XVIII. Nordstrand: Was von den Fluten übrig blieb
An warmen, windstillen Tagen braucht man auf Nordstrand eine Menge Phantasie, um sich die gewaltige Zerstörungskraft der Nordsee vorzustellen. Dabei hat der Blanke Hans hier schon mehrmals ganz besonders hingehauen. Daran erinnern am Horizont die Insel Pellworm und die Halligen Nordstrandischmoor und Südfall. Sie bildeten einst die Küstenlinie. Strand wurde dieser Teil des Festlandes genannt, der in einer großen Sturmflut im 12. Jahrhundert abgetrennt und so zur größten Insel des Wattenmeers wurde. Strands Mittelpunkt, die legendäre Handelsmetropole Rungholt, ging im 14. Jahrhundert verloren, als sintflutartige Wassermassen die Insel in Hufeisenform schliffen. Im 17. Jahrhundert schließlich rollte »De grote Mandränke« (das große Ertrinken) auf Strand zu, zerriss die Insel und hinterließ, was heute übrig ist. Von Rungholt sind nur noch Spuren im Watt geblieben. Südfall, Pellworm und Nordstrandischmoor liegen als winzige Welten draußen im Wattenmeer. Und Nordstrand ist seit 1987 offiziell wieder Festland. Aber das ist relativ, wenn man lediglich über zwei kilometerlange Dämme erreichbar ist, von denen der eine sogar nur unmotorisiert genutzt werden darf. Wer Nordstrand (zu Fuß oder mit dem Rad) …










