Alle Artikel in: Rausgehen

Elbe

Wie ich mich am Strand von Wittenbergen mit dem Februar anfreundete

Nie wieder werde ich den Februar vorverurteilen, dachte ich neulich am Strand von Wittenbergen. Das war 4 blitzeblaue Tage nach meinem Ausflug zum Elbstrand an der Hetlinger Schanze. Über die Kommentare zu diesem Beitrag war mir aufgefallen, dass ich meinen Lieblingselbstrand noch nie hier auf dem Blog gezeigt habe. Dabei ist er ein ganz besonders schönes Stück Hamburg.     Auf den schluchtartigen Wegen von Falkenstein hinunter zum Strand bin ich immer wieder hingerissen. Unten angekommen, fällt als erstes eine Gruppe Linden auf. Die Bäume wurden um 1900 gepflanzt und markierten die Sommerterrasse des Fährhauses Wittenbergen. Damals kamen die Hamburger in Scharen mit dem Dampfer. Es gab Badekabinen, Strandkörbe, einen Musikpavillon, Schießbuden und Karussells. Heute gibt es nur noch die Linden. Und die Leuchttürme, die ebenfalls um 1900 in Betrieb genommen wurden. Der erste steht direkt am westlichen Ende des Strandes; das Unterfeuer von Wittenbergen.     Wittenbergen gehört zu Rissen. Einem Dorf, in dem vielleicht die Gentrifizierung erfunden wurde. Es begann so um 1850, als wohlhabende Kaufleute aus der Stadt in großem Umfang Ländereien …

Hetlingen

Die Hetlinger Schanze – ein Winterspaziergang an der Elbe

Jetzt ist er also doch noch nach Hamburg gekommen, der Winter und weil gestern dazu noch die Sonne schien – beinahe so strahlend wie heute und wie es für morgen angesagt ist und für übermorgen – bin ich zur Hetlinger Schanze gefahren. So heißt der 7 km lange Elbstrand zwischen Wedel und Haseldorf gegenüber von Lühesand.     Auf dem Schanzensand befand sich einst ein Bollwerk, das selbst die kriegerischen Schweden trotz mehrmaliger Versuche nicht einnehmen konnten. Heute ist da nur noch ein Bauernhof und ansonsten eigentlich nichts. Außer dem Deich. Und dem Strand.     Ich bin keine große Winterfreundin. Was unter anderem daran liegt, dass ich bei Minusgraden recht lange unheimlich schnell gehen muss, bevor ich nicht mehr wie ein Schneider friere. Das passt einfach nicht zu meinem persönlichen Beat. Ich gehe anfangs lieber langsam – um runterzukommen – und mag erst mit zunehmender Zufriedenheit schneller werden. Dazu war es aber gestern zu kalt (für mein Empfinden).     Es half, dass mich verschlungene Trampelpfade durch übermannshohes Schilf führten und alles so urwüchsig …

Henne Strand

Dänemark, die Queen und ich: Henne Strand im Winter

Und nur einmal angenommen, ich hätte alles Geld der Welt, ich könnte in Palästen leben und die ganze Welt läge mir zu Füßen… dann wäre es noch immer mein königlichstes Vergnügen morgens zum Brötchenholen von Houstrup nach Henne Strand zu laufen. Denn es macht mich eben wenig so glücklich wie ein Sonnenaufgang am Meer und Füchse, Rehe und Pferde, die durch Dünen ziehen.

St. Peter Ording

Kurtaxe in SPO oder: Was ein Sonnenuntergang kostet

Es ist Ende Oktober, kurz vor fünf und der Herr da im Kassenhäuschen an der Promenade von St. Peter-Ording Bad will mir doch tatsächlich 2 Euro Kurtaxe abknöpfen. Für eine Tageskarte. Ich bin schon an einem Sommervormittag irritiert, wenn ich Eintritt in die Natur zahlen soll. An einem Herbstabend verstimmt es mich geradezu.

Badestelle Vollerwiek

Badestelle Vollerwiek und was für den November in Norddeutschland spricht

Der November in Norddeutschland ist besser als sein Ruf, dachte ich neulich, als wir jenseits des Eidersperrwerks die erste Abzweigung nahmen, um eine neue Badestelle zu entdecken. Allein dass wir – trotz Himmelsblau und Windstille und ganz kurz von St. Peter Ording – einen Umweg ins Unbekannte wagten, war schon mal bemerkenswert.     Im Sommer bin ich immer unruhig. Ich will so schnell wie möglich zum besten Strandkorb am besten Strand. Und ich checke während der Anfahrt permanent den Horizont, aus lauter Panik dort könnte eine Wolke auftauchen. Doch dafür gibt es ab sofort gar keinen Grund mehr. Mit dem November kommt die Ruhe. Sie nahm uns sofort gefangen, als wir in Vollerwiek den Deich erreichten.     Der schlechte Ruf unterscheidet den November vom März. Dabei ist der März unwirtlicher als der November. Vermutlich wirkt im Frühling das Prinzip Hoffnung. Auch bin ich ja nicht die Einzige, die uralte Vorurteile verinnerlicht hat. Die Vorstellungen gleichen kindlichen Bastelkalendern. Da wird der März mit hellen Farben, evtl. ersten, bunten Blüten visualisiert, in manchen Jahren auch …

Langballigau

Wanderung von Unewatt durch das Tal der Langballigau

Es ist eine Weile her, dass ich auf Martinas Blog Elbkind on Tour erfuhr, eine Wanderung durch das Tal der Langballigau nach Unewatt gehöre zum Pflichtprogramm an der Flensburger Förde. Logischerweise landete das auf meiner ewigen „unbedingt-mal-machen-Liste“. Vor zwei Wochen haben wir die Wanderung nun endlich unternommen. Es war dieser extrem verrückte Tag der Deutschen Einheit, als sich Wolkenbrüche und strahlender Himmel im Minutentakt ablösten. Das traf sich bestens. Denn bei solchem Wetter sind nicht viele Leute unterwegs. Da wir – anders als Martina und Thue – nicht von der Seeseite anreisten, sondern von der Autobahn kamen, gingen wir das Ganze umgekehrt an; starteten also in Unewatt.   Landschaftsmuseum Angeln/ Unewatt   Direkt an der Nordstraße zwischen Kappeln und Flensburg liegt das Landschaftsmuseum Unewatt. Mich hat es ehrlich gesagt nie so irre interessiert – bis ich mal da war, um im Dorfgasthof über die Maßen lecker zu speisen. Seitdem gehört Unewatt zu meinen Lieblingsplätzen in Angeln. Aber nicht wegen des Restaurants.     Das Besondere: Unewatt ist kein reines Museum; hier wird auch ganz normal gelebt. …

Fehmarnsundbruecke

Drüber, drunter und durch: die Brücke am Fehmarnsund

Kurz bevor es auf die Brücke über den Fehmarnsund geht, recke ich immer den Hals in alle Richtungen. Der Meeresarm besitzt eine ganz eigene Farbpalette und häufig funkelt die Ostsee hier in den erstaunlichsten Farben – selbst wenn das Wetter insgesamt gar nicht so gut ist. Besonders wunderbar wird es, wo die A1 endet und nahtlos in die B 207 übergeht. Erstaunlich viele Verkehrsteilnehmer ignorieren das Tempolimit, so dass man grundsätzlich zu schnell auf die Brücke gejagt wird. Und ist man erst mal drauf, gibt es kein Zurück. Dieses Mal nehmen wir uns daher extra Zeit. Wir biegen an der letzten Abfahrt Richtung Großenbrode ab und folgen der Alten Sundstraße nach Großenbroder Fähre. Die ungewöhnlichen Ortsbezeichnung passt zu dieser seltsamen, kleinen Zwischenwelt. Die äußerste Spitze der Halbinsel Wagrien ist an drei Seiten vom Wasser umgeben, zerschnitten von einer vierspurigen Straße. So haben beinahe alle Wege irgendwo ein Ende. Zum Beispiel am kleinen Parkplatz vor dem Sportboothafen.   Bester Fotospot für die Fehmarnsundbrücke: Großenbroder Fähre   Bis zum Bau der Brücke im Jahr 1963 war mehr …

Lolland

Mit´m Rad rüber nach Rødby: Mikroabenteuer auf Lolland

Zu einem Fehmarntrip gehört unbedingt ein Besuch bei den dänischen Nachbarn drüben auf Lolland. Ein Tagesausflug auf die viertgrößte dänische Ostseeinsel kann exakt der Definition eines Mikroabenteuers des Ober-Mikroabenteurers Alistair Humphrey entsprechen. So war es jedenfalls vorgestern bei uns; nämlich: easy, günstig, ein bisschen aufregend – und es hat uns ziemlich glücklich gemacht.

Holstentor

Umsonst und draussen: 5 Freiluftvergnügen in Lübeck

Tipps für Lübeck zu geben ist so ähnlich, wie Eulen nach Athen zu tragen. Beinahe jeder Besucher hat ja schon ein paar must-sees im Kopf, wenn er die wohl schönste Stadt Norddeutschlands bereist. Egal, ob man sich nun für die Hanse, das Holstentor, bestes Marzipan, Willy Brandt, Günther Grass, Backsteinpracht, Thomas Mann und/oder die Buddenbrooks interessiert – um nur mal einige sehenswerte Kracher in Lübeck zu nennen. Aber falls Du zufällig einen ähnlich Tick hast wie ich und bei schönem Wetter einfach raus musst, sind die folgenden 5 Tipps Dir vielleicht trotzdem willkommen.   1. Komm in die Gänge: Stadtspaziergang durch Lübecks Hinterhöfe   Jeder Besuch in Lübeck beginnt mit einem Bummel durch das Weltkulturerbe – die Altstadt mit ihren 1.800 historischen Gebäuden. In der Touristeninformation, rechter Hand vorm Holstentor, bekommst Du einen Stadtplan, der Dich entlang der wichtigsten Attraktionen quer über die Altstadtinsel führt. Etwas ganz Besonderes ist die „Stadt hinter der Stadt“.     Jenseits schmaler Portale und niedriger Gänge liegt das einstige Schattenreich von Lübeck. Hinter den prachtvollen Fassaden hauste einst der …