Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ausflugstipps Hamburg

52 Eskapaden in und um Hamburg

52 kleine & große Eskapaden in und um Hamburg: uns gibts jetzt auch gedruckt

Ich weiß noch ganz genau, wann der DUMONT Verlag anfragte, ob wir ein Buch mit dem geheimnisvollen Titel 52 kleine & große Eskapaden in und um Hamburg machen wollten. Der Anruf erreichte uns vor Urzeiten (so kommt es mir vor) an einem grieselgrauen Tag auf Sylt. Draußen stürmte es und regnete Bindfäden. Was sich daraufhin in mir abspielte, war ziemlich nah dran am Gefühl einer Blitzverliebtheit, denn die Idee schien auf uns zu passen wie der berüchtigte Deckel auf den Topf. Und überhaupt hatte ich mir schon immer und immer gewünscht, ein Buch zu schreiben.   52 kleine und große Eskapaden in und um Hamburg: Ab nach draußen   Wie das beim Verlieben so ist, folgte eine kurze Werbephase; Probetexte und Probefotos mussten eingereicht werden und vor allem eine Liste vorgelegt, wie wir das Konzept hinter den Eskapaden mit Leben füllen wollten. Zufällig entsprach das Briefing exakt meiner Vorstellung des besten Puzzles der Welt: 52 Outdoor Erlebnisse, für jedes Wetter, jede Jahreszeit, die möglichst umsonst und möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu unbekannteren Naturschönheiten führen oder …

Altonaer Balkon

Rundwanderung & Sightseeing zugleich: der Altonaer Balkon

Wenn Hamburger im Frühling (oder überhaupt) Besuch von auswärts erwarten, ist der Altonaer Balkon ein gutes Ziel. Denn Besucher von auswärts sagen ja immer das Gleiche. Sinngemäß: „Hamburg ist wirklich schön, aber das Wetter…“ Und da haben die Besucher natürlich Recht. Das Hamburger Wetter ist im Grunde unzumutbar. Wenn überall sonst im Land linde, laue Lüfte den Frühling einläuteten, ist es hier ehrlich gesagt noch immer ziemlich kalt.     Genau besehen, kann in Hamburg nur zufrieden existieren, wer einen Südbalkon besitzt. So einen geschützten Ort, an dem es – selbst bei niedrigen Temperaturen – wohlig warm wird. Und weil nicht jeder einen eigenen Balkon zur Sonnenseite hat, sind die Geesthänge an der Elbe eine feine Sache. Denn die funktionieren ganz genauso.     Der größte Sommersalon ist der Altonaer Balkon. Ich hatte ihn neulich schon im Beitrag über das Altonaer Museum erwähnt. Von dort aus (oder dem Bahnhof Altona) geht man einfach nur durch die Grünanlagen Richtung Rathaus, um an der Palmaille die Straßenseite zu wechseln. Der Blick auf den Köhlbrand ist von hier …

Hafen Hamburg

Zur Erholung auf St. Pauli (für Instagramer & Konsorten)

Heute nur was Kleines, denn ich bin zwischen zwei Jobs in der Ferne nur ganz kurz zur Erholung auf St. Pauli. Und genau das möchte ich heute den Instagramern unter Euch empfehlen, wenn Ihr das nächste Mal in Hamburg seid. St. Pauli ist ja so ein Stadtteil, von dem selbst Menschen, die noch nie hier waren, gewisse Bilder im Kopf haben. Sehr unterschiedliche Bilder. Das wurde mir klar, als ich vor einiger Zeit im DB-mobil-Magazin die Top 5 der St. Pauli-Instagram-Motive entdeckte. Unter den Top 5 fehlte alles, was ich für typisch St. Pauli halte. Dafür belegte den vierten Platz die Zuckermonarchie; ein kleines, niedliches Café, im hygge-DIY-shabby-chick-Look. Nichts gegen kleine, niedliche Cafés (und schon gar nichts gegen die Zuckermonarchie). Jedoch kann man nicht direkt sagen, dass sie charakteristisch für St. Pauli wären. Immer mehr Menschen entwickeln ihre Vorstellungen über Orte/ Ereignisse/ Dinge in sozialen Netzwerken. Die älteren Leute bei facebook, die jüngeren auf Instagram, hörte ich neulich im Radio. Und nun finde ich es einigermaßen witzig mir vorzustellen, dass vermutlich überall auf der Welt …

Hamburg Rathaus

Freunde von Hamburg, schaut auf diese Stadt – vom Aussichtsturm St. Petri

Wäre ich nicht schon während des Hafengeburtstags auf den Aussichtsturm St. Petri gestiegen, hätte ich es sicher vergangenen Sonntag getan, denn da waren die Voraussetzungen ähnlich. Zwar schien trotz Wochenende ausnahmsweise die Sonne (was diesen Sommer ja mal wieder nicht selbstverständlich war). Doch die Natur rief nicht allzu laut nach mir, da es zuvor tagelang geregnet hatte und ich mir Wiesen und Wälder matschig vorstellte. An den Hafen wollte ich auch nicht – wegen der Cruise-Days – und überhaupt ist es mir seit einiger Zeit sonntags eigentlich immer zu voll zwischen Hafencity und Övelgönne. In der Innenstadt ist es allerdings schön ruhig.     Ich hatte den Aussichtsturm St. Petri schon auf der Liste, seit ich Michèles Gedankensprüngen auf den 544 Stufen gefolgt war, die Turmbesteiger absolvieren müssen. Einen Fahrstuhl gibt es in der Hauptkirche an der Mönckebergstraße nämlich nicht.   Aussichtsturm St. Petri: 544 Stufen ohne Fahrstuhl   Was es hingegen gibt sind Schließfächer  – und wenn die nette Dame an der Kasse des Kirchenshops vorschlägt, dort die Jacke zu deponieren, dann weiß sie …

Friedrichsruh

Frühling in Friedrichsruh: Auf Bismarcks Spuren im Sachsenwald

Frühling in Friedrichsruh ist waldmeistergrün und waldgeisterweiß und Bismarck. Norddeutschland hats ja eigentlich nicht so mit Heldenverehrung. Doch Bismarck ist eine Ausnahme. Man denkt hier über ihn so oder so, kommt aber schlecht an ihm vorbei. Irgendwo findet sich immer ein überlebensgroßes Denkmal. Besonders eben im Sachsenwald, den Bismarck einst vom Kaser geschenkt bekam.     Den Sitz der Bismarcks, ein ehemaliges Hotel, kann man nicht besichtigen, weil es noch (von Bismarcks) bewohnt wird. Doch das bismärckliche Drumrum reicht locker für zwei Sonntagsausflüge; eher drei. Man braucht dafür keinen großen Plan sondern stolpert einfach von der S-Bahn Aumühle in den größten Wald Schleswig-Holsteins und folgt Wegweisern oder dem eigenen Gespür.     Friedrichruh ist so ein richtiges Familienausflugsziel. In den alten Gewächshäusern beim Schlossteich führen die Bismarcks den Schmetterlingsgarten; ein Tropenhaus im Wald mit exotischen Faltern. Bestimmt toll, zumal auch ein Teil der Gärten zugänglich ist, mit 8,50 Eintritt allerdings nicht ganz günstig. Vermutlich haben Kinder auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums genauso viel Freude. Das kostet nüscht und man darf auf Loks klettern und historische …

Hafenrundfahrt

Hafenrundfahrt: Lohnt sich das eigentlich?

Freitag bin ich auf Hafenrundfahrt gegangen. Es geschah quasi vor Schreck darüber, dass doch tatsächlich die Sonne schien. Ich wusste so schnell nichts Originelleres mit mir anzufangen, als an die Landungsbrücken runterzulaufen (bei denen es sich abgesehen von meinem Balkon um den wärmsten Punkt von Hamburg handelt). Und als ich auf die übliche Weise getriggert wurde („Na, und, willst Du nicht noch mal mit auf Große Fahrt?“), antwortete ich zu meiner eigenen Verblüffung: „Ja“.     Die Große Hafenrundfahrt dauert 60 Minunten und kostet 20 Euro. Ganz schön heftig, finde ich. Doch was soll´s. Ich leiste es mir schließlich nicht gerade ständig. Bei meiner letzten lag der Kurs noch bei 14 – und zwar Mark.     Der Conferencier machte seine Sache super, das muss ich sagen. Schon als sein erster Satz aus dem Lautsprecher schepperte, hatte ich die 20 Euro vergessen. „So, Leute, denn lecht Euch mal in die Sessel und entspannt, wir gehen auf Große Fahrt und kommen braungebrannt zurück.“     Ich glaubte, unter dem Hamburger Schnack einen leichten nordrhein-westfälischen Zugenschlag auszumachen. …

Wilhelmsburg

Stückchenweise ungezähmt: Wilhelmsburg und die Wildnis

Letzten Sonntag besuchten wir einen Fleck in Wilhelmsburg über den das Abendblatt schreibt: Feiner weißer Sandstrand in Südlage, Schatten spendende Bäume, erfrischendes Wasser mit gelegentlichem Wellenschlag. Diese Urlaubsoase haben Hamburger direkt und kostenlos vor ihrer Haustür, in Wilhelmsburg am Finkenrieker Hauptdeich, am Ufer der Süderelbe. Das ist alles maßlos übertrieben. Stimmt seltsamerweise aber gleichzeitig. Jedenfalls wenn man gewisse Dinge ausblendet und andere Dinge fokussiert. Mehr als jeder andere Stadtteil liegt Wilhelmsburg in der Phantasie des Betrachters. Für die einen ist es so was wie die Bronx von Hamburg. Für die anderen die neue Schanze. Und die nächsten halten es für eine Urlaubsoase.     Ganz objektiv gesehen, ist Wilhelmsburg Hamburgs größter Stadtteil; gelegen auf Deutschlands größter Binneninsel, durchschnitten von Autobahnen und mit Industrie gespickt. Dazwischen schmiegen sich einige urbane und einige wilde Ecken. Oder viel mehr Eckchen. Denn in Wilhelmsburg ist alles immer auf die eine oder andere Art begrenzt.     Begrenzung ist natürlich super für Leute, die nicht gern elendig lang spazieren. Bei normalem Tempo hat man die klassischen Wilhelmsburger Naturschönheiten in einer …

Bergziegen

Kleines Naturwunder für Zwischendurch: Liether Kalkgrube

Über die Liether Kalkgrube stolperte ich virtuell, als ich die Liste der 77 nationalen Geotope auf Wikipedia entdeckte. Man ahnt ja gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Es sei denn, man interessiert sich brennend für Steine. (Was bei mir nicht der Fall ist.) Schleswig-Holstein ist mit 4 Geo-Heiligtümern auf der Liste vertreten. 3 davon sind echte Promis: die Wattenmeerküste, die Insel Helgoland und das Morsum Kliff auf Sylt. Ich kenne sie gut und schätze sie enorm. Von der Liether Kalkgrube hatte ich hingegen noch nie gehört. Dabei liegt sie mir am nächsten, nämlich in Klein Norderende (wovon ich auch nie gehört hatte) bei Elmshorn.     Somit eignet sich die Liether Kalkgrube bestens für einen kleinen Ausflug zwischendurch. Zwischen zwei Jobs, zwischen zwei Regengüssen oder wenn man sich gerade auf der A23 Richtung Hamburg befindet und eine Staumeldung im Radio verlesen wird. Dann ist es besser, in Tornesch abzuzweigen und die Kalkgrube zu suchen (was ohne Navi nicht ganz leicht aber auch nicht unmöglich ist).     In der Liether Kalkgrube wurde seit …