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Dunkler wirds nicht: Der 22. Dezember 2014

So, Kinder, da hätten wir es also mal wieder geschafft. Der längste Nacht liegt hinter uns. Ab heute wird es täglich etwas heller. Der kürzeste Tag des Jahres machte gestern auf Fehmarn seinem Namen alle Ehre. Dunkeldüster ist es geblieben, Bindfäden hat´s geregnet und stürmisch war´s, mein lieber Herr Gesangsverein. So gesehen schien der Tag ideal, um die Leuchttürme der Insel ins Visier zu nehmen.

Where to stay auf Fischland-Darß-Zingst

Im Sommer kann ich eigentlich überall in Norddeutschland zufrieden urlauben. Mir egal, wo ich dann übernachte – Hauptsache drumrum ist irgendwie Natur. Doch wenn es jahreszeitlich dunkel wird in Norddeutschland (und wie man weiß, kann es in Norddeutschland wirklich sehr, sehr dunkel werden), hüte ich mich vor der Architektur des Grauens (Hits aus den 70ern, 80ern, 90ern und das Übelste von Heute).

Ein Spitzenspaziergang: Rundweg um den Darßer Ort

Ich bin eine große Spaziergängerin. Vor allem liebe ich Rundwege. Am meisten liebe ich Rundwege, die durch einen Urwald führen, an einem Leuchtturm vorbei, über einen unberührten Strand, an einem Windwatt entlang (durch dessen Dünen Rehe ziehen), hin zu einem Nothafen, zurück in den Wald oder an den Strand – je nach Wind und Gemütslage. So ein Rundweg ist der Rundweg an der nördlichen Spitze der Halbinsel Darß.  

Traf den November in Ahrenshoop

Man kann dem November ja Vieles vorwerfen. Doch sicherlich nicht, dass er stresst. Nichts liegt ihm ferner. Der November schickt Dich nicht zum Spielen nach draussen. Mahnt nicht, das schöne Wetter zu nutzen. Deutet nicht mit dem Zeigefinger auf Staub in Regalen oder ungeputzte Fensterscheiben. Und Weihnachten ist noch weit. Der November rät Dir nicht, regelmäßiger Sport zu treiben. Will nicht, dass du 5 kg abnimmst auf die Schnelle. (Das kann man – wie alle guten Vorsätze – auf´s nächste Jahr verschieben. Und bis dahin trägt man eben Norwegerwolle.) Eigentlich muss man im November gar nichts.   Chill mal, Du, sagte er neulich, als ich auf einem zugigen Bahnhof mit ihm zusammenstieß. Mach mal halblang. Mehr will ich ja gar nicht von Dir.     Dass Du überhaupt was von mir willst, entgegnete ich giftig. Dabei reicht mir schon, dass ich Dich aushalten muss. Für mehr habe ich echt keine Nerven. Und sowieso keinerlei Zeit. Ich bin im Stress, verstehst Du. Schaffe meine Arbeit nicht mehr, so müde machen mich Deine bleigrauen Tage. Und komm mir bloß nicht zu nah. Eine Grippe …

Fahrkarte

Du weißt, Du solltest nach Helgoland, wenn…

Helgoland ist das Piratenschätzchen unter den deutschen Inseln. Noch passt sich der kleine, rote Klotz in der Hochsee dem Zeitgeist nicht an. Windzersaust und sturmerprobt präsentiert er sich im Wirtschaftswunder-Look. Das mag nicht jedem gefallen. Aber das ist ja gerade das Gute. Folgende Personengruppen werden auf Helgoland ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen:   Robbenliebhaber & Vogelfreunde   Es gibt wohl keinen zweiten Ort in Deutschland, wo man freilebenden Robben so nah kommen kann, wie auf der Helgoländer Düne. Wer Heuler liebt, sollte zwischen November und Januar nach Helgoland reisen, wenn die Kegelrobben ihre Jungen zur Welt bringen.     Grandios ist das Gekreische  am Lummenfelsen, gleich bei der Langen Anna. In Deutschlands kleinstem Naturschutzgebiet nisten rund 10.000 Seevögel wie Dreizehenmöwen, Basstölpel und Trottellummen. Von Mitte bis Ende Juni kann man den Lummensprung beobachten. Angefeuert von ihren Eltern wagen die Jungen den freien Fall von den 40 m hohen Felswänden.     Wer (wie ich) beim Robben- und Vogel-Watching denkt: „Hier riechts ja wie im Zoo“, hat definitiv zu wenig wilde Tiere in seinem Leben gesehen. Raucher, Trinker, Schnäppchenjäger & Piloten   Ho Ho Ho und ne …

Strandhotel Helgoland

Ist Helgoland schön?

Gestern zur Blauen Stunde vergaß ich kurzfristig zu atmen. Winzige Lämmer bockten und sprangen an der Abbruchkante des Lummenfelsens, als handele es sich um eine sanfte Hügellandschaft. Um sicherzugehen, dass sie die Nacht überlebt haben, laufe ich vor dem Frühstück schnell mal das Oberland ab. Alles in Ordnung. Keine zerschmetterten Schafe in 60 m Tiefe. Dafür schon wieder ein traumhafter Sonnenaufgang über der Düne. Den außer mir niemand sehen will. Ich bin ganz allein.     Dann entdecke ich 200 Treppenstufen unter mir Volko. Er fotografiert am Südstrand. Wusste ich´s doch, dass wir uns nicht verabreden müssen. Schön praktisch so eine Insel mit Aussicht. Jedenfalls wenn man gesehen werden will. In Hamburg sagt man ja „Tschüß“. Auf Helgoland vermutlich „bis später“, weil man sich sowieso irgendwann wieder trifft.     Viel Intimsphäre bleibt den Insulanern nicht. Alles ist winzig. Alles eng. Gerade mal eine Wohnfläche von 20 qm pro Person rechnete man beim Wiederaufbau in den 50er Jahren. So sind auch die Kleingärten genau dies: klein.     Hinter Helgolands Bebauung steckt ein ausgeklügelter Masterplan: Möglichst viel Meerblick für möglichst viele Menschen sollte herausspringen. Möglichst viel Sonne …

Schild

Am Anfang gehen die Touristen: Helgolands beste Stunden.

Ein Kurztrip nach Helgoland gehört zu den absoluten Highlights in Norddeutschland. Ein Tagesausflug hingegen wird Deutschlands einziger Hochseeinsel nicht gerecht. Zur Mittagszeit schwappt ein Tagestouristen-Strom über Ober- und Unterland und zerstört im Grunde jede Stimmung. Die freizeitgekleidete Horde entert Duty-Free Shops, knipst Hummerbuden, pilgert zur Langen Anna, isst schnell noch ein Fischbrötchen und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Bepackt mit Plastiktüten voller Zigaretten, Schnaps und Parfum marschieren sie zu den Anlegern oder lassen sich von Börtebooten auf die Seebäderschiffe bugsieren.     Das ist kein schlechtes Schauspiel. Zumindest wenn man selbst zu den Glücklichen gehört, die auf der sich rasant leerenden Promenade sitzenbleiben dürfen. Gar keine Frage: Man muss wenigstens eine Nacht, besser zwei oder drei, auf Helgoland verbringen. Denn jetzt beginnen die besseren 20 Stunden der Insel.     Die Lady von Büsum tutet zum Abschied, gefolgt von der Funny Girl, der Atlantis und schließlich dem Halunder-Jet und ich fühle mich schon wieder wie in meiner Kindheit. In meiner Geburtsstadt spielten Butterfahrten eine große Rolle. Tagestouristen sind mir vertraut, auch bei uns gabs eine Atlantis und unsere Funny Girl hieß Seute Deern.    …