Alle Artikel in: Dänemark

Niehuser See

7 Sachen von der deutsch-dänischen Grenze bei Flensburg

Auf Reisen denkt man so viel nach und so viel Neues. Gerade weil wir immer in der Nähe unterwegs sind, sind wir oft der Meinung: Das sollten wir eigentlich alles wissen. Aber wir erfahren jedes Mal etwas. Oder sehen Bekanntes aus einer anderen Perspektive, so dass das Denken seine Richtung ändert. Neulich an der deutsch-dänische Grenze bei Flensburg war es besonders extrem. Die ganze Gegend ist eine Zwischenwelt, in der die Phantasie Flickflack schlägt. Wäre sie ein Zeitpunkt, dann ein Osterfest im März. Nicht ganz so lieblich wie gewohnt. Doch voller Überraschungen. Es ist angenehm verwirrend, aber auch unmöglich zusammen zu fassen. Deshalb streue ich mal unsere stärksten Eindrücke wie Ostereier über die grüne Wiese. Die Verwirrung fängt schon damit an, dass man nie ganz sicher ist, in welchem Land man sich gerade befindet. Das Klischee sagt zwar, Dänemark sei niedlich und hyggelig. Deutschland hingegen ein krasses Industrieland. Aber im Grenzgebiet ist alles anders.   1. Typisch deutsch? Total dänisch? Gibt’s das überhaupt?   Die letzte Siedlung Deutschlands – Kupfermühle – liegt abgeschieden in einem …

Gut gehen und sich´s gutgehen lassen in Harrislee

Morgens um 10.00 in Harrislee. Unter einer kleinen Brücke sitzt ein Mann im Sand und kuschelt mit einem Schwan. Streichelt den langen Hals, steckt die Nase ins Gefieder. Der Schwan kuschelt zurück, indem er sanft nach dem Arm des Mannes schnappt. Ganz kleine Bisse, so wie verliebte Katzen es tun. Und wäre ich nicht ohnehin schon hochvergnügt, würde ich jetzt damit beginnen.     Aber ich fing ja bereits vor 5 km an, mich zu freuen. In Padborg, wo einer der schönsten Fernwanderwege Dänemarks seinen Anfang nimmt: der Gendarmstien. Inzwischen befinden wir uns wohl wieder in Deutschland. Vermutlich in der Siedlung Wassersleben, die zur Gemeinde Harrislee gehört, trotzdem aber irgendwie als Vorort von Flensburg gilt. So richtig steige ich durch die Stadt- und Landesgrenzen der Gegend noch nicht durch.   Auf dem Gendarmstien   Fest aber steht: Die kleine Schusterkate im Rücken von Mann und Schwan ist das erste Haus auf dänischer Seite. Der Mini-Grenzübergang in Form einer Fußgängerbrücke über die Krusau wurde nach der Volksabstimmung von 1920 errichtet. Ab hier verläuft der Gendarmstien (deutsch: …

Zur Paartherapie nach Tondern

Tondern (dän. Tønder) sieht so aus, als würde Pipi Langstrumpf jeden Moment um die Ecke hüpfen, ist aber das Las Vegas Dänemarks. Nicht im Hinblick auf Glücksspiele. Sondern weil die süddänische Kleinstadt als Heiratsparadies gilt. (Wobei Heiraten natürlich auch eine Art Glücksspiel ist).     Während man anderswo in Papierkram versinkt, geht in Tondern alles ganz unbürokratisch. Man mailt die Unterlagen ans Standesamt, zahlt 70 Euro und die Sache ist geritzt. Termine gibts zeitnah; bei Bedarf inkl. Trauzeugen.     Heiraten ist ein Wirtschaftsfaktor im strukturschwachen Süddänemark. Friseure, Brautausstatter, Gastronomen, Blumenläden Fotografen usw usf. Die Stadt scheint voll auf die 2.000 Paare eingestellt, die sich jährlich in Tondern vermählen. Bis vor kurzem mussten Heiratswillige mindestens 3 Tage in Tondern verbringen. Seit die EU die Bestimmung kippte,  ist Sand ins Getriebe geraten. Das spüren auch Maria und Jens Peter Jensen von Marias Feriestedt.     Die Übernachtungszahlen gehen zwar zurück. Doch dafür können die Jensen seit einiger Zeit die ersten Silberhochzeitspaare begrüßen. Das sind die, von denen Maria Jensen noch Hochzeitsfotos besitzt. Erst nach ein paar …

Der breiteste Strand Nordeuropas

Rømø. Insel, auf die ich nie scharf war. Nicht mal als Jugendliche. Obwohl damals quasi alle zum Feiern auf Dänemarks südlichste Nordseeinsel gefahren sind. Bzw.: gerade deshalb. Der Ballermann der Westküste, hab ich gedacht. Schlimmer kann nur noch Løkken sein. Autostrand. Furchtbar. Und dass in den letzten Jahren mehr und mehr Massenunterkünfte (Reihenhäuser!) rund um Havneby entstanden sind, hat mich nun auch nicht gerade neugierig auf Rømø gemacht. Rømø ist für mich nie so richtig Dänemark gewesen. Eine Transit-Insel bloß. So gut wie jeden Winter rattern wir über den beinahe 10 km langen Damm, dem Rømødæmningen, durchs Wattenmeer (der zugegeben wahnsinnig schön ist), um im Hafen die Fähre nach Sylt zu nehmen. Aber heute ist alles anders. Heute ist Sommer. Heute ist der Damm nicht leer. Heute kommen uns Kolonnen von Porsches entgegen. Sylturlauber. Aber dazu gehören wir heute nicht. Wir fahren nach Rømø. Heute biegen wir nicht an der ersten (einzigen) Kreuzung links zum Hafen ab. Sondern steuern geradeaus. Mitten ins Auge des Touristen-Taifuns. An den Strand von Lakolk. Und sind vom ersten Augenblick: …

Grenzenlos gut: die deutsch-dänische Marsch

„Hilf mir doch mal“, bittet der rüstige Rasenmähermann im blauen Arbeitskombi und deutet auf die schwere Tisch-Bank-Kombination vor dem kleinen Grenzhäuschen. Es steht zwischen dem Rickelsbüller Koog (Deutschland) und dem Margrethen Kog (Dänemark). Den Rasenmähermann haben wir angesprochen, weil uns nicht klar war, ob wir wirklich, wirklich quer durch das Naturschutzgebiet fahren dürfen. Für uns sieht es eher so aus, als hätte ein Ranger das Tor versehentlich offen gelassen.     „Leute wir ihr fragen das oft“, lacht der Rasenmäher, der sich jetzt als ehemaliger Bürgermeister der nächstgelegenen dänischen Gemeinde zu erkennen gibt. Was er mit „Leute wie ihr“ meint, lässt er offen. Aber seine Erlaubnis zur Weiterfahrt erhalten wir. Doch erst muss das unhandliche Tisch-Bank-Teil weg, damit der Rasen am kleinen Grenzhäuschen ordentlich gemäht werden kann. Der deutsche und der dänische. Da macht unser Bürgermeister keine Unterschiede. Wie auch überhaupt kaum Unterschiede auszumachen sind in der Marsch von Nordschleswig (Dänemark) und Südtondern (Deutschland).     Wer hier unterwegs ist, wechselt ständig von einem Land ins andere, ohne es zu bemerken. Mit ihrer wechselhaften Geschichte …

Der Norden für Durchschnittsreisende

12,1 Tage und € 1.076,90. Und zwar inklusive Taschengeld. Das sind die jährlichen Ressourcen des deutschen Durchschnittsreisenden laut Tourismusanalyse der Stiftung Zukunftsfragen. Seit ich das weiß, hat sich für mich das berühmte halbleere Glas Wasser in ein randvolles verwandelt. Vorher hatte ich ein unbestimmtes Gefühl, viel zu wenig zu reisen. Inzwischen aber ist mir klar:     Wer sich eine 2-Wochen-Reise pro Jahr gönnen kann und/oder mehr als 1.000 Euro pro Jahr fürs Reisen ausgibt, hat es überdurchschnittlich gut.   Durchschnittsreisen haben nichts mit mittelmäßigen Urlauben zu tun. Ganz im Gegenteil.     Mit 89 Euro pro Person kann man sich teure Restaurants, Shoppingeskapaden oder High-End-Hotels natürlich abschminken. Stattdessen darf sich der Durchschnittsreisende auf das Beste konzentrieren. Als da wären: Land & Leute. Das geht auch im Norden. Obwohl der ja tendenziell etwas teurer ist, als all-inkl-Pauschalreisen in den Süden.   Ich weiß das deshalb so genau, weil wir in diesem Jahr mal ganz bewusst ausprobiert haben, was man mit 12,1 Tagen und € 1.076,90 denn so anstellen kann.   Nach 3 Tagen in Malmø …

Als ich einmal fast auf den Ochseninseln war

Irgendwann um die Jahrtausendwende, Bucket Lists waren mir noch kein Begriff, erkor ich die Ochseninseln zu einem meiner 43-places. Die Seite lief damals in der 1.0-Version. Da war nichts interaktiv. Man notierte einfach 43 Orte, die man schon gesehen hatte oder noch erobern wollte. Letztes Jahr fiel mir die Liste wieder in die Hände. Mich überraschte, a) wie viele Ziele in der Nähe sich darauf befanden. Und b) dass ich es in gut 10 Jahren nicht geschafft hatte, auch nur eines davon zu besuchen. (Im Gegensatz zu den voll-weit-weg-Zielen). Aus meinem Erstaunen entstand im Grunde dieser Blog. Seitdem habe ich ja nun schon einiges gesehen. Und neulich war ich wirklich ganz kurz davor, meinen Fuß auf die Ochseninseln zu setzen.     Die zwei kleinen Inseln liegen in der Flensburger Förde. Sie entstanden, als ein Riese vom dänischen zum deutschen Ufer sprang. Zwei Lehmklumpen plumpsten von seinen Stiefeln herab: Voilá – die Ochseninseln.     Angeblich setzt stündlich eine Fähre auf die Große Ochseninsel über. (Die Kleine Ochseninsel kann man nicht besuchen. Sie ist im …

Mir egal, wenn die streiken (zumindest am Flughafen Kopenhagen Kastrup)

Dürfte ich einen Flughafen wählen, an dem mein Flug storniert, verschoben oder gestrichen wird, würde ich Kopenhagen Kastrup nehmen. Nicht weil es dort irgendwie unterhalsamer wäre als anderswo – sondern weil er so nett gelegen ist. Auf einer Insel im Øresund. Und da Skandinaviens größter Flughafen schön klein ist, kann man ruckzuck mal rüber zum Strand laufen.  

Helsingoer

Pay 1 get 2 am Öresund

Du musst auch mal was über die Kosten schreiben, hat eine Freundin gesagt, als ich erzählte, dass wir kommendes Wochenende nach Malmø fliegen. Man glaubt immer, Städtereisen wären so teuer. Und ich weiß ja nicht, wie´s bei Dir ist (Zwinker Zwinker), aber bei mir sind Sonderausgaben in der Regel nicht disponiert.

Warum wir nach Kopenhagen gern mit dem Auto fahren

Ich mache mir da nichts vor: Ganz sicher bin ich keine seit meiner Geburt vertauschte Prinzessin. Denn ich bin – mit großer Wahrscheinlichkeit – eine seit meiner Geburt vertauschte Dänin. Ich liebe Dänemark. Ich kann von Dänemark überhaupt nicht genug bekommen. Bin ich in Dänemark, fühle ich mich komplett. Zu meiner Freude scheint neuerdings kein Blog, kein Magazin, keine Zeitung und erst recht keine Zeitschrift ohne einen Kopenhagen-Artikel auszukommen. Ich verschlinge sie alle. Letzte Woche empfahl Christina von Travel World Goosmann einen Kopenhagen-Trip zum Christmas-Shopping. Feine Idee. Unbedingt machen. Die Wintermonate bieten sich aus verschiedenen Gründen an für eine Reise nach Sjaelland. Ob man mit dem Auto reist oder den Flieger nimmt, ist zumindest eine Vorüberlegung wert.