn gar nicht berührte, wenn alle Welt ihn ignorierte.
Aber was wisse er denn schon, sagte er noch, er sei nur ein einfacher Monat vom Meer. (Für meinen Geschmack klang es sehr selbstbewusst.)
Während er mir davonwehte, dachte ich an Lebkuchen im September im Supermarkt. An Weihnachtsgedöns gegen Ende Oktober. Yogaübungen für das Hier & Jetzt. Und blaugraugrüne Wikingeraugen.
 
Und vielleicht hatte ich ihn doch verstimmt. Denn als ich ihn dann wiedertraf – das war auf Fischland, in Ahrenshoop – da drehte er sich nicht einmal um. Stand breitbeinig am Flutsaum und schaute zum Horizont.
Hej, sagte ich, als ich neben ihn in die Wellen trat.
Sei doch mal still, Du, antwortete er, mach doch mal halblang, mehr will ich ja gar nicht von Dir.
Und alle anderen am Strand wollten auch bloß ihre Ruhe.
Während ich ostwärts ging, machte ich halblang. Es schien nicht schwer.
(Weil ein Wind aufkam, gegen den ich ankämpfen konnte.)
Und als mich das Kämpfen zu langweilen begann, zählte ich in Gedanken auf, was es braucht, um mit dem November gut auszukommen:
- eine Jacke (es muss nicht einmal Deine wärmste sein)
- solange Du Dich bewegst
- und Dir Deine Oma hinter die Löffel geschrieben hat, dass Du nicht aus Puderzucker bist. Falls nicht
- brauchst Du ein gutes Buch für Regenstunden.
- Ein zweites weil der Abend lang ist.
- Und Du musst Dich entscheiden können – für das einzig geöffnete Restaurant am Platz.
Noch was:
- Seebrücken solltest Du bis zum Ende gehen. Egal, wie es stürmt.
- Und Du brauchst ein Lied, das man in den Wind rufen kann.
(Ich nehme immer von Blur den Song 2)
Nun reichts mir aber mit Listen & Müssen, brauste der November. Da war es schon fast stockfinster. Hast Du denn noch immer nicht verstanden, dass ich gar nichts von Dir will ?
Aber ich hatte. (Es war nur so vollkommen ungewohnt).
In dieser Nacht schlief ich neuneinhalb Stunden am Stück.
St. Pauli
Sabine von kurzundknapp hat zur Blogparade gerufen. Zeigt mir Eure Gegend, lautet das Thema. Wobei unsere Gegend sowie ziemlich oft gezeigt wird. Aber eine Gegend liegt ja auch immer im Auge des Betrachters: Hier also St. Pauli, wie wir es sehen. Weiterlesen
Warum wir nach Kopenhagen gern mit dem Auto fahren
Ich mache mir da nichts vor: Ganz sicher bin ich keine seit meiner Geburt vertauschte Prinzessin. Denn ich bin – mit großer Wahrscheinlichkeit – eine seit meiner Geburt vertauschte Dänin. Ich liebe Dänemark. Ich kann von Dänemark überhaupt nicht genug bekommen. Bin ich in Dänemark, fühle ich mich komplett.
Zu meiner Freude scheint neuerdings kein Blog, kein Magazin, keine Zeitung und erst recht keine Zeitschrift ohne einen Kopenhagen-Artikel auszukommen. Ich verschlinge sie alle. Letzte Woche empfahl Christina von Travel World Goosmann einen Kopenhagen-Trip zum Christmas-Shopping. Feine Idee. Unbedingt machen.
Die Wintermonate bieten sich aus verschiedenen Gründen an für eine Reise nach Sjaelland. Ob man mit dem Auto reist oder den Flieger nimmt, ist zumindest eine Vorüberlegung wert. Weiterlesen
Merkwürdige Museen in Autobahnnähe
Neulich mussten wir beruflich von der A7 abbiegen. Kurz vor Gifhorn tauchte auf einmal die erste Mühle des Internationalen Mühlenmuseums auf. „Ha“, rief ich begeistert und knippste ein Foto im Vorbeifahren. Denn über das Internationale Mühlenmuseum hatte ich mir schon oft den Kopf zerbrochen. Weiterlesen
Der Herbst steht ihr gut
Zu den Sachen, die ich noch nie gemacht habe, gehörte bis Sonntag eine Radtour entlang der Elbchaussee. Wer sie nicht kennt: Es handelt sich um die ziemlich laute und hoffnungslos überfüllte Hauptverkehrsader von Altona nach Blankenese. Die Radfahrer teilen sich viel zu schmale Spazier/Radwege mit viel zu vielen Spaziergängern. Und meistens ist sowieso alles zugeparkt. Besonders an Sonntagen schieben sich Horden von Ausflüglern wie ein einziger Strom zum Elbstrand hinunter.

Es spricht also eine Menge dagegen, mit dem Fahrrad die Elbchaussee runter zu gurken. Andererseits auch eine Menge dafür. Zum Beispiel: 8,5 km Elbblick am Stück. Villen und Herrenhäuser in parkähnliche Gartenanlagen. Und nicht zu vergessen, dieses innerliche „Hach„, während man sich stromabwärts bewegt. Das Gefühl liegt irgendwo zwischen Heimweh und Fernweh. Und wer es kennt, ist – ganz unabhängig vom Geburtsort – Hamburger. Würde ich mal so sagen.
Wir wollen aber schön hanseatisch bleiben und jetzt nicht von der schönsten Chaussee der Welt sprechen. (Darüber könnte man ansatzweise mal an einem Wochenvormittag nachdenken. Wenn man das Ganze mehr für sich hat.) An einem strahlenden Novembersonntag bei 19,7 Grad muss man sich eher darauf konzentrieren, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Aber ich will nicht meckern.
Immerhin hat der Sonntag einen entscheidenden Vorteil: Das „Le Canard“ ist geschlossen, so dass wir mit einem Ausblick von Othmarschens schönster Lindenterrasse starten können. (Nicht zu verwechseln mit der Lindenterrasse, die von Max Liebermann verewigt wurde. Die liegt noch 5 km entfernt und gehört zum Hotel Jakob in Nienstedten).
Ich glaube, so gut wie jeder Hamburger hat seine Lieblingsvillen an der Elbchaussee. Was mich betrifft, fühlen sie sich wie alte Bekannte an. Ich freue mich immer, wenn ich sie mal wieder sehe. Beispielsweise diese Villa direkt an der Himmelsleiter, bei der ich immer überlege: Ist das jetzt architektonisch geschickt gelöst? Oder geht das gar nicht?
Nur falls es irgendeinen Menschen auf der Welt gibt, der noch nicht da war: Die Himmelsleiter führt direkt zur Strandperle. Der improvisierte Charme des Strandlokals ist zwar längst flöten. Doch die Elbe bleibt ja. Und falls man zu Besuch in Hamburg ist, gehört ein Bier im Sand wohl irgendwie dazu.
Vermutlich weniger bekannt – aber für uns immer wieder faszinierend – ist das Haus K in O im Reemtsmapark. Die Villa gilt als aufwändigstes Privathaus der Weimarer Republik und gehört seit 2003 – wie eigentlich fast alles in Hamburg – der Familie Tchibo Herz.
Der Eingang zum Reemtsma-Park liegt in der Holztwiete, einer Seitenstraße der Elbchaussee. Direkt auf der anderen Straßenseite befindet sich das Pförtnerhäuschen des Jenisch-Parks (das in seiner Winzigkeit in etwa meinem Traumhaus entspricht. Mal angenommen, es läge an einem Ostseestrand.) Es befindet sich übrigens im Privatbesitz und wird bewohnt.
Ich könnte mir auch vorstellen, im Flottbeker Jenisch-Park zu wohnen. Er ist so herrlich englisch. 1785 ließ der Kaufmann und Sozialreformer Caspar Voght ihn nach dem Vorbild englischer Landschaftsarchitektur errichten. Nicht als Park übrigens – sondern als Mustergut. Heute steht er komplett unter Denkmalschutz. Traumhaft romantisch. Besonders im Herbst.

Alles im Park scheint sich auf das Jenisch-Haus zu beziehen. Ein Teil des ehemaligen Landsitzes ist mit dem Mobiliar seiner Entstehungszeit eingerichtet. Da kann man sich mal in das Leben eines Senators um 1830 hineindenken. (Es fühlt sich sehr angemessen an. Wirklich: man sollte mal auf den breiten Fensterbänken sitzen und sich im Blick vom Hohen Elbufer zur Bucht von Teufelsbrück verlieren.)

Es ist gar keine schlechte Idee, sich gleich ein Kombi-Ticket zu gönnen, um auch das ebenfalls im Park liegende Barlach-Haus zu besuchen. Zwar sind wir leider Skulptur-Banausen. Wir können uns selten über einen längeren Zeitraum für Skulpturen begeistern. Aber im Ernst-Barlach-Haus ist´s echt 1a kuratiert, so dass selbst ich erreicht werde. Und die Sonderausstellungen sind meiner Erfahrung nach eh (in beiden Häusern) immer vom Feinsten.
Heute müssen wir aber leider draußen bleiben. Das Tageslicht im November ist begrenzt. Die Schatten werden schon länger. Bis mindestens Februar muss man soviel Helligkeit greifen, wie es nur irgend geht. Also schnell die Wiese herunter nach Teufelsbrück zu meinem aller-aller-allerliebsten Lieblingshaus. Wo Nienstedten beginnt, steht die Villa mit dem schwarzen Panther. Sie wurde 1890 im Stil des Historismus erbaut. Und ich will sie ja gar nicht ganz. Nur irgendein kleines Turmzimmer.
Man kann den Panther rechts unten im Bild gar nicht so richtig erkennen. Das macht aber nichts, weil es sowieso nicht der Original-Panther ist. Das Original des Tierbildhauers Ruwoldt befindet sich mittlerweile in Privatbesitz. Es gibt aber noch einen zweiten Abguss. Er steht bei Planten & Blomen, so dass ich ihn öfter mal sehe.
Themenwechsel: Derzeit kommt schon gegen 16.45 Uhr Abendstimmung auf, insoweit dass das Licht noch goldener wird. Und dann – das haben wir an der Elbchaussee mal wieder so richtig gemerkt – müssen wir einfach ans Wasser. Zurück haben wir also den Elberadweg genommen. Der völlig überfüllt und gräßlich war. Und großartig.
Kurz vor Övelgönne muss man dann sogar absteigen und schieben. Aber zwischen den Kapitänshäuschen auf der linken und den Vorgärten auf der rechten Seite des Weges mag man ja sowieso am liebsten ganz, ganz langsam gehen. (Immer wenn mir klar wird, dass ich nie, nie, nie hier wohnen werde, rufe ich mir einen Zettel in Erinnerung, der mal eine zeitlang in einem Fenster lag. Darauf stand: „Die Elbe ist auf der anderen Seite“. Dann bin ich getröstet. In meine Wohnung kann jedenfalls niemand reinschauen.)
Bei allem was vielleicht auch nicht perfekt ist in Hamburg – oder langweilig. Wir haben schon echt Schwein – die Stadt ist wirklich wunderschön. Dass wir nun ausgerechnet auch noch das Bundesland mit dem besten Wetter sind, scheint mir manchmal fast zu viel des Glücks. Aber es ist so. Hamburg ist Wetter-Meister 2014. Ich las es neulich in der Süddeutschen. Und da fällt mir ein, dass ich nächste Woche nach München muss. Dann werde ich – vielleicht einen Tick von oben herab – sagen: „München ist ja auch eine sehr schöne Stadt. Aber Euer Wetter wäre mir ein bisschen zu mies.“







































