Seit wir in der Nähe bleiben, werden unsere Möglichkeiten seltsamerweise nie weniger sondern immer mehr. Das kann ich nach knapp 4 Jahren und genau 300 Blogbeiträgen wohl so sagen. Noch finden sich jede Menge weißer Flecken auf unserer Norddeutschland-Karte. Aber ich habe 2017 durchaus einiges kennen- oder überhaupt gelernt, woraus ich in 2018 meine Lehren ziehen möchte. Stichwort: Persönliches Wachstum usw.
Die Rückschau kombiniert dieses Mal unsere Vorschau und 12 gute Vorsätze. Die funktionieren m.E. übrigens nicht nur im Norden – sondern auch im Süden, Westen oder Osten. Natur ist ja überall super; und die Klammer lautet: Man muss raus. Mehr. Öfter. Länger. (Wenn man der Typ dafür ist.)
1) Entdecke eine Insel
Mein Januarziel lag 268 KM und eine ganze Tagesreise von Hamburg entfernt. Inseln sind eben schwer erreichbar. Man muss sie sich eroben. So auch Borkum. Der westlichste Punkt des Landes überraschte mich mit endlosen Stränden und superschöner Bäderarchitektur. So wunderbar hatte ich mir Borkum ehrlich gesagt gar nicht vorgestellt. Und so ist mir das bisher mit jeder Insel gegangen.

Januar-Erkenntnis: Inseln sind immer etwas Besonderes. Insel sind das Allerbeste. Ob sie im Meer, im See oder in einem Fluss liegen, ist Nebensache. Ob man Wochen oder nur ein paar Stunden bleibt auch. Wichtig ist nur dieses Gefühl, ganz und gar von Wasser umgeben zu sein (eine Brücke oder ein Damm stören dabei keinen großen Geist).
Wikipedia führt rund 90 deutsche Meeresinseln auf und 190 Binneninseln, quer übers Land verteilt. Zwar dürfen nicht alle betreten werden, aber ich vermute mal ins Blaue hinaus, dass genügend für ein Leben übrig bleiben. Bzw viel zu viele. Also sollte man seine nächstes Inselabenteuer auch gar nicht auf die lange Bank schieben, sondern direkt eine anpeilen…
Bei uns gehts gleich im Januar los. Meine letzte Nordfriesin steht auf dem Programm. Danach gibts dann ein best practice für diejenigen, die die Nordfriesischen Inseln aus irgendwelchen Gründen nur einmal im Leben ansteuern können oder wollen.
Einen ähnlichen Beitrag habe ich dieses Jahr schon für die Nordseeküste Schleswig-Holsteins formuliert. Es ist einer meiner Lieblingstexte 2017, weil er m.M.n. schön transportiert, wie besonders Urlaub im eigenen Land sein kann. Für 2018 plane ich eine ganze Reihe solcher best ofs. Tatsächlich kenne ich mich in manchen nordischen Ecken inzwischen ganz gut aus und überhaupt:
2) Lass Dich inspirieren
Mit dem Februar habe ich Schwierigkeiten. Wirklich, ich habe alles versucht in den vergangenen Jahren, aber ich mag ihn einfach nicht besonders. Dieses Jahr habe ich hier auf dem Blog mal nach Überlebenstipps gefragt und einige gute Antworten erhalten. Elke und Sandra empfahlen z.B. Biikebrennen, was im Grunde auf einem norddeutschen Blog auf jeden Fall mal vorgestellt werden müsste. Aber richtig Lust habe ich nicht.
Zu mir passen besser die Tipps von Ulrike (den Monat als Ruhepause sehen; einfach so dahinplätschern lassen) und Dorothea (den Feburar schätzen, weil man beim Arbeiten ausnahmsweise nicht das Gefühl hat, draußen etwas zu verpassen).
So haben wir´s 2017 gemacht. Unterstützt wurden wir vom MairDumont Verlag. Im Februar konnten wir loslegen mit unserem ersten Buchprojekt. Wir steuerten einige Texte und Fotos zum Bildband Meeresrauschen bei, der ja inzwischen veröffentlicht ist und super über widerliche Wetterphasen helfen kann.

Februar-Erkenntnis: Es gibt einen Spaziergang, der in keinen Monat besser passt als in den Februar; nämlich der Gang zur Bücherei. Ich kann jedem (der das noch nie getan hat) empfehlen, einmal alle Reiseführer der eigenen Gegend auszuleihen und sich damit aufs Sofa zu verkrümeln. Denn das ist ja noch so eine interessante Sache an Deutschland: Jede Gegend ist Urlaubsgegend. Es finden sich immer Leute, die das Bekannte hochspannend finden und dolle Tipps auf Lager haben. Und da wird einem so richtig klar, welche Schätzchen vor der eigenen Haustür gehoben werden wollen.
2018 wird für uns diesbezüglich ein besonderes Jahr. Es werden zwei Bücher von uns erscheinen. Das erste voraussichtlich im Februar. Das zweite wohl im Mai. Sie sind Teil einer Reihe, die man als bundesweites in der Nähe bleiben beschreiben könnte. Und ich lege mich mal fest: wer diesen Blog mag, wird sicher einen, zwei oder drei Bände davon haben wollen. Es kommt ein wenig auf den eigenen Stanndpunkt an. Mehr dazu dann demnächst.
3. Vergiss die Ferne nicht
Ein Flug nach Mallorca schlägt mit etwa der gleichen Menge Emissionen zu Buche wie 30 Reisen von Hamburg nach Rügen mit dem PKW. Nutzt man Öffis, Räder, Füße fällt die Bilanz noch besser aus. Ökologisch gesehen wäre es auf den ersten Blick also am verantwortungsvollsten, wenn wir alle ständig in der Nähe blieben. Es gibt aber auch Gründe, warum Reisen in die Ferne nicht immer das Schlechteste für den Umweltschutz sind. Und ganz abgesehen davon, ist Reisen ja auch wichtig für die persönliche Entwicklung und die Völkerverständigung.
Auch 2017 haben wir uns wieder eine Flugreise geleistet. Im März ging es nach Nordwales, dieses Landschaft gewordene Märchen. Wirtschaftlich lebt Wales zum größten Teil vom freien Handel mit der EU; zum kleineren Teil vom Tourismus. Das lässt angesichts des Brexits Böses befürchten. Und ich hoffe, dass wenigstens der Tourismus nicht einbricht. Allen, die´s nordisch mögen, kann ich Nordwales jedenfalls wärmstens ans Herz legen. Das Land ist ein Wunder.

März-Erkenntnis: Reisen ist ökologisch problematisch. Abschottung aber auch keine Lösung. Oder wie die SZ schreibt:
Es ist mit dem Reisen eher wie mit der Ernährung: Es geht um die richtige Mischung. Fliegen sollte eine seltene Ausnahme sein, Natur verdient etwas Respekt, Zurückhaltung ist immer gut. Und nur, weil man sich etwas leisten kann, ist es noch lange kein Grundrecht.
Gern würden wir im kommenden Jahr den Frühling wieder in Großbritannien begrüßen. Die Natur ist da immer schon ein bisschen weiter als bei uns. Es wäre dann das vierte Mal, dass wir von Manchester aus auf Entdeckungsreise gehen – geplant ist 2018 Englands Nordosten. Früher hätte ich alles in einen Trip gepackt. Aber unser Tempo hat sich durch das Reisen in der Nähe auf Schneckenstyle verlangsamt. Und trotzdem sind wir manchmal zu schnell
4. Lass Dir Zeit
Im April besuchten wir die Mini-Insel Neuwerk. 3,3 km im Quadrat misst dieser schmucklose Außenposten Hamburgs an der Grenze von Elbmündung und Nordsee. Man sollte ja denken, dass zwei Tage dafür reichen. War aber nicht so. Die doppelte Zeit wäre richtig gewesen. Und so müssen dürfen wir irgendwann noch mal hin.

April-Erkenntnis: Wer´s nicht mal schafft, die kleinste bewohnte Insel Deutschlands auf einem Kurztrip zu entdecken, braucht´s auf der größten deutschen Insel gar nicht erst zu versuchen. Ich möchte trotzdem dahin im April. Jedenfalls einen kleinen Ausschnitt sehen – zwar kann ich mich kaum entscheiden, welchen. Aber ich kann jederzeit wiederkommen. Das ist noch so eine gute Sache am in der Nähe bleiben.
Als Fausregel gilt: Wer alles sehen will, sieht meist weniger. Einen Strand wirklich zu erleben, ist besser als fünf abzuhaken. Autofahren ist deutlich weniger schön als Wandern.
5) Wandere. Stunden, Tage, einen ganzen Urlaub lang.
Im Mai wurden wir eingeladen, um von einem Wanderevent zu berichten; die 24h Wanderlust in Hohwacht fand am ersten richtig heißen Wochenende 2017 statt.
Hätte ich gewusst, dass es auch das letzte durchgehend strahlendschöne Wochenende 2017 bleiben sollte, wären mir wohl die Nerven durchgegangen. Erstens sowieso und zweitens, weil wir ja zwei Bücher produzieren wollten. Zwar ist Volko nun alles andere als ein Schönwetter-Fotograf. Aber nur Regenwetter macht sich ja auch nicht gerade großartig in einem Reisebuch. Gut also, dass wir im Mai noch nicht wussten, wie sich der Sommer 2017 entwickeln würde. So konnte ich Hohwacht genießen, im Glauben dass ich irgendwann in den nächsten Wochen selbst eine mehrtägige Wanderung unternehmen würde.

Mai-Erkenntnis: Vom Wandern zu berichten, bringt echt Spaß. Ist aber nicht mit wirklich Wandern zu vergleichen. Ich bewundere Leute, für die mehrtägige Wandertouren ganz normal zum Leben dazu gehören. Man kann sich nämlich kaum ein größeres Geschenk machen. Meine Meinung. Trotzdem kriege ich das nicht jedes Jahr gebacken.
2018 will ich aber unbedingt, unbedingt, unbedingt tagelang an der schönsten Förde Deutschlands wandern. So viel werde ich mir ja wohl hoffentlich noch wert sein, dass ich diesen guten Vorsatz auch umsetze. Wenn nicht im Mai, dann doch spätestens im Juni. Denn danach wirds voll an den schönsten Plätzen Deutschlands.
6. Im Juni muss man in der Nähe bleiben
Im Juni beendeten wir die Produktion des 1. Buches und stiegen in die des 2. ein. Zusammen mit dem Bildband Meeresrauschen haben wir in der Zeit von März bis Oktober 110 Ideen entwickelt und in Texte gegossen sowie mehr als 750 Fotos geschossen, ausgewählt und in Form gebracht.
Nur wer den norddeutschen Sommer 17 am eigenen Leibe erfahren – ach was: erlitten – hat, kann ermessen, was wir da wuppten. Denn es löste ein Unwetter das nächste ab. Und man hat ja nebenbei auch noch ein real life. Unseres lässt glücklicherweise eine gewisse Flexibilität zu. Sobald ein wenigstens trockener Tag angekündigt wurde, standen wir in den Startlöchern. Wir wurden Wolken-Profis; Regen-Experten. Und zwischendrin immer mal wieder mit Sonne belohnt.
- Januar Borkum
- Februar Friedrichskoog
- März Kronsgaard
- April Seevetal
- Mai Wedel
- Juni Schaalsee
- Juli Laboe
- August Dithmarschen
- September Fehmarnsund
- Oktober Langballigau
- November Nordsee
- Dezember Daenmark
Juni-Erkenntnis: Einmal mehr hat sich gezeigt, dass der Juni der Super-duper-Monat ist. Er schenkt uns nicht nur die längsten Tage sondern auch die einsamsten des gesamten Sommers. Nie können Ruhesuchende die Hot-Spots in der eigenen Umgebung besser erkunden als im Juni. Der Blick auf den Feriendichte-Kalender zeigt: 2018 wird das noch besser als normalerweise, denn vom 03. – 24. Juni hat kein Bundesland Schulferien. (D.h. man muss die Lieblingsplätze nur mit Rentnern teilen. Und ein paar Kinderlosen.)
Apropos kinderlos: Ich beklagte hier mal auf dem Blog mein diesbezügliches Schicksal; konkret die Tatsache, dass ich keine kinderlose Erbtante mit Anwesen an der Schlei habe. Das hat sich geändert. Auch wenn es nicht ganz perfekt gelaufen ist; denn es gibt da zwei Schönheitsfehler.
Erstens handelt es sich nicht um ein Anwesen an der Schlei – sondern bloß um eine niedliches Refugium in Strandnähe – aber ich sehe darüber hinweg, weil die Schlei gar nicht weit weg liegt. Zweitens – schwerwiegender – ist meine Erbtante nicht mal zwei Jahre älter als ich. Mein Onkel ist empörenderweise sogar jünger als ich. Und als wäre das für mich nicht bitter genug, haben sie sich auch noch fünf andere Nichten und Neffen angeschafft. Aber was soll´s – immerhin werde ich 2018 wohl im schönsten Monat (aka Juni) in der schönsten Region Norddeutschlands (aka Angeln) verweilen. Und da will man ja nicht meckern.
7. Schwimme gegen den Strom
Im Juli unternahmen wir u.a. eine Radtour entlang der Kieler Förde und verbrachten einige Wahnsinnstage in der Holsteinischen Schweiz. Was die beiden Ecken verbindet ist a) dass sie – partiell – nicht ganz so viele Touris anlocken wie die Strände von Schleswig-Holstein, b) ihre Schönheit und c) die Schwentine.

Juli-Erkenntnis: Im Hochsommer muss man sich antizyklisch verhalten. Etwa im Regen rausgehen. Und wenn die Sonne scheint, die beliebtesten Stellen meiden. Abseits der Hot-Spots finden sich dann die besten Plätze. Der Juli braucht ja auch gar keine Hot-Spots, ist in seiner Üppigkeit ja sowieso eine Wucht; jede x-beliebige Wiese, jeder Wald, jede Brache wird zum Wunderland.
In Norddeutschland braucht man sich meistens nur einige Kilometer vom Meer entfernen. Und weil man im Juli ja nicht auf Wasser verzichten mag, rettet man sich einfach an Seen, Kanäle, Meeresarme, Flüsse. Überhaupt Flüsse. Die finde ich so wunderbar, weil sie einen Ursprung und ein Ende haben. Ganz wie das eigene Leben.
2018 möchte ich einem in Gänze folgen. Ich habe ihn mir schon ausgesucht und mir schwebt vor, von der Mündung zur Quelle zu gehen und dabei auf einer bestimmten Frage herumzudenken, deren Antwort eigentlich in mir zu finden sein müsste. Ich möchte der Sache sozusagen auf den Grund gehen. Aber ich will jetzt nicht zu esoterisch werden. Und noch weiß ich auch gar nicht, ob „mein Fluß“ von einem Wanderweg begleitet wird oder ob ich schreckliche Schlenker entlang vielbefahrenen Straßen schlagen muss oder ob ich ihn sogar zu Wasser erobern möchte. Und vielleicht werde ich das Ganze sogar mit dem nächsten guten Vorsatz verbinden:
8. Schlafe draußen
Im August konnte ich endlich mal einen Haken auf meine ewige In-der-Nähe-bleiben-Bucket-List setzen. Wir übernachteten in einem Pod im Camp Langholz in der Eckernförder Bucht. Das Beste daran war der Klangteppich. Der Wind in den Bäumen, das Rauschen der Wellen und Gänse, die rufend über uns hinwegzogen. Sogar Volko, der eigentlich gar nicht auditiv sondern total visuell funktioniert, war hingerissen.

August-Erkenntnis: Draußen schlafen ist der Hammer. Wahrscheinlich noch hammermäßiger, wenn man dafür nichts als einen Schlafsack benötigt. Aber darauf bin ich aus Krabbeltiergründen nicht besonders scharf. Shame on me einerseits.
Andererseits ist die Palette der Glamping-Unterkünfte doch recht verlockend, so dass ich mich schon darauf freue, in 2018 eine weitere Art glamourösen Campings auszuprobieren. Vielleicht sogar eine Art von der ich erst letzte Woche zum ersten Mal hörte. Hochinteressante Sache. Eventuell demnächst mehr davon.
9. Mach es wie die Sonnenuhr
Während unseres Kurztrips nach Heiligenhafen bekamen wir einige letzte Sommerstrahlen ab. Aber insgesamt war auch der September nicht der beste aller Zeiten. Der Sommer, der kein Sommer war, ging zuende wie er begonnen hatte.

September-Erkenntnis: Ich hab es immer schon geahnt, aber dieses Jahr habe ich es (durch hunderte und aberhunderte Fotos) genau dokumentiert – die Stunde des Sonnenaufgangs ist oft die beste des ganzen Tages. Jedenfalls ist das am Meer so. Da hilft also alles nichts: Selbst Langschläfer sind gut beraten, den Wecker ein paar Stunden vorzustellen, wenn sie was Wunderbares erleben wollen.
Diesbezüglich habe ich als Frühaufsteherin gar keine Probleme. Aber ich würde schon ganz gern auch mal wieder einen langen, trägen, heißen Sommernachmittag erleben. Darum steht bei mir Brandenburg recht hoch im Kurs für den kommenden Spätsommer. Ich stelle mir nämlich vor, dass das da generell so läuft. Und wenn nicht, tja, dann:
10. Pfeiff auf´s Wetter
Die krassesten Kapriolen schlug das Wetter als wir im Oktober im Strandhotel in Glücksburg logierten. Ausgerechnet in Glücksburg, wo doch so viele Wald- und Strandwege locken und Lokale, in denen man einen Sundowner nehmen möchte. Betonung auf Sun. Zwar putzte der Wind ab und zu den Himmel blank. Aber die Sonne war nicht mehr stark genug, um auch nur eine Bank zu trocknen.

Oktober-Erkenntnis: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Klamotten? Von wegen! Kein Outfit dieser Welt kann über Schlamm, Schlamm und quatschnasse Wiesen hinwegtrösten. Nach wochenlangen Regenfällen helfen nur noch gute Unterkünfte.
Ab Oktober wird es wirklich wichtig, wo man sich einmietet. Und danach halte ich ab sofort Ausschau auf den ostfriesischen Inseln – denn nur wenn ich solche finde, werde ich im kommenden Oktober zum Inselhopping aufbrechen.
11. Plane eine monatliche Auszeit
Eigentlich hatte ich mich für einen Profi gehalten, was die Verbindlichkeit mir selbst gegenüber betrifft. Damit meine ich, dass ich Zeit für mich selbst genauso wichtig nehme wie jeden anderen Termin. Aber dieses Jahr ist es mir nicht besonders gut gelungen. Fast bin ich auf Anfängerniveau abgestiegen.
Im November kam der dritte Monat, in dem ich keinen Kurztrip unternahm. Nicht mal für einen Tagesausflug blieb Raum. Nicht mal für einen Spaziergang. Darüber wurde ich etwas unleidlich. Um´s mal vorsichtig auszudrücken. Ich will´s mir also hinter die Löffel schreiben: Du sollst Deine Zeit so planen, dass jeden Monat ein besonderes Erlebnis Platz hat. Es muss nicht mehr sein, als eine Tageswanderung irgendwo im Dreh. Aber die darf nicht verschoben werden.
(Genauso ist es übrigens oft mit Orten in der Nähe, die man immer schon mal besuchen wollte. Oft denkt man da ja: irgendwann muss ich da mal hin – aber erst mal gehts nach Neuseeland, Timbuktu oder Sonstwohin. Und so geraten gerade die leicht erreichbaren Ziele ins Hintertreffen. Dabei wissen wir doch alle, dass wir gar nicht wissen, was morgen ist. Wer Listen mag, kann ja mal eine aufstellen. Und dann planen.)
12. Setze einen Glanzpunkt ans Ende
Weil ich im November quasi durchgehend auf Businessreisen war, bemerkte ich kaum, wie es dunkel und weihnachtlich in Hamburg wurde. Als es mir Mitte Dezember auffiel, fand ich es echt schön – konnte aber nicht so ohne Weiteres auf Besinnlichkeit umschalten. Deswegen war es großartig, die sowieso großartige dänische Nordseeküste, in absoluter off-season zu erleben.

Dezember-Erkenntnis: Wer Kinder hat, ist im Dezember vermutlich klar im Vorteil, weil all diese Rituale anstehen. Wer keine Kinder hat, kann allerdings zu den besten Konditionen die tollsten Orte besuchen und richtig loslassen. Vorweihnachtstrips sind super! Ob Fehmarn, Föhr, Göteborg oder eben jetzt Dänemark – sie gehören zu den nachdrücklichsten unserer bisherigen Kurzreisen.
Wer Kinder hat und somit auf Weihnachts- oder Silvesterwochen ausweichen muss, ist da schlechter dran. So wie meine Eltern. Die haben ja uns und müssen vermutlich etwas tiefer in die Tasche greifen für das Ferienhaus, das ihnen nächstes Weihnachten im Harz vorschwebt. Weihnachten und Silvester sind die meisten Urlaubsgegenden ja quasi zu 100% ausgebucht.
Ich freue mich natürlich drauf – denn in den Harz wollte ich schon lange mal im Winter. Im Sommer eigentlich auch. Aber das ist eben das Furchtbare am in der Nähe bleiben – die erlebenswerten Sachen in der eigenen Umgebung sind einfach zu zahlreich, um in ein Jahr zu passen.
In diesem Sinne Ihr Lieben,
vielen Dank, dass Ihr uns gelesen habt, heute und über´s Jahr, manche ja auch schon seit Urzeiten. Ich hoffe, Ihr könnt 2017 ganz nach Eurem Geschmack ausklingen lassen und habt dann einen fulminaten Start ins neue Jahr.
Bis dahin
alles Liebe
Stefanie & Volko































„Durch Fragen, die die Künste aufwerfen, und durch Antworten, die sie herausfordern, erleben wir eine Schönheit, die mit schönem Aussehen nichts zu tun hat. Auch Schwäche, Tragisches oder Abstoßendes kann unglaublich schön sein. Denn schön ist jede Erfahrung, die uns dem Wesenskern der Dinge, dem Urgrund allen Daseins näherbringt. (Kent Nagano) 















































Bestellt wird am Tresen, serviert wird am Tisch – oder draußen im Strandkorb. Zu den Klassikern gehören gebratene Garnelen und Burger (beides lecker). Demnächst – Ende November – wird das Bistro übrigens für einige Wochen zur nördlichsten Skihütte Deutschlands.



















