Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ausflüge Schleswig-Holstein

Langballigau

Wanderung von Unewatt durch das Tal der Langballigau

Es ist eine Weile her, dass ich auf Martinas Blog Elbkind on Tour erfuhr, eine Wanderung durch das Tal der Langballigau nach Unewatt gehöre zum Pflichtprogramm an der Flensburger Förde. Logischerweise landete das auf meiner ewigen „unbedingt-mal-machen-Liste“. Vor zwei Wochen haben wir die Wanderung nun endlich unternommen. Es war dieser extrem verrückte Tag der Deutschen Einheit, als sich Wolkenbrüche und strahlender Himmel im Minutentakt ablösten. Das traf sich bestens. Denn bei solchem Wetter sind nicht viele Leute unterwegs. Da wir – anders als Martina und Thue – nicht von der Seeseite anreisten, sondern von der Autobahn kamen, gingen wir das Ganze umgekehrt an; starteten also in Unewatt.   Landschaftsmuseum Angeln/ Unewatt   Direkt an der Nordstraße zwischen Kappeln und Flensburg liegt das Landschaftsmuseum Unewatt. Mich hat es ehrlich gesagt nie so irre interessiert – bis ich mal da war, um im Landhaus Unewatt über die Maßen lecker zu speisen. Seitdem gehört Unewatt zu meinen Lieblingsplätzen in Angeln. Aber nicht wegen des Restaurants.     Das Besondere: Unewatt ist kein reines Museum; hier wird auch ganz …

Als der Typ mit dem Schnurrbart mal die Elbmündung besuchte

Forscht man im Netz nach der Elbmündung spucken die Suchmaschinen zu 99,9% Ergebnisse aus, die sich mit Cuxhaven und „um zu“ beschäftigen, ganz so als würde es kein nördliches Ufer geben. Dabei war dieser Küstenabschnitt von Schleswig-Holstein mal eine echte Vorzeigegegend. Jedes Kind in Deutschland kannte den Namen der Kooge. Und da kann man mal sehen: Ruhm ist vergänglich. Selbst der größte Teufel von allen wird nach einer gewissen Zeit zum Typen mit dem Schnurrbart. So jedenfalls nannten ihn zwei Jugendliche, denen partout nicht der Name Adolf Hitler einfallen wollte. Eine Freundin belauschte die Unterhaltung der beiden in einem Schnellrestaurant. Es gibt doch seltsame Sachen.     Zum Beispiel das südliche Dithmarschen, wo sich Elbe und Nordsee im etwa gleichen Verhältnis mischen wie Menschen mit Schafen und man selbst an einem Sonnabend im August ziemlich für sich sein kann. Genau danach war mir vergangenes Wochenende.     Ich erreichte die Wasserkante mit dem vagen Plan, in Brunsbüttel ein Rad zu leihen, um die Küste hinauf zu treiben, entschied mich letztlich aber, mit dem Auto weiterzufahren. …

Schleiperle Arnis

In Arnis sagt man: „Atüss, liebe Schleiperle.“

Wer bisher Arnis sagte, musste auch Schleiperle sagen. Doch nun geht eine Ära ihrem Ende entgegen. Die Betreiber des schlüferblauen Pfahlbauten-Restaurants verabschieden sich mit Ende der Saison. Nach 44 Jahren steht die Schleiperle zum Verkauf. Ich könnte drauf wetten, dass die Schleiperle nicht wirklich schließt, sondern im kommenden Frühjahr mit einem neuen Team wieder an den Start geht. Denn sie ist ein echter Klassiker. Von Urlaubern genauso geliebt wie von Einheimischen. Wie ganz Arnis von eigentlich jedem geliebt wird, der mal da war.     Die schönsten Wege nach Arnis sind die Spazierwege an der Schlei; egal aus welcher Richtung oder von welchem Ufer. Mein persönlicher Favorit schlängelt sich vom Museumshafen in Kappeln knapp 4 km – auf weiter Strecke am Schleiufer – bis nach Arnis. Der Weg beginnt gleich hinter der Cremilk-Fabrik. Alteingesessene Kappler erkennt man übrigens daran, dass sie die Fabrik bis heute die Nestle nennen – mit Artikel ohne Accent.     Noch so ein typischer Ausdruck der Region ist Atüss. Eigentlich wohl Atschüss. Für Tschüß (wie man in Hamburg sagt) oder …

Bergziegen

Kleines Naturwunder für Zwischendurch: Liether Kalkgrube

Über die Liether Kalkgrube stolperte ich virtuell, als ich die Liste der 77 nationalen Geotope auf Wikipedia entdeckte. Man ahnt ja gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Es sei denn, man interessiert sich brennend für Steine. (Was bei mir nicht der Fall ist.) Schleswig-Holstein ist mit 4 Geo-Heiligtümern auf der Liste vertreten. 3 davon sind echte Promis: die Wattenmeerküste, die Insel Helgoland und das Morsum Kliff auf Sylt. Ich kenne sie gut und schätze sie enorm. Von der Liether Kalkgrube hatte ich hingegen noch nie gehört. Dabei liegt sie mir am nächsten, nämlich in Klein Norderende (wovon ich auch nie gehört hatte) bei Elmshorn.     Somit eignet sich die Liether Kalkgrube bestens für einen kleinen Ausflug zwischendurch. Zwischen zwei Jobs, zwischen zwei Regengüssen oder wenn man sich gerade auf der A23 Richtung Hamburg befindet und eine Staumeldung im Radio verlesen wird. Dann ist es besser, in Tornesch abzuzweigen und die Kalkgrube zu suchen (was ohne Navi nicht ganz leicht aber auch nicht unmöglich ist).     In der Liether Kalkgrube wurde seit …

Der Moment ist das Ziel: Gartenrouten in Schleswig-Holstein

Als wir neulich aufs Land gefahren sind, war das Wetter nicht berauschend. Da man gewisse Dinge bekanntlich nicht ändern kann sondern nur die eigene Einstellung zu den Dingen, erklärten wir den Regen zum Konzept und nahmen die Sache quite british. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Regenschirm und Wachs-Jacke. (Jedenfalls ich). Der Weg zu unserem Landhotel verlief nämlich für einige Kilometer auf einer „Gartenroute zwischen den Meeren“. Und Blumengucken ist ja etwas sehr, sehr Englisches.     Die Gartenrouten zwischen den Meeren   Auf zehn regionaltypischen Routen stellt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein die Gartenkultur zwischen Nord- und Ostsee vor. Sie tragen so nette Namen wie „Flanieren und Philosophieren in lieblicher Seenlandschaft“ oder „Aus blauer Blüte grüne Kunst.“ Die Gartenroute Nummer 4 verläuft durch den Kreis Pinneberg. 105 km lang und als Fahrradroute konzipiert erzählt sie „Von Baumschulbaronen und Pflanzenjägern“. Pinneberg ist eben nicht nur der Kreis, dessen Nummerschild nicht genannt werden darf. Sondern auch Europas größtes zusammenhängendes Baumschulgebiet. Wir hatten uns zwei Stationen ausgeguckt, die auch mit dem Auto angefahren werden können.  Die erste erreichten wir etwa 20 Minuten …